//Hausmittel gegen Blasenentzündung

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Hausmittel gegen Blasenentzündung

Was zunächst vielleicht noch relativ harmlos beginnt, kann ganz schnell so richtig unangenehm werden. Erst muss man in immer kürzeren Abständen die Toilette aufsuchen, dann verspürt man auch schon das erste Brennen und Ziehen beim Wasserlassen und einen Tag später steckt man schon mitten in einer heftigen Blasenentzündung. Jetzt heißt es auf jeden Fall schnell handeln, damit der unerfreulichen Blasenentzündung zügig Einhalt gewährt werden kann.

In den meisten Fällen kommen Antibiotika zum Einsatz, doch das muss nicht immer sein. Oftmals genügt auch eine Behandlung mit Hausmitteln. Wir haben hier die besten Tipps und Hausmittelchen für Sie zusammengestellt. 

Gerade wenn man häufiger unter den Beschwerden leidet, kann es sich lohnen, sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen, denn viele der Hausmittel lassen sich auch vorbeugend einsetzten.

Was ist eine Blasenentzündung?

Eine Blasenentzündung, medizinisch Zystitis genannt, ist eine Infektion der Harnwege mit Bakterien. In seltenen Fällen sind auch Viren, Parasiten oder Pilze im Spiel. Die Keime gelangen über die Harnröhre in die Blase und führen dort zu Reizungen und Entzündungen. Häufigste Auslöser sind die sogenannten Escherichia coli-Bakterien, die normalerweise zur menschlichen Darmflora gehören.

In der Regel verhindern die körpereigenen Abwehrkräfte, dass sich unerwünschte Bakterien in den Harnwegen festsetzen. Ist das Immunsystem allerdings angeschlagen oder ist die schützende Schleimhaut der Blase durch häufige Antibiotika-Therapie angegriffen, kann der Körper die Bakterien nicht ausreichend selbst bekämpfen.

Da bei Frauen die Harnröhre kürzer ist als bei Männern, gelangen die Bakterien leichter bis zur Harnblase hinauf (bei Frauen 4 cm Länge, bei Männern 20 cm Länge). Außerdem liegen Harnröhre und Darmausgang näher beieinander, sodass Darmbakterien leichter in die Blase gelangen können. Aus diesen Gründen sind Frauen viel häufiger von Harnwegserkrankungen betroffen, als Männer.

Wie lange kann eine Blasenentzündung andauern?

Eine akute Blasenentzündung bricht meist innerhalb eines Tages aus und hält je nach Schwere und Therapieart unterschiedlich lange an. Bei einem unkomplizierten Verlauf heilt die Entzündung in der Regel innerhalb von einer Woche aus. Je schneller Sie reagieren und mit einer Behandlung starten, desto eher ist mit einer Besserung zu rechnen.

In schwereren Fällen verschreibt der Arzt ein Antibiotikum, um die E.coli Bakterien zu bekämpfen. Dann tritt eine Besserung der Beschwerden innerhalb von ein bis drei Tagen ein.

Eine Blasenentzündung kann auch chronisch werden und in kurzen Abständen immer wieder auftreten. Besonders dann ist es wichtig vorbeugend zu handeln und das Immunsystem zu stärken, damit nicht andauernd eine Antibiotika-Therapie notwendig wird.

Wie bekommt man eine Blasenentzündung?

Auslöser für eine Blasenentzündung ist immer eine Infektion mit Bakterien. Das kann zum Beispiel durch eine falsche Toilettenhygiene geschehen, wenn man sich nach dem Stuhlgang in die falsche Richtung säubert und Darmbakterien vom After in die Harnröhre gelangen. Beim Geschlechtsverkehr kann das unter Umständen ebenfalls passieren. Hier können Kondome verhindern, dass Bakterien in den Intimbereich gelangen.

Besonders anfällig für eine Blasenentzündung ist man, wenn das Immunsystem geschwächt ist oder auch, wenn sich der Hormonspiegel ändert, zum Beispiel während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren.

Eine geringe Flüssigkeitszufuhr kann ebenfalls die Wahrscheinlichkeit erhöhen an einer Blasenentzündung zu erkranken. Denn trinkt man zu wenig, werden die Blase sowie die Harnwege zu selten durchgespült. Der Urin verbleibt zu lange in der Blase, was die Ausbreitung von Bakterien begünstigen kann – ganz ähnlich dem Effekt von einem stehenden Gewässer, in dem sich Keime und Mückenlarven ebenso schneller ausbreiten.

Zudem können häufiger Geschlechtsverkehr und auch übertriebene Intimhygiene (zu viel Seife und zu häufiges Waschen) die Schleimhäute reizen, sodass das Risiko für Harnwegsinfektion erhöht ist. Natürlich ist es wichtig, den Intimbereich sauber zu halten, doch kann zu viel des Guten das natürliche Milieu im Intimbereich stören und so die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen.

Empfindliche Menschen, die häufig an Blasenentzündungen leiden, können sich schnell durch Unterkühlung (z.B. durch das Sitzen auf einer kalten Fläche) den nächsten Harnwegsinfekt holen.

Ist eine Blasenentzündung ansteckend?

In der Regel ist eine Übertragung der Bakterien oder Viren von Mensch zu Mensch bei entsprechender Hygiene selten. Die Infektionswege sind eher indirekt – zum Beispiel, wenn man über Oberflächen wie Türklinken oder ähnlichem mit Darmbakterien in Kontakt kommt und diese dann irgendwann von den Händen durch Berührung des Intimbereichs in die Harnröhre gelangen. Durch regelmäßiges Händewaschen kann man eine solche Übertragung allerdings ganz einfach verhindern.

Lediglich bei einer Pilzinfektion kann man sich auch bei einer gemeinsamen Toilettennutzung anstecken, da ein Pilz auch auf der Oberfläche von Toiletten überleben kann.

Unliebsame Blasenentzündung: Welche Symptome können auftreten?

Die typischen Symptome, die bei einer Blasenentzündung auftreten sind:

  • erhöhter / häufiger Harndrang
  • leichtes bis starkes Brennen oder auch krampfartige Schmerzen beim Wasserlassen
  • Ziehen und Schmerzen im Unterleib
  • Urin kann getrübt sein und seinen Geruch verändern
  • Blut im Urin

Was tun bei einer Blasenentzündung?

Der Gang zum Arzt ist je nach Schwere der Erkrankung meist nicht zu vermeiden und bei anhaltenden Beschwerden auch unbedingt notwendig. Die Behandlung erfolgt dann klassischerweise mittels Antibiotika. Doch was hilft noch bei einer Blasenentzündung? Grundsätzlich ist es bei Infektionen und entzündlichen Prozessen immer wichtig das Immunsystem zu stärken – gerade dann, wenn Blasenentzündungen immer wieder auftauchen.

Tatsächlich heilen unkomplizierte Harnwegsinfektionen sogar oftmals ganz von alleine, ohne den Einsatz von Medikamenten. Deshalb kann bei leichten und unkomplizierten Fällen eine Behandlung mit pflanzlichen Mitteln oder Hausmittel ausreichen, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Ergänzend können auch homöopathische Präparate oder Medikamente auf pflanzlicher Basis zur Behandlung von Harnwegserkrankungen eingesetzt werden. Sie sind in der Regel deutlich sanfter und mit weniger Nebenwirkungen verbunden.

Kann man bei einer Blasenentzündung Hausmittel verwenden?

Nicht jedes Brennen in der Harnröhre muss zwangsläufig zu einem Arztbesuch führen. Handelt man direkt bei den ersten Anzeichen, können Hausmittel oftmals helfen das Schlimmste zu verhindern. In unkomplizierten Fällen ist es sogar ratsam eher zu Hausmitteln und pflanzlichen Präparaten zu greifen, anstatt eine Antibiotika-Therapie zu beginnen.

Viele Antibiotika bringen nämlich unerwünschte Nebenwirkungen mit sich. Zudem birgt die häufige Einnahme von Antibiotika die Gefahr, dass die Bakterien Resistenzen gegen die Wirkstoffe entwickeln, sodass diese gar nicht mehr richtig wirken.

Deshalb haben wir Ihnen hier von Heilkräutern über Wärme bis hin zu Trinkkuren die wichtigsten Hausmittel zusammengestellt.

Dürfen Hausmittel bei einer Blasenentzündung in der Schwangerschaft eingesetzt werden?

Schwangere Frauen sind in der Regel anfälliger für eine Blasenentzündung und sie ist bei ihnen auch mit einem gewissen Risiko verbunden, denn eine Blasenentzündung kann in der Schwangerschaft leichter in die Nieren aufsteigen. Das kann schneller zu einer Nierenbeckenentzündung führen und unter Umständen auch vorzeitige Wehen auslösen.

Deshalb sollten Sie gerade in der Schwangerschaft besser einen Arzt aufsuchen, bevor Sie mit einer Behandlung in Eigenregie starten.

Da aber auch viele Antibiotika nicht gerade förderlich für das ungeborene Kind sind, lohnt es sich auf alle Fälle mit Ihrem Arzt eine Therapie mit alternativen Methoden durchzusprechen.

Wann ist von der Behandlung einer Blasenentzündung mit Hausmitteln abzuraten?

Bei einer schweren Zystitis mit Fieber und/oder Blut im Urin sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen und lieber die Finger von Hausmittelchen lassen. Denn unter Umständen kann eine verschleppte Blasenentzündung ganz schnell auch zu einer schmerzhaften Nierenbeckenentzündung werden.

Sollte eine chronische Blasenentzündung mit Hausmitteln behandelt werden?

Auch hier kommt es auf die Schwere der Blasenentzündung an. Haben Sie die ersten Anzeichen der Infektion gerade erst bemerkt, können Sie auch bei einer chronischen Blasenentzündung einen Versuch mit Hausmitteln starten.

Gerade bei immer wiederkehrenden Blasenentzündungen können Hausmittel eine gute Alternative zur Antibiotika-Therapie sein. Oftmals wirken Antibiotika schon gar nicht mehr richtig, der Körper bildet Resistenzen aus und auch die Schleimhäute der Harnwege leiden unter einer ständigen Antibiotika-Einnahme.

Wie kann D-Mannose bei einer Blasenentzündung helfen?

D-Mannose ist eine Zuckerart, die vom Körper kaum verstoffwechselt wird und auch im Körper auf natürliche Weise in kleinen Mengen vorkommt. Sie bindet in der Blase vorhandene E.coli Bakterien und leitet sie über den Urin aus dem Körper aus. Dadurch kann verhindert werden, dass sich die Erreger in der Blasenschleimhaut einnisten und Infektionen verursachen.

Aus diesem Grund bietet sich die D-Mannose nicht nur als Therapiemethode, sondern auch zur Prävention von wiederkehrenden Blasenentzündungen an. Außerdem gibt es Kombinationspräparate mit Laktobazillen (Milchsäurebakterien), die zusätzlich eine ausgleichende Wirkung auf die Mikroflora im Intimbereich haben.

In einer kontrollierten Studie mit 300 Patientinnen konnte bereits gezeigt werden, dass sich D-Mannose ebenso gut zur Behandlung und Vorbeugung von Blasenentzündungen eignet, wie das Antibiotikum Nitrofurantoin, sogar mit einem deutlichen Vorteil: Es traten weniger unerwünschte Nebenwirkungen auf.1

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Die 10 besten Hausmittel gegen Blasenentzündung

Viel hilft viel: Viel trinken gegen Blasenentzündung

Eine der wichtigsten Maßnahmen bei einer Blasenentzündung lautet ganz einfach: Trinken, trinken, trinken. Diese Methode ist simpel und sehr effektiv. Am besten trinken Sie alle 20 – 30 Minuten ein Glas stilles Wasser (ca. 250 ml) oder ungesüßten Kräutertee. Das hört sich zwar zunächst natürlich nicht so angenehm an, da man logischerweise dadurch auch öfters die Toilette aufsuchen muss, aber genau das ist Sinn und Zweck der Sache. Das häufige Wasserlassen hilft dem Körper dabei die Bakterien auszuscheiden.

Achten Sie außerdem auch sonst darauf, täglich mindestens zwei Liter Wasser zu trinken, um die Harnwege und die Blase immer gut durchzuspülen, sodass Bakterien besser aus dem Körper transportiert werden können und gar nicht erst die Chance bekommen sich festzusetzen. Ausreichend zu trinken kann somit auch eine wichtige Maßnahme zur Vorbeugung von Blasenentzündungen sein.

Wunderwaffe Cranberry: Wie Cranberrysaft bei einer Blasenentzündung helfen kann

Der Saft der kleinen roten Früchte gilt als echte Wunderwaffe unter den Hausmitteln bei Blasenentzündungen, denn er soll  harntreibend, antibakteriell und krampflösend wirken. Cranberries sind reich an Vitamin C, Eisen, Antioxidantien und Proanthocyanidin – ein Stoff, der die Bakterien umhüllen und somit erschweren soll, dass sie sich an der Blasenwand anheften. Ganz ähnlich dem Effekt der D-Mannose.

Am besten eignet sich der sogenannte Muttersaft oder auch Direktsaft, denn ein verdünnter Nektar ist nicht konzentriert genug. Außerdem gibt es in Apotheken fertige Präparate, welche die wertvollen Inhaltsstoffe der Cranberry in hoch konzentrierter Form enthalten und ganz einfach in Kapselform einzunehmen sind.

Wie wirksam Cranberrys wirklich sind, ist leider wissenschaftlich umstritten. Angesichts der gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe können sich die roten Beeren allerdings nur positiv auswirken – einen Versuch ist es sicherlich wert.

Spezielle Nieren- und Blasentees bei einer Blasenentzündung trinken

Wie bereits erwähnt, ist es bei einer Blasenentzündung wichtig viel zu trinken. Spezielle Tees mit Kräutern können einen zusätzlichen positiven Effekt auf die Niere, die Blase und die Harnwege haben und werden deshalb zur Durchspülungstherapie angewendet.

Sie beinhalten pflanzliche Wirkstoffe, die bereits seit Jahrhunderten bekannt sind. Durch ihre harntreibenden Eigenschaften können sie die Wasserausscheidung verstärken und somit den Abtransport der bakteriellen Erreger fördern. Zudem verfügen sie zum Teil auch über entkrampfende und entzündungshemmende Eigenschaften. Geeignet sind zum Beispiel Tees aus Brennnessel, Birkenblätter, Bärentraube oder Schachtelhalm. 

Wärme entspannt bei einer Blasenentzündung die Muskulatur

Wärme hilft bekanntlich verkrampfte Muskulatur zu lockern und zu entspannen. So auch bei einer Blasenentzündung. Wärme in Form von einer Wärmflasche, einem Heizkissen oder einem heißen Bad kann dabei helfen die Muskulatur im Unterleib zu entkrampfen und zu entspannen. So kann das unangenehme Ziehen gelindert werden.

Kamille als Badezusatz trägt zusätzlich zur Schmerzlinderung bei. Dafür kann man aus den getrockneten Blüten einen Aufguss herstellen, den man zum Badewasser dazu gibt oder alternativ ein paar Tropfen Kamillen-Tinktur in das Wasser geben.

Halten Sie sich außerdem angenehm warm und schützen Sie den Körper davor auszukühlen. Der Körper ist bei einer Infektion geschwächt und braucht Entspannung und Ruhe, um sich auf die Bekämpfung der Erreger konzentrieren zu können.

Heilkräuter gegen Blasenentzündung 

Goldrutenkraut gegen Blasenentzündung

Das Goldrutenkraut wird schon seit Jahrhunderten zur Behandlung von Harnwegserkrankungen eingesetzt. Es verstärkt die Wasserausscheidung und eignet sich gut zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege. Die enthaltenen ätherischen Öle haben antientzündliche und schmerzlindernde Eigenschaften. Oft wird das Goldrutenkraut in Kombination mit Birkenblättern angewendet.

Bärentraubenblätter gegen Blasenentzündung

Die Inhaltsstoffe der Bärentraube können das Wachstum von Keimen in der Blase hemmen. Ausschlaggebend für die antibakteriellen Eigenschaften ist der enthaltene Wirkstoff Arbutin, ein wesentlicher Bestandteil des Bärentraubenblätterextraktes. Er wird im Körper in Hydrochinonverbindungen umgewandelt, die über den Urin in die Blase gelangen. Dort werden sie von den Bakterien aufgenommen, wodurch freies Hydrochinon entsteht – ein Stoff der die Bakterien von innen heraus lahmlegt.

Ein Tee aus Bärentraubenblättern gilt deshalb als sehr wirksam gegen Blaseninfektionen. Der Wirkstoff kommt auch in einigen Medikamenten, wie zum Beispiel „Cystinol“, zum Einsatz.

In einer doppelblinden randomisierten Studie konnten nach einem Monat Prophylaxe mit Bärentraubenblättern und Löwenzahnwurzel sogar über ein Jahr lang keine wiederauftretenden Harnwegsinfektionen beobachtet werden, im Vergleich zur Placebogruppe mit einer Rezidive (Rückfall) von 23 Prozent.2

Kamille gegen Blasenentzündung

Die Blüten der Kamille verfügen über entkrampfende und entzündungshemmende Eigenschaften, die zur Linderung der Beschwerden beitragen können. Sie eignen sich hervorragend als Tee oder als Zusatz für das Badewasser.

Birkenblätter gegen Blasenentzündung

Die Blätter und auch die Knospen der Birke sind reich an Flavonoiden, die über harntreibende Eigenschaften verfügen und bewirken, dass mehr Harn gebildet und ausgeschieden wird. Birkenblätter können getrocknet als Tee zubereitet werden.

Brennnessel gegen Blasenentzündung

Die Brennnessel verfügt ebenfalls über diuretische (harntreibende) Eigenschaften, dank ihres Kaliumgehaltes sowie Kaffeoyläpfelsäure und Chlorogensäure. Diese sekundären Pflanzenstoffe helfen die Harnausscheidung zu erhöhen und die Harnwege durchzuspülen.

Wachholder gegen Blasenentzündung

Die kleinen Beeren sind nicht nur ein beliebtes Gewürz, sondern sie sind außerdem reich an ätherischen Ölen sowie Flavonoiden und verfügen über harntreibende, entzündungshemmende und krampflösende Eigenschaften.

Übergießen Sie zwei Esslöffel (Tagesdosis 10 g) Wacholderbeeren mit einem Liter kochendem Wasser, lassen Sie den Tee 10 Minuten ziehen und trinken Sie ihn über den Tag verteilt. Vorsicht: Nicht in der Schwangerschaft anwenden und nicht über einen längeren Zeitraum anwenden, da es sonst zu Nierenschäden kommen kann.

Hauhechel gegen Blasenentzündung

Die Wurzel der Hauhechel wird angewendet, um die ableitenden Harnwege durchzuspülen und so Bakterien und Keime aus dem Körper zu transportieren. Aus der getrockneten Wurzel kann ein Tee zubereitet werden.

Orthosiphon gegen Blasenentzündung

Die Blätter des Orthosiphon enthalten Flavonoide, Kaffeesäurederivate und geringe Mengen ätherisches Öl. Sie tragen zur Linderung von Entzündungen der ableitenden Harnwege bei, da sie die Ausscheidung von Flüssigkeiten fördern können und über antimikrobielle Eigenschaften verfügen.

Ansteigende Fußbäder gegen Blasenentzündung

Fußbäder gelten als ebenso wirksam wie ein Sitzbad. Es gilt die Füße warm zu halten, denn durch kalte Füße verschlechtert sich die Durchblutung und der Körper kann Entzündungskeime weniger gut bekämpfen. Ein ansteigendes Fußbad durchwärmt, regt die Durchblutung im gesamten Körper an und aktiviert den Stoffwechsel.

Und so geht´s:

Halten Sie Ihren Oberkörper während des Fußbads gut warm, zum Beispiel mit einer Decke. Das Wasser sollte bis zu den Waden reichen und circa 35 Grad warm sein. Innerhalb der nächsten 12 – 15 Minuten gießen Sie nun immer mehr heißes Wasser hinzu, je nach Verträglichkeit, bis die Temperatur des Wassers 39 – 41 Grad beträgt. Bei der Endtemperatur sollten noch einige Minuten ausgeharrt werden, eventuell bis zum Schweißausbruch. Trocknen Sie sich danach ab und packen Sie sich schön warm ein. Am besten ist nun Bettruhe für die nächsten 1 – 2 Stunden.

In einer offenen, kontrollierten Studie mit  29 Frauen, die von wiederkehrenden Harnwegsinfektionen (rHWI) betroffen waren, traten bei 6 der Frauen zwei bis drei Tage nach gezielter Abkühlung der Füße typische mit einer Blasenentzündung einhergehende Symptome auf.3 Das zeigt, dass es bei empfindlichen Menschen wichtig ist Auskühlung zu vermeiden und die Füße warm zu halten.

Meerrettich gegen Blasenentzündung

Meerrettich gilt als altbewährtes Hausmittel im Bereich der pflanzlichen Antibiotika. Die im Meerrettich enthaltenen Senfölglykoside zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen und tragen dazu bei eine Ausbreitung der Bakterien zu verhindern. Sie lagern sich in der Harnblase an, töten Bakterien ab und regen zudem die Blasentätigkeit an.

Man kann selbst einen Saft mit Meerrettich ansetzten oder auf fertige Präparate zurückgreifen, die das Senföl-Extrakt enthalten. Zum Beispiel das pflanzliche Medikament „Angocin Anti-Infekt N“, das die Wirksubstanzen von Meerrettich und Kapuzinerkresse enthält. In einer Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie erhielten Probandinnen über 90 Tage lang das Präparat, wodurch bei ihnen die Rate wiederkehrender Harnwegsinfektionen im Vergleich zur Placebo-Gruppe deutlich gesenkt werden konnte.4

Ingwer gegen Blasenentzündung

Die scharfe Knolle ist nicht nur bei Erkältungen ein beliebtes Hausmittel. Die im Ingwer enthaltenen Scharfstoffe und ätherischen Öle (Gingerole) kann man sich dank ihrer antibakteriellen Eigenschaften auch bei der Bekämpfung von Harnwegsinfektionen zu Nutze machen. Sie können dazu beitragen die Vermehrung der Bakterien zu hemmen und so die Entzündung zu lindern.

Am besten wirkt Ingwer, wenn man aus der frischen Knolle einen Tee zubereitet. Überbrühen Sie dafür etwas fein geschnittenen Ingwer mit kochendem Wasser und lassen Sie ihn für 10 Minuten ziehen. Trinken Sie täglich mehrere Tassen davon.

Apfelessig gegen Blasenentzündung

Apfelessig ist ebenfalls ein altbewährtes Hausmittel bei vielerlei Beschwerden. So auch bei Blasenentzündung. Eine Kur mit Apfelessig kann dank seiner antibakteriellen Eigenschaften helfen die Keime zu bekämpfen und so die Beschwerden zu lindern. Geben Sie hierfür 1 Esslöffel naturtrüben Apfelessig in ein Glas lauwarmes Wasser und vermischen Sie es gut. Trinken Sie bei akuten Beschwerden dreimal täglich ein Glas dieser Mischung.

Die Kur kann auch vorbeugend eingesetzt werden um wiederkehrende Blasenentzündungen loszuwerden. Trinken Sie hierfür einmal täglich ein Glas der Apfelessig-Mischung.

Eine Wasserkur mit Natron

Das basische Natron verändert den Säuregehalt im Urin, sodass einige Bakterien an der Vermehrung gehindert werden können. Schädliche Mikroorganismen fühlen sich nämlich in saurem Milieu am wohlsten. Außerdem wird das Brennen beim Wasserlassen gelindert, da der Urin weniger Sauer ist.

Für eine Wasserkur mit Natron löst man 1 – 2 Teelöffel Natron in einem großen Glas Wasser auf. Am besten direkt zu Beginn, wenn man die ersten Anzeichen einer nahenden Blasenentzündung bemerkt. Wiederholen Sie diese Prozedur etwa alle drei Stunden und trinken Sie auch dazwischen möglichst viel Wasser. Durch das viele Trinken können die Keime zudem besser ausgespült werden.

Im Verzicht üben: Alkohol und Kaffee sollten während einer Blasenentzündung tabu sein

Auf Genussmittel wie Alkohol, Kaffee und auch stark zuckerhaltige Getränke (Limonaden, gesüßte Fruchtsäfte etc.)  sollten bei einer Blasenentzündung gänzlich verzichtet werden. Sie reizen die Harnwege, außerdem fördert Zucker das Bakterienwachstum.

Kann man die Behandlung einer Blasenentzündung mit Homöopathie unterstützen?

Natürlich sind homöopathische Mittel ebenfalls eine gute Möglichkeit zur unterstützenden Behandlung bei einer Blasenentzündung. Sie können sowohl bei akuten Fällen als auch bei Neigung zu wiederkehrenden Harnwegsinfektionen eingesetzt werden. Welche Mittel gegen Blasenentzündung am besten geeignet sind, hängt individuell von den Beschwerden und Auslösern ab. Am besten lassen Sie sich von einem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker bei der Wahl eines geeigneten Mittels beraten.

Einige Hersteller bieten auch homöopathische Komplexmittel an, welche mehrere Wirksubstanzen kombinieren. Zum Beispiel die „Cantharis Blasen Globuli velati“ von „Wala“ zur Förderung des Heilungsprozesses bei beginnender und akuter Blasenentzündung. Sie enthalten eine Kombination der Wirkstoffe aus Cantharis (Spanischer Fliege), Ackerschachtelhalm und Schafgarbe.

Besonders Schwangere, Kinder und ältere Menschen können von der sanften und nebenwirkunsarmen Wirkweise homöopathischer Mittel profitieren. Allerdings ersetzten Homöopathika in schwereren Fällen keinesfalls eine Therapie mit Antibiotika. Tritt innerhalb von zwei Tagen keine Besserung ein, ist ein Arzt aufzusuchen.

Wann sollte man bei einer Blasenentzündung einen Arzt aufsuchen?

Leider gelingt es nicht immer eine Blasenentzündung selbst erfolgreich in den Griff zu bekommen. Halten die Beschwerden mehr als drei Tage an oder verschlimmern Sie sich sogar, sollten sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Tritt gar Fieber oder Blut im Urin auf, sollten Sie sich umgehend auf den Weg zum Arzt machen, denn das kann ein Hinweis darauf sein, dass es sich bereits um eine Nierenbeckenentzündung handelt. Das sollte man definitiv nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Ebenso wenn Sie schwanger sind, sollten Sie bei den Anzeichen einer Blasenentzündung einen Arzt aufsuchen. Gleiches gilt, wenn Sie an Diabetes leiden oder unter einer Immunschwäche.

Wissenschaftliche Quellen

  1. Kranjčec, Bojana, Dino Papeš, and Silvio Altarac: „D-mannose powder for prophylaxis of recurrent urinary tract infections in women: a randomized clinical trial.“ World journal of urology 32.1 (2014): 79-84.
  2. Larsson, Bertil, Aino Jonasson, and Stefan Fianu: „Prophylactic effect of UVA-E in women with recurrent cystitis: a preliminary report.“ Current therapeutic research 53.4 (1993): 441-443
  3. Baerheim, Anders, and Even Laerum:“Symptomatic lower urinary tract infection induced by cooling of the feet: A controlled experimental trial.“ Scandinavian journal of primary health care 10.2 (1992): 157-160.
  4. Albrecht, Uwe, Karl-Heinz Goos, and Berthold Schneider: „A randomised, double-blind, placebo-controlled trial of a herbal medicinal product containing Tropaeoli majoris herba (Nasturtium) and Armoraciae rusticanae radix (Horseradish) for the prophylactic treatment of patients with chronically recurrent lower urinary tract infections.“ Current medical research and opinion 23.10 (2007): 2415-2422.
By |2019-08-16T11:58:33+01:0014. August 2019|Naturheilmittel|0 Comments

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Seit 2006 arbeite ich nicht nur in einer Apotheke sondern auch als Heilpraktikerin. Im Rahmen dieser Tätigkeit halte ich unter anderem Vorträge über naturheilkundliche Themen. Sowohl durch den ständigen Besuch von Fort- und Weiterbildungen als auch durch die Tätigkeit in meiner eigenen Praxis erweitere ich meine Erfahrung im Bereich der Naturheilkunde kontinuierlich.

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