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///Reizdarmsyndrom: Symptome und Maßnahmen

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Reizdarmsyndrom: Symptome und Maßnahmen

Bauchkrämpfe und Blähungen, die ständige Suche nach einer Toilette und dabei immer wiederkehrenden Bauchschmerzen nachdem Sie bestimmte Nahrungsmittel zu sich genommen haben – Reizdarm-Symptome sind nicht nur vielschichtig, sie können für den Betroffenen auch extrem unangenehm und belastend sein. Gefährlich allerdings ist das Reizdarmsyndrom nicht.

Etwa ein Fünftel der Bevölkerung ist im Lauf ihres Lebens davon betroffen. Wie Sie die Symptome richtig einordnen können und welche Maßnahmen Sie gegebenenfalls ergreifen können, um Ihren Alltag wieder möglichst beschwerdefrei erleben zu können, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Was ist ein Reizdarm?

Bei einem Reizdarm (Colon irritabile) oder auch Reizdarmsyndrom (RDS) bzw. Irritablen Darmsyndrom (IDS) handelt es sich um eine Funktionsstörung des Verdauungstraktes. Deshalb wird das RDS der Symptomgruppe funktioneller Magen-Darm-Erkrankungen zugeordnet. Funktionell ist eine Erkrankung immer dann, wenn man im Zuge diverser medizinischer Untersuchungen keine organischen Symptome für die Beschwerden finden kann.
Ein Reizdarm tritt am häufigsten zwischen dem 20. Und 40. Lebensjahr auf und betrifft in etwa 10 bis 20 Prozent1 der Bevölkerung. Betroffene berichten bei einem Reizdarm unter anderem über Blähungen, Stuhldrang, Durchfall, Verstopfung sowie Bauchschmerzen oder -krämpfen. Bei Stress verstärken sich die Symptome oftmals.

Reizmagen oder Reizdarm: Was ist der Unterschied?

In Zusammenhang mit einem Reizdarm tritt häufig auch der sogenannte Reizmagen auf. In Bezug auf die Entstehung beider Krankheitsbilder bestehen gewisse Zusammenhänge. So wird Stress als häufige Ursache für beide Krankheitsbilder genannt. Zudem macht sich bei allen Betroffenen eine hohe psychische Belastung bemerkbar.

Darüber hinaus zeigen sich bei Reizdarm und Reizmagen ähnliche Symptome wie beispielsweise Blähungen oder einen Blähbauch. Im Weiteren allerdings unterscheiden sich die Symptome eines Reizdarms deutlich von denen des Reizmagens, wie die folgende Tabelle anschaulich zeigt:

Symptome Reizmagen (funktionelle Dyspepsie) Symptome Reizdarm
Beschwerden zeigen sich hauptsächlich im oberen Verdauungsapparat und äußern sich unter anderem in:

  • Völlegefühl,
  • häufigem Aufstoßen,
  • Übelkeit und
  • Brennen hinterm Brustbein.
Beschwerden zeigen sich hauptsächlich im unteren Verdauungsapparat und äußern sich unter anderem durch:

  • häufigen Stuhldrang,
  • Durchfall,
  • Blähungen oder
  • Verstopfung.
 

Reizdarm Symptome: Was kann auf eine Störung Ihres Darms hindeuten?

Wie bereits erwähnt, kann das Krankheitsbild Reizdarm diverse Symptome auslösen. Dazu zählen unter anderem:

  •          Blähungen
  •          veränderte Stuhleigenschaften (harter Stuhlgang, Kotsteine, schleimiger Stuhlgang usw.)
  •          Bauchschmerzen
  •          Völlegefühl
  •          trotz Stuhlgang ist der Darm nicht vollständig entleert

Zudem klagen Betroffene bisweilen auch über Kopf- sowie Rücken- und Gelenkschmerzen.

Im Allgemeinen gehen Mediziner davon aus, dass ein Reizdarmsyndrom dann vorliegt, wenn folgende drei Kriterien2 im Beschwerdebild des Patienten erfüllt sind:

  1. Die Symptome halten bereits über einen längeren Zeitraum an (länger als drei Monate).
  2. Die Lebensqualität des Patienten ist nachhaltig beeinträchtigt.
  3. Es liegen keine Beschwerden und Symptome vor, die für andere Krankheitsbilder charakteristisch sind.

Bei welchen Symptomen ist Vorsicht geboten?

Beschwerden im Magen-Darm-Trakt sind nicht automatisch mit einem Reizdarm oder Reizmagen gleichzusetzen. Bei bestimmten Symptomen sollten Sie zur weiteren Abklärung deshalb unbedingt einen Arzt aufsuchen, da sich dahinter eine andere, eventuell gefährliche Erkrankung verbergen könnte.

Gehen Sie bitte unbedingt zum Arzt, wenn:

  • die Durchfälle bei Ihnen vor allem nachts auftreten.
  • Sie Blutbeimengungen im Stuhlgang erkennen können.
  • Sie immer wieder unter Fieber leiden.
  • Sie einen starken, nicht gewollten Gewichtsverlust bei sich beobachten.

Folgende andere Krankheiten weisen ähnliche Symptome wie das Reizdarmsyndrom auf:

  • ein akuter Magen-Darm-Infekt
  • eine entzündliche Erkrankung des Darms wie beispielsweise Morbus Crohn
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z.B. Laktose-, Fruktose- oder Gluten-Intoleranz)
  • gynäkologische Krankheitsbilder wie Eierstockzysten oder Eierstockkrebs

Bevor die Diagnose Reizdarm gestellt werden kann, müssen diese anderen Ursachen ausgeschlossen werden.

Reizdarm: Welche Krankheitstypen des Reizdarmsyndroms gibt es?

Bei einem Reizdarm bzw. bei einem Reizdarmsyndrom werden vier verschiedene Typen unterschieden, die sich vor allem an der Konsistenz des Stuhls – also eher Durchfall oder Verstopfung – sowie an der Stärke der Beschwerden orientieren.

Reizdarmsyndrom Typ I (Diarrhoe dominant)

Bei diesem Reizdarmsyndrom Typ sind Durchfälle (Diarrhoe) das Hauptproblem. Der Patient, leidet unter starkem zumeist plötzlich auftretenden, weichen bis flüssigen Stuhlgang.

Reizdarmsyndrom Typ II (Obstipation dominant)

Bei diesem Reizdarmsyndrom Typ leiden die Betroffenen hauptsächlich unter Verstopfung (Obstipation). Der Stuhlgang ist hier sehr hart und erinnert in seiner Konsistenz an Schafskot. Betroffene leiden bei diesem Typ sehr darunter, dass sich ihr Darm selten, zumeist nur zwei- bis dreimal pro Woche, entleert.

Reizdarmsyndrom Typ III (Diarrhoe und Obstipation im Wechsel)

Bei diesem Reizdarmsyndrom Typ leiden Betroffene abwechselnd unter Verstopfung und Durchfällen.

Reizdarmsyndrom Typ IV (Meteorismus)

Bei diesem Reizdarmsyndrom Typ stehen Bauchschmerzen im Vordergrund, begleitet von weiteren Symptomen wie vermehrter Gasbildung ohne Abgang der Gase. Das führt zu massiven Blähungen in Kombination mit starken Schmerzen.

Der Einfluss der Psyche auf den Darm

Eine aktuelle Studie zeigt zudem, dass Darm und Psyche eng miteinander verbunden sind3. Stress beeinflusst somit nachweislich die Aktivität des Magen-Darm-Traktes. In Folge von Stress nehmen Darmtätigkeiten zu, die Immunreaktion im Darm wird beeinflusst und die Magensaftproduktion steigt. Wer unter Stress oder Angststörungen leidet, bei dem ist die Wahrscheinlichkeit demnach höher, auch an Reizdarm zu erkranken. Aus diesem Grund ist es enorm wichtig, im Rahmen einer Reizdarmbehandlung unterstützend auch eine psychotherapeutische Behandlung in Betracht zu ziehen.

Reizdarm Ursachen und Risiken: Welche Faktoren sollten Sie meiden?

Ein Reizdarm kann auf zahlreiche unterschiedliche Ursachen zurückgeführt werden. Keine davon ist bislang allerdings mit Sicherheit bewiesen. Dennoch gibt es eine Vielzahl signifikanter Veränderungen im Darm, die bei einem Reizdarmsyndrom nachgewiesen werden können, die aber gleichfalls auch bei anderen Darmerkrankungen, wie beispielsweise bei einer chronischen Darmentzündung, auftreten.

Die im Folgenden aufgeführten Veränderungen im Darm zählen zu den häufigsten Ursachen, die zu einem Reizdarm führen können.

Die Darmschleimhaut ist durchlässig

Die Darmschleimhaut ist normalerweise undurchlässig, sie bildet sozusagen eine Barriere, damit keine Fremdstoffe unkontrolliert aus dem Darm in den Körper gelangen können. Bei einem Reizdarm ist diese Barriere defekt. Infolgedessen können Fremdstoffe aus dem Darm in den Körper gelangen und dort eine Immunabwehrreaktion auslösen.

Die Darmmuskulatur ist aus dem Takt

Die Bewegungen in Darm werden durch ein spezielles Nervensystem in der Darmwand koordiniert. Dieses System wird auch das „Bauchhirn“ genannt. Zusammen mit dem Botenstoff Serotonin steuert das „Bauchhirn“ die Verdauung und befördert die Nahrung gleichmäßig durch den Darm. Bei Reizdarm kommt dieses System aus dem Takt, der Darm befördert die Nahrung entweder zu langsam oder zu schnell. Das führt zu Durchfällen, Blähungen oder Verstopfung.

Der Serotoninhaushalt ist gestört

Der Botenstoff Serotonin steuert zudem auch die Schmerzempfindlichkeit im Darm. Gesteuert wird die Ausschüttung dieses Botenstoffes ebenfalls vom „Bauchhirn“. Ist dieses sensible Nervensystem des Darms nun gestört, kann es die Serotoninausschüttung nicht optimal regulieren. Deshalb nehmen Reizdarm-Patienten Schmerz intensiver wahr4.

Die Darmflora ist nicht im Gleichgewicht

In manchen Fällen kann auch eine gestörte Darmflora Auslöser für einen Reizdarm sein. Im Darm ist eine natürliche Mischung bestimmter Bakterien angesiedelt. Ungünstige Faktoren, wie beispielsweise die Einnahme von Antibiotika können dazu führen, dass diese Darmflora gestört wird. Das kann zu einer Beeinträchtigung der Darmfunktion mit verstärkter Gasbildung, Krämpfen oder Durchfällen führen.

Reizdarm aufgrund einer Infektion des Magen-Darm-Trakts

Nach einer Magen-Darm-Infektion kann es in seltenen Fällen ebenfalls passieren, dass der Betroffene noch länger Zeit an einem Reizdarmsyndrom leidet. Ursächlich dafür verantwortlich sind bestimmte Bakterien, die sich nach einer derartigen Infektion verstärkt im Darm ansiedeln. Dies Form von Reizdarm ist dann zumeist von starken Durchfällen begleitet.

Die Immunaktivität in der Darmschleimhaut ist erhöht

Eine weitere Ursache für Reizdarm ist ein erhöhte Immunaktivität im Darm. Das bedeutet, dass in der Darmschleimhaut betroffener Personen eine erhöhte Anzahl von Immunabwehrzellen nachgewiesen werden kann. Warum das so ist, ist wissenschaftlich noch nicht erforscht.

Reizdarm Diagnose: Wie lässt sich ein Reizdarmsyndrom feststellen?

Die Diagnose Reizdarm ist relativ langwierig. Der Arzt muss Schritt für Schritt andere mögliche medizinische Ursachen ausschließen (Ausschlussdiagnose), bevor er die Diagnose Reizdarm stellen kann.

Bei Verdacht auf Reizdarm beginnt der behandelnde Arzt (in der Regel ein Gastroenterologe: ein Facharzt für Innere Medizin mit Spezialisierung auf den Verdauungstrakt) mit einer umfangreichen Anamnese. Hierbei stellt er Ihnen Fragen zu

  • Ihren Essgewohnheiten und wann bzw. im Zusammenhang mit welchen Lebensmitteln Ihre Beschwerden auftreten.
  • Ihrem Beschwerdebild, also welche Symptome bei Ihnen auftreten, beispielsweise Durchfälle oder doch eher Verstopfung.
  • Ihren Lebensumständen und ob aktuell eventuell ein hohes Stresslevel Ihr Leben bestimmt oder ob Sie unter sonstigen seelischen Belastungen leiden.

Wer sich auf diesen Arztbesuch gut vorbereiten möchte, der sollte vorab einige Wochen ein Ernährungsprotokoll führen und darin genau festhalten, wann die Beschwerden auftreten. Aus diesen Aufzeichnungen kann der Mediziner bereits erste Schlüsse ziehen.

Körperliche Untersuchung

Auf die ausführliche Anamnese folgt die körperliche Untersuchung. Hierfür wird Ihr behandelnder Arzt zunächst Ihren Bauchraum mit einem Stethoskop auf ungewöhnliche Darmtätigkeiten hin abhören, also ob sich der Darm eher träge oder, wie bei Reizdarm häufig, doch eher stark bewegt.

Danach wird er prüfen, ob Ihr Darm mit Stuhl oder Luft gefüllt ist. Dafür klopft er leicht mit den Fingern auf Ihre Bauchdecke. Die Klopfgeräusche ergeben eine spezifische Resonanz, an der der Arzt erkennen kann, ob der Darm vermehrt mit Luft gefüllt ist.

Abschließend tastet der Arzt noch Ihren Bauch ab, wobei er etwas tiefer in die Bauchdecke hinein drückt. So kann er erkennen, ob bestimmte Abschnitte Ihres Darms verdickt sind, wodurch häufig Beschwerden entstehen können.

Bauch-Ultraschall

Zusätzlich wird Ihr behandelnder Arzt noch einen Bauch-Ultraschall durchführen. Hierbei steht allerdings nicht die Untersuchung des Darms im Mittelpunkt, da ein klares Ultraschallbild durch Darmgase gestört wird. Durch den Ultraschall kann Ihr Arzt aber eventuelle andere Erkrankungen der Leber, Nieren, der Bauchspeicheldrüse, der Gallenblase oder des Gallenweges entdecken bzw. ausschließen.

Eine eventuelle Verdickung der Darmwand kann der Arzt auf dem Ultraschallbild allerdings sehr gut erkennen. Diese Verdickung wiederum würde auf eine Entzündung hinweisen.

Laboruntersuchungen

Laboruntersuchungen von Blut, Urin und Stuhl werden im Rahmen einer Reizdarm-Diagnose obligatorisch durchgeführt. Allerdings sind Blut und Urin bei einem Reizdarmsyndrom in der Regel unauffällig und damit wenig aufschlussreich. Einzig der Stuhltest kann einen effektiven Hinweis geben.

Stuhltest

Mit Hilfe eines Stuhltests erhält der Mediziner aufschlussreiche Hinweise zur Darmflora des Patienten. Es können darüber hinaus eventuelle Immunzellen nachgewiesen werden, die auf eine erhöhte Immunabwehr im Darm schließen lassen. Sollten Blutzellen im Darm nachgewiesen werden, dann ist davon auszugehen, dass kein Reizdarmsyndrom, sondern eine andere Darmkrankheit vorliegt, die eine gesonderte Behandlung erforderlich macht.

Bluttest

In Bezug auf andere Darmerkrankungen wiederum kann ein Bluttest sehr gute Ergebnisse liefern. Bei chronischen Darmerkrankungen wie beispielsweise Glutenunverträglichkeit (Zöliakie), Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn können im Blut bestimmte Entzündungsmarker und Antikörper nachgewiesen werden. Diese eindeutigen Marker machen eine verlässliche Diagnose möglich und es kann damit zugleich ein Reizdarmsyndrom ausgeschlossen werden.

Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Fruktose- oder Laktoseintoleranz führen zwar zu ähnlichen Beschwerden wie das Reizdarmsyndrom, lassen sich aber durch vergleichsweise einfach Testmethoden ermitteln. So kann im Rahmen der Reizdarm-Diagnose sehr schnell festgestellt werden, ob die Beschwerden durch eine Intoleranz ausgelöst werden.

H2-Atemtest

Ein sehr gängiger Test, um bestimmte Unverträglichkeiten feststellen zu können, ist der H2-Atemtest. Er dient unter anderem als Nachweis für:

  • eine Kohlenhydratunverträglichkeit
  • eine Laktose (Milchzucker)- oder Fruktoseintoleranz
  • eine Sorbit-Intoleranz

Zudem gibt der H2-Atemtest auch Aufschluss darüber, ob sich in Ihrem Dünndarm eventuell ein bakterielle Fehlbesiedlung ausgebreitet hat.

Darmspiegelung

Ein letzter Schritt in der Reizdarm-Diagnose ist die sogenannte Koloskopie (Darmspiegelung des Dickdarms). Bei der Darmspiegelung wird dem Patienten das Koloskop (flexibler Schlauch), an dessen Spitze sich eine Kamera befindet, von hinten in den Darm eingeführt.

Die Kamera zeigt direkt an einem Bildschirm, ob die Darmwand entzündet ist, oder ob sich eventuell Polypen oder ähnliches im Darm befinden. Dafür bläst der Arzt über den Schlauch immer wieder Luft in den Darm, damit sich der Darm ausdehnt und dem Arzt somit eine bessere Sicht auf das Darminnere ermöglicht wird. Das gesamte Prozedere dauert in etwa 20 bis 30 Minuten.

Vor der Darmspiegelung muss der Betroffene den Darm vollständig entleeren. Dafür muss er am Tag zuvor ein bestimmtes Abführmittel zu sich nehmen und insgesamt drei Liter Flüssigkeit trinken. Nur bei einem völlig entleerten Darm kann der Arzt auch eine sichere Diagnose durchführen.

Reizdarm behandeln: Was hilft bei einem Reizdarm?

Eine spezielle Therapie zur ursächlichen Behandlung des Reizdarms gibt es nicht. Hier gilt es die doch so unterschiedlichen Symptome anzugehen.

Reizdarm behandeln: Was hilft bei Durchfall?

Tritt bei Ihnen der Reizdarm vorrangig in Verbindung mit Durchfall auf, dann der Durchfall symptomatisch zu behandeln. Da bei starken Durchfällen der Körper viel Wasser und Elektrolyte verliert, müssen Sie in erster Linie darauf achten, ausreichend viel Wasser oder Tee zu trinken. Sehr gut geeignet ist schwarzer Tee und Wasser möglichst ohne Kohlensäure.

Auch einige pflanzliche Hausmittel helfen sehr gut gegen Durchfall – unter anderem:

  • Flohsamen: Sie sollten den Flohsamen in Wasser anrühren und dann trinken. Der Flohsamen quillt im Darm auf und macht den Stuhl breiig.
  • Geriebener Apfel: Sogenannte Pektine, die sich direkt unter der Schale befinden, haben dieselbe Wirkung wie Flohsamen. Wichtig hierbei ist allerdings, dass Sie den Apfel zusammen mit der Schale reiben.
  • Möhrensuppe nach Moro: Dafür müssen Sie einfach ein paar Möhren, Wasser und etwas Salz solange kochen bis die Möhren weich sind. Danach die Möhren auf jeden Fall pürieren, denn nur so werden Zuckermoleküle frei. Diese Zuckermoleküle wiederum sind in der Lage, Keime im Darm zu binden und damit dem Durchfall zu lindern.

Reizdarm behandeln: Was hilft bei Blähungen?

Treten bei Ihnen in Zusammenhang mit einem Reizdarmsyndrom häufig Blähungen auf, dann gibt es diverse Hausmittel und Medikamente, die Ihnen in diesen Situationen helfen können. Das sind unter anderem:

  • pflanzliche Präparate (sogenannte Phytotherapeutika) wie beispielsweise Fenchel, Kümmel oder Anis. Am besten in Form von Tee eingenommen, können Sie bei Blähungen für Linderung sorgen.
  • verschreibungspflichtige Präparate (siehe dazu Abschnitt „Welche Medikamente helfen bei Reizdarm“)
  • frei verkäufliche Präparate, wie beispielsweise Probiotika (Siehe dazu Abschnitt „Reizdarm Probiotika: Kann ich mit speziellen Bakterien das Gleichgewicht in meinem Darm wiederherstellen?“)

Reizdarm behandeln: Was hilft bei Verstopfung?

Treten bei Ihnen in Zusammenhang mit Reizdarm häufig Verstopfungen auf, d.h. Sie können Ihren Darm über mehrere Tage hinweg nicht entleeren? Dann sollten Sie zunächst Ihren Ernährungsstil anpassen. Greifen Sie vermehrt zu ballaststoffreichen (faserreichen) Lebensmitteln wie Vollkornbrot oder Haferflocken zum Frühstück. Achten Sie zudem darauf, ausreichend zu trinken und sich regelmäßig zu bewegen.

Des Weiteren kommen auch bei der speziellen Reizdarm-Therapie in Zusammenhang mit Verstopfung die oben bereits beschriebenen ballaststoffreichen Flohsamen und das Apfel-Pektin sowie zusätzlich Weizenkleie zum Einsatz. Sie alle sorgen dafür, dass der Stuhl eine breiige Konsistenz erhält und somit leichter ausgeschieden werden kann.

Bei besonders hartnäckigen Verstopfungen können zudem diverse Medikamente, z.B. Laxantien hilfreich sein (siehe dazu auch Abschnitt “ Welche Medikamente helfen bei einem Reizdarm?“).

Reizdarm Probiotika: Kann ich mit speziellen Bakterien das Gleichgewicht in meinem Darm wiederherstellen?

Bei Probiotika handelt es sich um lebensfähige Darmbakterien, die in Form von Joghurt oder Nahrungsergänzungsmitteln dem Körper zugeführt werden können. Bei einem Reizdarm können diese Probiotika die aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora wieder in Balance bringen und somit das Reizdarmsyndrom lindern.

Welche speziellen Probiotika bei einem Reizdarmsyndrom wirklich helfen können, ist noch nicht umfassend erforscht. In kontrollierten Studien konnte allerding nachgewiesen werden, dass diverse Bakterien bei der Behandlung des Reizdarmsyndroms zu einem positiven Ergebnis führten5.

Probiotika wird eine vielseitige Wirkweise zugeschrieben. So können Sie beispielsweise die Verbreitung schädlicher Keime im Darm hemmen, die Darmbewegung regulieren, das Immunsystem stärken und Entzündungen lindern. Lesen Sie dazu mehr in unserem Artikel zum Thema Probiotika.

Welche Medikamente helfen bei einem Reizdarm?

Neben der Behandlung von Reizdarm-Symptomen mit pflanzlichen Präparaten und Probiotika können zur Therapie des Reizdarmsyndroms, angepasst an das vorhandene Krankheitsbild, auch bestimmte Medikamente erfolgreich eingesetzt werden:

Carmenthin von Dr. Willmar Schwabe Artikelnummer:10327618 Packungsgröße 42 St

Carmenthin vereint die beiden bewährten Wirkstoffe, Pfefferminzöl und Kümmelöl, als hochdosierte Kombination und kann so gezielt bei Blähungen, Magen-Darm-Krämpfen und Völlegefühl helfen.
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Medikamente gegen Blähungen

Bei Blähungen in Zusammenhang mit dem Reizdarmsyndrom können sogenannte Entschäumer (z.B. Simeticon) Linderung verschaffen. Sie sorgen dafür, dass sich Gase, die sich im Darm in Form von Blasen und Schaum angesammelt haben, auflösen. Erst wenn Blasen und Schaum aufgelöst sind, können die Gase von der Darmwand aufgenommen werden und die Blähungen verschwinden.

Medikamente gegen Durchfall

Treten bei Ihnen im Zusammenhang mit einem Reizdarmsyndrom häufiger Durchfälle auf und sind diese mit pflanzlichen Präparaten oder Probiotika nicht aufzuhalten, dann können bei Ihnen auch so genannte Antidiarrhoika, z. B. Loperamid oder Cromoglicinsäure für Linderung sorgen.

Diese Medikamente reduzieren die Beweglichkeit des Darms, bremsen dadurch den Durchfall und die Nahrung bleibt länger im Darm. Auf diese Weise können sowohl Nährstoffe als auch Wasser und Elektrolyte wieder über den Darm aus der Nahrung absorbiert werden. Der wässrige Stuhl verfestigt sich und einem Wasserverlust des Körpers kann vorgebeugt werden.

Medikamente gegen Verstopfung

Sollte bei Reizdarm in Zusammenhang mit Verstopfung die medikamentöse Therapie angeraten sein, dann können hier Medikamente mit wasserziehenden Wirkstoffen (sogenannte Laxantien), wie beispielsweise Macrogol, dafür sorgen, dass sich der Darm wieder entleeren kann.

Weitere Reizdarm-Präparate bei Verstopfung sind zum einen Lubiproston. Es führt dazu, das verstärkt Wasser in den Darm dringen kann und somit der Darminhalt flüssiger wird6. Zum anderen können auch Serotonin Wiederaufnahmehemmer (Antidepressiva) eingenommen werden. Mehr dazu lesen Sie im nächsten Absatz.

Antidepressiva bei Reizdarm

Diverse Untersuchungen haben gezeigt, dass das Reizdarmsyndrom in ausgeprägter Form häufig mit Ängsten oder depressiven Verstimmungen einhergeht7. Aus diesem Grund werden in der Reizdarm-Therapie bisweilen auch mit dem Einsatz von niedrig dosierten Antidepressiva Erfolge erzielt.

Da das Nervensystem im Darm ähnlich wie das Gehirn über Signale kommuniziert, können Veränderungen im Darm dazu führen, dass beispielsweise Schmerz verstärkt wahrgenommen wird. Daher hat sich beispielsweise das trizyklische Antidepressivum Amitriptylin bei den Reizdarm-Patienten bewährt, die im Zusammenhang mit ihrem Reizdarmsyndrom häufig über Schmerzen geklagt haben.

Bei Verstopfung ist von diesem Präparat allerding abzuraten, da es als Nebenwirkung selbst eine Verstopfung herbeiführen kann. Für diese Patienten sind sogenannte Serotin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRIs) besser geeignet. Sie haben im Vergleich zu anderen Antidepressiva weniger Nebenwirkungen.

Kijimea Reizdarm – Was bewirkt es?

Kijimea Reizdarm ist ein zugelassenes Medizinprodukt. Der in Kijimea Reizdarm enthaltene Wirkstoff Bifidobakterienstamm B. bifidum MIMBb75 (ein Probiotikum) konnte laut einer klinischen Studie aus dem Jahr 2011 bisher als einziger probiotischer Wirkstoff eine signifikante Verbesserung des Reizdarmsyndroms erreichen8.

Kleinste Schädigungen in der Darmwand gelten als eine der Ursachen für Reizdarm. Die Schädigungen führen dazu, dass das Darmsystem gereizt wird. Die Darmbewegungen geraten aus dem Takt und die typischen Reizdarm-Symptome wie Blähungen, Durchfall oder Verstopfung treten auf.

Der in Kijimea Reizdarm enthaltene Wirkstoff Bifidobakterienstamm B. bifidum MIMBb75 legt sich nun wie ein Pflaster auf die geschädigte Darmwand und sorgt damit sowohl für eine Verbesserung der Reizdarms-Symptome, als auch für eine verbesserte Lebensqualität der Betroffenen9.

Kann ich meinen Reizdarm mit der richtigen Ernährung behandeln?

Mit Hilfe von Ernährung ist ein Reizdarm nicht wirklich zu behandeln. Dennoch können Reizdarm-Patienten viel erreichen, wenn sie bei der täglichen Ernährung auf ein paar Punkte achten:

  • essen Sie keine großen Portionen
  • bevorzugen Sie mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt
  • essen Sie regelmäßig
  • verzichten Sie darauf, spät am Abend noch einmal zu essen
  • kauen Sie gründlich
  • nehmen Sie sich Zeit für Ihr Essen
  • trinken Sie viel, am besten ca. 1,5 Liter am Tag
  • bevorzugen Sie stilles Wasser und Tees
  • vermeiden Sie kohlensäurehaltige Getränke
  • vermeiden Sie blähende Nahrungsmittel
  • verzichten Sie auf übermäßigen Alkoholgenuss

Essen Sie ballaststoffreiche Lebensmittel

Vor allem Betroffene, bei denen sich der Reizdarm häufig durch Verstopfung bemerkbar macht, sollten darauf achten, regelmäßig Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Ballaststoffe wirken stuhlregulierende, das heißt sie sorgen dafür, dass der Stuhl breiig wird und somit leichter den Darm passieren kann.

Mehr zum Thema Ballaststoffe lesen sie in unserem Ballaststoff-Ratgeber.

Reizdarm Ernährung: Tabelle verträglicher und zu meidender Lebensmittel

Bei Reizdarm gut verträglich Bei Reizdarm Finger weg!
  • Obst und Trockenobst, vor allem Äpfel und Himbeeren
  • Getreide, vor allem Vollkorn
  • Haferflocken
  • Müsli
  • Hafer- oder Weizenkleie
  • Hülsenfrüchte, z.B. Linsen oder Bohnen
  • Nüsse
  • Alkohol
  • Kaffee
  • Rauchen
  • Weißmehlprodukte
  • fettige Nahrungsmittel
  • scharfe Nahrungsmittel
  • sehr heiße oder kalte Speisen
  • Süßigkeiten
  • kohlensäurehaltige Getränke
  • Zuckeraustauschstoffe, z.B. Sorbit

Aber Achtung: Wer bei Reizdarm zu Blähungen neigt, sollte Hülsenfrüchte nur in Maßen zu sich nehmen. Auch bei Obst ist Vorsicht geboten, falls der Betroffenen neben Reizdarm auch noch an einer Fruktoseintoleranz leidet.

 

Hilft Wärme bei einem Reizdarm?

Wärme gilt bei Reizdarm als Therapiemethode der schnellen, ersten Wahl. Noch bevor pflanzliche Mittel, Probiotika oder andere Medikamente zum Einsatz kommen, kann eine Wärmflasche bereits erste Abhilfe verschaffen. Wärme entspannt die Darmmuskulatur und kann auf diese Weise Krämpfe und Schmerzen lindern.

Hilft Entspannung bei einem Reizdarm?

Stress gilt als eine der Ursachen von Reizdarm. Da ist es quasi folgerichtig, dass Entspannung bei Reizdarm für Linderung sorgen kann. Wie bereits erwähnt, ist unter anderem das „Bauchhirn“ dafür verantwortlich, dass Ihr Darm und die Verdauung ordnungsgemäß funktionieren.

Gerade dann, wenn Betroffene tagtäglich einem erhöhten Stresslevel ausgesetzt sind, können deshalb gezielte Entspannungsmethoden wie beispielsweise Autogenes Training oder Funktionelle Entspannungsmethoden (z.B. gezielte Atemtechniken) Bauch und Kopf zur Ruhe bringen und auf diese Weise das Reizdarmsyndrom abmildern.

Reizdarm: Prognose und Krankheitsverlauf

Reizdarm, bzw. das Reizdarmsyndrom (RDS), ist sehr vielschichtig. So unterschiedlich wie die Symptome, so unterschiedlich ist auch der Krankheitsverlauf. So können die Symptome nur über einen kurzen Zeitraum anhalten, immer wiederkehren oder sogar chronisch werden.

Entscheidend für die Prognose ist in erster Linie, ob eine sichere Diagnose gestellt werden kann, dass heißt: Wenn Sie als Betroffener gemeinsam mit Ihrem Arzt herausfinden können, welche Ursachen genau zu Ihrer speziellen Reizdarmsymptomatik führen konnten, dann steht die Prognose meisten besser.

Rund ein Drittel der Betroffenen gelingt es durch bestimmte Verhaltensänderungen, Umstellungen der Essgewohnheiten, Verzicht auf bestimmt Lebensmittel und gegebenenfalls auch durch die Einnahme von Medikamenten, das Reizdarmsyndrom zu lindern oder sogar komplett auszuheilen.

Wissenschaftliche Quellen

  1. https://www.tk.de/techniker/service/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/verdauungstrakt/funktionelle-magen-darm-erkrankungen-reizdarmsyndrom-2021864
  2. S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM), P. Layer, V. Andresen, C. Pehl, H. Allescher, S. C. Bischoff, M. Claßen, P. Enck, T. Frieling, S. Haag, G. Holtmann, M. Karaus, S. Kathemann, J. Keller, R. Kuhlbusch-Zicklam, W. Kruis, J. Langhorst, H. Matthes, H. Mönnikes, S. Müller-Lissner, F. Musial, B. Otto, C. Rosenberger, M. Schemann, I. van der Voort, K. Dathe, J. C. Preiß, Zeitschrift für Gastroenterologie, Georg Thieme Verlag KG, Jan 1, 2011
  3. Löwe B, Lohse A, Andresen V, Vettorazzi E, Rose M, Broicher W. The Development of Irritable Bowel Syndrome: A Prospective Community-Based Cohort Study. Am J Gastroenterol. 2016;111(9):1320-9.
  4. https://www.tk.de/techniker/service/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/verdauungstrakt/funktionelle-magen-darm-erkrankungen-reizdarmsyndrom-2021864
  5. https://magendarm-zentrum.de/images/dokumente/publikationen/darmflora-probiotika/probiotika-und-reizdarm.pdf
  6. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2008/daz-24-2008/lubiproston-bei-reizdarmsyndrom
  7. https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/reizdarm/behandlung-des-reizdarms.html
  8. Randomized clinical trial: Bifidobacterium bifidum MIMBb75 significantly alleviates irritable bowel syndrome and improves quality of life: a double-blind, placebo-controlled study; Guglielmetti et al., Alimentary Pharmacology & Therapeutic, 2011.
  9. https://www.kijimea.de/fachkreise-reizdarm-fachinformation/
By |2020-08-11T09:16:11+02:0026. November 2018|Verdauung, Verdauungsbeschwerden|0 Comments

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Seit 2006 arbeite ich nicht nur in einer Apotheke sondern auch als Heilpraktikerin. Im Rahmen dieser Tätigkeit halte ich unter anderem Vorträge über naturheilkundliche Themen. Sowohl durch den ständigen Besuch von Fort- und Weiterbildungen als auch durch die Tätigkeit in meiner eigenen Praxis erweitere ich meine Erfahrung im Bereich der Naturheilkunde kontinuierlich.

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