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Inhaltsverzeichnis

Heilfasten

Fasten ist in, Fasten ist Trend! Im gesundheitsbewussten Umfeld findet man kaum noch jemanden, der nicht schon einmal gefastet hat. Fasten ist groß in Mode, dabei erwähnte bereits vor über 2.000 Jahren Hippokrates (griechischer Arzt) das Fasten als probates Mittel zur körperlichen Heilung1

Jedoch gehörte der, meist unfreiwillige, Verzicht von Nahrung bereits bei unseren Vorfahren zum Alltag. Unser Körper ist darauf programmiert, er kann mit Nahrungsentzug bis zu einem gewissen Grad gut umgehen, indem er seinen Stoffwechsel umstellt und anpasst.

So wurde das Überleben in der Vorzeit gesichert, bis die Jagd bspw. wieder erfolgreich war.

Aber was genau ist dran am Fasten in der heutigen Zeit, um gesund zu bleiben oder gesund zu werden? Wann hilft es und bei welchen Beschwerden, wo liegen die Grenzen und welche Risiken gibt es vielleicht sogar?

Was ist Heilfasten?

Heilfasten im klassischen Sinn bedeutet: Über einen gewissen, vorher fest definierten Zeitraum (Kur) auf feste Nahrung und Genussmittel zu verzichten. Man nimmt während dieser Fastenkur lediglich Flüssigkeit zu sich. Im Gegensatz zum präventiven Fasten, bei dem die Gesundheit aufrechterhalten werden soll, dient das Heilfasten – daher auch therapeutisches Fasten genannt – der Wiederherstellung der Gesundheit. 

Das Heilfasten ist mittlerweile fester Bestandteil des Bereichs der “Naturheilverfahren”.

Der Vollständigkeit halber sei hier auch das religiöse Fasten erwähnt, bei dem ebenfalls für einen bestimmten Zeitraum auf bestimmte Genuss-/Lebensmittel verzichtet wird. Hier steht jedoch nicht der körperliche Aspekt im Mittelpunkt, sondern der geistige/religiöse.

Wie funktioniert Heilfasten?

Bei der gängigsten Form des Heilfastens wird nach anfänglichen Entlastungstagen und einer gründlichen Entleerung und Reinigung des Verdauungstraktes über einen bestimmten Zeitraum (meist 1 Woche bis maximal 3 Wochen) nur Flüssigkeit zu sich genommen. Mithilfe der alleinigen Flüssigkeitsaufnahme sollen Giftstoffe und Schlacken aus dem Körper herausgespült werden. Während dieser Zeit wird der Verdauungstrakt entlastet, die normalerweise zur Verdauung benötigte Energie kann von den Ausscheidungsorganen zur Entgiftung genutzt werden. Dabei handelt es sich neben dem Darm um Leber und Nieren, aber bspw.  auch um die Haut. 

Unterstützt wird die Entgiftung, wenn während des Heilfastens auch auf andere Genussmittel, wie Alkohol, Kaffee und Zigaretten verzichtet wird.

Bereits nach 24-36 Stunden ohne Nahrungsaufnahme verändert sich der Stoffwechsel. In dieser Zeit hat unser Körper die gespeicherten Kohlenhydrate (Glykogen) aufgebraucht. Außerdem werden in dieser Zeit mittels Autophagie2 Zellbestandteile, die nicht (mehr) benötigt werden, zerkleinert und den Zellen als Bausubstanz zur Zellerneuerung wieder zugeführt.

Wird über einen längeren Zeitraum gefastet, stellt sich der Stoffwechsel um. Aus körpereigenen Eiweißen (bspw. aus dem Bindegewebe und zu einem geringen Teil aus Muskeln) und Fett werden Zucker und Ketone produziert, die für den Energiehaushalt des Körpers und Gehirns wichtig sind.

Im Idealfall leiten Sie die Fastenkur sanft ein, indem Sie bereits einige Tage vorher Schritt für Schritt auf leichtere Kost umstellen und Genussmittel reduzieren (Entlastungstage). Ebenso wird am Ende der Fastenkur wieder behutsam auf feste Nahrung umgestellt, indem mit kleinen Mengen leicht verdaulicher Lebensmittel begonnen wird (Aufbautage bzw. Fastenbrechen).

Welches Ziel verfolgt das Heilfasten?

Heilfasten wird in der Regel praktiziert, wenn gesundheitliche Probleme vorliegen, die man durch eine Entgiftung des Körpers zu mindern oder zu beseitigen hofft. Außerdem werden die Selbstheilungskräfte des Körpers mobilisiert, um sich zu regenerieren.

Macht die Verdauung bspw. immer wieder Probleme, sind Leber und Nieren chronisch überfordert, plagen einen häufige Infekte oder hat man immer wieder Hautprobleme, dann kann eine Heilfastenkur helfen.

Wird keine feste Nahrung zu sich genommen und damit auch keine (ungesunden) Nahrungsbestandteile, dann kann der Verdauungsapparat einen Gang zurückschalten. Er kann sich regenerieren, erholen und seine Energie in die Bereiche lenken, die gerade im Ungleichgewicht sind und beruhigt oder geheilt werden sollten. 

Ist die Leber bspw. ständig überlastet, hat sie nun Zeit in Ruhe die Schadstoffe auszuscheiden, die sich dank ungesunder Lebensweise angesammelt haben und nun Probleme machen. 

Haben die ungünstigen Darmbakterien die Oberhand gewonnen und verursachen Beschwerden, wie bspw. einen Reizdarm, hat die Darmschleimhaut nach der Darmreinigung nun die Möglichkeit des Ausgleichs, da die falschen Darmbakterien keine Nahrung mehr in Form von Zucker erhalten. 

Das Heilfasten wirkt sich meist auch positiv auf die Blut- und Urinwerte aus.

Eine Heilfastenkur sollte erst nach einer genauen Klärung des Krankheitsbildes und einer klaren Definition des Therapieziels begonnen werden.

Bei einer erfolgreichen Heilfastenkur sollten gesundheitliche Indikationen, die Sie zu einer solchen Kur bewogen haben, gemildert worden oder sogar verschwunden sein. Sie sollten sich frisch, leicht und gut fühlen, Stress abgebaut haben und ein gutes Gleichgewicht zwischen Körper und Geist empfinden. 

Der Einklang des Körpers mit sich und der Psyche, die Beseitigung von Störungen, ein funktionierendes, sich selbst regulierendes System mit Reserven, Kraft und Wohlgefühl, so könnten die übergeordneten Ziele einer Heilfastenkur definiert sein.

Ist Heilfasten gesund?

Ob Heilfasten gesund ist hängt ganz davon ab, welche körperlichen und psychischen Voraussetzungen vorliegen, welche Heilfasten-Methode gewählt und wie lange sie durchgeführt wird. 

Welche gesundheitlichen Voraussetzungen sollten beim Heilfasten gegeben sein?

Wer noch nie gefastet hat und demzufolge keine Erfahrungswerte hat, sollte nur unter ärztlicher Aufsicht, eingebunden in einen medizinisch-therapeutischen Behandlungsplan Heilfasten. So sind die Erfolgsaussichten am größten. 

Einen Gesundheits-Check-up vor Fastenbeginn sollten hingegen alle, auch erfahrene “Heilfaster” machen lassen. Neueinsteiger sollten langsam starten, hier empfiehlt sich zunächst eine einwöchige Fastenkur. 

Schwangere, Kinder, frisch Operierte, geschwächte und alte Menschen sollten nicht fasten. Auch Menschen mit Essstörungen wird dringend vom Heilfasten abgeraten, da es die Störungen noch verfestigen kann. 

Liegt bei Ihnen gerade eine akute Erkrankung vor, bspw. ein grippaler Infekt, sollte dieser erst vollständig ausheilen, um den Körper nicht unnötig zu strapazieren.

Vorsicht auch bei Diabetes. Es gibt zwar Untersuchungen, die den Schluss nahelegen, dass Fasten helfen kann, die Blutzuckerwerte bei Diabetikern zu verbessern3.  Dies muss aber individuell mit einem Arzt vor Fastenbeginn abgeklärt werden, da ggf. die Insulingabe angepasst werden muss, um eine Unterzuckerung zu vermeiden.  

Prinzipiell sollte keine Heilfastenkur durchgeführt werden bei

  • krankheitsbedingtem Untergewicht
  • Erkrankungen des Immunsystems (AIDS)
  • Demenz/Alzheimer
  • Schwangerschaft/Stillzeit
  • Essstörungen
  • fortgeschrittenen Leberfunktionsstörungen
  • Schilddrüsenautonomien
  • Niereninsuffizienz

Besondere Vorsicht ist geboten, bei

  • psychischen Erkrankungen
  • Diabetes mellitus Typ 1
  • Suchterkrankungen
  • Tumorerkrankungen
  • Herzerkrankungen
  • Netzhautablösung

 

Hier ist die Durchführung einer Heilfastenkur unter ärztlicher Aufsicht sehr wichtig!

Kann man mit Heilfasten abnehmen?

Da beim Heilfasten dem Körper in der Regel viel weniger Kalorien zugeführt werden (laut Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e.V. (ÄGHE) werden maximal 500 Kilokalorien täglich empfohlen4), als er für seinen Grundumsatz benötigt, greift dieser auf körpereigene Fettreserven, Wassereinlagerungen, aber auch auf Muskeln zurück. Dementsprechend wird man beim Heilfasten Gewicht verlieren. 

Um den Muskelabbau so gering wie möglich zu halten und den Kreislauf stabil, sollte man sich auch während der Fastenkur moderat bewegen, bspw. Spazierengehen, Schwimmen, Yoga, etc.

Um die Frage, inwieweit Heilfasten ein adäquates Mittel zur Bekämpfung von Adipositas ist, streiten sich die Experten5. Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Heilfasten keine geeignete Methode zur Gewichtsreduktion sieht, wird in der Adipositastherapie der Charite Berlin Heilfasten als Teil einer ganzheitlichen “Lebensstilmodifikation” angewandt.

Heilfasten allein wird nicht dabei helfen dauerhaft Gewicht zu verlieren, da hierfür die Lebensumstände und -gewohnheiten umfassend analysiert und optimiert werden müssen. Als Starthilfe, um einen Anfang zu machen und sich für das Thema Ernährung und Lebensgewohnheiten zu sensibilisieren, kann es jedoch hilfreich sein und unterstützend wirken.  

Um nach Beendigung der Fastenkur einen Jo-Jo-Effekt zu vermeiden, ist bereits während der Fastenkur einer Ernährungsberatung und danach einer Ernährungsumstellung dringend anzuraten. Nur durch eine Sensibilisierung für das Thema Ernährung kann eine langfristige gesunde Ernährung in den Alltag integriert und umgesetzt werden. 

Wann ist Heilfasten sinnvoll?

Gerne werden Fastenkuren im Frühjahr gestartet, was sich anhand gehäufter Artikel und Berichte zum Thema Fastenkuren in den Populärmedien jedes Jahr von neuem erkennen lässt. Das hat zum einen den körperlichen Aspekt, dass während der kalten Jahreszeit und rund um Weihnachten vermehrt kalorienreiche Lebensmittel zu sich genommen und häufig weniger Sport betrieben wird. Zum anderen spielt der psychische Aspekt eine Rolle. Mit dem Frühling wird neben neuen Anfängen meist auch Großputz gemacht, dabei wird häufig die Wohnung entrümpelt und gesäubert und beim Fasten entsprechend der Körper.

Prinzipiell kann man aber das ganze Jahr über Fasten. 

Lediglich bei sehr heißen Temperaturen oder bevorstehender starker körperlicher Belastung, die den Organismus und Kreislauf stark belasten, sollte man davon absehen.

Welche Heilfasten-Methoden gibt es?


Am Markt finden sich viele unterschiedliche Heilfasten-Methoden, Fastenkuren und Diäten. Allen gemein ist der zeitlich begrenzte Verzicht auf bestimmte Lebensmittel/Genussmittel in Verbindung mit einer Darmreinigung und dem Ziel, Entgiftungs- und Ausscheidungsprozesse anzustoßen und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. 

Die bekanntesten Heilfasten-Methoden sind die im Folgenden genannten.

Heilfasten nach Buchinger

Das Heilfasten nach Buchinger6 ist eine reine Trinkkur. Es werden täglich, in der Regel über einen Zeitraum von sieben Tagen, 200-500 Kilokalorien in Form von Wasser, Tees, (verdünnten) Säften und Brühen zu sich genommen. Buttermilch, Molke, Honig und Zitronenschnitze werden ggf. zusätzlich zu sich genommen.
Neben dem Verzicht auf feste Nahrung gehören tägliche Leberwickel, Kneippsche Anwendungen/Wechselduschen, moderate sportliche Bewegung und Entspannung, sowie Trockenbürsten zum Programm.
Außerdem wird nicht nur zu Beginn der Fastenkur der Darm mittels Glauber- oder Bittersalz entleert, sondern auch während des Fastens.

Heilfasten nach Mayr

Bei der Mayr Kur7 (auch Semmel-Milch-Kur genannt) handelt es sich eher um eine Art Schonkost, als um eine klassische Fastenkur. Schwerpunkt dieser Fastenkur stellt die Darmsanierung dar. 

Die Kur wird meist 2-4 Wochen durchgeführt und ist in mehrere Phasen eingeteilt, in denen es neben Wasser, Kräutertees und Gemüsebrühe im Verlauf der Kur altbackene Brötchen mit Milch zu essen gibt. Eine Schonkostbasierte Ernährung schließt sich an mit Gemüse, reifem Obst und Weißmehlprodukten. 

Ergänzt wird das Heilfasten durch Leberwickel, Wärmebehandlungen und die Einnahme von Bittersalz zur Entschlackung des Darms.

Heilfasten nach Hildegard von Bingen

Das Heilfasten nach Hildegard von Bingen8 – auch Hildegard-Heilfasten genannt – dauert normalerweise 6-12 Tage, es kann aber auch bis zu vier Wochen durchgeführt werden.

Auch hierbei handelt es sich eher um einen speziellen Ernährungsplan, der primär auf besondere Tees, Vollkorngetreide, Obst, Gemüse und Gewürzen basiert.

Da feste Nahrung zu sich genommen wird, entfällt die Darmreinigung durch Abführmittel, wie Bitter- oder Glaubersalz.

Neben Spaziergängen und leichten Wanderungen sind Ruhe und Entspannung zur “Seelenforschung” wichtige, die Kur ergänzende Maßnahmen.

Für wen ist Heilfasten geeignet?

Wenn Sie konstitutionell prinzipiell in guter Verfassung sind, Ihr Arzt nichts gegenteiliges empfiehlt und Sie sich während der Fastenkur Zeit und Ruhe gönnen können, also keinen übermäßigen Stress erwarten, dann steht dem Fasten nichts im Weg. 

Da es ganz unterschiedliche Formen des Fastens gibt und man die Dauer individuell bestimmen kann, ist das Heilfasten für alle geeignet, die ihrem Körper Gutes tun wollen.

Welche Methode des Heilfastens ist für mich die richtige?

Welche Methode des Heilfastens für Sie die geeignete ist, hängt neben Ihrer körperlichen Konstitution und Verfassung von Ihren Vorlieben und Abneigungen, Ihren räumlichen und zeitlichen Möglichkeiten und Zielsetzungen ab, sowie von der Empfehlung Ihres Arztes.
Um die für Sie passende Heilfastenkur zu finden, sollten Sie sich einen Überblick verschaffen, welche Heilfastenkuren angeboten und empfohlen werden. Basierend auf diesen Informationen und unter Einbeziehung eventuell vorhandener körperlicher Einschränkungen (Lebensmittelunverträglichkeiten/Allergien, etc.) und Erkrankungen können Sie dann die Heilfasten-Methode auswählen, von der Sie sich den meisten Erfolg versprechen und die Durchzuhalten Sie sich am ehesten in der Lage sehen.

Ist Heilfasten nur für zu Hause geeignet?

Prinzipiell ist es möglich, zu Hause eine Heilfastenkur durchzuführen. Dazu gehört aber ein hohes Maß an Disziplin, um sich ein geschütztes Umfeld und einen den besonderen Gegebenheiten angepassten Alltag zu schaffen und nicht einfach nur Alltag “as usual” zu leben, nur ohne feste Nahrung. Das wäre für Ihre physische und psychische Konstitution während der Fastenkur kontraproduktiv. Wenn Sie die Mühen einer solchen Kur auf sich nehmen, sollten Sie auch um den größtmöglichen Erfolg bemüht sein. 

Auch wenn eine Fastenkur zu Hause bequemer erscheint, sollte das therapeutische Heilfasten im besten Fall stationär in einer Klinik durchgeführt werden. Es gibt in Deutschland einige Kliniken, die spezielle Fastenprogramme anbieten9. Ein stationärer Aufenthalt hat den Vorteil, dass man sich in einer Gruppe Gleichgesinnter ganz auf das Fasten konzentrieren kann, ärztlich betreut wird und einen individuellen Therapieplan erhält, der in der Regel die Bereiche Ernährung, Bewegung, Entspannung und psychologische Betreuung abdeckt. 

Heilfasten richtig vorbereiten: Was muss beachtet werden? 

Was sind Entlastungstage beim Heilfasten?

Haben Sie sich dazu entschlossen eine Heilfastenkur zu machen, ist es sinnvoll, vor Fastenbeginn Entlastungstage einzuplanen. Diese dienen dazu Ihren Körper auf das Fasten vorzubereiten, aber auch Ihre Psyche. Wie bei vielen Dingen ist eine Phase der Entschleunigung und langsamen Entwöhnung des Körpers vom Essen sinnvoll, um den Einstieg zu erleichtern. In den Entlastungstagen sollten Sie viel trinken, schrittweise weniger und leicht verdauliche Nahrung zu sich nehmen und Genussmittel reduzieren. Das hilft außerdem ungewollten Entzugserscheinungen (bei Kaffeeverzicht sind es häufig Kopfschmerzen) vorzubeugen. 

Wie wichtig ist die Darmreinigung beim Heilfasten?

Die Darmreinigung ist zu Beginn einer Heilfastenkur, aber auch während der Kur sehr wichtig und sollte unbedingt durchgeführt werden. Sie besteht aus einer Darmentleerung zu Beginn der Fastenkur, sowie aus Einläufen während der Kur.

Durch die anfängliche Darmentleerung, die in der Regel mittels Abführmittel vorgenommen wird, werden Magen und Darm vollständig entleert. Dadurch wird verhindert, dass durch die im Verlauf gedrosselte Verdauungstätigkeit Nahrungs- und Stuhlrückstände im Verdauungsapparat verweilen und sich dort zersetzen. 

Während der Fastenkur werden durch Einläufe Giftstoffe – bspw. Eiweißzerfallprodukte – ausgeschwemmt, die durch die Entgiftung entstehen und unter anderem an den Darm abgegeben werden. Verbleiben diese Giftstoffe im Körper können sie bspw. zu Kopfschmerzen führen. 

Eine sorgsam durchgeführte Darmreinigung minimiert das Risiko unangenehmer Begleiterscheinungen während des Fastens, wie Kopfschmerzen, Hungergefühl oder Stimmungsschwankungen.

Auch anhand des Aussehens Ihres Urins können Sie übrigens die Entgiftung erkennen, da hierüber ebenfalls Giftstoffe abtransportiert werden. Deshalb ist es wichtig ausreichend zu trinken.

Was darf man beim Heilfasten zu sich nehmen?

Ob Sie während des Heilfastens nur flüssige oder sogar feste Nahrung zu sich nehmen hängt davon ab, für welche Form des  Heilfastens Sie sich entschieden haben. Die gängigste Form ist die alleinige Aufnahme von Wasser, Tee und ggf. klarer Brühe oder verdünnten Obst- und Gemüsesäften. Verboten sind dagegen immer alle Getränke, die Zucker, Zuckeraustauschstoffe oder Salz enthalten.

Sind beim Heilfasten Aufbautage notwendig?

Ebenso wichtig wie Entlastungstage vor dem Fasten sind Aufbautage (auch Fastenbrechen genannt) am Ende des Fastens. So gewöhnen Sie Ihren Körper langsam wieder an Nahrung und deren Verdauung, überfordern ihn aber nicht gleich und vermeiden im besten Falle ein Zurückfallen in alte, schlechte Gewohnheiten. Für Ihre Psyche ist es ebenfalls ratsam, langsam in den Alltag zurückzukehren und die Aufbautage zu nutzen, um zu überdenken, welche negativen Gewohnheiten, wie Stress und Überforderung, Sie künftig zugunsten eines achtsamen Umgangs ändern oder zumindest reduzieren können.

Bei einer Fastenkur von 7-14 Tagen sollten Sie idealerweise 3-5 Aufbautage einplanen. Das gibt dem Verdauungssystem Zeit seine Arbeit wieder optimal aufzunehmen und minimiert die Gefahr von Verdauungsproblemen.

Was muss während des Heilfastens beachtet werden?

Obwohl beim Heilfasten der körperliche Aspekt im Vordergrund steht, ist die Herangehensweise ganzheitlich. Daher sollte man sich während des Fastens Zeit nehmen, Stress vermeiden und die Gelegenheit ergreifen, seinen Alltag zu entschleunigen und bewusster zu gestalten. Also innerlich und äußerlich zur Ruhe kommen.

Moderate Bewegung unterstützt den Körper ebenfalls bei den aktiven Stoffwechselprozessen und verhindert einen unerwünschten Muskelabbau, bedingt durch fehlende Energiezufuhr.

Während des Fastens sollte man auf seinen Körper hören! In den ersten Tagen stellt sich der Körper um und passt sich den neuen Gegebenheiten an. Das kann zu Symptomen von Schwindel bis hin zu schlechter Laune führen. Diese Symptome sollten jedoch verschwinden und einem Gefühl der Leichtigkeit und  Ruhe Platz machen. Fühlt man sich aber nach einigen Tagen immer noch unwohl oder kommen weitere körperliche Symptome hinzu, sollte man zur Abklärung Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten. Damit wird sichergestellt, dass es sich um fastenbedingte Symptome handelt und nicht um Krankheitssymptome.

Was muss nach dem Heilfasten beachtet werden?

Nach dem Fasten und den Aufbautagen kehren Sie meist wieder in den Alltag zurück und damit in alle damit verbundenen Gewohnheiten, seien es gute oder schlechte. Durch das Fasten haben Sie die Gelegenheit erhalten diese Routinen zu durchbrechen. Ihr Körper hatte Zeit zu entgiften und sich zu regenerieren, Ihre Psyche zur Ruhe zu kommen. Dies ist der beste Zeitpunkt beispielsweise die eigenen Ernährungsgewohnheiten zu überdenken und bei Bedarf anzupassen. Kehren Sie sofort wieder in alte Essgewohnheiten zurück, ist Ihr Körper schnell wieder überfordert. Durch die Ruhephase ist Ihre Psyche vielleicht noch feinfühliger als vorher und leichter überfordert. Geben Sie Körper und Geist Zeit wieder im Alltag anzukommen und überfordern Sie beide nicht gleich.

Wie lange sollte man Heilfasten betreiben?

Präventives Fasten dauert in der Regel 5-10 Tage, während das Heilfasten bis zu 3 Wochen dauern kann. Die Dauer hängt von der Art des Heilfastens ab, von der Zielsetzung, der Erfahrung und äußeren Bedingungen, wie dem Faktor Zeit.

Möchten Sie gerne einmal ausprobieren zu Fasten, sind sich aber nicht sicher, ob Sie es durchhalten können oder wollen, dann ist auch eine kürzere Fastenzeit zum Einstieg möglich. Auch im Fasten Erfahrene gönnen sich manchmal kurze Fastentage, wenn aus verschiedenen Gründen eine längere Fastenkur nicht möglich ist.

Oder Sie versuchen es zunächst mit einer weiteren Variante des Fasten, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut, dem Intervallfasten bzw. intermittierenden Fasten10. Dabei wird am Tag eine Fastenzeit von 16-18 Stunden eingehalten. In der Regel wird zwischen 17 Uhr nachmittags und 11 Uhr morgens gefastet, also eine Essenspause eingelegt.

Ob man in den verbleibenden 6-8 Stunden nur zwei Mahlzeiten zu sich nimmt oder wie gewohnt, aber bewusst und gesund isst, hängt von der persönlichen Zielsetzung des Einzelnen ab. Diese Variante kann bspw. einmal die Woche, aber auch häufiger durchgeführt werden.

Reicht es, Heilfasten nur 1 Woche zu betreiben?

Da, wie bereits erläutert, sich bereits nach 24-36 Stunden ohne Nahrungsaufnahme  der Stoffwechsel verändert, hat eine einwöchige Heilfastenkur auf jeden Fall schon positive Auswirkungen auf den Körper. Ob diese Zeit jedoch ausreicht vorhandene Krankheitsbilder dauerhaft abzumildern oder sogar zu heilen, muss mit einem Arzt abgeklärt werden und hängt von individuellen Faktoren ab. Als präventives Heilfasten hat man auf jeden Fall bereits nach einer Woche seinem Körper Gutes getan. 

Ist Heilfasten im Urlaub sinnvoll?

Eine angenehme Variante des Heilfastens kann eine Fastenkur in Verbindung mit einem Urlaub sein. Es gibt hierzu zahlreiche Angebote weltweit. 

Wichtig ist jedoch vorher abzuklären, welche Form/Art des Fastens angeboten wird, ob eine ärztliche Betreuung vor Ort gewährleistet ist und ob Ihre gesundheitliche Symptomatik zur angebotenen Form der Fastenkur passt.

Heilfasten im Urlaub stellt natürlich eine besondere Form des Urlaubs dar, weil dieser ganz auf Ihre Gesundheit abgestimmt ist. Der Tagesablauf ist zum Teil vorgegeben und verplant und nicht alle Anwendungen, bspw. die Darmreinigung, zählen zu den beliebtesten Urlaubsaktivitäten. Aber die Möglichkeit eine Heilfastenkur an einem Wohlfühlort durchzuführen, zu entspannen und sich verwöhnen zu lassen – denn meist ist bei solchen Angeboten auch ein Wellnessprogramm mit Massagen etc. eingeplant – hat durchaus ihren Reiz.

Wenn Sie also die zeitliche und finanzielle Möglichkeit haben sich über einen längeren Zeitraum von bis zu 3 Wochen komplett aus Ihrem Alltag herauszuziehen, um eine Heilfastenkur an einem schönen Urlaubsort zu machen, dann los!

So kann Heilfasten beim Einsatz gegen Krankheiten helfen

Heilfasten kann eine Besserung bewirken bei Erkrankungen11 im Bereich 

  • des Stoffwechsels
  • des Herzens und der Gefäße (Herz-Kreislauf, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, u.ä.)
  • chronischer Schmerzen
  • der Verdauung (Verdauungsstörungen, Reizdarm, etc.)
  • chronischer Entzündungen (bspw. Gicht)
  • rheumatischer Erkrankungen
  • von Hautkrankheiten (z.B. Neurodermitis)
  • allergischer Krankheiten (Asthma, etc.)

Durch das Fasten werden dem Körper unter anderem krankheits- oder symptomfördernde Nahrungsmittel nicht mehr zugeführt. Bleiben diese Reize aus, erhält er die Chance sich zu beruhigen und zu regenerieren.

Welche Nebenwirkungen können beim Heilfasten auftreten?

Besonders am Anfang einer Fastenkur, in den ersten Tagen, kann es zu Nebenwirkungen kommen. Zum einen muss sich der Körper an die ungewohnten Umstände gewöhnen und neu ausrichten/regulieren. Zum anderen sind das typische Begleitsymptome einer Entgiftung, wenn Ausscheidungsorgane, wie Leber und Nieren auf Hochtouren arbeiten. Auch der Verzicht von Alkohol, Koffein und Nikotin kann diese Nebenwirkungen hervorrufen.

  • Hunger
  • leichte Unterzuckerung
  • schlechte Laune
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • niedriger Blutdruck
  • Kälteempfindlichkeit
  • Kopfschmerzen
  • Hautprobleme
  • Muskelkrämpfe
  • vorübergehende Sehstörungen
  • Magenbeschwerden

Meist klingen diese Symptome nach wenigen Tagen wieder ab. Ist dies nicht der Fall, sollten sie ärztlich abgeklärt werden.

Welche Risiken birgt das Heilfasten?

Bei einer Fastenkur, die länger als 3 Wochen durchgeführt wird, werden in der Regel sicherheitshalber die Natrium- und Kaliumwerte im Blut überprüft, um einen Mineralstoffmangel vorzubeugen. Ebenso wird der Herzrhythmus überprüft, um sicherzugehen, dass keine Herzprobleme, wie bspw. Herzrhythmusstörungen, auftreten.

Ein weiteres mögliches Risiko bei einer Heilfastenkur sind im Fettgewebe eingelagerte Umweltgifte, die durch das Zurückgreifen auf körpereigene Fette zur Deckung des Energiebedarfs gelöst werden könnten. Gelangen diese ins Blut, können sie Leber und Nieren belasten.

Welche Erfahrungen kann man mit Heilfasten machen?

Unter anderem auch im Zusammenhang mit dem Thema Intervallfasten weiter untersucht – wir haben hierzu einen eigenen Artikel veröffentlicht – gehen Wissenschaftler mittlerweile davon aus, dass der vorübergehende Verzicht auf Nahrung eine lebensverlängernde Wirkung hat, weil die Gefahr verschiedener Erkrankungen, wie Krebs, Herzerkrankungen und Diabetes sinkt. 

Durch einen kontrollierten und zeitlich begrenzten Nahrungsentzug wird der Körper befähigt, nicht nur Giftstoffe abzutransportieren, sondern auch sich selbst zu regenerieren und zu “reparieren”. Schon durch ein regelmäßiges intermittierendes Fasten fühlen sich viele Menschen wohler und ausgeglichen, bemerken eine Verbesserung Ihres Verdauungsapparats bei Reizmagen und -darm, klagen seltener über Sodbrennen und freuen sich über ein paar Kilos weniger auf der Waage.

Aber neben den körperlichen Aspekten spielen auch die psychischen eine große Rolle. Eine Heilfastenkur durchzuhalten erfordert Disziplin und kann jeden stolz machen, der es geschafft hat, seinen inneren Schweinehund zu überwinden. Die Erfahrung der Selbstkontrolle stärkt die Selbstwahrnehmung, die Ruhe während der Fastenzeit hilft den Blick nach innen zu richten. 

Nicht selten werden während einer Fastenkur nicht nur ernährungstechnische Lebensgewohnheiten hinterfragt und überdacht, sondern auch bisherige Lebenssituationen, die unbefriedigend waren. Das Ende einer Fastenkur kann auch hier einen Neuanfang darstellen, bspw. bewusster und achtsamer mit sich umzugehen.

Viele Menschen schwören mittlerweile auf das Fasten in regelmäßigen Abständen, sei es einmal im Jahr, einmal im Monat, einmal in der Woche oder sogar täglich im Kleinen.

Fasten ist in, Fasten ist Trend! Im gesundheitsbewussten Umfeld findet man kaum noch jemanden, der nicht schon einmal gefastet hat. Fasten ist groß in Mode, dabei erwähnte bereits vor über 2.000 Jahren Hippokrates (griechischer Arzt) das Fasten als probates Mittel zur körperlichen Heilung1

Jedoch gehörte der, meist unfreiwillige, Verzicht von Nahrung bereits bei unseren Vorfahren zum Alltag. Unser Körper ist darauf programmiert, er kann mit Nahrungsentzug bis zu einem gewissen Grad gut umgehen, indem er seinen Stoffwechsel umstellt und anpasst.

So wurde das Überleben in der Vorzeit gesichert, bis die Jagd bspw. wieder erfolgreich war.

Aber was genau ist dran am Fasten in der heutigen Zeit, um gesund zu bleiben oder gesund zu werden? Wann hilft es und bei welchen Beschwerden, wo liegen die Grenzen und welche Risiken gibt es vielleicht sogar?

Was ist Heilfasten?

Heilfasten im klassischen Sinn bedeutet: Über einen gewissen, vorher fest definierten Zeitraum (Kur) auf feste Nahrung und Genussmittel zu verzichten. Man nimmt während dieser Fastenkur lediglich Flüssigkeit zu sich. Im Gegensatz zum präventiven Fasten, bei dem die Gesundheit aufrechterhalten werden soll, dient das Heilfasten – daher auch therapeutisches Fasten genannt – der Wiederherstellung der Gesundheit. 

Das Heilfasten ist mittlerweile fester Bestandteil des Bereichs der “Naturheilverfahren”.

Der Vollständigkeit halber sei hier auch das religiöse Fasten erwähnt, bei dem ebenfalls für einen bestimmten Zeitraum auf bestimmte Genuss-/Lebensmittel verzichtet wird. Hier steht jedoch nicht der körperliche Aspekt im Mittelpunkt, sondern der geistige/religiöse.

Wie funktioniert Heilfasten?

Bei der gängigsten Form des Heilfastens wird nach anfänglichen Entlastungstagen und einer gründlichen Entleerung und Reinigung des Verdauungstraktes über einen bestimmten Zeitraum (meist 1 Woche bis maximal 3 Wochen) nur Flüssigkeit zu sich genommen. Mithilfe der alleinigen Flüssigkeitsaufnahme sollen Giftstoffe und Schlacken aus dem Körper herausgespült werden. Während dieser Zeit wird der Verdauungstrakt entlastet, die normalerweise zur Verdauung benötigte Energie kann von den Ausscheidungsorganen zur Entgiftung genutzt werden. Dabei handelt es sich neben dem Darm um Leber und Nieren, aber bspw.  auch um die Haut. 

Unterstützt wird die Entgiftung, wenn während des Heilfastens auch auf andere Genussmittel, wie Alkohol, Kaffee und Zigaretten verzichtet wird.

Bereits nach 24-36 Stunden ohne Nahrungsaufnahme verändert sich der Stoffwechsel. In dieser Zeit hat unser Körper die gespeicherten Kohlenhydrate (Glykogen) aufgebraucht. Außerdem werden in dieser Zeit mittels Autophagie2 Zellbestandteile, die nicht (mehr) benötigt werden, zerkleinert und den Zellen als Bausubstanz zur Zellerneuerung wieder zugeführt.

Wird über einen längeren Zeitraum gefastet, stellt sich der Stoffwechsel um. Aus körpereigenen Eiweißen (bspw. aus dem Bindegewebe und zu einem geringen Teil aus Muskeln) und Fett werden Zucker und Ketone produziert, die für den Energiehaushalt des Körpers und Gehirns wichtig sind.

Im Idealfall leiten Sie die Fastenkur sanft ein, indem Sie bereits einige Tage vorher Schritt für Schritt auf leichtere Kost umstellen und Genussmittel reduzieren (Entlastungstage). Ebenso wird am Ende der Fastenkur wieder behutsam auf feste Nahrung umgestellt, indem mit kleinen Mengen leicht verdaulicher Lebensmittel begonnen wird (Aufbautage bzw. Fastenbrechen).

Welches Ziel verfolgt das Heilfasten?

Heilfasten wird in der Regel praktiziert, wenn gesundheitliche Probleme vorliegen, die man durch eine Entgiftung des Körpers zu mindern oder zu beseitigen hofft. Außerdem werden die Selbstheilungskräfte des Körpers mobilisiert, um sich zu regenerieren.

Macht die Verdauung bspw. immer wieder Probleme, sind Leber und Nieren chronisch überfordert, plagen einen häufige Infekte oder hat man immer wieder Hautprobleme, dann kann eine Heilfastenkur helfen.

Wird keine feste Nahrung zu sich genommen und damit auch keine (ungesunden) Nahrungsbestandteile, dann kann der Verdauungsapparat einen Gang zurückschalten. Er kann sich regenerieren, erholen und seine Energie in die Bereiche lenken, die gerade im Ungleichgewicht sind und beruhigt oder geheilt werden sollten. 

Ist die Leber bspw. ständig überlastet, hat sie nun Zeit in Ruhe die Schadstoffe auszuscheiden, die sich dank ungesunder Lebensweise angesammelt haben und nun Probleme machen. 

Haben die ungünstigen Darmbakterien die Oberhand gewonnen und verursachen Beschwerden, wie bspw. einen Reizdarm, hat die Darmschleimhaut nach der Darmreinigung nun die Möglichkeit des Ausgleichs, da die falschen Darmbakterien keine Nahrung mehr in Form von Zucker erhalten. 

Das Heilfasten wirkt sich meist auch positiv auf die Blut- und Urinwerte aus.

Eine Heilfastenkur sollte erst nach einer genauen Klärung des Krankheitsbildes und einer klaren Definition des Therapieziels begonnen werden.

Bei einer erfolgreichen Heilfastenkur sollten gesundheitliche Indikationen, die Sie zu einer solchen Kur bewogen haben, gemildert worden oder sogar verschwunden sein. Sie sollten sich frisch, leicht und gut fühlen, Stress abgebaut haben und ein gutes Gleichgewicht zwischen Körper und Geist empfinden. 

Der Einklang des Körpers mit sich und der Psyche, die Beseitigung von Störungen, ein funktionierendes, sich selbst regulierendes System mit Reserven, Kraft und Wohlgefühl, so könnten die übergeordneten Ziele einer Heilfastenkur definiert sein.

Ist Heilfasten gesund?

Ob Heilfasten gesund ist hängt ganz davon ab, welche körperlichen und psychischen Voraussetzungen vorliegen, welche Heilfasten-Methode gewählt und wie lange sie durchgeführt wird. 

Welche gesundheitlichen Voraussetzungen sollten beim Heilfasten gegeben sein?

Wer noch nie gefastet hat und demzufolge keine Erfahrungswerte hat, sollte nur unter ärztlicher Aufsicht, eingebunden in einen medizinisch-therapeutischen Behandlungsplan Heilfasten. So sind die Erfolgsaussichten am größten. 

Einen Gesundheits-Check-up vor Fastenbeginn sollten hingegen alle, auch erfahrene “Heilfaster” machen lassen. Neueinsteiger sollten langsam starten, hier empfiehlt sich zunächst eine einwöchige Fastenkur. 

Schwangere, Kinder, frisch Operierte, geschwächte und alte Menschen sollten nicht fasten. Auch Menschen mit Essstörungen wird dringend vom Heilfasten abgeraten, da es die Störungen noch verfestigen kann. 

Liegt bei Ihnen gerade eine akute Erkrankung vor, bspw. ein grippaler Infekt, sollte dieser erst vollständig ausheilen, um den Körper nicht unnötig zu strapazieren.

Vorsicht auch bei Diabetes. Es gibt zwar Untersuchungen, die den Schluss nahelegen, dass Fasten helfen kann, die Blutzuckerwerte bei Diabetikern zu verbessern3.  Dies muss aber individuell mit einem Arzt vor Fastenbeginn abgeklärt werden, da ggf. die Insulingabe angepasst werden muss, um eine Unterzuckerung zu vermeiden.  

Prinzipiell sollte keine Heilfastenkur durchgeführt werden bei

  • krankheitsbedingtem Untergewicht
  • Erkrankungen des Immunsystems (AIDS)
  • Demenz/Alzheimer
  • Schwangerschaft/Stillzeit
  • Essstörungen
  • fortgeschrittenen Leberfunktionsstörungen
  • Schilddrüsenautonomien
  • Niereninsuffizienz

Besondere Vorsicht ist geboten, bei

  • psychischen Erkrankungen
  • Diabetes mellitus Typ 1
  • Suchterkrankungen
  • Tumorerkrankungen
  • Herzerkrankungen
  • Netzhautablösung

 

Hier ist die Durchführung einer Heilfastenkur unter ärztlicher Aufsicht sehr wichtig!

Kann man mit Heilfasten abnehmen?

Da beim Heilfasten dem Körper in der Regel viel weniger Kalorien zugeführt werden (laut Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e.V. (ÄGHE) werden maximal 500 Kilokalorien täglich empfohlen4), als er für seinen Grundumsatz benötigt, greift dieser auf körpereigene Fettreserven, Wassereinlagerungen, aber auch auf Muskeln zurück. Dementsprechend wird man beim Heilfasten Gewicht verlieren. 

Um den Muskelabbau so gering wie möglich zu halten und den Kreislauf stabil, sollte man sich auch während der Fastenkur moderat bewegen, bspw. Spazierengehen, Schwimmen, Yoga, etc.

Um die Frage, inwieweit Heilfasten ein adäquates Mittel zur Bekämpfung von Adipositas ist, streiten sich die Experten5. Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Heilfasten keine geeignete Methode zur Gewichtsreduktion sieht, wird in der Adipositastherapie der Charite Berlin Heilfasten als Teil einer ganzheitlichen “Lebensstilmodifikation” angewandt.

Heilfasten allein wird nicht dabei helfen dauerhaft Gewicht zu verlieren, da hierfür die Lebensumstände und -gewohnheiten umfassend analysiert und optimiert werden müssen. Als Starthilfe, um einen Anfang zu machen und sich für das Thema Ernährung und Lebensgewohnheiten zu sensibilisieren, kann es jedoch hilfreich sein und unterstützend wirken.  

Um nach Beendigung der Fastenkur einen Jo-Jo-Effekt zu vermeiden, ist bereits während der Fastenkur einer Ernährungsberatung und danach einer Ernährungsumstellung dringend anzuraten. Nur durch eine Sensibilisierung für das Thema Ernährung kann eine langfristige gesunde Ernährung in den Alltag integriert und umgesetzt werden. 

Wann ist Heilfasten sinnvoll?

Gerne werden Fastenkuren im Frühjahr gestartet, was sich anhand gehäufter Artikel und Berichte zum Thema Fastenkuren in den Populärmedien jedes Jahr von neuem erkennen lässt. Das hat zum einen den körperlichen Aspekt, dass während der kalten Jahreszeit und rund um Weihnachten vermehrt kalorienreiche Lebensmittel zu sich genommen und häufig weniger Sport betrieben wird. Zum anderen spielt der psychische Aspekt eine Rolle. Mit dem Frühling wird neben neuen Anfängen meist auch Großputz gemacht, dabei wird häufig die Wohnung entrümpelt und gesäubert und beim Fasten entsprechend der Körper.

Prinzipiell kann man aber das ganze Jahr über Fasten. 

Lediglich bei sehr heißen Temperaturen oder bevorstehender starker körperlicher Belastung, die den Organismus und Kreislauf stark belasten, sollte man davon absehen.

Welche Heilfasten-Methoden gibt es?


Am Markt finden sich viele unterschiedliche Heilfasten-Methoden, Fastenkuren und Diäten. Allen gemein ist der zeitlich begrenzte Verzicht auf bestimmte Lebensmittel/Genussmittel in Verbindung mit einer Darmreinigung und dem Ziel, Entgiftungs- und Ausscheidungsprozesse anzustoßen und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. 

Die bekanntesten Heilfasten-Methoden sind die im Folgenden genannten.

Heilfasten nach Buchinger

Das Heilfasten nach Buchinger6 ist eine reine Trinkkur. Es werden täglich, in der Regel über einen Zeitraum von sieben Tagen, 200-500 Kilokalorien in Form von Wasser, Tees, (verdünnten) Säften und Brühen zu sich genommen. Buttermilch, Molke, Honig und Zitronenschnitze werden ggf. zusätzlich zu sich genommen.
Neben dem Verzicht auf feste Nahrung gehören tägliche Leberwickel, Kneippsche Anwendungen/Wechselduschen, moderate sportliche Bewegung und Entspannung, sowie Trockenbürsten zum Programm.
Außerdem wird nicht nur zu Beginn der Fastenkur der Darm mittels Glauber- oder Bittersalz entleert, sondern auch während des Fastens.

Heilfasten nach Mayr

Bei der Mayr Kur7 (auch Semmel-Milch-Kur genannt) handelt es sich eher um eine Art Schonkost, als um eine klassische Fastenkur. Schwerpunkt dieser Fastenkur stellt die Darmsanierung dar. 

Die Kur wird meist 2-4 Wochen durchgeführt und ist in mehrere Phasen eingeteilt, in denen es neben Wasser, Kräutertees und Gemüsebrühe im Verlauf der Kur altbackene Brötchen mit Milch zu essen gibt. Eine Schonkostbasierte Ernährung schließt sich an mit Gemüse, reifem Obst und Weißmehlprodukten. 

Ergänzt wird das Heilfasten durch Leberwickel, Wärmebehandlungen und die Einnahme von Bittersalz zur Entschlackung des Darms.

Heilfasten nach Hildegard von Bingen

Das Heilfasten nach Hildegard von Bingen8 – auch Hildegard-Heilfasten genannt – dauert normalerweise 6-12 Tage, es kann aber auch bis zu vier Wochen durchgeführt werden.

Auch hierbei handelt es sich eher um einen speziellen Ernährungsplan, der primär auf besondere Tees, Vollkorngetreide, Obst, Gemüse und Gewürzen basiert.

Da feste Nahrung zu sich genommen wird, entfällt die Darmreinigung durch Abführmittel, wie Bitter- oder Glaubersalz.

Neben Spaziergängen und leichten Wanderungen sind Ruhe und Entspannung zur “Seelenforschung” wichtige, die Kur ergänzende Maßnahmen.

Für wen ist Heilfasten geeignet?

Wenn Sie konstitutionell prinzipiell in guter Verfassung sind, Ihr Arzt nichts gegenteiliges empfiehlt und Sie sich während der Fastenkur Zeit und Ruhe gönnen können, also keinen übermäßigen Stress erwarten, dann steht dem Fasten nichts im Weg. 

Da es ganz unterschiedliche Formen des Fastens gibt und man die Dauer individuell bestimmen kann, ist das Heilfasten für alle geeignet, die ihrem Körper Gutes tun wollen.

Welche Methode des Heilfastens ist für mich die richtige?

Welche Methode des Heilfastens für Sie die geeignete ist, hängt neben Ihrer körperlichen Konstitution und Verfassung von Ihren Vorlieben und Abneigungen, Ihren räumlichen und zeitlichen Möglichkeiten und Zielsetzungen ab, sowie von der Empfehlung Ihres Arztes.
Um die für Sie passende Heilfastenkur zu finden, sollten Sie sich einen Überblick verschaffen, welche Heilfastenkuren angeboten und empfohlen werden. Basierend auf diesen Informationen und unter Einbeziehung eventuell vorhandener körperlicher Einschränkungen (Lebensmittelunverträglichkeiten/Allergien, etc.) und Erkrankungen können Sie dann die Heilfasten-Methode auswählen, von der Sie sich den meisten Erfolg versprechen und die Durchzuhalten Sie sich am ehesten in der Lage sehen.

Ist Heilfasten nur für zu Hause geeignet?

Prinzipiell ist es möglich, zu Hause eine Heilfastenkur durchzuführen. Dazu gehört aber ein hohes Maß an Disziplin, um sich ein geschütztes Umfeld und einen den besonderen Gegebenheiten angepassten Alltag zu schaffen und nicht einfach nur Alltag “as usual” zu leben, nur ohne feste Nahrung. Das wäre für Ihre physische und psychische Konstitution während der Fastenkur kontraproduktiv. Wenn Sie die Mühen einer solchen Kur auf sich nehmen, sollten Sie auch um den größtmöglichen Erfolg bemüht sein. 

Auch wenn eine Fastenkur zu Hause bequemer erscheint, sollte das therapeutische Heilfasten im besten Fall stationär in einer Klinik durchgeführt werden. Es gibt in Deutschland einige Kliniken, die spezielle Fastenprogramme anbieten9. Ein stationärer Aufenthalt hat den Vorteil, dass man sich in einer Gruppe Gleichgesinnter ganz auf das Fasten konzentrieren kann, ärztlich betreut wird und einen individuellen Therapieplan erhält, der in der Regel die Bereiche Ernährung, Bewegung, Entspannung und psychologische Betreuung abdeckt. 

Heilfasten richtig vorbereiten: Was muss beachtet werden? 

Was sind Entlastungstage beim Heilfasten?

Haben Sie sich dazu entschlossen eine Heilfastenkur zu machen, ist es sinnvoll, vor Fastenbeginn Entlastungstage einzuplanen. Diese dienen dazu Ihren Körper auf das Fasten vorzubereiten, aber auch Ihre Psyche. Wie bei vielen Dingen ist eine Phase der Entschleunigung und langsamen Entwöhnung des Körpers vom Essen sinnvoll, um den Einstieg zu erleichtern. In den Entlastungstagen sollten Sie viel trinken, schrittweise weniger und leicht verdauliche Nahrung zu sich nehmen und Genussmittel reduzieren. Das hilft außerdem ungewollten Entzugserscheinungen (bei Kaffeeverzicht sind es häufig Kopfschmerzen) vorzubeugen. 

Wie wichtig ist die Darmreinigung beim Heilfasten?

Die Darmreinigung ist zu Beginn einer Heilfastenkur, aber auch während der Kur sehr wichtig und sollte unbedingt durchgeführt werden. Sie besteht aus einer Darmentleerung zu Beginn der Fastenkur, sowie aus Einläufen während der Kur.

Durch die anfängliche Darmentleerung, die in der Regel mittels Abführmittel vorgenommen wird, werden Magen und Darm vollständig entleert. Dadurch wird verhindert, dass durch die im Verlauf gedrosselte Verdauungstätigkeit Nahrungs- und Stuhlrückstände im Verdauungsapparat verweilen und sich dort zersetzen. 

Während der Fastenkur werden durch Einläufe Giftstoffe – bspw. Eiweißzerfallprodukte – ausgeschwemmt, die durch die Entgiftung entstehen und unter anderem an den Darm abgegeben werden. Verbleiben diese Giftstoffe im Körper können sie bspw. zu Kopfschmerzen führen. 

Eine sorgsam durchgeführte Darmreinigung minimiert das Risiko unangenehmer Begleiterscheinungen während des Fastens, wie Kopfschmerzen, Hungergefühl oder Stimmungsschwankungen.

Auch anhand des Aussehens Ihres Urins können Sie übrigens die Entgiftung erkennen, da hierüber ebenfalls Giftstoffe abtransportiert werden. Deshalb ist es wichtig ausreichend zu trinken.

Was darf man beim Heilfasten zu sich nehmen?

Ob Sie während des Heilfastens nur flüssige oder sogar feste Nahrung zu sich nehmen hängt davon ab, für welche Form des  Heilfastens Sie sich entschieden haben. Die gängigste Form ist die alleinige Aufnahme von Wasser, Tee und ggf. klarer Brühe oder verdünnten Obst- und Gemüsesäften. Verboten sind dagegen immer alle Getränke, die Zucker, Zuckeraustauschstoffe oder Salz enthalten.

Sind beim Heilfasten Aufbautage notwendig?

Ebenso wichtig wie Entlastungstage vor dem Fasten sind Aufbautage (auch Fastenbrechen genannt) am Ende des Fastens. So gewöhnen Sie Ihren Körper langsam wieder an Nahrung und deren Verdauung, überfordern ihn aber nicht gleich und vermeiden im besten Falle ein Zurückfallen in alte, schlechte Gewohnheiten. Für Ihre Psyche ist es ebenfalls ratsam, langsam in den Alltag zurückzukehren und die Aufbautage zu nutzen, um zu überdenken, welche negativen Gewohnheiten, wie Stress und Überforderung, Sie künftig zugunsten eines achtsamen Umgangs ändern oder zumindest reduzieren können.

Bei einer Fastenkur von 7-14 Tagen sollten Sie idealerweise 3-5 Aufbautage einplanen. Das gibt dem Verdauungssystem Zeit seine Arbeit wieder optimal aufzunehmen und minimiert die Gefahr von Verdauungsproblemen.

Was muss während des Heilfastens beachtet werden?

Obwohl beim Heilfasten der körperliche Aspekt im Vordergrund steht, ist die Herangehensweise ganzheitlich. Daher sollte man sich während des Fastens Zeit nehmen, Stress vermeiden und die Gelegenheit ergreifen, seinen Alltag zu entschleunigen und bewusster zu gestalten. Also innerlich und äußerlich zur Ruhe kommen.

Moderate Bewegung unterstützt den Körper ebenfalls bei den aktiven Stoffwechselprozessen und verhindert einen unerwünschten Muskelabbau, bedingt durch fehlende Energiezufuhr.

Während des Fastens sollte man auf seinen Körper hören! In den ersten Tagen stellt sich der Körper um und passt sich den neuen Gegebenheiten an. Das kann zu Symptomen von Schwindel bis hin zu schlechter Laune führen. Diese Symptome sollten jedoch verschwinden und einem Gefühl der Leichtigkeit und  Ruhe Platz machen. Fühlt man sich aber nach einigen Tagen immer noch unwohl oder kommen weitere körperliche Symptome hinzu, sollte man zur Abklärung Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten. Damit wird sichergestellt, dass es sich um fastenbedingte Symptome handelt und nicht um Krankheitssymptome.

Was muss nach dem Heilfasten beachtet werden?

Nach dem Fasten und den Aufbautagen kehren Sie meist wieder in den Alltag zurück und damit in alle damit verbundenen Gewohnheiten, seien es gute oder schlechte. Durch das Fasten haben Sie die Gelegenheit erhalten diese Routinen zu durchbrechen. Ihr Körper hatte Zeit zu entgiften und sich zu regenerieren, Ihre Psyche zur Ruhe zu kommen. Dies ist der beste Zeitpunkt beispielsweise die eigenen Ernährungsgewohnheiten zu überdenken und bei Bedarf anzupassen. Kehren Sie sofort wieder in alte Essgewohnheiten zurück, ist Ihr Körper schnell wieder überfordert. Durch die Ruhephase ist Ihre Psyche vielleicht noch feinfühliger als vorher und leichter überfordert. Geben Sie Körper und Geist Zeit wieder im Alltag anzukommen und überfordern Sie beide nicht gleich.

Wie lange sollte man Heilfasten betreiben?

Präventives Fasten dauert in der Regel 5-10 Tage, während das Heilfasten bis zu 3 Wochen dauern kann. Die Dauer hängt von der Art des Heilfastens ab, von der Zielsetzung, der Erfahrung und äußeren Bedingungen, wie dem Faktor Zeit.

Möchten Sie gerne einmal ausprobieren zu Fasten, sind sich aber nicht sicher, ob Sie es durchhalten können oder wollen, dann ist auch eine kürzere Fastenzeit zum Einstieg möglich. Auch im Fasten Erfahrene gönnen sich manchmal kurze Fastentage, wenn aus verschiedenen Gründen eine längere Fastenkur nicht möglich ist.

Oder Sie versuchen es zunächst mit einer weiteren Variante des Fasten, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut, dem Intervallfasten bzw. intermittierenden Fasten10. Dabei wird am Tag eine Fastenzeit von 16-18 Stunden eingehalten. In der Regel wird zwischen 17 Uhr nachmittags und 11 Uhr morgens gefastet, also eine Essenspause eingelegt.

Ob man in den verbleibenden 6-8 Stunden nur zwei Mahlzeiten zu sich nimmt oder wie gewohnt, aber bewusst und gesund isst, hängt von der persönlichen Zielsetzung des Einzelnen ab. Diese Variante kann bspw. einmal die Woche, aber auch häufiger durchgeführt werden.

Reicht es, Heilfasten nur 1 Woche zu betreiben?

Da, wie bereits erläutert, sich bereits nach 24-36 Stunden ohne Nahrungsaufnahme  der Stoffwechsel verändert, hat eine einwöchige Heilfastenkur auf jeden Fall schon positive Auswirkungen auf den Körper. Ob diese Zeit jedoch ausreicht vorhandene Krankheitsbilder dauerhaft abzumildern oder sogar zu heilen, muss mit einem Arzt abgeklärt werden und hängt von individuellen Faktoren ab. Als präventives Heilfasten hat man auf jeden Fall bereits nach einer Woche seinem Körper Gutes getan. 

Ist Heilfasten im Urlaub sinnvoll?

Eine angenehme Variante des Heilfastens kann eine Fastenkur in Verbindung mit einem Urlaub sein. Es gibt hierzu zahlreiche Angebote weltweit. 

Wichtig ist jedoch vorher abzuklären, welche Form/Art des Fastens angeboten wird, ob eine ärztliche Betreuung vor Ort gewährleistet ist und ob Ihre gesundheitliche Symptomatik zur angebotenen Form der Fastenkur passt.

Heilfasten im Urlaub stellt natürlich eine besondere Form des Urlaubs dar, weil dieser ganz auf Ihre Gesundheit abgestimmt ist. Der Tagesablauf ist zum Teil vorgegeben und verplant und nicht alle Anwendungen, bspw. die Darmreinigung, zählen zu den beliebtesten Urlaubsaktivitäten. Aber die Möglichkeit eine Heilfastenkur an einem Wohlfühlort durchzuführen, zu entspannen und sich verwöhnen zu lassen – denn meist ist bei solchen Angeboten auch ein Wellnessprogramm mit Massagen etc. eingeplant – hat durchaus ihren Reiz.

Wenn Sie also die zeitliche und finanzielle Möglichkeit haben sich über einen längeren Zeitraum von bis zu 3 Wochen komplett aus Ihrem Alltag herauszuziehen, um eine Heilfastenkur an einem schönen Urlaubsort zu machen, dann los!

So kann Heilfasten beim Einsatz gegen Krankheiten helfen

Heilfasten kann eine Besserung bewirken bei Erkrankungen11 im Bereich 

  • des Stoffwechsels
  • des Herzens und der Gefäße (Herz-Kreislauf, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, u.ä.)
  • chronischer Schmerzen
  • der Verdauung (Verdauungsstörungen, Reizdarm, etc.)
  • chronischer Entzündungen (bspw. Gicht)
  • rheumatischer Erkrankungen
  • von Hautkrankheiten (z.B. Neurodermitis)
  • allergischer Krankheiten (Asthma, etc.)

Durch das Fasten werden dem Körper unter anderem krankheits- oder symptomfördernde Nahrungsmittel nicht mehr zugeführt. Bleiben diese Reize aus, erhält er die Chance sich zu beruhigen und zu regenerieren.

Welche Nebenwirkungen können beim Heilfasten auftreten?

Besonders am Anfang einer Fastenkur, in den ersten Tagen, kann es zu Nebenwirkungen kommen. Zum einen muss sich der Körper an die ungewohnten Umstände gewöhnen und neu ausrichten/regulieren. Zum anderen sind das typische Begleitsymptome einer Entgiftung, wenn Ausscheidungsorgane, wie Leber und Nieren auf Hochtouren arbeiten. Auch der Verzicht von Alkohol, Koffein und Nikotin kann diese Nebenwirkungen hervorrufen.

  • Hunger
  • leichte Unterzuckerung
  • schlechte Laune
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • niedriger Blutdruck
  • Kälteempfindlichkeit
  • Kopfschmerzen
  • Hautprobleme
  • Muskelkrämpfe
  • vorübergehende Sehstörungen
  • Magenbeschwerden

Meist klingen diese Symptome nach wenigen Tagen wieder ab. Ist dies nicht der Fall, sollten sie ärztlich abgeklärt werden.

Welche Risiken birgt das Heilfasten?

Bei einer Fastenkur, die länger als 3 Wochen durchgeführt wird, werden in der Regel sicherheitshalber die Natrium- und Kaliumwerte im Blut überprüft, um einen Mineralstoffmangel vorzubeugen. Ebenso wird der Herzrhythmus überprüft, um sicherzugehen, dass keine Herzprobleme, wie bspw. Herzrhythmusstörungen, auftreten.

Ein weiteres mögliches Risiko bei einer Heilfastenkur sind im Fettgewebe eingelagerte Umweltgifte, die durch das Zurückgreifen auf körpereigene Fette zur Deckung des Energiebedarfs gelöst werden könnten. Gelangen diese ins Blut, können sie Leber und Nieren belasten.

Welche Erfahrungen kann man mit Heilfasten machen?

Unter anderem auch im Zusammenhang mit dem Thema Intervallfasten weiter untersucht – wir haben hierzu einen eigenen Artikel veröffentlicht – gehen Wissenschaftler mittlerweile davon aus, dass der vorübergehende Verzicht auf Nahrung eine lebensverlängernde Wirkung hat, weil die Gefahr verschiedener Erkrankungen, wie Krebs, Herzerkrankungen und Diabetes sinkt. 

Durch einen kontrollierten und zeitlich begrenzten Nahrungsentzug wird der Körper befähigt, nicht nur Giftstoffe abzutransportieren, sondern auch sich selbst zu regenerieren und zu “reparieren”. Schon durch ein regelmäßiges intermittierendes Fasten fühlen sich viele Menschen wohler und ausgeglichen, bemerken eine Verbesserung Ihres Verdauungsapparats bei Reizmagen und -darm, klagen seltener über Sodbrennen und freuen sich über ein paar Kilos weniger auf der Waage.

Aber neben den körperlichen Aspekten spielen auch die psychischen eine große Rolle. Eine Heilfastenkur durchzuhalten erfordert Disziplin und kann jeden stolz machen, der es geschafft hat, seinen inneren Schweinehund zu überwinden. Die Erfahrung der Selbstkontrolle stärkt die Selbstwahrnehmung, die Ruhe während der Fastenzeit hilft den Blick nach innen zu richten. 

Nicht selten werden während einer Fastenkur nicht nur ernährungstechnische Lebensgewohnheiten hinterfragt und überdacht, sondern auch bisherige Lebenssituationen, die unbefriedigend waren. Das Ende einer Fastenkur kann auch hier einen Neuanfang darstellen, bspw. bewusster und achtsamer mit sich umzugehen.

Viele Menschen schwören mittlerweile auf das Fasten in regelmäßigen Abständen, sei es einmal im Jahr, einmal im Monat, einmal in der Woche oder sogar täglich im Kleinen.

Wissenschaftliche Quellen

  1. https://www.bzfe.de/inhalt/fasten-moderne-aspekte-eines-klassischen-naturheilverfahrens-4675.html
  2. https://www.nobelprize.org/uploads/2018/06/press-34.pdf
  3. https://www.helmholtz-muenchen.de/aktuelles/uebersicht/pressemitteilungnews/article/34525/index.html
  4. https://www.bzfe.de/inhalt/fasten-moderne-aspekte-eines-klassischen-naturheilverfahrens-4675.html
  5. https://www.aerztegesellschaft-heilfasten.de/wp-content/uploads/2013/10/FoKoMed_Leitlinien_Juni_2002.pdf
  6. https://www.bdh-online.de/lexikon/buchinger-heilfasten/
  7. https://www.mayr-kuren.de/
  8. http://hildegardvonbingen.info/gesundheit/hildegard-fasten-2/
  9. https://aerztegesellschaft-heilfasten.de/fasten-adressen/fasten-kliniken/
  10. https://www.helmholtz.de/gesundheit/was-bringt-intervallfasten/
  11. https://www.naturheilkunde.de/naturheilverfahren/heilfasten.html
By |2020-02-20T17:51:15+02:0014. November 2019|Abnehmen|0 Comments

About the Author:

Seit 2006 arbeite ich nicht nur in einer Apotheke sondern auch als Heilpraktikerin. Im Rahmen dieser Tätigkeit halte ich unter anderem Vorträge über naturheilkundliche Themen. Sowohl durch den ständigen Besuch von Fort- und Weiterbildungen als auch durch die Tätigkeit in meiner eigenen Praxis erweitere ich meine Erfahrung im Bereich der Naturheilkunde kontinuierlich.

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