///Probiotika: Wichtig für Darmaufbau und Darmsanierung

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) handelt es sich bei Probiotika um kleine Organismen, meistens um Bakterien, die ,lebend verzehrt, eine positive Wirkung auf den Körper haben sollen. Sie haben die Aufgabe, die Bakterienkulturen im Darm wieder in ein Gleichgewicht zu bringen, damit die Funktionen – Stoffwechsel, Stärkung des Immunsystems, Abführung schädlicher Substanzen – wieder ungehindert ablaufen können und der Mensch sich in seinem Körper wohlfühlt.

Dass der Darm für das Wohlbefinden des Menschen von entscheidender Bedeutung ist, ist gerade in jüngsten Studien immer wieder unter Beweis gestellt worden. Das größte Organ des menschlichen Organismus hat schließlich zahlreiche Aufgaben. Befindet sich aber das Milieu dort in einem Ungleichgewicht, können die Aufgaben nicht korrekt erledigt werden und das System fängt an zu kippen.

Die Folgen können zahlreiche Beschwerden von Bauchweh bis hin zu Blähungen sein. Aber auch weiterreichende Symptome können ihre Ursache in einer gestörten Darmflora haben.

Wie Sie mit Probiotika Ihren Darm sanieren können, was diese Mikroorganismen eigentlich leisten und worauf Sie achten sollten, wenn Sie sich mit probiotischen Präparaten befassen, das erklären wir Ihnen im Folgenden.

Was sind Probiotika?

Der Begriff lässt sich von den Wortteilen „pro“ aus dem lateinischen für „für“ und „bios“ aus dem griechischen für „Leben“ ableiten. Es ist die Mehrzahl von Probiotikum und bezeichnet eine Gruppe von lebensfähigen Mikroorganismen.

Man zählt Probiotika zu den Nahrungsergänzungsmitteln, denen man nachsagt, dass sie einen nachhaltig positiven Effekt auf die Gesundheit des Menschen hätten.

Ihre Wirkung sollen sie im Darm entfalten. Dort sitzen die meisten der im menschlichen Organismus vorkommenden Bakterienstämme und erfüllen zahlreiche Aufgaben, wie:

  • Verstoffwechselung der Nahrung
  • Stärkung des Immunsystems
  • Neutralisierung schädlicher Substanzen
  • Unterstützend bei der Wirkung von Medikamenten

Die Zusammensetzung aller Bakterienstämme im menschlichen Darm wird auch als Mikrobiom bezeichnet, der zusammen mit allen Mikroorganismen des Darms die sogenannte Darmflora bildet.

Hierin sind neben den „guten“ Bakterien – beispielsweise Laktobakterien und Bifidobakterien – auch die toxischen Bakterien – Kolibakterien – zusammengefasst. Für eine gesunde Darmflora sollten diese beiden Bakterienarten in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, bei dem die guten Bakterien natürlich deutlich stärker vertreten sind.

Wird das Gleichgewicht der Darmflora gestört, kann dies schwerwiegende Folgen mit sich bringen.  Fehler bei der Ernährung, Stress, Bewegungsmangel und auch die Einnahme von Medikamenten – beispielsweise Antibiotika – können dafür sorgen, dass die sinnvollen und wichtigen Bakterien verdrängt und die Aufgaben der Darmflora nicht mehr ausreichend bewältigt werden können.

Lesen Sie alles wissenswerte zum Thema Darmflora in unserem Ratgeber.

Ist dieses Ungleichgewicht über einen längeren Zeitraum vorherrschend, können zahlreiche Beschwerden auftreten. Hierzu zählen:

  • Durchfall
  • Verstopfung
  • harter Stuhl
  • seltener Stuhlgang
  • Blähungen
  • Krämpfe
  • Völlegefühl
  • übel riechender Stuhl
  • übel riechender Harn

Doch auch viele andere Beschwerden werden heute von der Wissenschaft mit einer gestörten Darmflora in Verbindung gebracht. Dazu zählen:

  • Müdigkeit     
  • Reizbarkeit     
  • Mundgeruch      
  • Konzentrationsschwäche     
  • Reizdarm Symptome    
  • häufige Kopfschmerzen  
  • wiederkehrende Pilzinfektionen  
  • Neurodermitis       
  • Schuppenflechte        
  • Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien
  • Rheuma und Gelenkbeschwerden
  • Bluthochdruck
  • Erhöhte Cholesterinwerte

Probiotika sind in natürlichen Lebensmitteln – beispielsweise Kefir – enthalten, können aber auch durch ergänzende Mittel flüssig oder in Pulver- oder Kapselform zusätzlich eingenommen werden.

Auch wenn die Wirkung von Probiotika nicht oder nicht ausreichend durch die Wissenschaft belegt ist, zeigen Erfahrungsberichte, dass sich die Zugabe dieser Mikroorganismen in vielen Fällen positiv auswirkt.

So wurde die Einnahme bestimmter probiotischer Bakterienstämme beispielsweise im Zusammenhang mit folgenden Beschwerden als positiv bewertet:

Was ist in Probiotika enthalten?

Probiotika sind natürliche Bestandteile der Darmflora. Sie bestehen aus lebenden Mikroorganismen, die im Darm unterschiedliche Tätigkeiten ausüben. Werden Probiotika über die Nahrung oder Ergänzungsmittel eingenommen, handelt es sich dabei zu großen Teilen um Milchsäurebakterien und Bifidobakterien.

Auf welche Bakterien Sie genau bei einem Probiotikum achten sollten, erklären wir unter einem gesonderten Punkt innerhalb dieses Artikels.

Wann nehme ich Probiotika?

Die Einnahme von Probiotika ist sinnvoll, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Beschwerden eventuell auf eine gestörte Darmflora zurückzuführen sind. Probiotika können aber auch begleitend bzw. unmittelbar nach der Einnahme bestimmter Medikamente eingenommen werden. Hier sollte jedoch zur Sicherheit stets ein Arzt hinzugezogen werden, um eine unbedenkliche Einnahme zu garantieren.

Sollten Sie langfristig Ihrem Darm eine Sanierungskur angedeihen lassen wollen, sind probiotische Präparate sinnvoll, um die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Alles Wissenswerte zum Thema Darmsanierung erhalten Sie in unserem Ratgeber.

Außerdem interessant: Unser Ratgeber zur Darmreinigung

Welche Wirkungen und Nebenwirkungen haben Probiotika?

Grundsätzlich sei an dieser Stelle angemerkt, dass die Wirkung von Probiotika nicht eindeutig bewiesen ist. Nicht alle Bakterienstämme haben eine entsprechende Wirkung. Nimmt man Probiotika ein, erreichen nicht alle Bakterienstämme auch den Darm, sondern werden im Magen beziehungsweise durch die Gallensäure zerstört.

Welche Wirkungen haben Probiotika?

Die in Probiotika enthaltenen Bakterienstämme sollen in der Darmflora wieder für eine gesunde Besiedlung sorgen, damit die Verstoffwechselung und der Schutz des Immunsystems wieder einwandfrei funktionieren können.

Probiotika stärken das Immunsystem

Der Großteil des Immunsystems wird über die Darmflora gestärkt. 80 Prozent aller Immunzellen befinden sich hier. Durch die Darmflora werden Krankheitserreger abgewehrt, Giftstoffe aus dem Körper geleitet und veränderte Zellen entfernt. Dafür muss die Darmflora im Gleichgewicht und es müssen ausreichend gute Bakterien vorhanden sein, die diese Aufgaben übernehmen. Gleichzeitig ist das ständige Training, in dem sich die Bakterien befinden, eine gute Ausgangsbasis, wenn schwerwiegendere Erreger den Körper treffen.

Probiotika wird nachgesagt, die Darmflora zu unterstützen und dem Organismus gute Bakterienstämme zurückzugeben, die sich im Darm ansiedeln und den Kampf für das Immunsystem aufnehmen können. So konnte beispielsweise in einer Studie verzeichnet werden, dass durch die Einnahme von Probiotika der Verlauf einer entzündlichen Darmerkrankung und auch Harnwegsinfekte abgeschwächt werden konnten1.

Probiotika empfehlen sich nach der Einnahme von Antibiotika

Antibiotika werden verabreicht, um bestimmte Viren und Bakterien, die im menschlichen Körper für Störungen sorgen, auszuschalten. Allerdings handelt es sich meist um Präparate, die auch die guten Bakterienstämme angreifen, aber auch den Nährboden für ein gesundes Wachstum dieser Bakterienstämme negativ beeinflussen.

Daher ist es sinnvoll, gleichzeitig zur Einnahme von Antibiotika – oder im Anschluss an die Therapie – mit probiotischen Produkten die Darmflora wieder aufzubauen.

Übrigens schädigen nicht nur Antibiotika die Darmflora, wie eine Studie des Forscherteams um Peer Bork vom European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg herausfand. Etwa jedes vierte gängige Medikament (getestet wurden 1.079 Medikamente) beeinflusste das Wachstum bestimmer Mikrobiome.2

Probiotika unterstützen die Verdauung

Eine der Aufgaben der Darmflora ist die Verstoffwechselung der Nahrung. Hier werden auch unverdauliche Bestandteile aufgespalten und die Nährstoffe daraus dem Organismus zugeführt. Ebenso sind einige Bakterienstämme dafür zuständig, dass die Transitzeit – die Zeit, die die Nahrung bis zur Ausscheidung benötigt – möglichst kurz ist, um den Organismus nicht unnötig zu belasten.

Wie Verdauung genau funktioniert, lesen Sie in unserem Ratgeber.

Eine Studie aus Coburg zeigt, dass auch ein gewünschter Gewichtsverlust im Zusammenhang mit einer probiotischen Ernährung einhergehen kann3.

Probiotika als Hilfe bei einem Reizdarm

Vier bis zehn Prozent der deutschen Bevölkerung quälen sich mit immer wiederkehrenden Durchfällen, Krämpfen, Verstopfungen und Blähungen. Die Ärzte sind sich noch nicht einig, woher diese Beschwerden, die, wenn sie langanhaltend sind, auch Reizdarmsyndrom genannt werden, letztendlich kommen.

Tatsache ist aber, dass viele der Betroffenen nach einer langfristigen Einnahme von Probiotika zumindest eine Besserung bis hin zum vollständigen Verschwinden der Beschwerden verspürten.

Bei Reizdarmpatienten finden sich häufig Proteo- und Firmicutes-Bakterien, dafür aber weniger Acinetobacter, Bacteroides und Bifido-Bakterien. Dies könnte darauf schließen lassen, dass die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten ist und mit probiotischen Produkten diese nützlichen Bakterienstämme vermehrt angesiedelt werden müssen, um die schlechten Bakterienstämme langfristig zu eliminieren.

Welche Nebenwirkungen haben Probiotika?

Probiotische Produkte bestehen aus einer Vielzahl von Bakterienstämmen. Daher ist es schlichtweg unmöglich von dem einen Probiotikum zu sprechen. Letztendlich spielt auch hier der Gesundheitszustand des jeweiligen Menschen eine Rolle.

Probiotika gelten als gut verträglich. Es gibt Fälle, bei denen Menschen mit Durchfällen, Blähungen und oder Verstopfungen auf die Einnahme von Probiotika reagieren. Häufig reguliert sich das aber bereits nach wenigen Tagen, wenn die Darmflora langsam wieder ins Gleichgewicht gerät. Sollten Sie Nebenwirkungen bei sich feststellen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt um abzuklären, ob es sinnvoll ist die Einnahme der Probiotika fortzusetzen.

Bei Menschen mit einem sogenannten Kurzdarmsyndrom konnte beispielsweise festgestellt werden, dass die Einnahme von Probiotika zu Unverträglichkeiten führt.

Können Probiotika gefährlich sein?

„Gefährlich“ ist ein relativer Begriff. Grundsätzlich ist ein Probiotikum gut verträglich. Bei Menschen mit Vorerkrankungen können allerdings Komplikationen durch die Einnahme von Probiotika ausgelöst werden. Daher ist es in diesen Fällen besonders wichtig, im Vorfeld mit Ihrem Arzt zu sprechen, ob es möglich und sinnvoll erscheint, Probiotika zusätzlich zum Aufbau der Darmflora einzunehmen

Ebenso ist von einer übermäßigen Einnahme von Probiotika abzuraten, die empfohlenen Tagesmengen und die Dosierungsanleitungen sollten beachtet werden.

Kann es durch Probiotika zu einer Erstverschlimmerung kommen?

Gerade bei natürlichen Heilverfahren wird beobachtet, dass es zu Beginn einer therapeutischen Maßnahme zunächst zu einer Verschlimmerung der Symptome kommen kann. Dies nennt man gemeinhin auch eine Erstverschlimmerung.

Bei der Einnahme von probiotischen Produkten kann es durchaus passieren, dass sich zunächst einige Symptome verstärken. Dies kann ein Hinweis darauf sein, dass die Entgiftungskräfte des Körpers, also die Mechanismen, die dafür sorgen, dass die Schadstoffe ausgeleitet werden, anfangen verstärkt zu arbeiten. Dies bewirkt, dass eine größere Menge an Schadstoffen den  Organismus kurzzeitig belasten, um dann ausgeschieden zu werden.

Mit dieser Erstverschlimmerung können plötzlich auch andere Symptome auftreten, wie eine Verschlechterung des Hautbilds oder ein zunehmender Körpergeruch. Auch dies können Hinweise auf eine verstärkte Ausscheidung von Giftstoffen sein.

Eine Erstverschlimmerung sollte jedoch in der Regel nicht lange anhalten. Schon nach wenigen Tagen, maximal Wochen, sollten die Beschwerden nach und nach verschwinden. Ist dies nicht der Fall und die Beschwerden halten weiter an oder neue Symptome kommen hinzu, sollten Sie unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt Rücksprache halten. Vielleicht haben Sie eine Unverträglichkeit gegen den einen oder anderen Inhaltsstoff.

Wo kann ich Probiotika kaufen?

Sie können Probiotika in der Apotheke erwerben. Dies gilt sowohl für den stationären als auch den Online-Handel. Einige Anbieter sind auch auf den üblichen Online-Marktplätzen vertreten. Allerdings können Sie hier weder neutral noch individuell beraten werden.

Da es speziell auf den Bedarf von Kindern und Säuglingen zugeschnittene Produkte gibt, empfehlen wir dringend, eine Apotheke bei der Beratung hinzuzuziehen.

Mittlerweile finden sich Probiotika auch im Sortiment von Drogeriemärkten, wie dm oder Rossmann.

Sollte ich Probiotika in der Apotheke kaufen?

Hier ist die Antwort ganz klar: Ja. Apotheken haben nicht nur eine große Auswahl an Produkten. Sie verfügen auch über Erfahrungen zu den einzelnen Präparaten und sind auch bei der Beratung besser geschult als das Personal in einem Drogeriemarkt.

Worauf sollte ich beim Kauf von Probiotika achten

Ein Probiotikum gleicht nicht dem anderen. Achten Sie beim Kauf eines Produkts auf folgende Angaben:

Bakterien pro Einheit

Hier variieren die Größenordnungen. Gut sind Produkte mit 5 bis 10 Millionen kolonienbildenden Einheiten (KBE). Von diesen kommen, wie bereits erwähnt, nicht alle lebend im Darm an. Es gibt Produkte, die magensaftstabile Eigenschaften aufweisen und nicht oder nur in geringen Mengen von der Magensäure zersetzt werden.

Welche Bakterienstämme sind enthalten

In einem guten Produkt sollten vor allem die Lactobazillen und Bifidobakterien in ausreichend großer Anzahl mit ihren jeweiligen Unterstämmen vertreten sein. Hierbei handelt es sich um die wichtigsten Bakterienstämme, die eine ausgeglichene Darmflora benötigt.

Die gängigsten Formen von Lactobazillen sind:

  • Acidophilus
  • casei
  • reuteri
  • rhamnosus
  • helveticus
  • plantarum
  • bulgaricus
  • johnsii

Die gängigsten Formen von Bifidobakterien sind:

  • animalis
  • breve
  • bifidum
  • infantis
  • lactis
  • longum

Was ist noch enthalten?

Enthalten die probiotischen Produkte auch Präbiotika, ist dies von Vorteil, denn diese sind das „Futter“ der Probiotika. Zucker und chemische Zusätze sollten hingegen nicht enthalten sein. Ebenso sollten die Hersteller auf allergienauslösende Zusatzstoffe wie Lactose oder Gluten verzichtet haben.

Lagerung

Manche Produkte benötigen eine bestimmte Lagerung – beispielsweise im Kühlschrank. Beachten Sie dies unbedingt.

Was kosten Probiotika?

Die Preise variieren von günstig bis teuer.

Günstig bedeutet jedoch nicht sofort, dass es sich um ein schlechtes Produkt handeln muss. Gleichwohl kann ein teures Produkt nicht immer die Qualität bieten, die der Preis verspricht. Bei den Produkten kommt es darauf an, wie sie zusammengesetzt sind und wie natürlich die Herstellungsbedingungen und damit auch das Produkt belassen wurden.

Welche Probiotika sind zu empfehlen?

Grundsätzlich sind Empfehlungen in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu treffen, da beachtet werden sollte, welche Bakterienstämme und welche Einnahmeformen für Ihren Bedarf richtig sind. Gute Erfahrungen haben wir mit folgenden Produkten gemacht:

  • Darmflora plus select
  • Darmflora plus
  • Bactoflor
  • Symbioflor Set
  • Probiotik Menssana
  • Mutaflor

BIOSAN IMMUN Granulat von Hexal AG Artikelnummer:14042947 Packungsgröße 56 St

Biosan® IMMUN enthält einen speziellen Multi-Bakterien-Komplex mit 70 Milliarden aktiven und natürlichen Darmbakterien, die zur Erhaltung und zum Aufbau einer gesunden Darmflora beitragen.
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OMNI BiOTiC 10 Pulver von INSTITUT ALLERGOSAN Artikelnummer:13584830 Packungsgröße 40x5g

Antibiotika zerstören nicht nur Krankheitserreger, sondern auch ganze Stämme der „guten“ Darmbakterien. Deshalb ist es wichtig, dem Körper „Nachschub“ zuzuführen.
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BACTOFLOR 10/20 Kapseln von INTERCELL-Pharma GmbH Artikelnummer:01124690 Packungsgröße 100 St

Bactoflor 10/20 vereint 10 hochwertige Leitkulturen, welche sich in ihrer Wirkung auf den Dünn- und Dickdarm ergänzen. Auf diese Weise kann es eine umfassende Versorgung bieten.
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Wie werden Probiotika eingenommen?

Probiotika können als Lebensmittel mit der Nahrung eingenommen werden.

Sollten Sie auf zusätzliche Probiotika aus dem Handel zurückgreifen, erhalten Sie diese in pulverisierter Form, flüssig oder als Kapseln. Sie können die Probiotika mit der Nahrung zusammen einnehmen, oder mit Wasser. In jedem Fall sollten Sie sich, falls nicht anders mit Ihrem Arzt oder Apotheker abgesprochen, an die Vorgaben aus den Beipackzetteln halten.

Sind Probiotika auch für Kinder geeignet?

Grundsätzlich kann man hier sagen, dass sowohl Säuglinge, als auch Kleinkinder und Kinder Probiotika zu sich nehmen dürfen. Da die Wirkung von Probiotika aber nicht wissenschaftlich ausreichend untersucht wurde und belegt werden kann, empfehlen wir, Ihren behandelnden Arzt dazu zu befragen.

Sind Probiotika für Säuglinge und Kleinkinder geeignet?

Solange Säuglinge sich im Mutterleib befinden, ist ihre Darmflora steril. Das bedeutet, dass sich in der Regel keine Bakterien im Darm befinden. Erst wenn das Baby geboren ist überträgt die Mutter die Bakterien auf ihr Baby und die Darmflora baut sich nach und nach auf. Dies geschieht durch die Ernährung, aber auch durch Keime, die sich in der Luft befinden.

Diese Bakterien sind bereits im Säuglingsalter wichtig, um einen funktionierenden Stoffwechsel zu garantieren und ein gutes Immunsystem zu entwickeln. Oft leiden viele Kleinkinder dennoch unter Bauchweh, Blähungen und Koliken. Der Darm scheint nicht so zu funktionieren, wie er es sollte. Hier können Probiotika unterstützend dabei helfen, die Darmflora mit den wichtigsten Bakterienstämmen zu versorgen, die diese Beschwerden lindern oder sogar gänzlich auslöschen können.

Studien haben ergeben, dass gestillte Kinder seltener an Infektionen erkranken als Kinder, die mit Beikost ernährt wurden. Dies könnte daran liegen, dass in der Muttermilch viele Stoffe stecken, die das Wachstum von Milchsäurebakterien fördern. Endgültige Beweise gibt es hierfür allerdings noch nicht.

Auch nach einer Medikamentengabe, wie beispielsweise Antibiotika, könnte ein Probiotikum beim Aufbau der Darmflora von Säuglingen und Kleinkindern unterstützend eingreifen.

Zum Thema Probiotika als Verbesserung bei Koliken gab es bereits 2007 eine Studie des Regina Margherita Children`s Hospital der University of Turin. Im Laufe dieser Studie wurden 90 Babys, die gestillt wurden und an Koliken litten, in zwei Gruppen eingeteilt.

Eine Gruppe erhielt ein Probiotikum, die andere ein Medikament gegen Blähungen. Während zu Beginn der Studie die Säuglinge im Schnitt drei Stunden täglich schrien, schrien die Babys aus der Probiotika-Gruppe nach 28 Tagen etwa nur noch eine Stunde am Tag. Bei den Babys der anderen Gruppe zeigten nur etwa 7 Prozent eine Verbesserung.4

Es gibt Probiotika, die speziell auf die Darmflora von Kindern ausgerichtet sind und sich daher zur Einnahme durch Säuglinge und Kinder eignen.

Sind probiotische Lebensmittel eine Alternative zu Probiotika aus der Apotheke?

Diese Frage lässt sich gar nicht so leicht beantworten. Tatsache ist jedoch: Um die Menge an Probiotika, die in den Nahrungsergänzungsmitteln aus der Apotheke vorhanden sind, in gleicher Menge über Lebensmittel einzunehmen, müsste man schon ziemlich viel essen – das ist schwierig umzusetzen. Ebenso könnten die Probiotika in Lebensmitteln durch den Transportweg oder falsche Lagerung in Mitleidenschaft gezogen werden.

Somit müsste die Antwort vielleicht lauten: ergänzen Sie das eine durch das andere.

Welche probiotischen Lebensmittel gibt es?

Als probiotische Lebensmittel bezeichnet man Lebensmittel, deren Anteil an darmfreundlichen Bakterien besonders hoch ist. Es gibt etwa 400 unterschiedliche probiotische Bakterienstämme, von denen die bekanntesten die Milchsäurebakterien sind. Sie sind auch deshalb so stark vertreten, weil sie säureresistent sind. Im Folgenden finden Sie einige der wichtigsten probiotischen Lebensmittel.

Liste probiotischer Lebensmittel

Kefir

Kefir wird üblicherweise aus der Milch von Kühen, Schafen oder Ziegen hergestellt. Zusätzlich zu den in der Milch vorkommenden Milchsäurebakterien kommen hier noch die Bakterien der Kefirknolle hinzu.

Die Kefirknolle ist ein dickflüssiges Sauermilchprodukt, das ursprünglich aus der Region rund um den Kaukasus stammt. Es entsteht durch einen Fermentierungsprozess (Gärung) aus Milchsäurebakterien und Hefen und wurde in Russland schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Ärzten an Patienten mit Darmbeschwerden verabreicht.

Kefir ist erhältlich als Kefirknolle oder Kefirferment. Der Kefir, der im Supermarkt als Getränk angeboten wird, ist von seinen Inhaltsstoffen nicht vergleichbar. Denn hier wird mit einer definierten Mischung aus Hefen und Bakterien gearbeitet, um den immer gleichen Geschmack zu gewährleisten.

Kefir hat den Vorteil, dass er fast keine Lactose enthält und damit auch für Menschen mit Lactoseunverträglichkeiten geeignet ist.

Kefir selber herstellen

Sie benötigen:

  • 500 ml zimmerwarme Milch (H-Milch oder kurz erhitzte frische Milch)
  • 1 El Kefirknollen – auch bekannt als Kefirpilz oder Tibetanischer Pilz
  • 1 verschließbares Gärgefäß mit einem Fassungsvermögen von 500 ml (beispielsweise ein Marmeladenglas mit Deckel)
  • Plastiksieb
  • Plastiklöffel
  • 1 verschließbare Flasche oder Glas mit einem Fassungsvermögen von 500 ml für den Kühlschrank

Achten Sie bitte unbedingt und penibel darauf, dass alles, womit die Kefirknollen in Berührung kommen, hygienisch rein ist. Sie reagieren sehr empfindlich und Kontaminationen durch andere Stoffe kann das Ergebnis beeinträchtigen.

Ebenso sollten Sie Hände und Gebrauchswaren von sämtlichen Seifenresten befreien. Verwenden Sie zur Herstellung lieber einen Plastiklöffel. Hände und Metall könnten die Kefirknollen verunreinigen.


Und so stellen Sie Kefir selber her:

Füllen Sie die Milch in das Gärgefäß und geben Sie die Kefirknolle ohne die Flüssigkeit hinzu.

Verschließen Sie das Gerät sehr gut und stellen es an einen lichtgeschützten Ort mit einer Umgebungstemperatur von 16 bis 22 Grad.

Nach spätestens 48 Stunden rühren Sie die Flüssigkeit erst gut um und gießen Sie sie durch ein Sieb in die verschließbare Flasche oder das verschließbare Gefäß und bewahren es im Kühlschrank auf. Je länger der Kefir in der Milch liegt, desto saurer und intensiver wird der Geschmack. Mögen Sie es lieber weniger intensiv, können Sie ihn auch bereits nach einem Tag abgießen.

Nach Gebrauch waschen Sie die Kefirknollen vorsichtig mit kaltem bis maximal lauwarmen Wasser ab und spülen das benutzte Gefäß gründlich aus. Kefirknollen können mehrfach wiederverwendet werden, um Milch zu fermentieren.

Joghurt

Joghurt enthält viele Milchsäurebakterien und hat sich bei Verstopfungen und Beschwerden mit der Verdauung ebenfalls als sehr hilfreich erwiesen. Allerdings sollten Sie hier lieber auf Naturjoghurt zurückgreifen und nicht auf Fruchtjoghurt, da dieser in der Regel zu viele Zuckerstoffe enthält.

Sollten Sie Naturjoghurt nicht essen wollen, vermengen Sie ihn mit frischem Obst oder auch einem Löffel selbstgemachter Marmelade. Gesünder können Sie ihn mit einem Löffel Honig süßen.

Sauerkraut

Sauerkraut entsteht, wenn Kohl Milchsäurebakterien zugesetzt werden. Der Gärungsprozess macht den Kohl leichter verdaulich. Frisches Sauerkraut enthält darüber hinaus Vitamin C, Vitamin B 12 und viele Ballaststoffe, die gut für die Verdauung sind.

Hinweis: Kaufen Sie kein industriell hergestelltes Sauerkraut. Dieses wurde in der Regel erhitzt. Durch den industriellen Herstellungsprozess werden sowohl die probiotischen Bakterien, als auch die Vitamine nahezu vollständig abgetötet.

Sauerkraut selber herstellen

Sie benötigen:

  • 3 kg Weisskohl
  • 100 g Salz
  • Krautstampfer
  • Schraubgläser
  • Silikonbackmatte

Und so stellen Sie Sauerkraut selber her:

Entfernen Sie die Blätter vom Kohl. Schmeißen Sie die äußeren weg und schneiden Sie die verbleibenden in feine Streifen.

In einem großen Topf schichten Sie nun das Kraut. Geben Sie Salz darauf und stampfen Sie die Masse mit einem Krautstampfer, bis der Zellsaft ausgetreten ist. Geben Sie dann die nächste Schicht Streifen mit Salz obendrauf und wiederholen Sie den Vorgang, bis alle Weisskohl Streifen verbraucht sind.

Bedecken Sie nun die Masse mit einem Küchentuch und beschweren Sie sie, beispielsweise mit einer passend geschnittenen Silikonbackmatte. Der Topf sollte an einem dunklen und kühlen Ort gelagert werden. Das Küchentuch sollten Sie einmal wöchentlich wechseln. Nach etwa vier bis sechs Wochen ist das Kraut ausreichend fermentiert und kann mit dem Saft in Schraubgläsern dunkel gelagert werden.

Miso

Die japanische Gewürzpaste wird aus Sojabohnen, Reis oder Gerste hergestellt. Sie gärt über einen langen Zeitraum und kann dadurch eine hohe Konzentration von Milchsäurebakterien aufweisen.

Salz-Gurken

Wasser, Zucker, Kräuter und Salz – das ist nicht nur eine Basis für das Einlegen von Gurken, sondern auch ein guter Nährboden, um Milchsäurebakterien entstehen zu lassen. Allerdings sollten Sie auch hier selber Hand anlegen und die Gurken frisch selbst einlegen. Denn in den meisten Supermarktprodukten ist Essig als Säurebilder eingesetzt. Salz-Gurken werden auch sauer, es dauert allerdings ein bisschen, bis die Milchsäurebakterien das geschafft haben, wofür sonst der Essig eingesetzt wird.

Saure Gurken selber herstellen

Sie benötigen:

  • 1 kg Einlegegurken
  • Johannisbeer-, Sauerkirsch- oder Weinblätter – insgesamt 8
  • 3 Knoblauchzehen
  • Jeweils 1 TL Korianderkörner, Senfkörner, Dillsamen, schwarze Pfefferkörner
  • 1 Bund Dill
  • 50 g Salz
  • 1,5 l Wasser
  • 2 Einmachgläser 750 ml
  • Silikonbackmatte

Und so stellen Sie Salz Gurken selber her:

Spülen Sie die Gurken gründlich unter kaltem Wasser ab. Die Enden sollten abgeschnitten werden. Die Blätter und den Dill ebenfalls gründlich abwaschen. Knoblauchzehen schälen, halbieren und zusammen mit den Gewürzen auf die Einmachgläser verteilen.

Gurken senkrecht in die Gläser stellen, Dill und Blätter dazugeben. In einer Schüssel das Salz im Wasser auflösen und die Flüssigkeit dann auf beide Gläser verteilen. Sollte Lake übrig bleiben, in einem geschlossenen Gefäß im Kühlschrank zum Nachgießen aufbewahren.

Etwas Schweres auf die Oberfläche legen – beispielsweise zurechtgeschnittene Silikonmatte-, damit nichts von den Zutaten an die Luft kommt. Gläser mit Tüchern nur abdecken und die Gurken etwa eine Woche fermentieren lassen. Immer mal wieder nachsehen, ob Lake nachgegossen werden muss. Falls keine mehr da ist, bitte noch einmal in entsprechend geringerer Menge anfertigen.

Sind die Gurken sauer genug, werden die Gläser verschlossen und im Kühlschrank gelagert.

Apfelessig

Wenn Apfelessig eine besondere Trübung aufweist, ist dies ein gutes Signal für viele probiotische Milchsäurebakterien. Er wird aus gegorenen Äpfeln gewonnen.

Käse

Hier sollte Vorsicht geboten sein: Längst nicht alle Käsesorten sind probiotisch. Gruyère, Cheddar, Parmesan, Mozzarella und Gouda sollte in Ihrem Kühlschrank entsprechend Platz eingeräumt werden, wenn Sie sich probiotisch ernähren wollen.

Was unterscheidet Probiotika von Präbiotika?

Als Präbiotika bezeichnet man Bestandteile in Nahrungsmitteln, die nicht verdaubar sind und von den Bakterien im Darm erst umgewandelt werden müssen. Es handelt sich hierbei häufig, aber nicht ausschließlich, um Kohlehydrate.

Sie finden sich in Hülsenfrüchten, Lauchgewächsen (wie Porree, Zwiebeln und Knoblauch), Haferflocken, Spargel und in vielen anderen Nahrungsmitteln.

Präbiotika dienen den erwünschten Darmbakterien (Probiotika) sozusagen als Futter, um diese in Wachstum und Ausbreitung zu fördern.

Treffen Präbiotika und Probiotika zusammen, nennt man dies Synbiotika. Wird ein Probiotikum mit Präbiotika versetzt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Mikroorganismus überlebt.

Wissenschaftliche Quellen

  1. Blümer N et al.: Perinatale maternale Supplementation mit Lactobacillus rhamnosus GG (LGG) vermindert allergische Entzündungsreaktion in den Nachkommen. Pneumologie. 2005; 59
  2. Axt-Gadermann M., Lorenz V. (2018), Einfluss eines Synbiotikums auf den Gewichtsverlauf. Studie zur Modulation der Bacteroidetes-Fimicutes-Ratio. Ernährung & Medizin 33 (01): 29-34
  3. https://www.nature.com/articles/nature25979
  4. Savino F et al. Lactobacillus reuteri (American Type Culture Collection Strain 55730) versus simethicone in the treatment of infantile colic: a prospective randomized study. Pediatrics, Januar 2007
By |2019-06-18T17:00:47+01:0026. November 2018|Verdauung, Verdauung unterstützen|0 Comments

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Seit 2006 arbeite ich nicht nur in einer Apotheke sondern auch als Heilpraktikerin. Im Rahmen dieser Tätigkeit halte ich unter anderem Vorträge über naturheilkundliche Themen. Sowohl durch den ständigen Besuch von Fort- und Weiterbildungen als auch durch die Tätigkeit in meiner eigenen Praxis erweitere ich meine Erfahrung im Bereich der Naturheilkunde kontinuierlich.

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