✓ Deutsche Versandapotheke ✓ Über 500.000 Kunden ✓ BIO-zertifizert ✓ Einzigartiges Sortiment
//21 Hausmittel gegen Blähungen

So individuell die Ursachen sein können, so individuell können sanfte Mittel gegen Blähungen helfen. Im Folgenden finden Sie 21 Tipps, die Ihnen helfen können, Ihre Beschwerden zu vermeiden, zu beseitigen oder zumindest zu lindern:

  1. Durch Ruhe beim Essen schlucken Sie weniger Luft und können so Blähungen vermeiden.
  2. Stress wirkt sich negativ auf die Verdauung aus und kann so Blähungen hervorrufen.
  3. Ausreichend kauen beim Essenerleichtert das Verdauen der Speisen und kann so Blähungen vorbeugen.
  4. Wenn Sie Flüssigkeit in kleinen Schlucken trinken, können Sie hier – ähnlich wie bei der Aufnahme von Nahrung – das unbeabsichtigte Schlucken von Luft vermeiden.
  5. Auch Bewegung und moderater Sport kann nach dem Essen den Verdauungsprozess unterstützen.
  6. Wärme kann krampflindernd wirken und auch Bauchschmerzen lindern.
  7. Feuchte Wickel können Wärme noch besser transportieren und hier ebenfalls für Linderung sorgen.
  8. Bauchmassagen können bei Blähungen entspannend und entkrampfend wirken.

Darüber hinaus gibt es aber auch einige Lebensmittel, die als Hausmittel zum Einsatz kommen können:

  1. Fenchel, Anis und Kümmel sind mit ihren ätherischen Ölen besonders effektiv und sowohl zur Vorbeugung als auch Linderung von Blähungen geeignet.
  2. Melisse werden krampflösende und verdauungsfördernde Eigenschaften zugeschrieben.
  3. Pfefferminze werden vor allem entkrampfende Eigenschaften zugesprochen.
  4. Schafgarbe kommt durch die krampflösenden Effekte der enthaltenen ätherischen Öle vor allem bei Völlegefühl und Blähungen zum Einsatz.
  5. Tee kann in verschiedenen Zusammensetzungen – insbesondere mit Anis, Fenchel oder Kamille – gegen Blähungen eingesetzt werden.
  6. Kräuter wie Petersilie, Dill oder Liebstöckel machen Speisen leichter bekömmlich und können so Ihren Beitrag zur Vorbeugung von Blähungen leisten.
  7. Ingwer und Galgant werden häufig in Speisen zur Aromatisierung oder als Tee bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt.
  8. Apfelessig soll nicht nur entgiftende und entschlackende Eigenschaften besitzen
  9. Knoblauch wird zwar ein positiver Effekt auf die Darmflora zugeschrieben, kann aber Blähungen auch begünstigen. Hier sollten Sie sprichwörtlich “auf Ihren Bauch hören”.
  10. Bitterstoffe sollen die Gallen- und Lebertätigkeit anregen und somit auch Blähungen vorbeugen können.
  11. Flohsamen kommen insbesondere bei Durchfall und Verstopfung zum Einsatz.
  12. Sogenannte Heilerden sollen – innerlich angewendet – kann schlechte Substanzen binden und so u.a. auch Blähungen lindern.
  13. Aktivkohle wird klassisch bei Vergiftungen eingesetzt. Hier sollte der Einsatz je nach Anwendungsfall geprüft werden.

Bitte beachten Sie: Die Hausmittel und Anwendungsbeschreibungen stellen Empfehlungen und Erfahrungswerte dar. Voraussetzung für die Anwendungen ist, dass Sie unter keiner Krankheit leiden, keine kontraindizierten Medikamente einnehmen, keine Unverträglichkeiten oder Allergien gegen eines oder mehrere der genannten Mittel haben und keine Schwangerschaft vorliegt. Bei Unklarheiten sollten Sie zunächst mit einem Arzt abklären, ob die Maßnahme für Sie geeignet ist.

 

Tipp 1: Ruhe beim Essen

In der heutigen, oft stressigen Zeit fällt das Mittagessen häufiger ganz aus oder wird nebenher am Schreibtisch verzehrt. Dabei geht nicht nur das Wahrnehmen dessen, was man isst, verloren, man isst meist auch zu schnell.

Das gezielte, bewusste Wahrnehmen dessen, was man gerade macht, bleibt auf der Strecke. Eine Mahlzeit, die in Ruhe eingenommen wird, entspannt und tut Körper und Seele gut.

Außerdem wird beim hastigen Essen zu viel Luft geschluckt,1 was sich in Form von Aufstoßen oder Blähungen äußern kann. Isst man zu schnell, lässt man dem Körper darüber hinaus nicht genug Zeit, zu signalisieren, wann man satt ist. Die Folge ist, dass man mehr isst als nötig und den Magen so überfüllt. Die Verzögerung im Verdauungsprozess bei der Verarbeitung zu großer Mengen an Nahrung kann dann ebenfalls zu Blähungen führen.

Genießen Sie also Ihr Essen, sehen Sie darin ein Ritual, dass Sie bewusst wahrnehmen. Positiver Nebeneffekt: Bewusstes Essen schult die Geschmacksnerven und hilft in der Wahrnehmung dessen, was gut schmeckt und guttut. Je bewusster man isst, desto bewusster achtet man auch auf die Qualität der Lebensmittel.

Tipp 2: Stress reduzieren

Ruhepausen beugen Stress vor, der sich, wie unter Tipp 1 angesprochen, wiederum negativ auf die Verdauung auswirken kann. Ohne Stress hat der Körper genügend Kraft, sich auf die gezielte Nahrungsaufnahme zu konzentrieren und die Nahrungsaufnahme und -verarbeitung optimal zu steuern. Hastiges Essen dagegen kann Stress verursachen, was den Körper dazu veranlasst, gegen den Stress vorzugehen und nicht alle Kraft auf die Verdauung auszurichten.

Ausführliche Informationen zum Einfluss von Stress auf die Verdauung haben wir für Sie in unserem Ratgeber bereitgestellt.

Tipp 3: Ausreichend kauen

Ebenso wichtig ist ausreichendes Kauen. Je besser die Nahrung im Mund zerkleinert und mit Speichel angereichert wird, desto verdaulicher ist sie. Je grober und größer die Stücke sind, desto mehr Arbeit muss der Magen leisten, um die Nahrung zu verdauen, zum Beispiel durch die vermehrte Produktion von Magensäure.

Versuchen Sie nicht, zu große Bissen zu nehmen und bemühen Sie sich, jeden Bissen gründlich zu kauen, bevor Sie ihn schlucken. Positiver Nebeneffekt: Sie essen langsamer und bewusster und das Sättigungsgefühl setzt ein, wenn Sie tatsächlich auch satt sind.

Tipp 4: Flüssigkeit in kleinen Schlucken trinken

Gleiches, wie für die Nahrungsaufnahme, gilt auch für die Aufnahme von Flüssigkeit: Zeit lassen und in kleinen Schlucken trinken. Das reduziert die ungewollte Aufnahme von zu viel Luft. Flüssigkeit, in kleinen Schlucken aufgenommen, kann der Körper besser verarbeiten, als große Mengen, die in einem Zug getrunken werden. Achten Sie jedoch auf die ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit.

Prinzipiell ist gegen Trinken während des Essens nichts einzuwenden, auch wenn man lange vom Gegenteil ausging. Die Aufnahme von zusätzlicher Flüssigkeit kann Nahrung, die in ihrer Konsistenz sehr trocken und fest ist, aufquellen und weicher und besser verdaulich machen. So kann ebenfalls Verstopfung vorgebeugt werden.2

Tipp 5: Bewegung und Sport gegen Blähungen

Der Verdauungsspaziergang ist leider aus der Mode gekommen. Dabei ist leichte, moderate Bewegung nach dem Essen eine hilfreiche Unterstützung des Verdauungsapparates. Zum einen wird durch die Bewegung die Bauchmuskulatur an- und entspannt, quasi leicht massiert. Zum anderen schafft die Aufnahme von Sauerstoff Energie, die der Körper gut gebrauchen kann.

Nach einem kurzen, nicht anstrengenden Spaziergang nach dem Essen fühlt man sich wohl. Schon 20 bis 30 Minuten genügen. Das Völlegefühl bleibt dann meist aus und man fühlt sich weniger kraftlos.

Moderate Bewegung hilft grundsätzlich gegen Blähungen. Extreme sportliche Betätigung hingegen kann kontraproduktiv sein. Wird der Körper zu stark belastet, lenkt er seinen Fokus auf die Versorgung der Muskulatur und entzieht dem Verdauungsapparat Energie – ähnlich wie in Stresssituationen. Eine gedrosselte Verdauung ist die Folge, Nahrung bleibt unter Umständen zu lange im Magen-Darm-Bereich, es bilden sich Fäulnisgase und Blähungen entstehen.

Yoga hingegen bringt Körper und Seele in Einklang, reduziert Stress, entspannt und sorgt für einen achtsamen Umgang mit sich selbst und dem eigenen Körper.34Es gibt spezielle Übungen, die besonders geeignet sind, weil sie den Bereich des Bauches und des Darmes mobilisieren. Spezielle Übungen, wie z.B. der Windentferner (Vayu Nishkasana), helfen primär, die unangenehmen Gase loszuwerden. Es ist hier allerdings sinnvoll, im Akutfall eher allein als in der Gruppe zu üben.

NUX VOMICA D 6 DHU Glob.bei Erkr.d.Verdauungsorg. 2-4 Werktage
von DHU-Arzneimittel GmbH & Co. KG
Artikelnummer:14042947 Packungsgröße 10 g zum Shop
bio-apo.de - natürlich, fair und günstig
IBEROGAST flüssig 2-4 Werktage von Bayer Vital GmbH Artikelnummer:13584830 Packungsgröße 100 ml zum Shop
bio-apo.de - natürlich, fair und günstig
CARMENTHIN bei Verdauungsstörungen msr.Weichkaps. 2-4 Werktage
von Dr.Willmar Schwabe GmbH & Co.KG
Artikelnummer:01124690 Packungsgröße 42 St zum Shop
bio-apo.de - natürlich, fair und günstig

Tipp 6: Wärme gegen Blähungen

Wärme5 tut immer gut. Wärmflaschen oder erwärmte Kirschkernkissen werden typischerweise auch bei Bauchschmerzen und Krämpfen genutzt. Auch hier gilt: Zeit nehmen, bequem liegen und entspannen. Noch effektiver ist eine Wärmflasche in Kombination mit feuchter Wärme. Dazu wickeln Sie die Wärmflasche in ein feuchtes Tuch, legen beides auf Ihren Unterbauch und decken sich gut zu.

Wichtig: Bei Fieber, Verdacht auf Blinddarmreizung oder -entzündung sowie anderen Beschwerden sollten Sie keine Wärme einsetzen.

Tipp 7: Feuchte Wickel gegen Blähungen

Wärme entspannt die Muskeln, das gilt auch für Magen und Darm. Feuchte Wickel6 transportieren Wärme noch besser und erhöhen so die Weitergabe auch in tiefere Bereiche des Körpers. Sie wirken entspannend und beruhigend. Wichtig ist auch hier die Sensibilität:. Der Wickel darf nicht zu heiß, aber auch nicht zu kalt sein. Die Wärme, die sich in Ihrem Körper ausbreitet, muss angenehm sein. Gehen Sie daher wie folgt vor:

  • sorgen Sie für einen angenehmen Untergrund, z.B. ein Bett oder ein Sofa
  • legen Sie ein dickes Handtuch unter, um den Untergrund vor Feuchtigkeit zu schützen.
  • durchfeuchten Sie z.B. ein dünnes Handtuch mit sehr warmem Wasser und drücken Sie es gut aus
  • wickeln Sie es faltenfrei um Bauch und Rücken
  • umhüllen Sie es mit einem dicken Tuch
  • decken Sie sich gut zu
  • bleiben sie ca. 30 Minuten entspannt liegen – sollte es Ihnen vor Ablauf der Zeit unangenehm werden, entfernen Sie den Wickel
  • ruhen Sie weitere ca. 15 Minuten zur Nachwirkung

Wichtig: Hier gelten dieselben Vorsichtsmaßnahmen wie bei Tipp 6.

Tipp 8: Bauchmassagen gegen Blähungen

Zwickt der Bauch, kann eine Bauchmassage entspannend und entkrampfend wirken. Besonders wichtig ist auch hierbei Sensibilität: Die Massage sollte sehr sanft und nicht schmerzhaft sein und nicht direkt nach dem Essen erfolgen. Sie können dabei wie folgt vorgehen:

  1. sorgen Sie dafür, dass eine angenehme Raumtemperatur herrscht
  2. legen Sie sich bequem auf den Rücken
  3. tasten Sie Ihren Ober- und Unterbauch vorsichtig ab
  4. spüren Sie besonders empfindliche oder verhärtete Stellen auf
  5. massieren Sie diese sanft mit kleinen kreisenden Bewegungen
  6. massieren Sie rund um Ihren Bauchnabel im Uhrzeigersinn
  7. ruhen Sie sich noch etwas aus.
  8. lassen Sie überflüssige Gase entweichen.

Die Wirkung kann durch eine vorherige Wärmeanwendung zur Entspannung noch verstärkt werden. Der Einsatz eines Massageöls kann die Massage angenehmer machen und den Effekt erhöhen.

Tipp 9: Fenchel, Anis und Kümmel gegen Blähungen

Fenchel, Anis und Kümmel – alles Doldenblütler – sind dank ihrer ätherischen Öle besonders wirkungsvoll, sowohl zur Vorbeugung, als auch zur Beseitigung von Blähungen. Sie wirken krampflösend. Anwendung finden sie bspw. als getrocknete Würzmischungen für Brot, als Teemischungen, Tinkturen und Öle und als Zusatz in Salben. Auch als Inhalationszusatz sind sie nutzbar.

  • Fenchel (Foeniculum vulgare)7 findet als Gemüse- und Würzpflanze, sowie als Heilpflanze Verwendung. Die Knolle wird roh oder gekocht gegessen, der Samen als Gewürz benutzt. Dank seiner ätherischen Öle – hauptsächlich Anethol und Fenchon – wird er unter anderem als Heilpflanze bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt.
    Fenchel wird wegen seiner guten Verträglichkeit besonders gern Kindern bei Koliken und Blähungen verabreicht. Neben der Nutzung in der Küche und der Verwendung als Gewürz zur Vermeidung von Blähungen, wird er häufig auch als Tee zubereitet. Der Geschmack ähnelt dem von Anis. Fenchelöl findet seinen Einsatz bei äußerlicher Anwendung.
  • Anis (Pimpinella anisum), eine Würz- und Heilpflanze, kennen viele in Verbindung mit Spirituosen, wie Raki (türkisch) oder Ouzo (griechisch). Hauptbestandteil ist das im Anisöl enthaltene Anethol, so dass Anis ebenfalls Linderung bei Blähungen verschaffen kann.
  • Kümmel (Carum carvi)8 wird gern schwer verdaulichen bzw. Blähungen begünstigenden Speisen beigefügt, um sie besser verträglich zu machen. Hauptbestandteil des Kümmels ist Carvon. Kümmel gehört in Europa zu den ältesten Würz- und Heilpflanzen.

Bei der Verwendung von ätherischen Ölen ist zu beachten, dass Überempfindlichkeiten möglich sind. Sie sollten immer verdünnt eingesetzt werden.

Tipp 10: Melisse gegen Blähungen

Melisse (Melissa officinalis), auch Zitronenmelisse genannt, ähnelt im Aussehen der Brennnessel. Sie kann jedoch bedenkenlos berührt werden, da sie keine Brennhaare besitzt.

Melisse besitzt neben Rosmarin- und Kaffeesäure ebenfalls ätherische Öle, vor allem Citral. Dadurch erhält die Melisse das leicht zitronenartige Aroma. Melisse wird traditionell zur Beruhigung und Entspannung eingesetzt. Sie wirkt darüber hinaus krampflösend und verdauungsfördernd.

Mit Melisse können auch kalte Getränke und Speisen aromatisiert werden.

Tipp 11: Pfefferminze gegen Blähungen

Die Pfefferminze (Mentha x piperita) zählt zu den bekanntesten Heilkräutern, sie wird in zahlreichen Bereichen eingesetzt. Sie enthält das sehr kräftige ätherische Öl Menthol sowie Linalool.

Dank ihrer antibakteriellen Eigenschaften ist sie Bestandteil vieler Erkältungspräparate. Aber auch im Bereich des Verdauungssystems hat sie sich sehr bewährt. Pfefferminze wird eine kühlende Wirkung zugesprochen, außerdem wirkt sie entkrampfend.

Ein Glas frisch aufgebrühter Pfefferminztee ist auch im Sommer ein kühlendes Getränk. Pfefferminze wird, sei es frisch zubereitet in Speisen oder als Tee, getrocknet, als Öl oder als Tinktur. Menschen mit Überempfindlichkeiten sollten im Gebrauch vorsichtig sein, da die Pfefferminze Reaktionen wie Übelkeit oder Atemnot auslösen kann.

Tipp 12: Schafgarbe gegen Blähungen

Die Gemeine oder auch Gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium) wird als Aufguss oder als gepresster Frischpflanzensaft benutzt, häufiger ist jedoch die Zubereitung der getrockneten Bestandteile bspw. als Tee.

Ihre ätherischen Öle, unter anderem Campher und Cineol, wirken krampflösend, helfen bei Völlegefühl und Blähungen.

 

Tipp 13: Tees gegen Blähungen

Tees sind leicht zuzubereiten, entfalten durch die Wärme ihre Wirkstoffe besonders gut und verstärken – nicht zu heiß und nicht zu kalt getrunken – den gewünschten Effekt der innerlichen Entspannung.

Diese Tees können einzeln verwendet werden, besonders bewährt haben sich aber auch Teemischungen. In Teemischungen werden mehrere Heilpflanzen kombiniert, um die Wirkungen zu verstärken.

Alle oben genannten Heilpflanzen gibt es sowohl als Einzeltee als auch als Bestandteil von Teemischungen. Ist eine Überempfindlichkeit gegen einen (oder mehrere) Inhaltsstoff(e) einer Teemischung bekannt, sollte man den Einzeltee bevorzugen oder sich eine individuelle Mischung zusammenstellen.

Hier ein Beispiel für eine Teemischung gegen Blähungen:

  • 60 Gramm Anissamen
  • 60 Gramm Fenchelsamen
  • 30 Gramm Kamillenblüten

Alle Tees in der Regel ca. 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen, abseihen und in kleinen Schlucken trinken!

Tipp 14: Kräuter gegen Blähungen

Bereits während der Zubereitung von Speisen kann die Beigabe von Kräutern nicht nur den Geschmack verbessern, sondern auch die Speisen leichter bekömmlich machen.

Dazu zählen:

  • Petersilie
  • Dill
  • Liebstöckel
  • Koriander
  • Kurkuma
  • Majoran

Auch wenn die Gewürzmischung Kräuter der Provence9 ursprünglich gar nicht aus der Provence stammt, sind deren Bestandteile nicht nur überaus aromatisch, sondern auch vorteilhaft für die Verdauung. Eine typische Mischung besteht aus folgenden Kräutern:

  • Bohnenkraut
  • Lavendel
  • Oregano
  • Rosmarin
  • Thymian

Frischer Kräuter, zu Hause  auf dem Balkon gezogen, sollten ihren festen Platz in Ihrer Küche finden.

Tipp 15: Ingwer und Galgant gegen Blähungen

Ingwer (Zingiber officinale) ist eine Wurzel, die als Heil- und Würzmittel eingesetzt wird. Echter Galgant (Alpinia officinarum) gehört ebenso zur Familie der Ingwergewächse, ist bei uns jedoch weniger verbreitet als Ingwer.

Beide werden zur Aromatisierung von Speisen und Getränken eingesetzt, sie schmecken kräftig-würzig und aufgrund des enthaltenen Gingerol auch scharf. In der Heilkunde finden sie u.a. als Ingwertee Verwendung bei Magen-Darm-Beschwerden. Gehen Sie bei der Zubereitung wie folgt vor:

  • nehmen Sie ein etwa kirschgroßes Stück Ingwer
  • schneiden Sie ihn klein oder verreiben Sie ihn
  • übergießen Sie ihn mit kochendem Wasser
  • lassen Sie den Ingwertee 5 bis 10 Minuten abgedeckt ziehen
  • entfernen Sie den Ingwer, indem Sie ihn durch ein feines Sieb gießen
  • trinken Sie den Ingwertee in kleinen Schlucken, nicht zu heiß, aber auch nicht zu kalt
  • trinken Sie ihn 2- bis 3-mal täglich

Es gibt auch fertige Teepräparate mit Ingwer zu kaufen. Bei Schwangerschaft, während der Stillzeit und bei Gallensteinen sollten Sie vor dem Gebrauch von Ingwertee ärztliche Rücksprache nehmen.

Tipp 16: Apfelessig gegen Blähungen

Apfelessig wird aus Apfelwein hergestellt, der unter Zugabe von Essigsäurebakterien zu Essigsäure fermentiert.

Zu den Inhaltsstoffen von Apfelessig zählen u.a.:

  • Vitamin B-Komplex
  • Vitamin C
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Kalium
  • Tannin

Apfelessig werden entgiftende und entschlackende Eigenschaften zugeschrieben, er regt den Speichelfluss und die Verdauung an. Im Darm kann er bspw. Fäulnisbakterien bekämpfen. Schon der Naturheilkundler und Hydrotherapeut Sebastian Kneipp (1821–1897) wusste um die gesundheitsfördernde Wirkung von Apfelessig. Außerdem kann er den Säure-Basen-Haushalt ausgleichen und so z.B. Sodbrennen bekämpfen.

Ein bis zwei Esslöffel Bio-Apfelessig10 in ein Glas zimmerwarmes Wasser eingerührt, kann vorbeugend vor den Mahlzeiten getrunken werden, ebenso im Akutfall bei Blähungen. Gern wird Apfelessig dank seiner meist relativ milden Säure in der Küche benutzt, so z.B. für Salatdressings.

Zu beachten ist, dass der häufige, regelmäßige Konsum von Essig aufgrund der Säure zu Zahnschmelzverlust führen kann.

Tipp 17: Knoblauch gegen Blähungen

Knoblauch (Allium sativum) zeichnet sich durch sein starkes Aroma aus, verursacht durch schwefelhaltige chemische Verbindungen und Allicin. Viele stören sich an den Ausdünstungen nach dem Knoblauchverzehr, denn die stark riechenden Abbauprodukte werden nicht nur über den Mund bzw. die Atemluft abgegeben, sondern auch über die Haut.

Auch beim Einsatz von Knoblauch als positive Magen-Darm-Stimulanz gehen die Meinungen auseinander. Er wirkt sich zwar positiv auf die Darmflora aus, da er unter anderem antibakteriell wirkt, wird aber auch als Blähungen begünstigendes Lebensmittel aufgeführt.

Machen Sie Ihre eigenen Erfahrungen! Gegen einen gemäßigten Einsatz als Aromamittel für Speisen ist jedoch zumeist nichts einzuwenden.

Nach dem Genuss von Mundgeruch begünstigenden Lebensmitteln können übrigens Präparate mit Chlorophyll helfen, die als Kautabletten bzw. in Drageeform frei verkäuflich angeboten werden.

Tipp 18: Bitterstoffe gegen Blähungen

Der Mensch kann dank verschiedener Rezeptoren im Mund- und Rachenbereich fünf Geschmacksrichtungen unterscheiden (gustatorische Wahrnehmung): bitter, süß, sauer, salzig und umami, ein sehr würziger Geschmack, der in Verbindung mit Glutamat gebracht wird.

Während süß gemeinhin als positiv und unbedenklich empfunden wird, wird bitter ambivalent wahrgenommen. Die meisten Kleinkinder mögen einen bitteren Geschmack nicht.11 Das hat evolutionsgeschichtliche und genetische Gründe. Bei bitterer und saurer Nahrung war von jeher Vorsicht geboten, da sie giftig, verdorben oder unreif und damit schädlich sein konnten.

Kräuterliköre und -schnäpse bzw. Kräuteransätze – meist sehr bitter und daher zum Teil mit Zucker versetzt – werden jedoch gern als Digestif, besonders nach fettigem Essen, getrunken. Sie sollen die Verdauung anregen (erhöhte Produktion von Magensäure) und Völlegefühl und Blähungen vorbeugen. Hierbei ist aber zu bedenken, dass Alkohol (ebenso wie Zucker) die Verdauung eher hemmt, als fördert. So erfüllt ein ungesüßter Espresso diese Aufgabe besser.

Es gibt alternativ zudem viele Präparate, die nach dem Essen eingenommen, mindestens den gleichen Effekt erzielen. Hauptbestandteile dieser Produkte sind meist verdauungsfördernde, bittere Pflanzenauszüge, die bspw. die Gallen- und Lebertätigkeit anregen, um Fette besser zu verarbeiten und Blähungen vorzubeugen. Typische Kräuter und Pflanzen sind hier:

  • Löwenzahn
  • Artischocke
  • Angelikawurzel
  • Wacholderbeeren
  • Tausendgüldenkraut

Bitterstoffe kommen darüber hinaus in einigen Salat- und Gemüsesorten vor. Diese werden bei modernen Züchtungen jedoch häufig weggezüchtet oder zumindest erheblich reduziert, da viele Menschen Bitterstoffe als unangenehm empfinden. Sie sollten jedoch auf jedem Speiseplan stehen, da sie sehr gesund sind.

Typische Salate und Gemüse sind:

  • Radicchio
  • Chicorée
  • Rosenkohl
  • Rucola/Rauke
  • Artischocke
  • Endiviensalat

Tipp 19: Flohsamen gegen Blähungen

Flohsamen, genauer gesagt Flohsamenschalen, gehören zur Gattung des Strauchwegerich (Plantago ovata). Sie bestehen aus wasserlöslichen Ballaststoffen, quellen in Verbindung mit Flüssigkeit stark auf und produzieren einen stark bindenden Schleim.

Flohsamenschalen erfüllen, innerlich eingenommen, zweierlei Funktionen: Sie binden bei Durchfall Wasser und festigen so den Stuhl. Sie helfen jedoch auch bei Verstopfung, indem sie den Stuhl geschmeidiger machen. Präparate mit Flohsamenschalen sind meist in Kapselform erhältlich. Es gibt sie aber auch in loser Form. Wichtig ist die gleichzeitige Aufnahme von viel Flüssigkeit, da die Flohsamenschalen stark aufquellen.

Nicht eingenommen werden dürfen Flohsamen bei einem Darmverschluss.

Als Mittel zur Darmwandreinigung werden Flohsamenschalen ebenfalls dank ihrer starken Bindungsfähigkeit eingesetzt. Näheres hierzu finden Sie in unserem Ratgeber zum Thema Darmreinigung.

Studien zufolge helfen Flohsamenschalen bei einem Reizdarm sowie bei Blähungen und damit verbundenen Schmerzen

Tipp 20: Heilerde bei Blähungen

Sogenannte Heilerden gehören zu den Mineralerden und bestehen meist aus Löss. In einer sehr fein gemahlenen Pulverform können sie dank ihrer sehr feinen Beschaffenheit und der damit verbundenen großen Oberfläche große Mengen an Schadstoffen binden (Adsorption).

Innerlich findet dies bspw. im Magen-Darm-Bereich Anwendung. Hier werden Heilerden unter anderem bei Durchfallerkrankungen, aber auch allgemein bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Äußerlich helfen Heilerden bei verschiedenen Hautproblemen, die reinigende Wirkung wird auch in der Kosmetik genutzt.

Neben der bindenden Wirkung geben Heilerden eine Vielzahl positiver Inhaltsstoffe – in erster Linie Mineralien – an den Körper ab, allen voran Kieselsäure. Kieselsäure unterstützt das Wachstum von Haaren, Zähnen und Nägeln und wirkt sich positiv auf unser Immunsystem aus.Heilerden nehmen also schlechte Substanzen auf, binden sie und geben im Gegenzug gute Substanzen an den Körper ab.

Bei funktionellen Magen-Darm-Störungen kann eine kurmäßige Anwendung über mehrere Wochen hinweg die Ursachen – und damit auch Symptome wie Blähungen – lindern oder beseitigen.12 Heilerden werden als Pulver zum Einrühren in Flüssigkeit, als Granulat oder in Kapselform angeboten. Bei der Einnahme sind, Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen zu beachten.

Wichtig ist auch, einen zeitlichen Abstand zur Einnahme von Medikamenten einzuhalten, da die Wirkstoffe bestimmter Medikamente ebenfalls von der Heilerde aufgenommen und gebunden werden könnten, was dann aber die Wirkung des Medikaments abschwächen kann.

Tipp 21: Aktivkohle gegen Blähungen

Aktivkohle (Carbo medicinalis) wird klassisch bei Durchfall eingesetzt, kann aber auch bei oralen Vergiftungen (aber bitte erst nach Rücksprache mit einem Notarzt oder dem Giftinformationszentrum)13 eine sehr wichtige Sofortmaßnahme sein.

Inzwischen wurde Aktivkohle auch für den kosmetischen Bereich entdeckt. Sie ist u.a. in Shampoos, Hautcremes und Zahnpasta enthalten.

Aktivkohle ähnelt in ihrer Wirkungsweise den Heilerden. Auch hier sorgt eine sehr große Oberfläche dank ihrer porösen, schwammartigen Struktur für eine sehr hohe Aufnahmefähigkeit von Schadstoffen. Allerdings kann Aktivkohle – ebenso wie Heilerde – nicht zwischen guten Stoffen, wie Vitaminen und Mineralien, und Schadstoffen unterscheiden. Daher sollte sie nur im Bedarfsfall und nur gemäß Beipackzettel verwendet werden.

Wissenschaftliche Quellen:

  • C. Raschka, S. Ruf: Sport und Ernährung wissenschaftlich basierte Empfehlungen, Tipps und Ernährungspläne für die Praxis, 2015, ISBN 9783131671523
  • H.-K. Biesalski, P. Grimm: Taschenatlas der Ernährung, 2011, ISBN 9783131153555
  • L. Degen: Blähungen: Ist alles nur Luft?, in „Praxis“, 93, 2004, ISSN 1661-8165
  • L. P. Frohn, S. Paul, I. Großbach, K. Diesner, I. Winterhagen: Rezeptfrei – Beratungskompass für die Selbstmedikation, 2018, ISBN 9783769268065
  • I. Koop, K. Beckh: Gastroenterologie compact alles für Klinik und Praxis, 2010, ISBN 9783131263124

 

  1. Bloating – causes and treatments, Dtsch Arztebl 2005; 102(47): A-3264 / B-2758 / C-2579
  2. https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/blaehungen-ursachen-symptome-behandlung-vorbeugen-a-1153385.html
  3. https://www.yoga-vidya.de/fileadmin/yv/Yogatherapie/Reihen_PDFs/Yoga_bei_Reizdarm.pdf
  4. https://www.we-go-wild.com/die-besten-yogauebungen-gegen-einen-aufgeblaehten-bauch
  5. https://www.lefax.de/de/verdauung/behandeln/hausmittel-blaehungen
  6. http://www.die-natur-hilft.de/Bauchwickel-warm
  7. https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/fenchel/24101
  8. http://www.klostermedizin.de/index.php/heilpflanzen/arzneipflanze-des-jahres/63-arzneipflanze-des-jahres-2016-echter-kuemmel-carum-carvi
  9. https://www.planet-wissen.de/kultur/westeuropa/provence_landschaft_der_duefte/pwiekraeuterderprovence100.html
  10. https://kneipp.ch/wp-content/uploads/2014/05/Apfelessig-Anwendungen.pdf
  11. http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/ernaehrung-fuer-kinder-vorsicht-bitter-achtung-sauer-a-864814.html
  12. https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0033-1357650
  13. https://www.aerzteblatt.de/archiv/19718/Aktivkohle-Sofortmassnahme-bei-oralen-Vergiftungen
By |2021-01-29T19:50:37+01:0029. April 2019|Verdauung|0 Comments

About the Author:

Seit 2006 arbeite ich nicht nur in einer Apotheke sondern auch als Heilpraktikerin. Im Rahmen dieser Tätigkeit halte ich unter anderem Vorträge über naturheilkundliche Themen. Sowohl durch den ständigen Besuch von Fort- und Weiterbildungen als auch durch die Tätigkeit in meiner eigenen Praxis erweitere ich meine Erfahrung im Bereich der Naturheilkunde kontinuierlich.

Schreibe einen Kommentar