Möglichkeiten zur natürlichen Behandlung von Fieber während der Stillzeit

Trotz Fieber in der Stillzeit können Sie Ihr Baby in der Regel weiterhin stillen. Auf diese Weise bekommt es über die Muttermilch direkt die benötigten Antikörper und ist besser geschützt, als wenn Sie es nicht stillen würden. Eine leicht erhöhte Temperatur lässt sich oftmals mit Bettruhe und natürlich wirksamen Mitteln in den Griff bekommen. Viele Arzneiwirkstoffe können in die Muttermilch übergehen und dadurch unter Umständen dem Säugling schaden. Deshalb sollten fiebersenkende Medikamente immer mit Bedacht eingesetzt werden. Wir stellen Ihnen hier in diesem Ratgeber die besten Tipps und Hausmittel bei Fieber in der Stillzeit vor und erklären Ihnen, was Sie beachten sollten.

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Meist haben Stillende ein sehr gutes Immunsystem, doch in Phasen von erhöhter Belastung, Stress oder bei starkem Schlafmangel können vermehrt Erkältungen, Infekte und Fieber auftreten. Vor allem mit Fieber und Gliederschmerzen kann der Alltag als stillende Mama zu einer großen Herausforderung werden. 

Damit Sie schnell wieder gesund werden, sollten Sie sich so viel Ruhe wie nur möglich gönnen und Familie oder Freunde um Unterstützung bitten. Außerdem gibt es einige Hausmittel, die dazu beitragen können, die Beschwerden zu lindern. 

Im Folgenden erfahren Sie:

  • ob Sie Ihr Baby trotz Fieber weiterhin stillen können,
  • welche nichtmedikamentöse Maßnahmen bei Fieber in der Stillzeit helfen können,
  • ob homöopathische Mittel bei Fieber in der Stillzeit angewendet werden können,
  • wann die Einnahme von fiebersenkenden Medikamenten notwendig werden kann und
  • wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Mütter mit Fieber können Ihr Baby auch weiterhin stillen

stillende frau hat schmerzende brustwarzenTrotz Fieber dürfen Sie weiter stillen. Sie sollten sogar, denn der Körper gibt die Abwehrstoffe (Immunglobuline), die er gegen den Erreger produziert, über die Muttermilch an das Baby weiter. Auf diese Weise hat das Stillen einen positiven Effekt auf die Bildung von Antikörpern und somit auf die Ausbildung des Immunsystems Ihres Kindes.

Sollte Ihr Baby krank werden, verläuft die Erkrankung in der Regel milder, da es über das Stillen bereits Ihre Antikörper erhalten hat.  Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom sogenannten Nestschutz. 

Plötzliches Abstillen aufgrund eines Infekts bringt oft Probleme mit sich, zum Beispiel kann es zu einem Milchstau kommen und für Ihr Baby erhöht sich die Gefahr einer Erkrankung durch den Stress, der durch das Abstillen entsteht. Zudem erfolgt eine Ansteckung üblicherweise nicht über die Muttermilch, sondern über Tröpfcheninfektion.

Nichtmedikamentöse Maßnahmen bei Fieber: Das kann Stillenden helfen

Fieber muss nicht immer direkt mit Medikamenten behandelt werden, denn bei Infektionskrankheiten ist die erhöhte Körpertemperatur eine zielgerichtete Reaktion des Körpers gegen den Erreger und somit ein nützlicher Effekt.1 In der ganzheitlichen Naturheilkunde wird Fieber als eine Heilreaktion des Körpers betrachtet, die unterstützt, aber nicht unterdrückt werden sollte (z.B. durch fiebersenkende Medikamente).

Aus diesem Grund sind unterstützende Maßnahmen sowie natürliche und/oder homöopathische Arzneimittel gut geeignet zur Linderung der Beschwerden. Sie unterdrücken nicht einfach nur die Symptome, sondern fördern den natürlichen Heilungsprozess des Körpers.

Wadenwickel zur Abhilfe gegen erhöhte Temperatur

Lauwarme Wadenwickel gelten als altbewährtes Hausmittel bei Fieber. Sie sollen den Körper zum Schwitzen anregen, wodurch er wieder heruntergekühlt wird und die erhöhte Temperatur sinken kann. Zudem kann die Durchblutung im Körper verbessert und die Stoffwechselaktivität angeregt werden. 

Sie sollten allerdings nur bei warmen Extremitäten eingesetzt werden, denn bei kalten Händen und Füßen sowie Schüttelfrost können sie den Kreislauf zusätzlich belasten.

Bestimmte Teesorten werden bei Fieber in der Stillzeit empfohlen

Vor allem Lindenblüten und Holunderblüten werden in der traditionellen Volksheilkunde bei Fieber und Infekten empfohlen. Beide haben einen anregenden sowie schweißtreibenden Effekt und können in Verbindung mit warmen Wickeln als “Schwitzkur” angewendet werden.

Außerdem können Sie einen Tee aus Kamillenblüten oder Zistrose (Cistrose oder Cystus genannt) zubereiten. Beide enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, die Sie sich bei Fieber und Infekten zu Nutze machen können. 

Ebenfalls geeignet ist ein Tee aus frischem Ingwer. Hierfür reiben Sie ein Stückchen Ingwer, übergießen es mit heißem Wasser und lassen den Tee 10-15 Minuten ziehen oder Sie kochen den geriebenen Ingwer direkt im Wasser auf und trinken den Sud.

Viel Ruhe und ausreichend Flüssigkeit können ebenfalls hilfreich sein

Gönnen Sie sich so viel (Bett-) Ruhe, wie möglich und reduzieren Sie körperliche Anstrengung sowie äußere Reize (z.B. Stress, Lärm). Nehmen Sie Ihr Kind am besten mit zu sich ins Bett und  wickeln Sie es auch dort, um sich zu schonen. Versuchen Sie, auf jeden Fall zu schlafen, wenn Ihr Baby schläft, denn ausreichend Schlaf und Erholung sind essentiell, um schnell wieder gesund und fit zu werden

Achten Sie außerdem darauf, mehr zu trinken als üblich. In der Stillzeit ist der Flüssigkeitsbedarf ohnehin bereits erhöht und bei Fieber nochmal zusätzlich. Außerdem kann es helfen, die Erreger besser aus dem Körper zu spülen und die Schleimhäute feucht zu halten. Wärmende Suppen sind ebenfalls gut, um den Körper zu kräftigen und mit Flüssigkeit zu versorgen.

Können auch Globuli bei Fieber während der Stillzeit eingenommen werden?

Bei Fieber in der Stillzeit sind homöopathische Arzneimittel eine gute Alternative zu herkömmlichen Medikamenten. Sie können dank ihrer natürlichen und sanften Wirkweise den Selbstregulierungseffekt des Körpers unterstützen und helfen, den Organismus auf natürliche Weise wieder ins Gleichgewicht zu bringen. 

Viele Präparate sind zur Anwendung in der Stillzeit geeignet und haben keine negative Auswirkung auf den Säugling. Gerne empfohlen werden zum Beispiel die anthroposophischen Arzneimittel von Wala: 

Homöopathische Mittel sollten immer den individuellen Symptomen entsprechend ausgewählt werden, damit sie auch wirklich zur Linderung der Beschwerden beitragen können. Hierbei kann ihnen ein erfahrener Apotheker, Arzt oder eine Hebamme behilflich sein.

Schmerzmittel bei Fieber: Wann es nötig sein kann

Hohes Fieber kann unter Umständen auch gefährlich werden, weshalb zuweilen die Einnahme von fiebersenkenden Mitteln notwendig werden kann. 

Geeignet sind vor allem Paracetamol und Ibuprofen, die beide schmerzlindernd und fiebersenkend wirken. Ibuprofen verfügt darüber hinaus zusätzlich über eine entzündungshemmende Wirkung, was je nach Ursache des Fiebers eventuell von Vorteil  sein kann, zum Beispiel bei einer Brustentzündung (Mastitis).

Wichtig bei der Anwendung jeglicher Schmerzmittel ist: Nehmen Sie das Arzneimittel immer nur in der kleinstmöglichen Dosierung und so kurz wie möglich ein.

Wann sollte bei Fieber in der Stillzeit ein Arzt aufgesucht werden?

Fieber sollte zu keinem Zeitpunkt auf die leichte Schulter genommen werden, vor allem nicht, wenn es sehr hoch ist (über 39 ° Celsius). Eine leicht erhöhte Temperatur lässt sich meist gut in Eigenregie behandeln, allerdings sollten Sie bei  diesen Symptomen auf jeden Fall ein Arzt aufsuchen:

  • bei plötzlich auftretendem Fieber über 39 ° Celsius
  • bei anhaltendem Fieber (länger als zwei Tage)
  • wenn das Fieber als Begleitsymptom auftritt z.B. bei einer Brustentzündung oder anderen entzündlichen Erkrankungen
  • bei Fieber in Zusammenhang mit einer Medikamenteneinnahme
  • bei Fieberkrämpfen
  • wenn weitere Beschwerden auftreten, wie z.B.  Kopfschmerzen, Durchfall, Bauchschmerzen oder Erbrechen
  1. Lochbrunner, Birgit: „Naturheilkundliche und homöopathische Therapiemöglichkeiten bei Fieber.“ In: Zeitschrift für Komplementärmedizin 9.01 (2017): 28-31.
Möglichkeiten zur natürlichen Behandlung von Fieber während der Stillzeit

Steffanie Kaiser

Seit 2019 unterstütze ich nicht nur die Redaktion der bio-apo, sondern halte im Rahmen meiner Tätigkeit unter anderem Vorträge über naturheilkundliche Themen.