//21 Hausmittel gegen Blähungen

21 Hausmittel gegen Blähungen

So individuell die Ursachen sein können, so individuell können sanfte Mittel gegen Blähungen helfen. Im Folgenden finden Sie 21 Tipps, die Ihnen helfen können, Ihre Beschwerden zu vermeiden, zu beseitigen oder zumindest zu lindern.

Am besten Sie probieren aus, was Ihnen persönlich guttut.

Bitte beachten Sie: Die Hausmittel und Anwendungsbeschreibungen stellen Empfehlungen und Erfahrungswerte dar. Voraussetzung für die Anwendungen ist, dass Sie unter keiner Krankheit leiden, keine kontraindizierten Medikamente einnehmen, keine Unverträglichkeiten oder Allergien gegen eines oder mehrere der genannten Mittel haben und keine Schwangerschaft vorliegt. Bei Unklarheiten bitte immer zunächst mit einem Arzt abklären, ob die Maßnahme für Sie geeignet ist.

Tipp 1: Ruhe beim Essen

In der heutigen, oft stressigen Zeit nimmt man sich nicht selten zu wenig Zeit, weil man meint, sie einfach nicht zu haben. So fällt das Mittagessen häufiger ganz aus oder wird nebenher am Schreibtisch verzehrt. Dabei geht nicht nur das Wahrnehmen dessen, was man isst verloren, man isst meist auch zu schnell.

Bei aller Liebe zum Multitasking bleibt das gezielte, bewusste Wahrnehmen dessen, was man gerade macht, auf der Strecke. Eine Mahlzeit, die in Ruhe eingenommen wird, entspannt und tut Körper und Seele gut.

Außerdem wird beim hastigen Essen zu viel Luft geschluckt,1 was sich in Form von Aufstoßen oder Blähungen äußern kann. Isst man zu schnell, lässt man dem Körper darüber hinaus nicht genug Zeit, zu signalisieren, wann man satt ist. Die Folge ist, dass man mehr isst als nötig und den Magen so überfüllt. Die Verzögerung im Verdauungsprozess zu großer Mengen an Nahrung kann dann ebenfalls zu Blähungen führen, weil die Nahrung zu lange im Körper verweilt.

Genießen Sie also Ihr Essen, sehen Sie darin ein Ritual, dass Sie bewusst wahrnehmen. Positiver Nebeneffekt: Bewusstes Essen schult die Geschmacksnerven und hilft in der Wahrnehmung, was wirklich schmeckt und guttut. Je bewusster man isst, desto bewusster achtet man vielleicht auch auf die Qualität der Lebensmittel.

Tipp 2: Stress reduzieren

Ruhepausen beugen Stress vor, der sich, wie unter Tipp 1 angesprochen, wiederum negativ auf die Verdauung auswirken kann. Ohne Stress hat der Körper genügend Kraft, sich auf das zu konzentrieren, was gerade ansteht, in diesem Fall die gezielte Nahrungsaufnahme. So kann er eine optimale Nahrungsaufnahme und -verarbeitung steuern. Hastiges Essen dagegen kann Stress verursachen, was den Körper dazu veranlasst, gegen den Stress vorzugehen und nicht alle Kraft auf die Verdauung auszurichten.

Ausführliche Informationen zum Einfluss von Stress auf die Verdauung haben wir für Sie in unserem Ratgeber bereitgestellt.

Tipp 3: Ausreichend kauen

Ebenso wichtig wie angemessene Ruhe beim Essen ist es, ausreichend zu kauen. Je besser die Nahrung im Mund zerkleinert und mit Speichel angereichert wird, desto besser verdaulich ist sie. Je grober und größer die Stücke sind, die im Magen landen, desto mehr Arbeit muss der Magen leisten. Dazu gehört die Produktion von Magensäure, um die Nahrung zu zerkleinern.

Auch wenn es gerade anfangs schwerfällt, versuchen Sie nicht, zu große Bissen zu nehmen und jeden Bissen gründlich zu kauen, bevor Sie ihn schlucken. Positiver Nebeneffekt: Sie essen langsamer und bewusster und das Sättigungsgefühl setzt ein, wenn man tatsächlich auch satt ist.

Tipp 4: Flüssigkeit in kleinen Schlucken trinken

Ebenso wie für die Nahrungsaufnahme gilt auch für die Aufnahme von Flüssigkeit: Zeit lassen und in kleinen Schlucken trinken. Das reduziert die ungewollte Aufnahme von zu viel Luft. Flüssigkeit, in kleinen Schlucken aufgenommen, kann der Körper besser verarbeiten, als große Mengen, die in einem Zug getrunken werden. Über den Tag verteilt ist zudem auf eine ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit zu achten.

Prinzipiell ist gegen Trinken beim Essen nichts einzuwenden, auch wenn man lange davon ausging, dass Flüssigkeit die Magensäure verdünnt und so die Verdauung erschwert. Im Normalfall ist dies jedoch nicht der Fall. Im Gegenteil, die Aufnahme von zusätzlicher Flüssigkeit kann Nahrung, die in ihrer Konsistenz sehr trocken und fest ist, aufquellen und weicher und damit besser verdaulich machen. So kann damit ebenfalls Verstopfung vorgebeugt werden.2

Tipp 5: Bewegung und Sport gegen Blähungen

Der Verdauungsspaziergang – früher weit verbreitet – ist leider ziemlich aus der Mode gekommen. Dabei ist leichte, moderate Bewegung nach dem Essen eine hilfreiche Unterstützung des Verdauungsapparates. Zum einen wird durch die Bewegung die Bauchmuskulatur an- und entspannt, quasi leicht massiert. Zum anderen schafft die Aufnahme von Sauerstoff Energie, die der Körper gut gebrauchen kann.

Wer es schon einmal probiert hat, der weiß, wie gut man sich nach einem kurzen, nicht anstrengenden Spaziergang nach dem Essen fühlt. Schon 20 bis 30 Minuten reichen dafür aus. Das Völlegefühl bleibt dann meist aus und man fühlt sich weniger kraftlos.

Aber auch sonst hilft moderate Bewegung gegen Blähungen. Extreme sportliche Betätigung hingegen kann sogar kontraproduktiv sein. Wird der Körper zu stark belastet, lenkt er seine Energie auf die Versorgung der Muskulatur und entzieht dem Verdauungsapparat Energie – ähnlich wie bei Stresssituationen. Eine gedrosselte Verdauung ist die Folge, Nahrung bleibt unter Umständen zu lange im Magen-Darm-Bereich, es bilden sich Fäulnisgase und Blähungen entstehen.

Yoga hingegen bringt Körper und Seele in Einklang, reduziert Stress, entspannt und sorgt für einen achtsamen Umgang mit sich selbst und dem eigenen Körper.34Es gibt sogar spezielle Übungen, die besonders geeignet sind, weil sie den Bereich des Bauchs und des Darms mobilisieren. Spezielle Übungen, wie z.B. der Windentferner (Vayu Nishkasana), helfen primär, die unangenehmen Gase loszuwerden. Es ist hier allerdings sinnvoll, im Akutfall eher allein als in der Gruppe zu üben.

Tipp 6: Feuchte Wickel gegen Blähungen

Wärme entspannt die Muskeln, das gilt auch für Magen und Darm. Feuchte Wickel5 transportieren Wärme noch besser und erhöhen so die Weitergabe auch in tiefere Bereiche des Körpers. Sie wirken entspannend und beruhigend. Wichtig ist auch hier, dass Sie aufmerksam sind, was Ihnen guttut. Der Wickel darf nicht zu heiß sein, sollte aber auch nicht zu kalt sein. Die Wärme, die sich in Ihrem Körper ausbreitet, muss gut auszuhalten und angenehm sein. Gehen Sie daher wie folgt vor:

  • sorgen Sie für einen angenehmen Untergrund, z.B. ein Bett oder ein Sofa
  • legen Sie ein dickes Handtuch unter, um den Untergrund vor Feuchtigkeit zu schützen
  • durchfeuchten Sie ein Tuch, z.B. ein dünnes Handtuch, mit sehr warmem Wasser und drücken es gut aus
  • wickeln Sie es faltenfrei um Bauch und Rücken
  • umhüllen Sie es mit einem dicken Tuch
  • decken Sie sich gut zu
  • bleiben sie ca. 30 Minuten entspannt liegen – sollte es Ihnen vor Ablauf der Zeit unangenehm werden, entfernen Sie den Wickel
  • ruhen Sie weitere ca. 15 Minuten zur Nachwirkung

Wichtig: Bei Fieber, Verdacht auf Blinddarmreizung oder -entzündung sowie anderen Beschwerden sollten Sie keine Wickel einsetzen.

Tipp 7: Wärme gegen Blähungen

Wärme6 tut immer gut. Wem der feuchte Wickel zu aufwendig ist: Wärmflaschen oder erwärmte Kirschkernkissen werden typischerweise auch bei Bauchschmerzen und Krämpfen genutzt. Auch hier gilt: Zeit nehmen, bequem hinlegen und entspannen. Noch effektiver ist eine Wärmflasche in Kombination mit feuchter Wärme. Dazu wickeln Sie die Wärmflasche einfach in ein feuchtes Tuch, legen es auf Ihren Unterbauch und decken sich gut zu.

Wichtig: Hier gelten dieselben Vorsichtsmaßnahmen wie bei feuchten Wickeln.

Tipp 8: Bauchmassagen gegen Blähungen

Zwickt der Bauch, kann eine Bauchmassage entspannend und entkrampfend wirken. Besonders wichtig ist es hierbei aber, auf Ihr “Bauchgefühl” zu hören. Die Massage sollte sehr sanft und nicht schmerzhaft sein. Außerdem sollte sie nicht direkt nach dem Essen erfolgen. Sie können dabei wie folgt vorgehen:

  • sorgen Sie dafür, dass eine angenehme Raumtemperatur herrscht
  • legen Sie sich bequem auf den Rücken
  • tasten Sie Ihren Ober- und Unterbauch vorsichtig ab
  • spüren Sie besonders empfindliche oder verhärtete Stellen auf
  • massieren Sie diese sanft mit kleinen kreisenden Bewegungen
  • massieren Sie rund um Ihren Bauchnabel im Uhrzeigersinn
  • ruhen Sie sich noch etwas aus und spüren Sie nach
  • lassen Sie überflüssige Gase entweichen

Die Wirkung kann durch eine vorherige Wärmeanwendung zur Entspannung noch verstärkt werden. Ebenso kann der Einsatz eines Massageöls die Massage angenehmer machen und den Effekt erhöhen.

Tipp 9: Fenchel, Anis und Kümmel gegen Blähungen

Fenchel, Anis und Kümmel – alles Doldenblütler – sind dank ihrer ätherischen Öle besonders wirkungsvoll sowohl zur Vorbeugung, als auch zur Beseitigung von Blähungen. Sie wirken spasmolytisch (krampflösend). Anwendung finden sie hier in verschiedenen Formen, bspw. als getrocknete Würzmischungen für Brot, als Teemischungen, Tinkturen und Öle. Salben beigemischt können die Öle zum Einreiben genutzt werden. Auch als Inhalationszusatz ist eine Nutzung möglich.

Fenchel (Foeniculum vulgare)7 findet als Gemüse- und Würzpflanze in der Küche Verwendung sowie als Heilpflanze. Die Knolle wird roh oder gekocht gegessen, der Samen als Gewürz benutzt, ebenso die Pollen. Dank seiner ätherischen Öle – hauptsächlich Anethol und Fenchon – wird er unter anderem als Heilpflanze bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt.

Der Schweizer Arzt und Naturforscher Albrecht von Haller (1708–1777) beschrieb Fenchel bereits als windzerteilend. Fenchel wird wegen seiner guten Verträglichkeit besonders gern Kindern bei Koliken und Blähungen gegeben. Neben der Nutzung in der Küche und der Verwendung als Gewürz zur Vermeidung von Blähungen wird er häufig auch als Tee zubereitet. Der Geschmack ähnelt dem von Anis. Fenchelöl findet seinen Einsatz bei äußerlicher Anwendung.

Anis (Pimpinella anisum), eine Würz- und Heilpflanze, kennen viele in Verbindung mit Spirituosen, wie Raki (türkisch) oder Ouzo (griechisch). Hauptbestandteil ist das im Anisöl enthaltene Anethol, so dass Anis ebenfalls Linderung bei Blähungen verschaffen kann.

Kümmel (Carum carvi)8 wird gern schwer verdaulichen bzw. Blähungen begünstigenden Speisen beigefügt, um sie besser verträglich zu machen. Hauptbestandteil des Kümmels ist Carvon. Kümmel wurde bereits in der Steinzeit genutzt, was archäologische Funde belegen. Er gehört damit in Europa zu den ältesten Würz- und Heilpflanzen.

Bei der Verwendung von ätherischen Ölen ist zu beachten, dass Überempfindlichkeiten möglich sind. Sie sollten nie pur, sondern immer nur verdünnt eingesetzt werden.

Tipp 10: Melisse gegen Blähungen

Die Melisse (Melissa officinalis), auch Zitronenmelisse genannt, ähnelt im Aussehen der Brennnessel. Sie kann jedoch bedenkenlos berührt werden, da sie keine Brennhaare besitzt.

Die Melisse besitzt neben Rosmarin- und Kaffeesäure ebenfalls ätherische Öle, vor allem Citral. Dadurch erhält die Melisse das leicht zitronenartige Aroma.

Melisse wird traditionell zur Beruhigung und Entspannung eingesetzt. Sie wirkt darüber hinaus krampflösend und verdauungsfördernd.

Mit Melisse können auch kalte Getränke und Speisen wunderbar aromatisiert werden.

Tipp 11: Pfefferminze gegen Blähungen

Die Pfefferminze (Mentha x piperita) zählt zu den bekanntesten Heilkräutern. Jeder kennt den Geschmack von Pfefferminze, da sie in unzähligen Bereichen eingesetzt wird. Sie enthält primär das sehr kräftige ätherische Öl Menthol sowie Linalool.

Dank ihrer antibakteriellen Wirkung ist sie Bestandteil vieler Erkältungspräparate. Aber auch im Bereich des Verdauungssystems hat sie sich sehr bewährt. Pfefferminze wird eine kühlende Wirkung zugesprochen, außerdem wirkt sie entkrampfend.

Ein Glas mit kochendem Wasser aufgebrühten frischen Pfefferminzstängeln ist im Sommer ein wunderbar erfrischendes und dank des enthaltenen Menthols trotz der Wärme des Tees nach etwa 10 Minuten Ziehzeit ein kühlendes Getränk.

Benutzt wird hierbei nahezu jede Anwendungsform, sei es frisch zubereitet in Speisen oder als Tee, getrocknet, als Öl oder als Tinktur.

Menschen mit Überempfindlichkeiten sollten im Gebrauch vorsichtig sein, da die Pfefferminze dank des starken Aromas mitunter sehr starke Überempfindlichkeitsreaktionen, wie Übelkeit oder Atemnot auslösen kann.

Tipp 12: Schafgarbe gegen Blähungen

Die Gemeine oder auch Gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium) wird als Aufguss oder als gepresster Frischpflanzensaft benutzt, häufiger ist jedoch die Zubereitung der getrockneten Bestandteile bspw. als Tee.

Ihre ätherischen Öle, unter anderem Campher und Cineol, wirken krampflösend, helfen bei Völlegefühl und besonders bei Blähungen.

Tipp 13: Tees gegen Blähungen

Tees, die sich positiv auf den Magen-Darm-Bereich auswirken, sind beliebt. Sie sind leicht zuzubereiten, entfalten durch die Wärme ihre Wirkstoffe besonders gut und verstärken – nicht zu heiß, aber auch nicht zu kalt getrunken – den gewünschten Effekt der innerlichen Entspannung.

Diese Tees können einzeln verwendet werden, besonders bewährt haben sich aber auch Teemischungen. In diesen Teemischungen werden mehrere Heilpflanzen kombiniert, um die Wirkung zu verstärken.

Alle oben genannten Heilpflanzen gibt es sowohl als Einzeltee oder auch als Bestandteil von Teemischungen. Ist eine Überempfindlichkeit gegen einen (oder mehrere) Inhaltsstoff(e) einer Teemischung bekannt, sollte man den Einzeltee bevorzugen oder sich eine individuelle Mischung zusammenstellen.

Hier ein Beispiel für eine Teemischung gegen Blähungen:

  • 60 Gramm Anissamen
  • 60 Gramm Fenchelsamen
  • 30 Gramm Kamillenblüten

Diese Mischung in eine große Tasse geben und mit kochendem Wasser übergießen, ca. 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen, abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Tipp 14: Kräuter gegen Blähungen

Neben den bereits erwähnten Kräutern und Heilpflanzen kann bereits während der Zubereitung von Speisen die Beigabe von Kräutern nicht nur den Geschmack erheblich verbessern, sondern auch die Speisen leichter bekömmlich machen.

Dazu zählen u.a.:

  • Petersilie
  • Dill
  • Liebstöckel
  • Koriander
  • Kurkuma
  • Majoran

Kommt es nach dem Essen zu Blähungen, hilft Ihnen – dank ihrer entkrampfenden Wirkung – vielleicht das Kauen einiger frischer Petersilienstängel.

Auch wenn die Gewürzmischung Kräuter der Provence9 ursprünglich gar nicht aus der Provence stammt, sind deren Bestandteile jedoch nicht nur überaus aromatisch, sondern auch sehr gut für die Verdauung. Eine typische Mischung besteht aus folgenden Kräutern:

  • Bohnenkraut
  • Lavendel
  • Oregano
  • Rosmarin
  • Thymian

Am aromatischsten und wirkungsvollsten ist natürlich die Verwendung frischer Kräuter, die selbst auf einem kleinen Balkon im Topf gezogen werden können. Sie sollten ihren festen Platz in Ihrer Küche finden.

Tipp 15: Ingwer und Galgant gegen Blähungen

Bereits Hildegard von Bingen (1098–1179), eine deutsche Nonne, Gelehrte und Naturheilkundlerin, wusste Ingwer und Galgant bei Blähungen einzusetzen.

Ingwer (Zingiber officinale) ist eine Wurzel, die als Heil- und Würzmittel eingesetzt wird. Echter Galgant (Alpinia officinarum) gehört ebenso zur Familie der Ingwergewächse, ist bei uns jedoch weniger verbreitet als Ingwer.

Beide werden zur Aromatisierung von Speisen und Getränken eingesetzt, sie schmecken kräftig-würzig und aufgrund des enthaltenen Gingerol auch scharf. In der Heilkunde finden sie u.a. Verwendung bei Magen-Darm-Beschwerden. Dazu wird bei Bedarf ein Ingwertee aufgebrüht und getrunken. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • nehmen Sie ein etwa kirschgroßes Stück Ingwer
  • schneiden Sie ihn klein oder reiben Sie ihn in eine große Tasse oder ein Teeglas
  • übergießen Sie ihn mit kochendem Wasser
  • lassen Sie den Ingwertee 5 bis 10 Minuten abgedeckt ziehen
  • entfernen Sie den Ingwer, indem Sie ihn durch ein feines Sieb gießen
  • trinken Sie den Ingwertee in kleinen Schlucken, nicht zu heiß, aber auch nicht zu kalt
  • 2- bis 3-mal täglich

Es gibt auch fertige Teepräparate mit Ingwer zu kaufen.

Bei Schwangerschaft, während der Stillzeit und bei Gallensteinen sollten Sie vor dem Gebrauch von Ingwertee ärztliche Rücksprache nehmen.

Tipp 16: Apfelessig gegen Blähungen

Apfelessig wird aus Apfelwein hergestellt, der unter Zugabe von Essigsäurebakterien zu Essigsäure fermentiert.

Zu den Inhaltsstoffen von Apfelessig zählen u.a.:

  • Vitamin B-Komplex
  • Vitamin C
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Kalium
  • Tannin

Apfelessig wird eine entgiftende und entschlackende Wirkung zugeschrieben, er regt den Speichelfluss und die Verdauung an. Im Darm kann er bspw. Fäulnisbakterien bekämpfen. Schon der Naturheilkundler und Hydrotherapeut Sebastian Kneipp (1821–1897) wusste um die gesundheitsfördernde Wirkung von Apfelessig. Außerdem kann er den Säure-Basen-Haushalt ausgleichen und so z.B. Sodbrennen bekämpfen.

Ein bis zwei Esslöffel Bio-Apfelessig10 in ein Glas zimmerwarmes Wasser eingerührt, kann vorbeugend vor den Mahlzeiten getrunken werden, ebenso im Akutfall bei Blähungen.

Gern wird Apfelessig dank seiner meist relativ milden Säure in der Küche benutzt, so z.B. für Salatdressings.

Zu beachten ist, dass der häufige, regelmäßige Konsum von Essig aufgrund der Säure zu Zahnschmelzverlust führen kann.

Tipp 17: Knoblauch gegen Blähungen

Knoblauch (Allium sativum) ist den meisten als Zutat in der Küche bekannt. Charakteristisch ist das starke Aroma, verursacht durch schwefelhaltige chemische Verbindungen und Allicin.

Beim Verzehr von Knoblauch scheiden sich die Geister. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Viele stören sich an den Ausdünstungen nach dem Knoblauchverzehr, denn die stark riechenden Abbauprodukte werden nicht nur über den Mund bzw. die Atemluft abgegeben, sondern auch über die Haut.

Auch beim Einsatz von Knoblauch als positive Magen-Darm-Stimulanz gehen die Meinungen auseinander. Er wirkt sich zwar positiv auf die Darmflora aus, da er unter anderem antibakteriell wirkt, wird aber auch häufig als Blähungen begünstigendes Lebensmittel aufgeführt.

Hier scheint die Wirkung unterschiedlich zu sein und sollte individuell getestet und bewertet werden. Gegen einen gemäßigten Einsatz als Aromamittel für Speisen ist jedoch zumeist nichts einzuwenden.

Nach dem Genuss von Mundgeruch begünstigenden Lebensmitteln können übrigens Präparate mit Chlorophyll helfen, die als Kautabletten bzw. in Drageeform frei verkäuflich angeboten werden.

Tipp 18: Bitterstoffe gegen Blähungen

Der Mensch kann dank verschiedener Rezeptoren im Mund- und Rachenbereich fünf Geschmacksrichtungen unterscheiden (gustatorische Wahrnehmung): bitter, süß, sauer, salzig und umami, ein sehr würziger Geschmack, der in Verbindung mit Glutamat gebracht wird.

Während süß gemeinhin als positiv und unbedenklich eingestuft wird, wird bitter ambivalent wahrgenommen. Die meisten Kleinkinder mögen einen bitteren Geschmack nicht.11 Das hat evolutionsgeschichtliche und genetische Gründe. Bei bitterer und saurer Nahrung war von jeher Vorsicht geboten, da sie giftig, verdorben oder unreif und damit schädlich sein konnten.

Unsere Vorfahren hatten noch keine Zutatenliste oder Internet, um nachzusehen, ob diese Beeren oder jene Wurzel genießbar waren oder nicht. Daher mussten sie sich auf ihren (auch geschmacklichen) Instinkt verlassen.

Kräuterliköre und -schnäpse bzw. Kräuteransätze – meist sehr bitter und daher zum Teil mit Zucker versetzt – werden jedoch gern als Digestif besonders nach fettigem Essen getrunken. Sie sollen die Verdauung anregen (erhöhte Produktion von Magensäure) und Völlegefühl und Blähungen vorbeugen. Hierbei ist aber zu bedenken, dass Alkohol (ebenso wie Zucker) die Verdauung eher hemmt, als fördert. So erfüllt ein ungesüßter Espresso diese Aufgabe ebenfalls.

Es gibt alternativ zudem viele Präparate, die nach dem Essen eingenommen mindestens den gleichen Effekt haben. Hauptbestandteile dieser Produkte sind meist verdauungsfördernde, bittere Pflanzenauszüge, die bspw. die Gallen- und Lebertätigkeit anregen, um Fette besser zu verarbeiten und Blähungen vorzubeugen. Typische Kräuter und Pflanzen sind hier:

  • Löwenzahn
  • Artischocke
  • Angelikawurzel
  • Wacholderbeeren
  • Tausendgüldenkraut

Bitterstoffe kommen darüber hinaus in einigen Salat- und Gemüsesorten vor. Diese werden bei modernen Züchtungen jedoch häufig weggezüchtet oder zumindest erheblich reduziert, da viele Menschen Bitterstoffe nur in sehr kleinen Mengen zu sich nehmen möchten. Sie sollten aber trotzdem auf jedem Speiseplan stehen, da sie sehr gesund sind.

Typische Salate und Gemüse sind:

  • Radicchio
  • Chicorée
  • Rosenkohl
  • Rucola/Rauke
  • Artischocke
  • Endiviensalat

Tipp 19: Heilerde gegen Blähungen

Heilerden gehören zu den Mineralerden und bestehen meist aus Löss. In einer sehr fein gemahlenen Pulverform können sie dank ihrer sehr feinen Beschaffenheit und damit verbundenen großen Oberfläche große Mengen an Schadstoffen binden (Adsorption).

Innerlich findet dies bspw. im Magen-Darm-Bereich Anwendung. Hier werden Heilerden unter anderem speziell bei Durchfallerkrankungen, aber auch allgemein bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt.

Äußerlich helfen Heilerden bei verschiedenen Hautproblemen, die reinigende Wirkung wird auch in der Kosmetik genutzt.

Neben der bindenden Wirkung geben Heilerden eine Vielzahl an positiven Inhaltsstoffen – in erster Linie Mineralien – an den Körper ab, allen voran Kieselsäure. Kieselsäure unterstützt das Wachstum von Haaren, Zähnen und Nägeln und wirkt sich positiv auf unser Immunsystem aus.

Heilerden nehmen also schlechte Substanzen auf, binden sie und geben im Gegenzug gute Substanzen an den Körper ab, die seine Funktionalität unterstützen.

Bei funktionellen Magen-Darm-Störungen kann eine kurmäßige Anwendung über mehrere Wochen hinweg die Ursachen – und damit auch Symptome, wie Blähungen – lindern oder beseitigen.12

Heilerden werden als Pulver zum Einrühren in Flüssigkeit, als Granulat oder in Kapselform angeboten. Die Einnahme sollte laut Beipackzettel erfolgen, Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen sind zu beachten. Wichtig ist z.B. auch ein zeitlicher Abstand zur Einnahme von Medikamenten, da die Wirkstoffe bestimmter Medikamente ebenfalls von der Heilerde aufgenommen und gebunden werden könnten, was dann aber die Wirkung des Medikaments verringern kann.

Tipp 20: Aktivkohle gegen Blähungen

Aktivkohle (Carbo medicinalis) sollte in jedem Haushalt zu finden sein. Sie wird klassisch bei Durchfall eingesetzt, kann aber sogar bei oralen Vergiftungen (aber bitte erst nach Rücksprache mit einem Notarzt oder dem Giftinformationszentrum)13 eine sehr wichtige Sofortmaßnahme darstellen.

Inzwischen wurde Aktivkohle auch für den kosmetischen Bereich entdeckt. Sie ist u.a. in Shampoos, Hautcremes und Zahnpasta zu finden.

Aktivkohle ähnelt in ihrer Wirkungsweise den Heilerden. Auch hier sorgt eine sehr große Oberfläche dank ihrer porösen, schwammartigen Struktur für eine sehr hohe Aufnahmefähigkeit von Schadstoffen.

Allerdings kann Aktivkohle – ebenso wie Heilerde – nicht zwischen guten Stoffen, wie Vitaminen und Mineralien und Schadstoffen unterscheiden. Daher sollte sie nur im Bedarfsfall und nur gemäß Beipackzettel verwendet werden.

Tipp 21: Flohsamen gegen Blähungen

Flohsamen, genauer gesagt Flohsamenschalen, gehören zur Gattung des Strauchwegerich (Plantago ovata). Sie bestehen aus wasserlöslichen Ballaststoffen, quellen in Verbindung mit Flüssigkeit stark auf und produzieren einen stark bindenden Schleim.

Flohsamenschalen erfüllen innerlich eingenommen zweierlei Funktionen, sie binden bei Durchfall Wasser und festigen so den Stuhl. Sie helfen jedoch auch bei Verstopfung, indem sie den Stuhl geschmeidiger machen. Präparate mit Flohsamenschalen sind meist in Kapselform käuflich erhältlich. Es gibt sie aber auch in loser Form. Wichtig ist die gleichzeitige Aufnahme von viel Flüssigkeit, da die Flohsamenschalen stark aufquellen.

Nicht eingenommen werden dürfen Flohsamen bei einem Darmverschluss.

Als Mittel zur Darmwandreinigung werden Flohsamenschalen ebenfalls dank ihrer starken Bindungsfähigkeit eingesetzt. Näheres hierzu finden Sie in unserem Ratgeber zum Thema Darmreinigung. 

Studien zufolge helfen Flohsamenschalen bei einem Reizdarm sowie bei Blähungen und damit verbundenen Schmerzen

Quellen

  1. Bloating – causes and treatments, Dtsch Arztebl 2005; 102(47): A-3264 / B-2758 / C-2579
  2. https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/blaehungen-ursachen-symptome-behandlung-vorbeugen-a-1153385.html
  3. https://www.yoga-vidya.de/fileadmin/yv/Yogatherapie/Reihen_PDFs/Yoga_bei_Reizdarm.pdf
  4. https://www.we-go-wild.com/die-besten-yogauebungen-gegen-einen-aufgeblaehten-bauch
  5. http://www.die-natur-hilft.de/Bauchwickel-warm
  6. https://www.lefax.de/de/verdauung/behandeln/hausmittel-blaehungen
  7. https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/fenchel/24101
  8. http://www.klostermedizin.de/index.php/heilpflanzen/arzneipflanze-des-jahres/63-arzneipflanze-des-jahres-2016-echter-kuemmel-carum-carvi
  9. https://www.planet-wissen.de/kultur/westeuropa/provence_landschaft_der_duefte/pwiekraeuterderprovence100.html
  10. https://kneipp.ch/wp-content/uploads/2014/05/Apfelessig-Anwendungen.pdf
  11. http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/ernaehrung-fuer-kinder-vorsicht-bitter-achtung-sauer-a-864814.html
  12. https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0033-1357650
  13. https://www.aerzteblatt.de/archiv/19718/Aktivkohle-Sofortmassnahme-bei-oralen-Vergiftungen
By |2019-05-16T14:43:16+02:0029. April 2019|Verdauung|0 Comments

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Seit 2006 arbeite ich nicht nur in einer Apotheke sondern auch als Heilpraktikerin. Im Rahmen dieser Tätigkeit halte ich unter anderem Vorträge über naturheilkundliche Themen. Sowohl durch den ständigen Besuch von Fort- und Weiterbildungen als auch durch die Tätigkeit in meiner eigenen Praxis erweitere ich meine Erfahrung im Bereich der Naturheilkunde kontinuierlich.

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