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Stress: Alles über Stress von A bis Z

Fragt man den Duden nach der Definition von Stress, erhält man folgenden Antwort:erhöhte Beanspruchung, Belastung physischer oder psychischer Art”. Was sich aber dahinter verbirgt, wie er ausgelöst wird und wie Stress sich auswirkt – das ist von Individuum zu Individuum verschieden.

Denn: Während der eine bei dem Gedanken an den nächsten Arbeitstag schon Herzrasen bekommt, fühlt sich ein anderer erst wohl, wenn 20 E-Mails abzuarbeiten sind.

Das Wort Stress stammt von dem lateinischen Begriff „stringere“ ab und ist die englische Übersetzung für Druck und Anspannung. Man kennt den Begriff aber beispielsweise auch aus der Mechanik, in der damit ein Spannungszustand beschrieben wird.

Auch in der Finanzwirtschaft bedient man sich eines sogenannten „Stresstests“, bei dem Finanzinstitute einer hypothetischen Krisensimulation unterzogen werden, um zu beobachten, welche Auswirkungen diese im Ernstfall haben könnte.

Der Begriff Stress erscheint allerdings auch fast ein Modewort geworden zu sein, mit dem man einen bestimmten und vor allem wahnsinnig wichtigen Lifestyle beschreiben möchte. Daher sollte man sehr vorsichtig mit der Bezeichnung umgehen und genau unterscheiden, ob man sich gerade einfach sehr gefragt und eingebunden fühlt oder ob man wirklich gestresst ist.

Tatsache ist, dass das Gefühl von Stress heutzutage schon fast selbstverständlich geworden ist. Existenzängste, ständige Erreichbarkeit im Beruf und die Doppelleistung von Familie und Arbeit – das erzeugt viel Druck, der zu Stress-Symptomen führen kann.

Wir möchten Ihnen im Folgenden Artikel erklären, was genau unter Stress verstanden wird, wie er sich auswirken kann und bei welchen Symptomen Sie sehr hellhörig werden sollten, um ernsthafte Erkrankungen zu vermeiden.

Außerdem wollen wir Ihnen in diesem Ratgeber ein paar Tipps geben, wie Sie Stress vermeiden und abbauen können.

Was ist Stress?

Unter Stress versteht man zunächst einmal die Reaktion auf einen Zustand, der als nicht oder nur schwer zu bewältigen eingeschätzt wird. Dies kann sowohl durch körperliche, als auch durch seelische Reize ausgelöst werden.

Doch, während sich die Auslöser für Stress  im Laufe der Evolution stark verändert haben, reagiert der Körper nach wie vor mit ähnlichen und gleichen Mustern. Diese laufen in drei Phasen ab:

  • Alarmreaktionsphase
  • Widerstandsphase
  • Erschöpfungsphase

In einer stressigen Situation reagiert der Körper sofort. Zunächst analysiert der Verstand anhand des aktuellen Anlasses und der Erfahrungswerte aus der Vergangenheit, wie die Sache einzuschätzen ist und vor allem mit welcher Reaktion sie bewältigt werden muss.

Denn ein vorgezogener Abgabetermin für eine berufliche Aufgabe ist natürlich komplett anders einzuordnen als die bedrohliche Situation, in der Nacht von einem Fremden verfolgt zu werden.

Aber nicht immer ist Stress negativ behaftet. Es gibt durchaus auch schöne Situationen, die der Betroffene als stressig einschätzt. Zum Beispiel, wenn er seiner Liebsten einen Heiratsantrag macht oder ein Sportler einen Marathon absolviert.

Somit kann man Stress in drei Kategorien einteilen

  • Positiver Stress – auch als Eustress bezeichnet
  • Negativer Stress – oder Distress
  • Neutraler Stress

Stress ist allerdings nicht nur eine Hochleistung, die der Körper zu absolvieren hat, er ist auch die Möglichkeit, neue Fähigkeiten und Erfahrungen zu erwerben. Denn aus Stress- und Gefahrensituationen lernt der Mensch und kann sich entsprechend weiterentwickeln.

Vorübergehender Stress stellt für die Gesundheit und den Menschen keine Gefahr dar. Hält der Stress allerdings über einen langen Zeitraum an und es werden nicht ausreichend entspannende Phasen eingeräumt, kann Stress krank machen und laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt Stress heutzutage als eine der größten Gefahren für die Gesundheit.

Wann erleben wir Stress?

Wie bereits erwähnt, ist Stress ein sehr subjektiv geprägter Begriff.

Während es Menschen gibt, die vor einer Gruppe den Mund kaum aufmachen wollen, gibt es andere, die erst richtig aufdrehen, wenn sie ausreichend Zuhörer haben.

Mit kurzfristigen stressigen Situation – wie einer Rede vor Publikum – kann der Organismus sehr gut umgehen, auch, wenn er klassische Symptome wie

  • Erhöhte Schweißproduktion
  • Herzrasen
  • Übelkeit oder Durchfall

zeigt.

Aber es gibt auch dauerhaften Stress. Berufliche oder private Sorgen, Krankheiten, berufliche Über- aber auch Unterforderung – diese können alle zu einer langfristigen Stress-Belastung für den Betroffenen werden und zu ernsthaften Folgeerkrankungen wie beispielsweise:

  • Depressionen
  • Burnout
  • Magenbeschwerden

führen.

Stress hat also nicht immer mit äußeren Faktoren zu tun, sondern wird ganz häufig auch durch eine bestimmte – meist negativ belastete – Denkweise ausgelöst.

Was passiert bei Stress im Körper?

Mit dem Lauf der Zeit haben sich die Faktoren, die Stress auslösen können, sehr stark verändert. War es früher das Mammut, dass uns in Angst und Schrecken versetzte, sind es heute vielleicht berufliche Überlastung oder familiäre Probleme und manchmal nur der tägliche Stau im Straßenverkehr.

Doch egal, ob ein gefährliches Tier unseren Weg kreuzt oder eine psychische Belastung uns zu schaffen macht: der Körper spult sein Programm automatisiert ab, denn er weiß nicht, dass nicht immer unser Leben bedroht ist.

Zunächst wird die Situation vom Gehirn im Bruchteil einer Sekunde analysiert und mit Erfahrungswerten abgeglichen. Blutdruck und Puls steigen an, die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin werden ausgeschüttet, die Muskeln angespannt und der Körper stellt sich auf eine Gefahrensituation ein.

Viele Erlebnisse lösen nur kurzfristig Stress aus – beispielsweise ein Autofahrer, der überraschend hupt, weil man nicht schnell genug an der Ampel losfährt, der Schrecken den man kriegt, wenn man den Fahrkartenkontrolleur sieht und die Fahrkarte nicht schnell genug findet, oder die Notlüge, die man Freunden erzählt, weil man eine Verabredung aus Unlust absagt.

In früheren Zeiten war die erhöhte Energiezufuhr wichtig, damit sie entweder für den nun folgenden Kampf oder die Flucht zur Verfügung stand – somit war sie lebensnotwendig. Bei diesen körperlichen Tätigkeiten wurden dann auch die Stresshormone im Körper wieder abgebaut.

Heute laufen die meisten Stresssituationen ab, ohne dass diese Energie gebraucht wird. Die Stresshormone müssen also langwierig durch den Organismus wieder abgebaut werden und stellen neben möglicherweise schlechter Ernährung, mangelnder Bewegung oder Krankheiten eine zusätzliche Belastung für die Gesundheit dar.

Das Stresshormon Cortisol

Hält der Stress an und die Situation kann nicht schnell und effektiv entschärft werden, wird dem Körper signalisiert, dass zusätzliche Energie notwendig ist. Hierfür schüttet der Organismus Cortisol aus, ein weiteres Stresshormon.

Cortisol wird in der Nebennierenrinde durch Cholesterin gebildet und signalisiert dem Körper, sofort wach, angespannt und energiegeladen zu reagieren – früher, um beispielsweise vor einem wilden Tier davonzulaufen.

Anders als Adrenalin und Noradrenalin ist Cortisol ein Langzeit-Stresshormon, das so schnell auch nicht wieder abgebaut werden kann und es wird auch dann vermehrt produziert, wenn der Betroffene unter chronischen Stresszuständen leidet – beispielsweise unter Existenzsorgen, schweren Krankheiten oder großen Problemen in der Partnerschaft.

Reagieren Männer und Frauen unterschiedlich auf Stress?

Stress kann Männer und Frauen in gleichem Maße betreffen – keiner ist davor gefeit. Doch Männer und Frauen gehen mit Stress nicht nur unterschiedlich um, sie reagieren auch körperlich ganz anders, wie Studien bewiesen haben.

Bei einem Stresstest, der an der Eberhard Karls Universität in Tübingen durchgeführt wurde, fanden Wissenschaftler heraus, dass Männer in Stress-Situationen offenbar weniger Cortisol ausschütteten als es Frauen in der selben Situation taten.1

Hierfür ließ man die Probanden zunächst ein paar Rechenaufgaben unter Zeitdruck lösen und in einem zweiten Versuch erlebten sie in einem virtuellen Ballspiel soziale Ausgrenzung. Beide Geschlechter befanden die Situationen als aufreibend, aber die Cortisol-Werte stiegen ausschließlich bei den weiblichen Testpersonen an. Dafür waren bestimmte Areale des Gehirns ausschließlich bei den Männern aktiviert.

Darüber hinaus gibt es für Männer und Frauen unterschiedliche Auslöser für Stress. Während Männer häufig beruflich in Stress-Situationen geraten, setzen sich Frauen eher durch einen erhöhten Leistungsdruck selber unter Stress.

Was sind Stressoren?

Stressoren, auch Stressfaktoren oder Stress-Auslöser genannt, kann man grob in zwei Kategorien unterteilen.

Zum einen gibt es objektive Stressoren. Hierunter fallen belastende Situationen, die für den Großteil der Menschen Stress bedeuten würden. Ein Überfall, Krankheit, der Verlust eines nahestehenden Menschen, ein Unfall. Aber auch Krieg, Katastrophen, Schlafentzug oder der Verlust des Arbeitsplatzes können als objektive Stressoren gewertet werden.

Im Gegensatz dazu sind die subjektiven Stressoren, die zweite Kategorie also, vom Individuum abhängig – wie es der Name schon vermuten lässt. Sie entstammen einem meist negativ geprägten Denkmuster und können sich infolge der Bewertung einer Situation als Angst, Wut, Ungeduld, Enttäuschung, durch eine zu hohe Erwartungshaltung und viele weitere Denkmuster bemerkbar machen.

In beiden Fällen haben die stressigen Belastungsphasen unterschiedliche Auswirkungen auf jeden einzelnen Menschen.

Physische Stressoren

Unter den physischen Stressoren versteht man alles, was als äußerer oder innerer Reiz den Körper belastet. Das kann eine Krankheit sein, aber auch starker Hunger, Durst, extreme Hitze oder Kälte. Physische Stressoren werden in der Regel zu den objektiven Stressoren gezählt.

Psychische Stressoren

Die psychischen Stressoren sind sehr vielfältig und können von Versagensängsten über Überforderung bis zur Unterforderung reichen. Sie sind sowohl als objektive als auch subjektive Stressoren einzuordnen.

Soziale Stressoren

Zu den sozialen Stressoren zählen Streitereien, Meinungsverschiedenheiten, Mobbing, Verlust von Angehörigen, Konkurrenzdenken und Vereinsamung. Auch diese Art der Stressoren können sowohl als subjektiv, als auch als objektiv bewertet werden.

Biochemische Stressoren

Als biochemische Stressoren bezeichnet man Drogen, Medikamente, Alkohol oder Chemikalien. Sie gehören in der Regel zu den objektiven Stressoren.

Ablauf einer Stressreaktion: Wie reagieren wir bei Stress?

Die Stressreaktion ist nicht nur ein natürlicher, sondern vor allen Dingen ein lebensnotwendiger Prozess. Wenn das Gehirn eine Situation als stressig einstuft, kommt vor allem eine sehr wichtige, aber kleine Region ins Spiel: die Amygdala. Sie ist Teil des limbischen Systems und steuert die physischen und psychischen Reaktionen auf Stress.

Dafür werden innerhalb des Körpersystems zwei unterschiedliche Wege genutzt. Da wäre zum einen das sympathische Nervensystem, das den Körper für spontane und aktive Reaktionen bereit macht. Zum anderen steht die Amygdala mit dem Hypothalamus in Verbindung, der die wichtigsten Funktionen des Körpers steuert.

Über das sympathische Nervensystem gelangt die Information „da lauert Gefahr“ an die Nebenniere, die daraufhin Adrenalin und Noradrenalin ausschüttet. Diese beiden Stresshormone versetzen den Körper unter Anspannung, einer Art „hab Acht Stellung“.

Der Herzschlag geht zügiger, der Blutdruck steigt, die Muskeln sind angespannt und es wird mehr Blutzucker freigesetzt, um die Muskeln zu versorgen.

Gleichzeitig schüttet der Hypothalamus Botenstoffe aus, die, in der Nebenniere angelangt, die Ausschüttung von Cortisol aktivieren. Der Körper nimmt nun Sauerstoff konzentrierter auf, greift auf die energetischen Reserven zurück und gibt so Energien frei, um langanhaltend auf die Stresssituation reagieren zu können.

Welche Arten von Stress gibt es?

Es war der österreichische  Mediziner Hans Seyle (*1907 †1982), der in den 30er-Jahren des letzten Jahrtausends das Phänomen Stress erforscht hat. Er unterschied dabei als Erster zwei Arten von Stress: Den positiven Stress, der sogenannte Eustress, der den Betroffenen motivieren und anspornen kann und den negativen Stress, den sogenannten Disstress, der für den Menschen zu einem Problem werden kann, wenn er längerfristig anhält.

Zu diesen beiden Formen von Stress kann man noch zwei weitere Stressformen zählen:

  • pränatalen Stress
  • oxidativen Stress

Im Folgenden möchten wir Ihnen die verschiedenen Stressformen etwas näher erklären und auch die Gefahren aufzeigen, die mit ihnen verbunden sind.

Positiver Stress (Eustress): So gesund kann Stress sein

Bei Eustress spricht man von anregendem und stimulierendem Stress, durch Dinge, die unseren Organismus positiv beeinflussen. Zum Beispiel wenn wir aufgeregt sind und uns auf ein bestimmtes Ereignis freuen. Dann fiebert regelrecht der ganze Körper mit und man steht zwar unter Anspannung, doch fühlt sich die Anspannung gut für uns an. Man spürt das Kribbeln im ganzen Körper und ist voller Vorfreude.

Eustress kann uns auch zu erhöhter Leistung anspornen und dafür sorgen, dass wir uns selbst übertreffen. So hilft er uns zum Beispiel in Wettkampfsituationen fokussiert und konzentriert zu bleiben. Zudem schläft man besser, man fühlt sich fitter und ausgeglichener. Hätten wir gar keinen Stress, wäre unser Leben höchstwahrscheinlich eintönig und langweilig. Es gäbe keine Herausforderungen und keine aufregenden Momente oder Adrenalinkicks mehr.

Negativer Stress (Disstress): Wann wird Stress zum Problem?

Distress bezeichnet häufig auftretenden negativen, belastenden Stress. Er verursacht ein unangenehmes, belastendes Gefühl. Zum Bespiel bei Stress mit dem Partner, einem unangenehmen Gespräch mit dem Chef oder wenn man das Gefühl hat bei der Arbeit das geforderte Pensum einfach nicht erreichen zu können.

Bleibt es bei vereinzelten Stresssituationen, ist das für unseren Körper noch längst kein Problem. Damit kommt er in der Regel locker klar. Denn wenn der Stress zwischendurch immer wieder abgebaut werden kann, entspannt sich die Situation im Körper wieder.

Problematisch wird es erst bei andauerndem Stress. Dadurch wird der gesamte Organismus belastet und das kann zu Entzündungen im Darm führen. In Stresssituationen wird die Energie im Körper von den Verdauungsorganen abgezogen. Unser Puls erhöht sich, die Herzfrequenz und der Atem werden beschleunigt. Und unsere Verdauung? – Die kommt zum Erliegen. Der Nahrungsbrei wird entweder nicht weitergeleitet oder gar zu schnell. Außerdem wird die Nährstoffaufnahme gedrosselt und darüber hinaus auch die Ausschüttung von vielen notwendigen Hormonen.

Die Folge – das Gleichgewicht der empfindlichen Darmflora kippt und schädliche Mikroorganismen können sich ungehindert ausbreiten. Die guten Darmbakterien sterben ab und die Barrierefähigkeit der Darmschleimhaut wird erheblich verringert.

Wenn dieser Zustand anhält wird die Darmschleimhaut immer durchlässiger und dünner. Entzündungen können sich verstärken. Man spricht dann von entzündlichen Veränderungen der Darmschleimhaut. Unser Darm reagiert überreizt und macht unter anderem mit Symptomen wie Durchfall, Verstopfung, Blähungen oder Magenschmerzen auf sich aufmerksam. Sollte es bei Ihnen bereits soweit gekommen sein, dann empfiehlt sich eine Darmreinigung und ein anschließender Wiederaufbau der Darmflora. Wie Sie eine Darmreinigung durchführen erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Thema Darmreinigung. Alles zum Aufbau der Darmflora, erfahren Sie in unserem Darmflora-Ratgeber.

Pränataler Stress

Unter pränatalem Stress versteht man den belasteten Gefühlszustand einer werdenden Mutter und ihres ungeborenen Kindes. Hierbei muss man zwischen positivem Stress – dem Einrichten des Kinderzimmers, der Suche nach dem richtigen Namen – und negativem Stress – Ungewissheit über die Gesundheit des Babys, Erkrankungen der werdenden Mutter, Überforderung durch Beruf, Familie oder das soziale Umfeld – unterscheiden.

Über die Nabelschnur gelangen die ausgeschütteten Stresshormone in den Organismus des Kindes und können dort zu den gleichen Stress-Symptomen führen wie bei der Mutter.

Oxidativer Stress

Der Begriff oxidativer Stress beschreibt einen Zustand, in dem zu viele freie Radikale gebildet und nicht abgebaut werden können. Freie Radikale sind sehr reaktionsfreudig und in der Lage, Zellen und Erbgut zu schädigen. Bei jedem Atemzug entstehen freie Radikale – allerdings in einer natürlichen Menge.

Durch UV-Belastung, Schadstoffe in der Luft, hohe Ozonwerte, aber auch durch Rauchen, entzündliche Krankheiten oder Alkoholmissbrauch kann die Anzahl der freien Radikalen ansteigen und im Körper zu oxidativem Stress führen.

Stressfaktoren erkennen: Worin liegen häufig die Ursachen für Stress?

Stress kann durch die unterschiedlichsten Faktoren hervorgerufen werden. Oftmals kann man ihn auch gar nicht vermeiden, sondern bestenfalls erlernen, mit ihm besser umzugehen. Ein Beispiel: Eltern von Neugeborenen leiden oft unter Schlafmangel oder einem viel kürzeren Schlafrhythmus. Das kann ein Gefühl von dauerhaftem Stress zur Folge haben.

Das Schlafverhalten des Kindes wird sich erst im Laufe der Zeit verändern. Das heißt: gegen den Auslöser können die jungen Eltern nicht viel unternehmen. Sie können aber Absprachen treffen, dass immer abwechselnd einer den anstrengenden Nachtdienst übernimmt, während der andere durchschlafen kann.

Betroffene sollten grundsätzlich die Ursachen für ihr Stressgefühl ausfindig machen und mit entsprechenden Methoden daran arbeiten, Stress zu vermeiden oder ein gutes Gegengewicht – durch Entspannungastechniken oder ähnliches – zu schaffen.

Stress auf Arbeit

Ob Großraumbüro oder hoher Druck aus der Chefetage – im Arbeitsleben gibt es unendlich viele Faktoren, die zu Stress bei den Berufstätigen führen können. Die Techniker Krankenkasse (TK) gab 2016 eine große Studie zum Thema Stress in Auftrag. Demnach fühlten sich 46 Prozent der Befragten durch Schule, Studium und Beruf gestresst. Wobei sich die Männer laut Studie mit 54 % etwas gestresster fühlten als die Frauen (39 %)2.

Hier die wichtigsten Stressoren im Beruf im Überblick

  • Ständige Überstunden
  • Ersatz für kranke Kollegen
  • Mobbing
  • Konkurrenzsituation
  • Überforderung
  • Unterforderung
  • Befristete Verträge
  • Unsichere Marktsituation
  • Altersgrenzen
  • Pendeln zwischen Arbeitsort und Wohnort
  • Stress durch Rollenverteilung
  • Ständige Erreichbarkeit
  • Keine Möglichkeit, um ungestört zu arbeiten

Stress im Alltag und im Privatleben

Alltag und Familienleben – das kann nicht nur zur Work-Life-Balance beitragen, sondern auch ein weiterer Stressfaktor sein. Denn der Spagat zwischen beruflicher Karriere und der Erziehung der Kinder oder Problemen in der Partnerschaft können die Betroffenen sehr unter Druck setzen.

Als größter Stressfaktor – laut der TK Studie – galt aber bei den Befragten nicht die Erziehung von Kindern oder die Hausarbeit. Vielmehr gaben 33 % der Befragten an, durch zu viele Termine und Verpflichtungen in der Freizeit gestresst zu sein. Damit belegt der Stress im Alltag und Privatleben Platz 3 der Stressfaktoren nach der Arbeit und den hohen Ansprüchen an sich selbst (43 %)3Hier ist das Stressgefühl zwischen Männern (32 %) und Frauen (34 %) übrigens fast ausgeglichen.

Stress durch Sport

Grundsätzlich löst Sport natürlich keinen Stress aus. Ganz im Gegenteil: sportliche Betätigung hilft dabei, Stress und Stresshormone abzubauen. Was lange Zeit zunächst nur eine Hypothese war, wurde in einer Studie am Freiburger Sportinstitut bestätigt. Dort zeigte sich nämlich, dass Sportlerinnen auf künstlich erzeugten Stress weniger starke körperliche Stressreaktionen zeigten als Nicht-Sportlerinnen4.

Doch beim Sport kommt es auf zwei Faktoren an: die Dosis und die Motivation.

Denn während der eine durch eine Joggingrunde im Park frisch und erholt und vor allem deutlich weniger gestresst wirkt, kann es für den anderen zur Qual und der Druck, „ich muss Sport machen“, zu einem zusätzlichen Stressfaktor werden.

Gleichzeitig muss die Intensität stimmen. Zu viel Sport kann Stress verursachen und sogar zu Burnout-Symptomen führen. Doch woran merkt man, dass es Zuviel für den Körper wird?

  • Wenn die Sport-Einheit vor oder nach der Arbeit zu einer Verpflichtung wird
  • Wenn die Anfahrt zum Sport nur unter Zeitdruck erfolgt und dadurch womöglich eine Aufwärmphase zu kurz kommt oder ausfällt
  • Wenn der Sport zum Wettkampf wird und der Sieg und nicht der Spaß im Vordergrund stehen
  • Wenn der Sport nur unter Zeitdruck und daher mit einer noch höheren Intensität und ohne Rücksicht auf die Pulsfrequenz ausgeübt wird
  • Wenn der Körper mit Schmerzen auf die Sporteinheiten reagiert

Stresssymptome: Was passiert bei Stress im Körper?

Eine Stressreaktion läuft gewöhnlich nach einem klaren Muster ab:

Das Gehirn nimmt eine Stresssituation wahr und fährt alle Stoffwechselvorgänge augenblicklich herunter, um sämtliche Energien für die Bewältigung der Gefahrensituation einsetzen zu können.

Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol werden als Stresshormon freigesetzt und erhöhen Blutdruck, Herzschlag und Blutzucker. Die Atmung wird schneller, Gehirn und Muskeln erhalten mehr Sauerstoff.

Nun ist der Betroffene bereit, optimal mit Flucht oder Angriff reagieren zu können und gleichzeitig die geladene Energie abzubauen. Da aber die meisten Stresssituationen im modernen Alltag nicht damit bewältigt werden können oder müssen, bleibt der Druck über einen längeren Zeitraum aufrecht.

Dies beeinträchtigt den natürlichen Stoffwechsel, die Verdauung, das Immunsystem und vieles mehr im Körper. Treten vermehrt Stressphasen auf, gerät der Körper in einen Alarmzustand, der langfristig zu Beschwerden und ernsthaften Erkrankungen führen kann.

Welche körperlichen Symptome können bei Stress auftreten?

Durch ständigen Stress geht der Körper an seine Reserven, um ausreichend Energie bereitstellen zu können. Wichtige Stoffwechselreaktionen werden dabei von ihm vernachlässigt. Dieser Umstand kann körperliche Folgen nach sich ziehen. Im Folgenden haben wir Ihnen die häufigsten körperlichen Symptome bei anhaltendem Stress aufgelistet:

  • Kopfschmerzen
  • Herz-Kreislauf-Probleme: Bluthochdruck, Herzbeschwerden
  • Magen-Darm-Beschwerden: Durchfall, Magenschmerzen, harter Stuhl, Blähungen, Krämpfe, Sodbrennen
  • Schlafstörungen
  • Verspannungen, Nacken- und Rückenschmerzen
  • Vergesslichkeit
  • Sexuelle Unlust
  • Zyklusstörungen

Wie genau sich Stress auf die Verdauung auswirkt, lesen Sie in unserem Ratgeber zu diesem Thema.

Mit welchen psychischen Symptomen kann der Körper auf Stress reagieren?

Dauerhafter Stress kann auch zu psychischen Problemen bei den Betroffenen führen. Nicht nur, weil dem Körper keine Zeiten zur Regeneration eingeräumt werden und er dadurch ausbrennt. Denn es gibt eine unmittelbare Achse zwischen Gehirn und Darm – die Darm-Hirn-Achse. Studien an der Cork University in Irland haben herausgefunden, dass bestimmte Organismen in der Darmflora direkten Einfluss auf die Stimmung haben können5.

Denn die Darmbakterien stellen wichtige Bausteine für die Neurotransmitter – beispielsweise Serotonin oder Dopamin – dar, die wiederum die Stimmungslage beeinflussen können. Ist die Darmflora aufgrund von Stress nicht intakt, ist diese Umwandlung möglicherweise negativ beeinflusst und Glückshormone oder auch die Hormone für einen erholsamen Schlaf können nicht oder nicht ausreichend gebildet werden.

Aber auch ohne diesen hormonellen Negativ-Effekt kann eine ständige Überbeanspruchung und Unzufriedenheit psychisch zu einem Problem werden.

Im Folgenden haben wir Ihnen die häufigsten psychischen Symptome aufgelistet, die die Folge von dauerhaftem Stress sein können:

  • Konzentrationsstörungen, Gedächtnisbeschwerden
  • Denkschleifen nicht abschalten können
  • Depression
  • Tinnitus
  • Burnout
  • Infektionsanfälligkeit
  • Migräne
  • Blasenerkrankungen
  • Schwindel
  • Asthma
  • Gereiztheit, Aggressionen
  • Lustlosigkeit

Krank durch Stress: Die Folgen von chronischem Stress

Zwischen “sich mal kurzzeitig unter Druck gesetzt fühlen” und “langfristig unter Stress stehen” liegt ein großer Unterschied – vor allen Dingen, was die Folgen für den Körper und die Psyche betrifft. Denn bei anhaltendem Stress steht der Körper in ständiger Alarmbereitschaft und verbraucht Ressourcen. Dies macht den Betroffenen wiederum anfälliger für Krankheiten und kann schlimmstenfalls auch die Psyche angreifen.

Im Folgenden lesen Sie, wie sehr Stress die Gesundheit belastet und welche Krankheiten im Verdacht stehen, auch durch Stress ausgelöst zu werden.

Stress erhöht das Risiko für Krankheiten

Stress macht krank! Schon eine Studie aus dem Jahr 2012 im Auftrag der Bundespsychotherapeutenkammer hat ergeben, dass die Anzahl der Krankschreibungen in der Kategorie Burnout um 700 % im Vergleich zu 2004 gestiegen ist.

In 85 % der Fälle diagnostizierte der Arzt zusätzlich eine weitere psychische oder körperliche Erkrankung6.

In einer anderen Studie gaben 41 % der Befragten an, dass sie sich am Arbeitsplatz gestresst fühlen, weitere 10 % sogar, dass sie sich sehr gestresst fühlen7.

Ebenfalls im Jahr 2012 fand eine schottische Forschergruppe in einer Langzeitstudie mit 68.200 Teilnehmern heraus, dass selbst leichte stressbedingte Symptome die Wahrscheinlichkeit, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, deutlich erhöhten. Starke stressbedingte Symptome erhöhten sogar das Risiko, an Krebs zu sterben8.

Im Folgenden erfahren Sie, welche Krankheiten häufig mit einer erhöhten Stressbelastung einher gehen.

  • Diabetes
  • Prostata-Krebs
  • Brustkrebs
  • Alzheimer
  • erhöhte Sterblichkeit an kardiovaskulären Krankheiten wie Herzinfarkt
  • Depressionen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Migräne
  • Neurodermitis
  • Erkältungen
  • Herpes
  • Magengeschwüre
  • Tinnitus
  • Hörsturz
  • Schlaganfall

Burnout durch Stress

Unter einem Burnout versteht man einen körperlichen, geistigen und/oder emotionalen Erschöpfungszustand. Häufig wird ein Burnout durch eine fortlaufende Stressreaktion ausgelöst. Denn im wahrsten Sinne ist der Mensch irgendwann ausgebrannt, wenn er seine Reserven verbraucht und ständig auf Hochtouren versucht, den Stress abzuwehren.

Wie bereits erwähnt, sind vor allem berufstätige Menschen gefährdet, in die Burnout-Falle zu tappen. Hierunter sind die Berufsgruppen der Lehrer, Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Ärzte und Polizeibeamte ganz besonders hervorzuheben.

Aber auch Unzufriedenheiten und unerfüllte Erwartungen im Privatleben können dazu führen, dass der Betroffene sich gestresst fühlt und in ein Burnout rutscht.

Wie Sie Stress abbauen und vermeiden, lesen Sie in unserem Ratgeber zu dem Thema.

Autoimmunerkrankungen durch Stress: Das Leaky-Gut-Syndrom

Unter einer Autoimmunerkrankung versteht in der Medizin Krankheiten, die aufgrund eines gestörten Immunsystems auftreten. Hierbei greifen die Zellen der Immunabwehr gesunde und wichtige Zellen im Körper an und zerstören oder beschädigen diese.

Infolgedessen können Organe nicht mehr ausreichend versorgt werden und es entstehen entzündliche Prozesse. Schwerwiegende Erkrankungen können das Ergebnis sein.

Die Medizin kennt etwa 140 Autoimmunerkrankungen. Neben Infektionen und Krankheiten gilt auch Stress als ein Auslöser für Autoimmunerkrankungen. Laut einer amerikanischen Studie fand man beispielsweise heraus, dass Patienten, die an einer posttraumatischen Belastungsstörung bzw. einer stressbedingten Erkrankung litten, im Laufe der nächsten zehn Jahre ein deutlich höheres Risiko aufwiesen, eine Autoimmunerkrankung zu entwickeln9.

Zu den stressbedingten Autoimmunerkrankungen gehört unter anderem das Leaky-Gut-Syndrom. Direkt übersetzt bedeutet der Begriff „löchriger Darm“. Hierbei handelt es sich tatsächlich um eine gestörte Barriere der Darmwand.

Normalerweise bildet die Darmwand einen Schutz, damit die nützlichen Mikroorganismen, die der Körper benötigt, abgegeben werden können, schädliche Stoffe jedoch zurückgehalten werden. Hierfür verfügt der Darm über eine ausgewogene Darmflora aus vielen Millionen von Bakterien, die von der eingenommenen Nahrung leben, sich vermehren oder eben auch abgetötet werden.

Bei einem erhöhten Stressaufkommen fährt der Körper die Verdauung herunter, um all seine Energie auf die Bewältigung der Situation ausrichten zu können. Der Darm wird also nicht mit ausreichend Nährstoffen und Bakterien versorgt und dadurch anfälliger für Pilze und schädliche Mikroorganismen. Diese schädigen die Darmwand und machen sie durchlässig – das Leaky-Gut-Syndrom10.

Die Folgen können von Allergien bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen reichen. Ein durchlöcherter Darm ist in vielen Fällen irreversibel.

Stress abbauen: Wie kann ich effektiv Stress abbauen?

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK stand „Stressabbau und Stressvermeidung“ auf Platz 1 der Vorsätze für das Jahr 2018. Von 3.563 Befragten gaben allein 59 % Prozent dies als Vorhaben an. Damit ist das Thema Stressabbau und -vermeidung zum achten Mal führend bei den guten Vorsätzen11.

Eine gute Möglichkeit, um Stress abzubauen, ist es, sich regelmäßige Auszeiten zu nehmen. Auch eine bessere Organisation im Arbeitstag kann zu einer deutlichen Reduktion von Stress-Potential führen.

Doch solche kleinen Tipps und Tricks sind manchmal nicht ausreichend. Bestimmte Stress-Themen lassen sich nicht einfach ausblenden oder umorganisieren. In solchen Fällen sollte der Betroffene den Umgang mit Stress verbessern. Hierzu sind

  • Progressive Muskelrelaxation
  • Autogenes Training
  • Meditation
  • Sportliche Betätigung – massvoll
  • Pflanzliche Arzneimittel
  • Atemtherapien

als passende Techniken zu nennen.

Alles zum Thema Stressabbau sowie weitere Tipps und Empfehlungen, finden Sie in unserem passenden Ratgeber  „Stress abbauen und vermeiden“.

Ist Stressabbau eine Frage der Einstellung?

Auf diese Frage gibt es keine klare Antwort, denn die Ursachen für Stress können, wie bereits erwähnt, sowohl subjektiver als auch objektiver Natur sein.

Während man an den subjektiven Faktoren arbeiten kann, sind die objektiven oft nicht so leicht zu überwinden.

Ein Beispiel:

Eine Firma sagt ihren Mitarbeitern, dass sie drastisch Stellen abbauen müssen und die nächste Zeit sehr stark entscheiden würde, welche Arbeitsplätze gefährdet sind. Der drohende Verlust des Arbeitsplatzes und der Druck, noch mehr Leistung erbringen zu müssen, können bei den Betroffenen Stresssituationen auslösen.

Diese sind in der Regel nicht durch Entspannungstechniken zu lösen. Jeder einzelne kann jedoch schon ein kleines bisschen steuern, wie sehr ihn das Thema in Beschlag nimmt. Wird der Feierabend mit Grübelei vergeudet oder nutzt er die Zeit, um sich aktiv nach Alternativen umzusehen? Wird der drohende Verlust betrauert oder sieht man die Chance, vielleicht durch diese Situation auch einen Neuanfang zu machen?

Anders verhält es sich bei subjektiver Stresswahrnehmung.

Wer sich ständig selbst unter Druck setzt, indem er vor jeder Aufgabe sagt, „das schaffe ich sowieso nicht“, setzt sich einer selbst gewählten Stresssituation aus. Hier hilft ein aktives Umdenken: negative Formulierungen streichen und durch positive Aussagen bekräftigen, die Anspruchshaltung herunterschrauben und sich selbst loben. Manchmal kann es sogar helfen, wenn man sich mit kleinen Notizen daran erinnert, was man alles geschafft hat.

In jedem Fall sind eine gute Work-Life-Balance und eine positive Einstellung zum Leben hilfreich, um die Dinge wieder in ein besseres Licht zu rücken.

Noch ein paar Tipps zum schnellen Stressabbau:

  • Ein Spaziergang – oder eine Sporteinheit – können den Kopf mal kurz auf etwas ganz anderes lenken.
  • Lachen ist die beste Medizin – denn hierbei werden Glückshormone freigesetzt und Muskeln aktiviert. Schon ein aufgesetztes Lächeln kann dem Körper Glück vortäuschen.
  • Orangenduft entspannt und beruhigt
  • Legen Sie öfters Auszeiten ein und schaffen Sie Erholungsmomente, indem Sie das Telefon abschalten, in der Mittagspause etwas bummeln gehen oder sich eine Anwendung bei der Kosmetikerin gönnen. Solche seelischen Streicheleinheiten tun gut und machen glücklich.
  • Verbringen Sie Zeit mit der Familie und Freunden. Hier stößt man auf offene Ohren und kann sich über seine Sorgen und Ängste austauschen. Eventuell werden Denkblockaden aufgebrochen und Stress-Situationen können sich so auflösen.

Das Prinzip der Hormesis: Stark durch Stress

Der Begriff “Hormesis” lässt sich aus dem Griechischen ableiten und bedeutet so viel wie “anstoßen, anregen”. Man versteht darunter einen Abhärtungseffekt, der dadurch erzielt wird, dass dem Körper geringe Dosen einer vermeintlich schädlichen Substanz zugeführt werden, durch die der Körper dann entsprechende Abwehrmechanismen entwickelt.

Sehr bekannt ist diese Technik aus der Homöopathie. Aber auch bei Stress kann man sich bestimmte Aspekte dieser Theorie zunutze machen. So, wie die Zellen bei einer geringen Dosis einer schädlichen Substanz lernen, welche Abwehrkräfte dagegen wirken, können wir den Körper auch fit gegen Stress machen.

Wenn also innerhalb des Berufslebens eine wichtige Aufgabe vor Ihnen liegt, die sie Zeit und Kraft kostet, ist das erst einmal Stress. Doch nachdem diese Aufgabe erfolgreich bewältigt wurde, folgt eine Phase der Entspannung und Zufriedenheit – eine innere Belohnung. Es ist gut möglich, dass sich das Gehirn bei der nächsten Stresssituation an diese positive Erfahrung erinnert und weniger gestresst reagiert.

Natürlich gilt dieses Prinzip nur für Stress, der nicht langfristig auftaucht und dadurch auch positiv wahrgenommen werden kann.

Stressprävention: Wie kann ich Stress vorbeugen?

Vorsorge ist besser als Nachsorge – dieser Satz bewahrheitet sich auch bei dem Thema Stress. Wer also bei sich selbst bereits Stress-Symptome wie Reizbarkeit, Unzufriedenheit, Verspannungen und ähnliches bemerkt, der sollte schnell Methoden finden, die präventiv vor Stress schützen.

Hier können vor allem Selbstorganisation, Angstabbau, Ausbau von Entspannungstechniken, Selbstreflektion und Schärfung des Blickwinkels gute Tools sein.

Lesen Sie mehr darüber, wie Sie gezielt Stress vorbeugen können, in unserem Ratgeber.

  1. Kogler, Lydia; Müller, Veronika I.; Seidel, Eva-Maria; Boubela, Roland; Kalcher, Klaudius; Moser, Ewald; Habel, Ute; Gur, Ruben C.; Eickhoff, Simon B.; Derntl, Birgit: Sex differences in the functional connectivity of the amygdalae in association with cortisol, in: NeuroImage, Volume 134, 2016.
  2. Krankenkasse, Techniker. „Entspann dich, Deutschland. TK-Stressstudie 2016.“ (2017)
  3. Krankenkasse, Techniker. „Entspann dich, Deutschland. TK-Stressstudie 2016.“ (2017)
  4. Klaperski, S.; von Dawans, B.; Heinrichs, M.; Fuchs, R.: Does the level of physical exercise affect physiological and psychological responses to psychosocial stress in women?, in: Psychology of Sport & Exercise, Volume 14, 2013, S. 266-274. doi: 10.1016/j.psychsport.2012.11.003
  5. Yousef, Ahmed E.; Juneja, Vijay K. (Hg.): Microbial stress adaptation and food safety, CRC Press, 2002.
  6. BPtK, Bundespsychotherapeutenkammer. „BPtK-Studie zur Arbeitsunfähigkeit–Psychische Erkrankungen und Burnout.“ (2012)
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By |2019-02-08T14:57:26+02:007. Februar 2019|Stress|0 Comments

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Seit 2006 arbeite ich nicht nur in einer Apotheke sondern auch als Heilpraktikerin. Im Rahmen dieser Tätigkeit halte ich unter anderem Vorträge über naturheilkundliche Themen. Sowohl durch den ständigen Besuch von Fort- und Weiterbildungen als auch durch die Tätigkeit in meiner eigenen Praxis erweitere ich meine Erfahrung im Bereich der Naturheilkunde kontinuierlich.

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