Kann eine Schuppenflechte durch die Ernährung beeinflusst werden?

Eine Ernährungsumstellung kann eine Rolle bei der Behandlung von Schuppenflechte (Psoriasis) spielen. Die Reduktion der Krankheitsschübe und die Verbesserung der Symptome stehen dabei im Vordergrund. Manche Psoriasis-Patienten berichten von einer Verbesserung, wenn sie gewisse Lebensmittel weglassen. Zucker, Alkohol, Tomaten, Gluten und Milchprodukte wurden dabei von Psoriatikern besonders häufig als negativ eingeschätzt. Da dies von Fall zu Fall verschieden ist, kann es hilfreich sein, ein Ernährungstagebuch zu führen.

Neben diesen individuellen Faktoren kann eine antientzündliche Ernährung vorteilhaft sein. Psoriasis zeichnet sich durch überzogene Entzündungsreaktionen aus. Daher sollten Menschen mit Schuppenflechte zum einen entzündungsfördernde Lebensmittel reduzieren und zum anderen mehr Lebensmittel integrieren, die antientzündlich wirken.

Im Folgenden stellen wir Ihnen Tipps für die Ernährung bei Schuppenflechte vor. Zusätzlich erfahren Sie hier, worauf Sie besser verzichten sollten und wie eine antientzündliche Ernährung konkret aussehen könnte.

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Eine Ernährungsumstellung kann eine Rolle bei der Behandlung von Schuppenflechte (Psoriasis) spielen. In einer Umfrage mit über 1.200 Psoriasis-Patienten gaben 86 % an, dass sie ihre Ernährung umgestellt haben, um ihre Erkrankung positiv zu beeinflussen.1

Ernährungstipps bei Schuppenflechte

Setzen Sie auf eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung mit Gemüse, hochwertigen pflanzlichen Ölen, Hülsenfrüchten, Obst, Nüssen, Samen, Vollkornprodukten und Fisch.

Anstatt Fast-Food, Fertiggerichte und stark bearbeitete Lebensmittel besser selbst kochen oder backen. So haben Sie die volle Kontrolle, was Sie zu sich nehmen. Viele Convenience-Produkte enthalten versteckten Zucker, Zusatzstoffe oder Transfette.

Bewusst essen und beobachten, welche Wirkung bestimmte Lebensmittel auf den Krankheitsverlauf haben. Am besten ein Ernährungstagebuch führen. Schauen Sie auch, was passiert, wenn Sie bestimmte Nahrungsmittel (z. B. Gluten, Nachtschattengewächse) für ein paar Wochen weglassen.

Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel, bei denen man von einer entzündungshemmenden Wirkung ausgeht, können dazu beitragen die Symptome von Psoriasis zu verbessern.2 Lebensmittel reich an Antioxidantien und Omega-3 sowie bestimmte Gewürze (z. B. Kurkuma, Ingwer) können unter Umständen helfen, Entzündungen zu senken.3

Eine Wechselbeziehung zwischen Alkoholkonsum und Schuppenflechte wird vermutet. Die genauen Zusammenhänge konnten jedoch noch nicht aufgeklärt werden.4 Da Alkohol sich allgemein nicht positiv auf das Immunsystem auswirkt, sollten Psoriasis-Patienten möglichst wenig oder keinen Alkohol.

Starkes Übergewicht kann einen ungünstigen Einfluss auf die Erkrankung nehmen.5 Übergewichtige Personen mit Schuppenflechte sollten daher versuchen, Gewicht abzubauen.

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Neben der Ernährung gibt es weitere Faktoren, die auf die Hauterkrankung Einfluss nehmen. Insbesondere Stress spielt eine große Rolle beim Auftreten von Schüben. Dementsprechend sollten neben einer Ernährungsumstellung weitere Maßnahmen (z. B. Entspannungstechniken) ergriffen werden.

Diese Lebensmittel sollten Sie besser meiden

Diese Lebensmittel (in absteigender Reihenfolge) wurden laut einer Umfrage von besonders vielen Psoriasis-Patienten nicht gut vertragen:6

  • Alkohol
  • Gluten
  • Nachtschattengewächse (Tomaten, Auberginen, Paprika, Kartoffeln)
  • Junk-Food
  • Weißmehlprodukte
  • Milchprodukte
  • Meeresfrüchte
  • Stark fetthaltige Speisen
  • Koffein
  • Schweinefleisch
  • Rotes Fleisch
  • Salz

Vermeiden Sie entzündungsfördernde Arachidonsäuren

Arachidonsäure ist eine semi-essenzielle Fettsäure und gehört zur Gruppe der Omega-6-Fettsäuren. Omega-6-Fettsäuren sind grundsätzlich nicht schlecht, denn sie werden vom Körper für das Immunsystem benötigt. In der westlichen Welt hat der Konsum an Omega-6-reichen Lebensmitteln stark zugenommen. Dadurch hat sich das Verhältnis zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in der Ernährung im Laufe der Menschheit stark verschoben. Diese Verschiebung kann die Entwicklung vieler Krankheiten fördern, einschließlich Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen.7 Dementsprechend geht es nicht um eine strikte Vermeidung von Arachidonsäuren, sondern vielmehr um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren.

Diese Lebensmittel enthalten besonders viel Arachidonsäure und sollten daher reduziert oder vermieden werden:

  • Schweineschmalz
  • Schweinefleisch
  • Rind- und Kalbsfleisch
  • Kalbsleber
  • Leberwurst
  • Eigelb
  • Butter
  • Sahne
  • Fetthaltige Käsesorten

Reduzieren Sie den Konsum von Süßwaren

Für eine gesunde Haut ist der Konsum von Zucker im Allgemeinen nicht förderlich. Der Blutzucker steigt schnell an und fällt wieder. Zudem werden Entzündungsprozesse begünstigt.8 Dabei geht es nicht um den natürlichen Zucker in Früchten oder Gemüse, sondern um den zugesetzten Zucker in Süßwaren, Softdrinks und Fertiggerichten. Die WHO empfiehlt den Verzehr von 25 g Zucker pro Tag, was sechs Teelöffeln entspricht.9

Ersetzen Sie Softdrinks und Fruchtsäfte durch Wasser und Tee

Eine Dose Limonade enthält bereits rund 25 g Zucker, was bereits der täglichen empfohlenen Verzehrmenge entspricht. Wenn Sie also Ihren täglichen Zuckerkonsum reduzieren möchten, ersetzen Sie gesüßte Getränke durch Wasser oder ungesüßten Tee.

Erfahren Sie wie eine Neurodermitis durch die Ernährung beeinflusst werden kann.

Mit diesen Nahrungsmitteln können Sie den Verlauf der Schuppenflechte positiv beeinflussen

In einer US-amerikanischen Umfrage10 berichteten Psoriasis-Patienten, dass sich der Verzehr von Gemüse, Obst und Fisch positiv auf die Hauterkrankung auswirkte. Zudem gaben rund 35 % der Befragten an, dass sie positive Erfahrungen mit bestimmten Nahrungsergänzungsmittel gemacht haben. Unter diesen Nahrungsergänzungsmittel waren gelistet:

  • Vitamin D,
  • Fischöl / Omega-3,
  • Probiotika,
  • Vitamin B,
  • Vitamin E,
  • Vitamin C,
  • Vitamin A
  • und Kurkuma-Kapseln.

Setzen Sie auf eine Omega-3-reiche Ernährung

Omega-3-Fettsäuren spielen bei Entzündungsprozessen eine spezifische Rolle und können vereinfacht als Gegenspieler zur Omega-6-Fettsäure bezeichnet werden. Das empfohlene Verhältnis zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren sollte ungefähr 5:1 betragen.11

Lebensmittel mit Omega-3-Fettsäuren sind unter anderen:

  • Marine Quellen: Hering, Thunfisch, Lachs, Makrele, Heilbutt, Bachforelle, Hummer, Garnelen, Hecht, Algenöl, Mikroalgen, Miesmuscheln, Krillöl
  • Nüsse und Samen: Leinsamen, Walnüsse, Chia-Samen
  • Pflanzliche Öle: Leinöl, Weizenkeimöl, Walnussöl, Rapsöl, Hanföl, Chiaöl

Profitieren Sie von Lebensmitteln, die reich an Antioxidantien sind

Freie Radikale nehmen bei der Entstehung von Entzündungen eine besondere Rolle ein. Zum einen können freie Radikale Entzündungen verursachen und zum anderen werden sie im Rahmen von Entzündungsprozessen gebildet. Wenn das Wechselspiel von freien Radikalen und den körpereigenen Schutzmechanismen aus dem Gleichgewicht gerät, dominiert die schädigende Wirkung der Radikale und wir sprechen von oxidativem Stress. Antioxidantien in der Nahrung können verhindern, dass freie Radikale die Zellen angreifen.13 Die Vitamine C und E sowie die Spurenelemente Zink und Selen tragen dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Vorkommen in der Nahrung:

  • Vitamin C: Sanddorn, Hagebutte, Acerolakirsche, Brokkoli, Papaya
  • Vitamin E: Weizenkeimöl, Sonnenblumenkerne
  • Zink: Kürbiskerne, Haferflocken, Sesam
  • Selen: Paranüsse, Hering

Durch eine vitaminreiche Ernährung können Sie einen Beitrag zu einem normalen Immunsystem leisten

Vitamine übernehmen viele wichtige Funktionen im Körper:

  • Vitamin A und D tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
  • Vitamin A, Biotin, Niacin und Vitamin B2 tragen zur Erhaltung normaler Haut bei.
  • Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei.

Im Normalfall kann der tägliche Vitaminbedarf mit einer ausgewogenen Ernährung gedeckt werden. Ausnahme bildet hier Vitamin D, denn das Vorkommen in Nahrungsmitteln ist beschränkt. Der Körper kann mit Hilfe von Sonneneinstrahlung Vitamin D jedoch selbst bilden. Bei unzureichender Sonnenexposition oder in sonnenarmen Monaten kann ein Mangel entstehen. In der Tat konnten signifikante Zusammenhänge zwischen niedrigen Vitamin D-Werten und Psoriasis beobachtet werden. Die genaue Rolle von Vitamin D bei der Entwicklung von Psoriasis ist jedoch noch unklar.14

Entlasten Sie Ihren Darm zur Verringerung von Psoriasis-Schüben

Die Darm-Haut-Achse tritt bei entzündlichen Hauterkrankungen zunehmend in den Fokus. Studien verbinden entzündliche Hauterkrankungen mit einer unausgeglichenen Darmflora. Die Unterstützung der Darmflora zur Verbesserung des Hautzustands ist daher ein interessanter theoretischer Ansatz. In dieser Hinsicht könnten orale Probiotika eine einfache Methode zur therapeutischen Behandlung von Schuppenflechte darstellen.15

Leider haben nur sehr wenige Studien untersucht, wie probiotische Supplementierung Psoriasis beeinflusst. Diese ersten Ergebnisse erscheinen vielversprechend und sollte Gegenstand weiterer Untersuchungen sein. Schon heute setzen laut einer Umfrage viele Psoriasis-Patienten auf Nahrungsergänzungsmittel mit Probiotika und berichten über positive Effekte.16

Probiotische Bakterien finden sich auch in einigen Lebensmitteln (z. B. Tempeh, Joghurt, Kefir, Brottrunk, Sauerteig-Brot, Sauerkraut, Kimchi). Falls Sie fermentierte Produkte gut vertragen, können Sie diese vermehrt in Ihren Speiseplan integrieren. Neben Probiotika sind auch Präbiotika förderlich für eine gesunde Darmflora. Präbiotika sind sozusagen das Futter für die guten Darmbakterien und stecken beispielsweise in Artischocken, Chicorée, Knoblauch, Lauch und Zwiebeln.

Rezepte für eine ausgewogene, antientzündliche Ernährung

Grundsätzlich ist die Auswahl optimaler Rezepte bei Psoriasis von den individuellen Unverträglichkeiten und Empfindlichkeiten abhängig.

Ein typischer Tag könnte beispielsweise so aussehen:

  • Frühstück: Over-Night-Oats mit Haferflocken, Leinsamen und Hafermilch garniert mit frischen Beeren.
  • Mittagessen: Ein gemischter Salat mit einer Vinaigrette aus Leinöl und Apfelessig. Dazu gedünsteter Fisch und Quinoa.
  • Abendessen: Vollkornreis mit gedämpftem Gemüse.
  • Nachttisch: Bratapfel mit einer Füllung aus Nüssen, Zimt und Trockenfrüchten.
  • Snack: Rohkost mit Hummus
  • Getränke: Wasser, Kräutertee, Grüntee
  1. Afifi L, Danesh MJ, et al.: „Dietary Behaviors in Psoriasis: Patient-Reported Outcomes from a U.S. National Survey.“ Dermatol Ther (Heidelb). 2017 Jun;7(2):227-242.
  2. Wu AG, Weinberg JM.: „The impact of diet on psoriasis.“ Cutis. 2019 Aug;104(2S):7-10. Erratum in: Cutis. 2019 Oct;104(4):241.
  3. Axt-Gadermann, M, Axt P.: „Skin Food“ Herbig (2017)
  4. Svanström C, Lonne-Rahm SB, Nordlind K.: „Psoriasis and alcohol.“ Psoriasis (Auckl). 2019 Aug 21;9:75-79.
  5. Deutscher Psoriasis Bund e.V: „Patientenleitlinie zur Behandlung der Psoriasis der Haut“ DFB (2019).
  6. Afifi L, Danesh MJ, et al.: „Dietary Behaviors in Psoriasis: Patient-Reported Outcomes from a U.S. National Survey.“ Dermatol Ther (Heidelb). 2017 Jun;7(2):227-242.
  7. Simopoulos AP.: „The importance of the ratio of omega-6/omega-3 essential fatty acids.“ Biomed Pharmacother. (2002) 56(8):365-79.
  8. Axt-Gadermann, M, Axt P.: „Skin Food“ Herbig (2017)
  9. https://www.welt.de/wissenschaft/article138077917/WHO-empfiehlt-6-Teeloeffel-Zucker-pro-Tag.html (aufgerufen am 29.12.20)
  10. Afifi L, Danesh MJ, et al.: „Dietary Behaviors in Psoriasis: Patient-Reported Outcomes from a U.S. National Survey.“ Dermatol Ther (Heidelb). 2017 Jun;7(2):227-242.
  11. Zimmermann, M., Schurgast h., Burgerstein U.: „Burgerstein Handbuch Nährstoffe“ Trias (2018)
  12. https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/psoriasistherapie100.pdf (aufgerufen am 28.12.20)
  13. Axt-Gadermann, M, Axt P.: „Skin Food“ Herbig (2017)
  14. Barrea L, Savanelli MC,et al.: „Vitamin D and its role in psoriasis: An overview of the dermatologist and nutritionist.“ Rev Endocr Metab Disord. 2017 Jun;18(2):195-205.
  15. Szántó M, Dózsa A, et al.: „Targeting the gut-skin axis-Probiotics as new tools for skin disorder management?“ Exp Dermatol. 2019 Nov;28(11):1210-1218.
  16. Afifi L, Danesh MJ, et al.: „Dietary Behaviors in Psoriasis: Patient-Reported Outcomes from a U.S. National Survey.“ Dermatol Ther (Heidelb). 2017 Jun;7(2):227-242.
Kann eine Schuppenflechte durch die Ernährung beeinflusst werden?

Steffanie Kaiser

Seit 2019 unterstütze ich nicht nur die Redaktion der bio-apo, sondern halte im Rahmen meiner Tätigkeit unter anderem Vorträge über naturheilkundliche Themen.