///Die Darmflora: Tipps für eine gesunde Darmflora

Ein Großteil der Erkrankungen in den westlichen Industrieländern, können ihre Ursache im Darm haben – so die Meinung vieler Fachleute vor allem aus dem Bereich der Naturheilkunde.

Der Darm ist mit seinen etwa 500m² nicht nur das größte Organ im menschlichen Körper, er leistet auch wahrlich Großes!

Obwohl er das einzige Organ ist, das nicht vom Gehirn gesteuert wird, enden viele Nervenbahnen im Darm. Kein Wunder also, dass uns Stress und Kummer auf den Magen schlagen und den Darm negativ beeinflussen können.

Unter normalen Umständen reguliert sich der Darm von alleine, kann Stress, Entzündungsherde und andere Krankheitserreger schnell ausmachen und eliminieren. Zuständig dafür ist die sogenannte Darmflora.

In ihr finden sich Millionen von Bakterien, denen unterschiedliche Aufgaben für den menschlichen Körper zukommen. Sie regulieren das Immunsystem, sind für die Verdauung zuständig und neutralisieren schädliche Keime, um nur einige Beispiele zu nennen.

Dafür ist es wichtig, dass sich die Darmflora in einem gesunden Gleichgewicht befindet. Die Naturheilkunde hat diese Aufgabe schon lange erkannt und misst ihr große Bedeutung bei – und zwar auch bei gesundheitlichen Problemen, die weit über den Darmbereich (beispielsweise durch Verstopfung, Blähungen, Krämpfe) hinausgehen.

Nach heutigem Stand gehen nämlich viele Mediziner davon aus, dass eine gesunde Darmflora ganz immens zum allgemeinen Wohlbefinden und zur Gesundheit beitragen kann – auch, wenn diese Annahme wissenschaftlich noch nicht bestätigt wurde.

Doch viele Erfahrungsberichte von Patienten, die sich bei den unterschiedlichsten Symptomen mit ihrer Darmflora, der Zusammensetzung und dem Wiederaufbau befasst haben, zeigen, dass der Darm eine große Rolle übernimmt und die Ursache für zahlreiche Beschwerden sein kann.

Wir erklären Ihnen genau, welche Aufgaben die Darmflora übernimmt, was passiert, wenn sie aus dem Gleichgewicht gerät und wie Sie dieses wieder herstellen können.

Was ist die Darmflora?

Mit dem Begriff Darmflora bezeichnet man die Gesamtheit aller Bakterien, die im menschlichen Darm – hier überwiegend im Dickdarm und in geringen Mengen im Enddarm – angesiedelt sind.

Die Bezeichnung „Flora“ stammt ursprünglich aus der Pflanzenwelt und definiert eigentlich den Bestand an Pflanzensippen innerhalb einer Region. Da man früher angenommen hat, dass Bakterien aus dem Pflanzenreich stammen, lag diese Bezeichnung nahe. Heute weiß man, dass Bakterien einen eigenen Bereich definieren, nämlich in den der sogenannten Protisten.

Somit müsste man die Darmflora richtigerweise als Mikroorganismen-Gemeinschaft, intestinales Mikrobionom oder intestinale Mikroniota bezeichnen – oder schlichtweg „Darmbakterien“.

Schließlich leben im Darm etwa 400 Bakterienarten mit etwa 10 Billionen Darmbakterien, die überwiegend in der Schleimhaut des Darms zu finden sind. Damit ist der Darm der am dichtesten von Bakterien besiedelte Bereich im menschlichen Körper. Neben den Bakterien siedeln sich auch Pilze und Viren an, die ebenfalls für ein gesundes Gleichgewicht der Darmflora zuständig sind.

Das Gewicht aller Bakterien bei einem erwachsenen Menschen kann man in etwa mit bis zu 1,5 Kilo angeben. Man kann auch sagen, dass in 1 Gramm Stuhl eines Menschen mehr Bakterien enthalten sind, als es Menschen auf der Erde gibt.

Den Bakterien im Darm kommen unterschiedliche Aufgaben zu:

  • Verdauung und Verstoffwechselung
  • Stärkung des Immunsystems
  • Neutralisierung schädlicher Substanzen
  • Unterstützende Wirkung von Medikamenten

Auf die jeweiligen Aufgaben werden wir im Verlauf des Artikels noch näher eingehen.

Man unterscheidet grundsätzlich in drei unterschiedliche Enterotypen (Bakterienstämme), die im Darm sitzen und jeweils andere Aufgaben übernehmen:

Enterotyp 1: Diese Bakterienstämme spalten Kohlenhydrate und sind beteiligt an der Produktion der Vitamine Biotin, Riboflavin und Pantothensäure. Sie enthalten besonders viele Bakterien der Gattung Bacteroides.

Enterotyp 2: Hier finden sich besonders viele Bakterien der Gattung Prevotella. Diese ist überwiegend für den Abbau von Zucker-Eiweiß-Komplexen und die Herstellung von Vitamin B1 und Folsäure zuständig.

Enterotyp 3: Zucker und Eiweiß werden zum größten Teil von sogenannten Ruminococcus-Bakterien verdaut, zu denen dieser Bakterienstamm zählt.

Die Darmflora entwickelt sich im übrigen erst nach der Geburt und ist bei einem ungeborenen Kind noch vollkommen steril. Erst nach und nach baut sich die Darmflora auf.

Was bewirkt eine gesunde Darmflora?

Verständlicherweise assoziieren die meisten Menschen bei dem Begriff „Bakterium“ erst einmal etwas negatives, denn schließlich sind sie uns in der Regel als Krankheitserreger bekannt. So war es übrigens auch, als man die ersten Bakterien im Darmtrakt entdeckt hat. Die Mediziner sprachen damals von einer Vergiftung der Eingeweide, einer sogenannten „intestinalen Toxikämie“. Erst im Laufe der Forschung wurden die positiven und vor allem lebensnotwendigen Effekte dieser Bakterien aufgedeckt.

Bakterien dienen als Verdauungshelfer

Bakterien produzieren Enzyme, die wiederum dafür sorgen, dass die für den Körper nicht verwertbaren Bestandteile aus der Nahrung so umgewandelt werden, dass sie aufgenommen werden können. Somit werden unverdauliche Ballaststoffe beispielsweise zu kurzkettigen Fettsäuren umgewandelt, die den Energiebedarf der Dickdarmschleimhaut decken. Hierzu zählen Butyrat, Acetat und Propionat.

Trainer für das Immunsystem

In der Darmflora befinden sich zahlreiche Bakterien, die Keime und schädliche Bakterien noch im Darm abtöten und mit dem Stuhlgang abtransportieren. So verhindern die Bakterien, dass sich die Schädlinge ausbreiten, über den Darm in den Körper gelangen und Krankheiten verursachen können.

Gleichzeitig trainieren die Bakterien fortlaufend ihre Widerstandskraft und sind so gegen Krankheitserreger besser gewappnet. Denn etwa 70 % der Immunabwehr erfolgt über den Darm.

Hilfreich für die Vitaminproduktion

Bei der Verstoffwechselung im Darm entstehen Vitamine, die der Körper für seine Funktionen benötigt. Dazu zählen Biotin, Folsäure und die Vitamine B1, B12 und K – dies ist für die Blutgerinnung von großer Bedeutung.

Unterstützung der Wirkung von Medikamenten

Es gibt einige Medikamente, die erst durch den Stoffwechsel im Darm ihre Wirkung entfalten können – beispielweise verschiedene Antibiotika.

Zu guter Letzt: Der Darm macht glücklich

Ganz genau. Denn das Glückshormon Serotonin – das zum Beispiel ausgeschüttet wird, wenn wir uns küssen – wird, neben vielen anderen Hormonen, größtenteils im Darm produziert.

Wie kann ich herausfinden, ob meine Darmflora gestört ist?

Sollten Sie Grund zu der Annahme haben, dass Ihre Beschwerden auf eine gestörte Darmflora schließen lassen, sollten Sie bei Ihrem Arzt eine Stuhlprobe abgeben. Diese wird anschließend im Labor untersucht. Sollten Sie keine Beschwerden haben, ist natürlich auch eine Untersuchung des Stuhls zur Vorsorge möglich.

Im Labor können die Strukturen der vorhandenen Bakterien untersucht werden. Außerdem erhalten Sie Auskunft darüber, welche Bakterienstämme im Übermaß vorhanden sind und welche eine zu geringe Konzentration aufweisen.

Durch die Untersuchung der Stuhlprobe wird außerdem ermittelt, ob und wenn ja, an welcher Form von Pilzen Sie erkrankt sind. Auf Basis dieser Auswertung kann der Arzt auch über begleitende Maßnahmen – beispielsweise einer längerfristigen Darmsanierung – beraten.

Welche Faktoren stören eine gesunde Darmflora?

Phasenweise ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel oder Stress – das kann der gesunde Darm schon nach kurzer Zeit ausgleichen und wird nicht zur Gefahr für die allgemeine Gesundheit. Doch wenn die Phasen zum Dauerzustand werden und / oder Erkrankungen hinzukommen, dann kann die funktionierende Symbiose kippen und eine gestörte Darmflora belastet den Körper.

Wichtige Bakterien werden möglicherweise in ihrem Wachstum behindert, andere breiten sich im Übermaß aus. Der reibungslose Ablauf ist nicht mehr gewährt. Schadstoffe können vielleicht nicht mehr abtransportiert, gesunde Nährstoffe nicht mehr ausreichend aufgenommen werden.

Gründe für eine Fehlbesiedlung können sein:

Ernährung

Wenn hochwertige und gesunde Nahrungsmittel die Lieferanten für die lebensnotwendigen Stoffe und den Erhalt der gesunden Darmflora sind, dann können minderwertige Lebensmittel auch den nachteiligen Effekt auf den menschlichen Organismus ausüben. Für diese Annahme sprechen Studien, bei denen im Darm übergewichtiger Menschen nicht nur andere Arten, sondern auch in der Anzahl deutlich weniger Bakterien zu finden sind, als bei Normalgewichtigen.

Antibiotika

Antibiotika werden gegeben, um Bakterien, Viren oder Pilze, die im menschlichen Körper einen Schaden anrichten, zu vernichten. Da man nie nur einen Bakterienstamm ausmachen kann, wirken diese Medikamente meist gegen eine ganze Anzahl von Stoffen – daher auch der Begriff Breitbandantibiotikum.

Ein Antibiotikum „weiß“ aber nicht, welche Stoffe für den Körper schlecht sind und welche er benötigt. Daher greift es unter Umständen auch die Bakterien an, die einen positiven Effekt auf den Körper haben. Nun können sich wiederum andere Bakterien in einer großen Zahl vermehren.

Studien haben ergeben, dass sich nach einer Antibiotika Therapie bis zu zwei Drittel der Darmbakterien verändert haben. Das Gleichgewicht gerät außer Kontrolle und Folgeerkrankungen können auftreten. Die veränderte Darmflora ist teilweise bis zu sechs Monate nach Einnahme des Antibiotikums noch nachweisbar.

Durchfall und Abführmittel

Durchfallerkrankungen über einen längeren Zeitraum und auch der übermäßige Gebrauch von Abführmitteln können dazu führen, dass wichtige Bakterien in überhöhter Zahl aus dem Darm ausgeschwemmt werden. Auch dann droht das Gleichgewicht zu kippen.

Stress

Im Darm sitzen zahlreiche Nervenstränge, die eine Verbindung zum Gehirn haben. Psychische Probleme und Stress werden dann aus dem Kopf bis in den Darm abgegeben und können dort zu einem Ungleichgewicht führen.

Umgebung

Ob Schadstoffe auf oder in Lebensmitteln, durch Chemikalien belastete Kleidung oder der Händedruck mit einem Menschen, der eine schwere Erkältung hat – wir werden täglich einer ganzen Menge Belastungen ausgesetzt, die zum größten Teil im Darm abgebaut werden.

Wenn die Zufuhr schädlicher Stoffe aber höher ist, als der Abtransport, gerät das Darmklima aus dem Gleichgewicht und die Darmflora ist gestört.

Fehlbesiedlung

Zwischen Dickdarm und Dünndarm existiert eine sogenannte Schleimhautklappe. Sie sorgt dafür, dass die Bakterien aus dem Dünndarm nicht in den Dickdarm gelangen und dort die Bakterien angreifen, die wir benötigen, um die Nährstoffe aus der Nahrung zu lösen.

Ist diese Klappe in ihrer Funktion beeinträchtigt und kann ihrer Funktion nicht mehr oder nicht vollständig nachkommen, spricht man von einer Fehlbesiedlung im Darm.  

Pilzbefall

Pilze sind überall in der Natur zu finden, besiedeln Schleimhäute, haften auf Gegenständen. Auch im Darm sind sie zu finden, hierbei handelt es sich meist um die Gattung Candida albicans.

Aufgrund der Ernährung mit viel Zucker, findet dieser Pilz im Darm den idealen Nährboden, um sich auszubreiten und die Darmflora nachhaltig zu stören.

Welche Symptome treten bei einer gestörten Darmflora auf?

Eine gestörte Darmflora ist nichts, was man anhand von Symptomen ohne Zweifel diagnostizieren kann. Doch es gibt ein paar Beschwerden, die mit einer gestörten Darmflora klassischerweise einhergehen.

Dazu zählen:

  • Durchfall
  • Verstopfung
  • harter Stuhl
  • seltener Stuhlgang
  • Blähungen
  • Krämpfe
  • Völlegefühl
  • übel riechender Stuhl
  • übel riechender Harn

Doch immer häufiger bringt man eine gestörte Darmflora auch mit Beschwerden in Verbindung, die nicht im Magen-Darm-Bereich lokalisierbar sind.

Hierzu zählen:

  • Müdigkeit
  • Reizbarkeit
  • Mundgeruch
  • Konzentrationsschwäche
  • Reizdarm Symptome
  • häufige Kopfschmerzen
  • wiederkehrende Pilzinfektionen
  • Neurodermitis
  • Schuppenflechte
  • Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien
  • Rheuma und Gelenkbeschwerden
  • Bluthochdruck
  • erhöhte Cholesterinwerte

Nach heutigen Untersuchungen können bestimmte Krankheitsbilder wie Morbus Crohn oder das Reizdarmsyndrom mit einer gestörten Darmflora in Zusammenhang gebracht werden.

Wissenschaftler konnten beobachten, dass eine bestimmte Zusammensetzung von Darmbakterien bei Mäusen entzündliche Reaktionen, ähnlich denen bei Morbus Crohn, hervorruft.

Andere Studien belegen, dass das vorkommen bestimmter Bakterienarten bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen beeinträchtigt ist. Allerdings ist noch unklar, ob dies der Auslöser oder die Folge der Erkrankung ist.

Bei Patienten mit Reizdarmsyndrom konnte festgestellt werden, dass sich erheblich weniger Laktobazillen – eine positive Bakterienart des Darms – im Organismus befinden, als bei gesunden Menschen.

Eine andere Untersuchung ergab, dass sich dafür bei diesen Patienten deutlich mehr Bakterien im Dünndarm befanden, als bei gesunden Menschen. Inwieweit dies mit der Erkrankung an Morbus Crohn im Zusammenhang steht, ist aber noch nicht vollständig geklärt.

Es finden sich auch zahlreiche Hinweise, dass eine gestörte Darmflora mit Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und sogar Darmkrebs in Verbindung gebracht werden kann. Genaue Untersuchungen mit klaren Ergebnissen liegen allerdings in keinem Fall vor.

Auch Erkrankungen wie Fettleibigkeit, Diabetes, Herzerkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Asthma und nicht zuletzt Krebs stehen im Verdacht, möglicherweise durch eine nicht ausgeglichene Darmflora auszubrechen oder in ihrer Auswirkung verstärkt zu werden.

Doch erkennen mittlerweile auch die meisten Schulmediziner, dass der Darm mit seiner Umgebung einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit haben könnte und ziehen ihn als Verursacher immer stärker in Betracht.

Wann sollte die Darmflora wieder aufgebaut werden?

Wer sich gesund und ausgewogen ernährt, sich viel bewegt und nicht so viel Stress in seinem Leben hat, läuft eigentlich selten Gefahr, dass seine Darmflora aus dem Gleichgewicht gerät. Doch seien wir ehrlich, das gelingt heutzutage den wenigsten unter uns.

Die meisten Menschen essen zu viel Fleisch, weißes Mehl, Zucker und  zu viele ungesunde Fette. Obst und Gemüse kommen auf dem Speiseplan in der Regel zu kurz. Gezuckerte Getränke, Fast Food, Alkohol und Nikotin verstärken die Negativbilanz noch erheblich.

Während man seinen Speiseplan selber bestimmt, sind Sorgen und Stress leider Faktoren, die wir meist noch nicht einmal beeinflussen können, deren Wirkung im Darm aber Spuren hinterlassen kann.

Wer an sich die bereits erwähnten Symptome immer häufiger feststellt, oder sich einfach unwohl, müde, unkonzentriert und abgeschlagen fühlt – und andere Ursachen für diese Symptome auszuschließen sind – der sollte sich vielleicht einmal mit einem Wiederaufbau der Darmflora befassen.

Um dies allumfassend zu erreichen, sollten Sie eine Darmsanierungskur für sich ins Auge fassen. Hierbei wird der Darm von sämtlichen Resten befreit und die Darmflora nach und nach wieder aufgebaut. Lesen Sie hierzu auch unsere Ratgeber zu den Themen Darmreinigung und Darmsanierung.

Sollte die Darmflora nach der Einnahme von Antibiotika aufgebaut werden?

Ganz unbedingt sogar, denn es können nach der Einnahme von Antibiotika, oftmals noch über einen längere Zeitraum, Veränderungen an der Darmflora festgestellt werden. Daher ist es sicherlich sinnvoll, einen Wiederaufbau der Darmflora nach Einnahme von Antibiotika zu planen.

Bei einer Forschungsarbeit an dem Swedish Institute for Infectious Disease Control wurde belegt, dass schon bei einer einwöchigen Behandlung mit einem Antibiotikum die Zahl der Resistenzgene in der Darmflora drastisch erhöht waren und auch noch zwei Jahren nach Ende der Behandlung nachgewiesen werden konnten.1

Dafür spricht auch, dass man bei Patienten nach der Einnahme von Antibiotika häufig eine größere Anfälligkeit für Infekte feststellt. Durch die gestörte Darmflora ist auch der Abwehrschutz für das Immunsystem ins Ungleichgewicht geraten.

Übrigens fand das Forscherteam um Peer Bork vom European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg heraus, dass nicht nur Antibiotika die Darmflora beeinflussen, sondern etwa jedes vierte handelsübliche Medikament! 24 % der 1.079 getesteten gängigen Medikamente beeinflusste das Wachstum jeweils einer Spezies im Mikrobiom.2

Wobei helfen mir Bakterien im Darm?

Wie bereits erwähnt, sind die Bakterien im Darm für einige Prozesse im menschlichen Körper zuständig. Ihre Aufgabe ist es, Stoffe umzuwandeln, damit sie für den Körper nutzbar und zu Energiequellen werden. Ebenso sind sie immanent für das Immunsystem.

Ein Beweis dafür sind Untersuchungen, bei denen Tiere, die von Geburt an unter keimfreien Bedingungen gehalten wurden, in der normalen Umwelt recht schnell an Infektionen erkranken, die dann zum Tod führen. Ihr Immunsystem ist nicht ausgebildet und kann mit den Keimen der Umgebung nicht klar kommen.

Daher ist es wichtig, bereits vom Säuglingsalter an, mit Keimen in Verbindung zu kommen und das Immunsystem auf diese Art ständig zu fordern.

Mit welchen Medikamenten kann ich meine Darmflora aufbauen?

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Antibiotika zerstören nicht nur Krankheitserreger, sondern auch ganze Stämme der „guten“ Darmbakterien. Deshalb ist es wichtig, dem Körper „Nachschub“ zuzuführen.
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Neben einigen Hausmitteln und einer Umstellung der Ernährung, kann auch die Einnahme von Medikamenten beim Aufbau der Darmflora nützlich sein.

Sollten Sie im Vorfeld eine Stuhlprobe vom Labor analysiert haben lassen, dann wissen Sie auch, ob Sie einen Pilzbefall von auffälligem Befund im Darm haben. Diesen sollten Sie mit einem Anti-Pilz-Präparat behandeln lassen, dass Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt erhalten. Gute Erfahrungen und ein wirksames Mittel ist beispielsweise der Wirkstoff Nystatin.

Zur weiteren Unterstützung beim Aufbau der Darmflora, beraten auch die Apotheken. Hier ist es wichtig, Präparate zu kaufen, die einen hohen Anteil an lebenden Bakterien haben, die sich positiv auf die Darmflora auswirken. Hierzu zählen beispielsweise:

Darmflora plus select

Hierin sind Milchsäurebakterien in einer extrem hohen Anzahl – etwa 48 Millionen bei 8 selektierten Kulturen – vorhanden, die auch natürlicherweise im Darm vorkommen und dort für eine gesundes Milieu sorgen.

Diese acht Kulturen sind:

  • Lactobacillus acidophilus
  • Lactobacillus casei
  • Lactobacillus plantarum
  • Lactobacillus rhamnosus
  • Bifidobacterium bifidum
  • Bifidobacterium lactis
  • Bifidobacterium breve
  • Streptococcus thermophilus

Darmflora plus

Das hochdosierte Präparat enthält 4 Milchsäurebakterienkulturen in einer Konzentration von 24 Milliarden / Tagesration.

Bei den Kulturenstämmen handelt es sich um:

  • Lactobacillus acidophilus
  • Bifidobacterium longum
  • Bifidobacterium lactis
  • Lactobacillus casei

Das Präparat ist pulverisiert und kann mit den Mahlzeiten eingenommen werden.

Auch Hausmittel können beim Aufbau der Darmflora helfen. Passende Hausmittel finden Sie in unserem separaten Artikel und Abschnitt: Mit welchen Hausmitteln kann ich meine Darmflora aufbauen? 

Was bedeutet eine therapeutische Stuhlübertragung zur Wiederherstellung der Darmflora?

Die sogenannte therapeutische Stuhltransplantation ist bei bestimmten krankmachenden Keimen im Darm ein bewährtes Mittel geworden, um die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Bei dieser Form der Transplantation wird Kot eines gesunden Spenders aufbereitet und entweder über das Rektum oder eine Nasensonde in den Körper des Patienten übertragen. Die gesunden Darmbakterien breiten sich nun aus und verdrängen die krankmachenden Keime des Patienten.

Gerade bei entzündlichen Darmerkrankungen haben die Mediziner mit dieser Methode gute und schnelle Ergebnisse erzielt.

Wissenschaftliche Quellen

  1. Jenberg, C. et al.: Long-term impacts of antibiotic exposure on the human intestinal microbiota. Microbiology November 2010, vol. 156 no. 11 3216-3223.
  2. https://www.nature.com/articles/nature25979
By |2019-08-07T17:58:25+01:0026. November 2018|Darmreinigung & Darmflora, Verdauung|0 Comments

About the Author:

Seit 2006 arbeite ich nicht nur in einer Apotheke sondern auch als Heilpraktikerin. Im Rahmen dieser Tätigkeit halte ich unter anderem Vorträge über naturheilkundliche Themen. Sowohl durch den ständigen Besuch von Fort- und Weiterbildungen als auch durch die Tätigkeit in meiner eigenen Praxis erweitere ich meine Erfahrung im Bereich der Naturheilkunde kontinuierlich.

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