//Stress in der Schwangerschaft: Was ist pränataler Stress?

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Stress in der Schwangerschaft: Was ist pränataler Stress?

Freude, Trauer, Aufregung, Angst – Was eine werdende Mutter während der Schwangerschaft erlebt, geht an ihrem ungeborenen Kind nicht spurlos vorbei. Im Gegenteil. Schon im Mutterleib stellt sich der Fötus auf seine Umwelt ein. Er kann schmecken, sehen, fühlen und hören, noch bevor er auf der Welt ist.

Gesteuert wird das natürlich überwiegend durch die Erfahrungen, die die werdende Mutter macht. Glückliche Schwangere gebären glückliche Kinder, heißt es im Volksmund. Und so ganz aus der Luft gegriffen scheint das nach neusten Erkenntnissen, nicht zu sein.

Wie viel ein Ungeborenes von seiner Umwelt mitbekommt, beweist eine wissenschaftliche Studie aus Finnland. Hierbei hat man die schwangeren Probanden in drei Gruppen aufgeteilt.

Der einen Gruppe spielte man während des letzten Schwangerschaftsdrittels mehrmals die Woche ein Lied mit ein und derselben Melodie vor. Einer anderen Gruppe spielte man ein Lied in wechselnder Melodie vor und der dritten Gruppe wurde keine Musik vorgespielt.

17 Monate nach der Geburt, untersuchte man die Hirnaktivität dieser Kinder, während man ihnen die Musik aus dem Versuch erneut vorspielte. Dabei konnten die Wissenschaftler fest, bei den Kindern, denen immer wieder dieselbe Melodie vorgespielt wurde, eine deutlich stärkere Hirnaktivität messen1.

Doch bekommen die Kinder im Mutterleib eben nicht nur die positiven Einflüsse aus der Umgebung mit. Ist die werdende Mutter gestresst, hat das direkten Einfluss auf den Fötus. Welche Folgen dieser pränatale Stress hat, wodurch er genau entsteht und, wie Sie sich als Schwangere vor Stress schützen können, das wollen wir Ihnen in diesem Ratgeber vermitteln.

Was ist Stress?

Der Begriff „Stress“ stammt vom lateinischen begriff „stringere“ ab und bedeutet aus dem englischen übersetzt Druck oder Anspannung. Als stressig werden meist Situationen bezeichnet, die für den Betroffenen problematisch sind und als schwierig bis gar nicht zu bewältigen eingestuft werden.

Schon seit Urzeiten reagiert der Körper mit dem gleichen Muster auf stressige Situationen: In der Alarmreaktionsphase analysiert das Gehirn die Gefahr, stuft sie ein und kann durch den Abgleich mit Erfahrungswerten die optimale Reaktion herausfiltern. In der Widerstandsphase passt sich der Körper der Situation an und verbraucht die bereitgestellten Energien. Phase 3 ist die Erholungsphase. Sie markiert das Ende der Stressphase und gibt dem Körper Gelegenheit, zu regenerieren und die Energiereserven wieder zu füllen, um für den nächsten Stress-Anfall gewappnet zu sein.

Während der Stressphasen schüttet der Körper vermehrt Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol aus. Diese Stresshormone sorgen dafür, dass sich die Herzfrequenz erhöht, der Blutdruck steigt und die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit nehmen zu.

Gleichzeitig werden viele Prozesse im Körper runtergefahren, um sämtliche Energien auf die Bewältigung der Situation konzentrieren zu können. Kurzfristiger Stress ist für den Menschen – auch für Schwangere – kein Problem. Hält Stress aber langfristig an, können gesundheitliche Beschwerden bis hin zu ernsten Erkrankungen die Folge sein. Lesen Sie bitte für weitere Informationen, was Stress ist, was er im Körper verursacht und wie Sie ihn bewältigen können, unseren ausführlichen Ratgeber.

Worin unterscheidet sich pränataler Stress von “gewöhnlichem” Stress?

Zum einen kann sich der pränatale Stress vom gewöhnlichen Stress durch den Auslöser unterscheiden. Die werdende Mutter macht sich vielleicht große Sorgen über die Geburt, mögliche Komplikationen oder das Leben mit Kind.

Zum anderen „schadet“ die Betroffene durch eine stressvolle Schwangerschaft nicht nur sich, sondern auch ihr ungeborenes Kind. Denn Stress hat, nach wissenschaftlicher Erkenntnis, erheblichen Einfluss auf den Fötus, kann dort zu irreparablen Schäden führen und steht sogar unter Verdacht, bestimmte Erkrankungen im Alter zu begünstigen.

Die Ursachen für pränatalen Stress: Welche Faktoren können in der Schwangerschaft Stress auslösen?

Warum eine werdende Mutter Stress erlebt, ist sehr unterschiedlich. Eine problematisch verlaufende Schwangerschaft, Ängste und Sorgen um das ungeborene Kind können die Zeit erheblich belasten.

Aber auch Faktoren, die nicht unmittelbar mit der Schwangerschaft etwas zu tun haben, können für negative Stressbelastung sorgen: Druck im beruflichen Umfeld, der Verlust eines nahestehenden Menschen, Beziehungsprobleme, Existenzängste oder schwerwiegende Vorerkrankungen können einen Schatten auf die Schwangerschaft werfen. Im Folgenden wollen wir Ihnen die Faktoren näher erläutern:

Psychische Faktoren als Auslöser von pränatalem Stress

Psychische Stressoren, die man als Auslöser für pränatalen Stress werten kann, können sowohl objektiver, als auch subjektiver Natur sein.

Zu den objektiven Stress-Auslösern, zählt ein Trauerfall, Existenzängste, Schwierigkeiten in der Schwangerschaft oder Beziehungsprobleme. Als objektiv werden diese Auslöser angesehen, weil in der Regel jeder Betroffene darauf mit Stress-Symptomen reagieren würde.

Subjektive Auslöser hingegen sind bei jedem anders definiert. Eine Schwangere, die große Angst vor der Geburt oder einem möglichen Schaden ihres Kindes hat, ohne, dass es dafür einen sachlichen Grund gibt, macht sich künstlich Stress.

Berufliche Faktoren als Auslöser von pränatalem Stress

Beruflich kommen unterschiedliche Faktoren als Auslöser für Stress bei der werdenden Mutter in Frage. Zum einen mag die Frage, wie Beruf und Kind miteinander zu verbinden sind, sorgen, zum anderen ist die berufliche Belastung heutzutage auch ohne Schwangerschaft enorm.

Im Auftrag der Techniker Krankenkasse TK wurde eine Studie zum Thema Stress durchgeführt. Laut dieser geben mit 46 % Prozent fast die Hälfte aller Befragten an, sich durch Schule, Studium bzw. Beruf gestresst zu fühlen. Dauer-Konferenzen, Lärmpegel im Großraumbüro, die Flut an Mails und auch der Erreichbarkeit im Feierabende – das sind nur einige Faktoren, die für Schwangere eine zusätzliche Belastung darstellen können.

Darüber hinaus glauben viele Schwangere, dass sie sowohl ihren Kollegen als auch der Chef-Etage unbedingt das Bild von der überaus belastbaren und engagierten Mitarbeiterin präsentieren müssen und engagieren sich oftmals über die ohnehin schon große Belastung hinaus.

Fallen regelmäßige Pausen und Ruhephasen weg, kann das zu pränatalem Stress für den Fötus führen.

Wann wird die Freude auf das Baby zum Stressfaktor?

Kinderzimmer streichen, Kinderwagen bestellen, Namen aussuchen, Kindergärten anschauen, frühkindliche Förderung herausfinden – werdende Mütter wollen oft, dass alles perfekt ist. Manchmal setzen sie sich dabei aber derartig unter Druck, dass dies zu vollkommen vermeidbarem Stress wird.

Lassen Sie die Dinge auf sich zukommen. Ihr Baby braucht am Anfang seines Lebens eigentlich nur eines: eine entspannte Mutter. Alles andere wird die Zeit mit sich bringen.

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Welche Symptome deuten auf Stress in der Schwangerschaft hin?

Stress wirkt sich bei jedem unterschiedlich aus. Folgende Symptome können ein Anzeichen dafür sein, dass Sie unter Stress stehen:

Körperliche Symptome bei pränatalem Stress:

  • Verdauungsbeschwerden – Verstopfung, aber auch Durchfall
  • Saures Aufstoßen
  • Starke Muskelverspannung
  • Kopfschmerzen bis zu Migräne
  • Herzrasen
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Sexuelle Unlust
  • Schwindel

Psychische Symptome bei pränatalem Stress:

  • Negative Haltung bis hin zu Depressionen
  • Burn Out
  • Gereiztheit, Aggressionen
  • Allgemeine Lust- und Antriebslosigkeit

Welche Auswirkungen kann Stress in der Schwangerschaft haben?

Stress in der Schwangerschaft kann sowohl für die werdende Mutter, als auch für das ungeborene Kind zu einem Problem werden. Diese Erkenntnis stammt bereits aus den 70er Jahren, in denen nachgewiesen werden konnte, dass es bei Schwangeren, die im Familien- und/oder Berufsleben unter Stress standen, vermehrt zu Frühgeburten kam und die Neugeborenen, als Folge der Unreife, eine erhöhte Anfälligkeit für Untergewicht und Infektionen zeigten2.

Eine andere Studie geht sogar noch weiter zurück und beleuchtet Anfang der 30er-Jahre schwangere Soldatenfrauen, an deren Föten nachweisbar war, dass sie eine auffällig starke motorische Aktivität zeigten und sich häufig zu ängstlichen und für Depressionen anfälligen Erwachsenen entwickelten.

Eines ist gewiss: Im Mutterleib ist der Fötus vor Stress nicht geschützt. Die möglichen Auswirkungen für Mutter und Kind erklären wir Ihnen im Folgenden.

Wie wirkt sich Stress in der Schwangerschaft auf die Mutter aus?

Die Schwangerschaft ist für die werdende Mutter eine extreme und vor allem unbekannte Situation. Neben der Freude auf das Baby, kommen viele Ängste und Sorgen über das Ungewisse hinzu. Äußere Stressoren wie Beziehungsprobleme, Stress im Beruf oder andere belastende Situationen können negative Auswirkungen auf die Mutter haben:

Schwächung des Immunsystems:

Während einer Stressphase drosselt der Organismus die Verdauung. Wichtige Nährstoffe werden aus der nahrung nur unzureichend oder gar nicht mehr herausgelöst und verstoffwechselt.

Dies kann die Darmflora beeinträchtigen, die maßgeblich für das Immunsystem und damit die Abwehr von Krankheitserregern zuständig ist. Mögliche Erkrankungen können dem Fötus schaden.

Alkohol-, Zigaretten- oder Drogenkonsum:

Die Gefahr, in Stress-Situationen Entspannung bei einem Glas Wein, einer Zigarette oder Drogen zu suchen, ist für Schwangere groß. Vor allem, wenn sie vor der Schwangerschaft geraucht oder Drogen konsumiert haben. Doch bereits geringe Dosen an Nikotin, Alkohol oder anderer Drogen können beim Fötus für irreparable Schäden sorgen.

Nicht Wahrnehmung von gesundheitlichen Auffälligkeiten:

Zu viel Stress in der Schwangerschaft kann die körperliche Wahrnehmung der werdenden Mutter beeinträchtigen und dazu führen, dass sie gesundheitliche Probleme übersieht, die wiederum zu Folgeschäden bei dem Fötus führen können.

Wann besteht die Gefahr einer Frühgeburt?

Eine Studie der Abteilung für Psychologie an der University of London konnte belegen, dass Stress die Gefahr einer Frühgeburt deutlich erhöht. Waren es bis dahin eher Laien, die einen Zusammenhang zwischen psychischem Stress und einer Fehlgeburt sahen, hat diese Studie acht Untersuchungen über Fehlgeburten bei Frauen mit und ohne psychologischer Stressbelastung einer Metauntersuchung unterzogen und festgestellt, dass psychologische Faktoren das Fehlgeburtenrisiko um bis zu 42 Prozent steigern können3.

Allerdings befasst sich die Studie von Professor Courtney Lynch am Ohio Wexner Medical Center mit einem gleichgearteten Thema. Hierbei wurden 337 Paare mit Kinderwunsch über ein Jahr begleitet und auch nach Eintritt der Schwangerschaft weiter untersucht. Zu der Untersuchung zählte auch eine Bestimmung des Cortisol-Wertes im Speichel.

Bei 97 Fehlgeburten, die insgesamt verzeichnet wurden, konnte aber kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Stress-Level und des frühen Schwangerschaftsendes festgestellt werden4.

Wie wirkt sich Stress in der Schwangerschaft auf das Kind aus?

Kurzzeitiger und positiver Stress bleiben in der Regel ohne negative Folgen für das ungeborene Kind. Doch hält der Stress an und ist belastend für die werdende Mutter, kann sich das auch auf den Fötus auswirken. Welche Folgen pränataler Stress haben kann und wie die Entwicklung des Fötus dadurch beeinträchtigt ist, lesen Sie im Folgenden.

Welche Folgen kann Stress in der Schwangerschaft für ihr Kind haben?

Die Folgen von pränatalem Stress sind für das Kind vielfältig und noch längst nicht hinreichend erforscht. Wie bereits erwähnt, ist eine Folge das vermehrte Auftreten von Fehl- und Frühgeburten. Auch werden bestimmte Krankheitsbilder im späteren Leben, auf pränatalen Stress zurückgeführt.

Wie wirkt sich Stress in der Schwangerschaft auf die Entwicklung Ihres Kindes im Mutterleib aus?

Bei Stress scheidet der mütterliche Körper Cortisol aus. Etwa zehn Prozent erreichen das Gehirn des ungeborenen Kindes. Der Neurologe Matthias Schwab vom Universitätsklinikum Jena konnte erforschen, dass bereits ein geringes Stressaufkommen bei den Kindern noch Jahre später für ein schlechteres Konzentrationsvermögen und ein vermehrtes Auftreten des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms sorgte.

Eine andere Studie konnte beweisen, dass ein erhöhter Cortisol-Spiegel bei der Mutter in großem Zusammenhang mit einer geringeren Wachstumsgröße des Kindes in Verbindung steht5.

Das bedeutet, dass Stress sowohl psychische als auch körperliche Folgen für die Entwicklung des Kindes hat.

Welchen Einfluss hat pränataler Stress auf die Entwicklung Ihres Kindes nach der Geburt?

Dass Stress in der Schwangerschaft für die Entwicklung des Kindes Folgen haben kann, zeigt die Studie der britischen Forscherin Vivette Glover und ihres Teams. Hierbei entnahmen die Wissenschaftler 125 schwangeren Frauen in der 17. Schwangerschaftswoche Fruchtwasser und untersuchten, wie viel Cortisol darin zu finden war.

Im 17. Lebensmonat stellte man dann den betreffenden Kindern altersgerechte Aufgaben mit Puzzlen, Spielen und kleinen Denkaufgaben und konnte zeigen, dass bei den Kindern, deren Mütter einen erhöhten Cortisolspiegel aufgewiesen hatten, deutliche Unterschiede in Konzentrationsfähigkeit, Sprachentwicklung und Fähigkeit zur Problemlösung bestanden. Der Baby-IQ war in Summe immer geringer, als der bei den anderen Babys6.

Neben einem vermehrten Auftreten des Aufmerksamkeitsdefizit- bzw. Hyperaktivitätssyndroms geht man davon aus, dass Stress in der Schwangerschaft auch folgende Krankheiten auslöst bzw. fördert:

  • Depressionen
  • Übergewicht
  • Herzerkrankungen
  • Brustkrebs
  • Arteriosklerose

Die Stresshormone gelangen dabei ebenso in das Fruchtwasser – allerdings, so fanden Wissenschaftler der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit dem Universitätsspital Zürich und dem Münchner max Planck Institut heraus, kommt es auf die Dauer des Stresses an. So wurde bei 34 gesunden Schwangeren, die sich einer Fruchtwasseruntersuchung unterzogen der Cortisol-Spiegel im Speichel mit dem im Fruchtwasser verglichen und keinen mittelbaren Zusammenhang festgestellt7.

Ist leichter Stress in der Schwangerschaft ungefährlich?

Diese Frage zu beantworten ist gar nicht so leicht. Zunächst muss angemerkt werden, dass Stress verschiedene Auslöser haben kann und auch sehr unterschiedlich wahrgenommen wird.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Arten von Stress:

1. Eustress

2. Distress

3. Neutraler Stress

Unter Eustress versteht man eine kurzfristige Anspannung in einer Situation, die aber als bewältigbar oder gar positiv wahrgenommen wird. Dieser Stress kann sogar motivieren, Leistungsbereitschaft fördern. In geringen Dosen kann er dem ungeborenen Kind keinen Schaden zufügen.

Distress ist negativer Stress, weil der Betroffene entweder ständig an seine Grenzen gebracht wird oder vor Aufgaben steht, die er als nicht zu bewältigen ansieht. Er ist blockiert, hilflos und es fehlen die Entspannungsphasen, die auf Stressphasen unabdingbar sind, um die Reserven wieder aufzufüllen.

Diese Stress-Phasen können, bei kurzfristigem Auftreten, keinen Schaden bei dem Fötus anrichten. Ist die werdende Mutter aber ständig gestresst und hat wenig Erholungsphasen, kann es, wie bereits geschildert, gesundheitliche Folgen für das Baby haben.

Unter einer neutralen Stress-Reaktion versteht man, wenn der Betroffene die Situation logisch nachvollziehen kann und weiß, was nun zu tun ist. Dieser Stress ist – ebenfalls über einen kurzen Zeitraum betrachtet, ungefährlich für Mutter und Kind.

Es gibt sogar Forscher die behaupten, dass leichter Stress in der Schwangerschaft förderlich für die Entwicklung des Kindes sei und Geist und Motorik dadurch besser ausgebildet werden würden. Doch wissenschaftliche Belege dafür gibt es keine. Grundsätzlich kann man sicher sagen: Was der Mutter gut tut, kann auch dem Kind nicht schaden.

Wie kann man Stress in der Schwangerschaft bewältigen?

Stress komplett in der Schwangerschaft zu vermeiden – das wird Ihnen nicht gelingen und der Versuch setzt Sie vermutlich nur noch mehr unter Druck. Doch Sie können lernen, Stress nicht so sehr an sich rankommen zu lassen.

Im Folgenden möchten wir Ihnen ein paar Tipps geben, wie Sie mit Stress im Alltag umzugehen lernen, wo Sie Hilfe finden und wie Sie einige stressige Punkte tatsächlich vermeiden können.

Mit Entspannungsübungen dem Stress im Alltag begegnen

Sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen – dass ist schon ohne Schwangerschaft nicht leicht. Doch gerade, während das ungeborene Baby im Bauch der Mutter wachsen soll, sind Ruhe und Entspannung besonders wichtig. Übungen, die gezielt die Entspannung fördern, sind daher tolle Hilfsmittel, wenn es mal hektisch wird oder der Kopf den Ausknopf nicht findet.

Atemübungen sorgen für Stressabbau und innere Ruhe. Sie tanken in kürzester Zeit neue Energie und können diese kleinen Auszeiten wirklich immer und überall einlegen. Setzen oder legen Sie sich dazu bequem hin, schließen Sie vielleicht sogar die Augen und atmen gleichmäßig durch die Nase ein und den geöffneten Mund aus (so, als würden Sie einen Spiegel anhauchen). Gehen Sie mit den Gedanken dabei auf Wanderschaft und träumen Sie sich an einen Ort, der Ihnen besonders gut gefällt.

Manchmal sind es einfach zu viele Themen, die im Kopf umher kreisen und die die werdende Mutter in Unruhe versetzen. Wichtig ist es, sich nicht in diesen gedanklichen Strudel mitreißen zu lassen. Schreiben Sie sich die Dinge auf, die Sie belasten. Gehen Sie anschließend jeden einzelnen Punkt durch und beleuchten ihn, was dran ist, wie Sie für Abhilfe sorgen können, wer Sie unterstützen könnte – lesen Sie dazu auch unsere Tipps, wie Sie Stress in der Schwangerschaft vermeiden können.

Positive Assoziationen: Statt den „Teufel an die Wand“ zu malen, sollten Sie versuchen, positive Bilder für Ihre Seelenruhe zu entwickeln. Legen Sie sich bequem hin und starten sie positive thinking. Statt beispielsweise ängstlich alles durchzuarbeiten, was während einer Geburt schief gehen kann, stellen Sie sich vor, wie Ihr Baby Ihnen in den Arm gelegt wird. Wie sieht es aus? Wie riecht es? Wie fühlt es sich an? Dieses persönliche Drehbuch ist schöner als jeder Film!

Progressive Muskelrelaxation (PMR) ist ebenso eine nützliche Technik, um Stress abzubauen. Dabei begeben Sie sich auf eine Reise durch Ihren Körper und spannen nacheinander die Muskeln an, um sie dann aktiv zu entspannen.

Diese Technik beruht auf der Idee, dass eine gezielte An- und Entspannung langfristig zu einer tiefen Entspannung des ganzen Körpers führen soll. In einer Pilotstudie konnte nachgewiesen werden, dass eine Stress-Intervention mit Hilfe von PMR bei den Probanden zu einer Abnahme des Cortisolwerts im Speichel führte8.

Untersuchungen haben ergeben, dass beispielsweise Massagen Cortisol dämpfend wirken und damit das Risiko nachgeburtlicher Komplikationen, des geringen Geburtsgewichts und der Frühgeburtlichkeit stark abmindern9.

Wo kann ich mir bei Stress Hilfe suchen?

Sollten Sie das Gefühl haben, während der Schwangerschaft viel Stress zu erleben, zögern Sie nicht, sich Hilfe zu suchen. Erster Ansprechpartner könnte beispielsweise Ihr behandelnder Arzt sein, der mit Ihnen die Ursachen für Ihr Stressgefühl ermittelt und eventuell zu weiterführenden Therapien rät.

Auch bei Ihrer Krankenkasse könnten Sie Rat suchen. Viele der gesetzlichen Krankenversicherer unterstützen heute diverse Anti-Stress-Programme, die Sie auch als Schwangere belegen können.

Sollten Sie Angst vor der Geburt oder möglichen Komplikationen haben, versuchen Sie mit Ihrer Hebamme oder bei der Schwangerschaftsberatung einen Termin zu machen. Sie wird Ihnen Ihre Fragen beantworten und schnell vermitteln können, dass viele Ängste hausgemacht und überflüssig sind.

Lernen Sie, Stress in der Schwangerschaft zu vermeiden

Mutter zu werden – das ist ein aufregendes Gefühl. Und Aufregung ist erst einmal überhaupt nicht schädlich und setzt, wenn es mit Vorfreude verbunden ist, eine Menge guter Dinge frei. Doch viele werdende Eltern setzen sich zu sehr unter Druck, kommen nicht zur Ruhe oder haben vielleicht Existenzsorgen oder andere Ängste, die aus der Aufregung regelrecht Stress werden lassen. Mit diesen Tipps beugen Sie Stress vor:

Fragen Sie nach Unterstützung. Ob es der Haushalt ist, der nicht mehr zu schaffen ist, weil der Bauch im Weg ist, oder Papierkram, der längst abgearbeitet werden müsste – bitten Sie Ihren Partner, Verwandte, Freunde, Bekannte, Sie zu unterstützen.

Eventuell können Sie auch Fachleute engagieren – eine Haushaltshilfe, Steuerberater oder jemanden, der Ihnen zur Hand geht.

Mitten am Tag überfällt Sie ein Müdigkeitsanfall, Sie sind schon nach ein paar Stufen vollkommen aus der Puste und die To Do Liste für das Wochenende wächst? Schalten Sie einen Gang runter und sorgen Sie für ausreichend Momente, in denen Sie – im wahrsten Sinne – Luft holen können. Und nehmen Sie sich für jede Aufgabe ausreichend Zeit mit einem kleinen Puffer.

Klare Ansagen – und am besten auch mal ein deutliches „Nein“. Sie müssen nicht jede Einladung annehmen, jede Extra-Aufgabe übernehmen oder allen anderen zu Hilfe springen. Lernen Sie „Nein“ zu sagen, bevor Sie überlastet sind.

Sport ist in der Schwangerschaft nicht verboten – allerdings sollten Sie nur Dinge machen, die Ihnen Spaß bringen – und die Sie gegebenenfalls mit dem Ihrem behandelnden Arzt einmal vorher absprechen.

Verwöhnen Sie sich. Eine Schwangerschaft ist anstrengend genug für den Körper. Der freut sich jetzt über ein paar Extra-Einheiten ganz besonders. Eine wohltuende Fußmassage, eine farbenfrohe Maniküre oder ein kleiner Shopping-Bummel. Alles was glücklich macht setzt Hormone frei, die Ihnen und Ihrem Baby gut tun.

Schlafen ist die beste Medizin und in der Schwangerschaft ein gutes Mittel, um sich zu erholen. Gehen Sie rechtzeitig zu Bett und legen Sie gerne auch am Nachmittag mal ein kleines Nickerchen ein. Wenn das Baby erst mal da ist, kommt dieses Thema nämlich erst einmal zu kurz!

Keiner erwartet, dass Sie während der Schwangerschaft ständig gut drauf sind. Teilen Sie sich Ihrem Umfeld mit, sprechen Sie über Ängste, Sorgen und vielleicht auch dem Gefühl der Überforderung. Im Gespräch mit Menschen, die Sie lieben, werden Sie schnell feststellen, dass Sie nicht alleine sind.

Lassen Sie sich in Bezug auf Geburt und mögliche Komplikationen nicht verrückt machen. Informieren Sie sich an entsprechenden Stellen, aber lassen Sie sich nicht verunsichern.

Wissenschaftliche Quellen

  1. „Prenatal Music Exposure Induces Long-Term Neural Effects“, E. Partanen, T. Kujala, M. Tervaniemi, M. Huotilainen; PLoS ONE, DOI:10.1371/journal.pone.0078946
  2. Deutsche Forschungsgemeinschaft (1977). Schwangerschaftsverlauf und Kindesentwicklung. Bisherige Ergebnisse eines seit 1964 geförderten Schwerpunktprogramms Bonn- Bad Godesberg, Harald Boldt Vlg.
  3. Fan Q et al. The association between psychological stress and miscarriage: A Systematic review and meta-analysis. Scientific Reports 7, 1731 (2017), doi: 10.1038/s41598-017-01792-3
  4. Lynch, Courtney D., Rajeshwari Sundaram, and Germaine M. Buck Louis. „Biomarkers of preconception stress and the incidence of pregnancy loss.“ Human Reproduction 33.4 (2018):
  5. Wadhwa, P.D., Porto, M., Garite, T. J., Chicz-DeMet, A., Sandman, C.A. (1998). Maternal corticotropinreleasing hormone levels in the early third trimester predict lenghth of gestation in human pregnancy. Am. J. Obstet. Gynecol. 179, 1079-1085.
  6. Glover, V.: Prenatal stress and its effects on the fetus and the child: possible underlying biological mechanisms. Adv Neurobiol. 2015;10:269-83. doi: 10.1007/978-1-4939-1372-5_13.
  7. P. La Marca-Ghaemmaghami, S.M. Dainese, G. Stalla, M. Haller, R. Zimmermann, U. Ehlert: Second-trimester amniotic fluid corticotropin-releasing hormone and urocortin in relation to maternal stress and fetal growth in human pregnancy. Stress. 21 April, 2017. DOI: 10.1080/10253890.2017.1312336
  8. Pawlow, Laura A., and Gary E. Jones. „The impact of abbreviated progressive muscle relaxation on salivary cortisol.“ Biological Psychology 60.1 (2002)
  9. Field, T., Diego, M., Hernandez-Reif, M. (2008). Prematurity and potential predictors.Int J Neurosci. 118(2), 277-289.
By |2019-10-04T12:35:52+01:0019. Februar 2019|Stress|0 Comments

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Seit 2006 arbeite ich nicht nur in einer Apotheke sondern auch als Heilpraktikerin. Im Rahmen dieser Tätigkeit halte ich unter anderem Vorträge über naturheilkundliche Themen. Sowohl durch den ständigen Besuch von Fort- und Weiterbildungen als auch durch die Tätigkeit in meiner eigenen Praxis erweitere ich meine Erfahrung im Bereich der Naturheilkunde kontinuierlich.

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