//Hausmittel gegen Verstopfung

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Hausmittel gegen Verstopfung (Obstipation): Was hilft bei Verstopfung wirklich?

Zwar redet keiner wirklich gerne darüber – dennoch leidet fast jeder im Laufe seines Lebens Mal unter Verstopfung. Das Gefühl, wenn es in der Magen-Darm Region unangenehm drückt und grummelt und man einfach nicht richtig auf die Toilette gehen kann. Nichts scheint zu helfen und man findet keine Erleichterung. Der Darm fühlt sich träge an und man fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes verstopft.

Manche Menschen haben dieses Problem jedoch leider nicht nur gelegentlich, sondern dauerhaft. Sie leiden chronisch unter den stark beeinträchtigenden Symptomen von Verstopfung und sind in ihrer Lebensqualität deutlich eingeschränkt.

Chronische Obstipationsbeschwerden zählen zu den häufigsten Gesundheitsstörungen in Deutschland, wobei das Auftreten mit dem Alter zunimmt und Frauen häufiger betroffen sind als Männer1.

Doch was passiert bei einer Verstopfung eigentlich genau im Körper und was kann man dagegen tun? Muss man immer zu Abführmitteln greifen? Alles Wissenswerte rund um das Thema sowie 20 praktische Hausmittel gegen Verstopfung finden Sie hier in unserem Ratgeber.

Was ist Verstopfung?

Der Verdauungsapparat  ist das größte System in unserem Körper, das tagtäglich wichtige Arbeit für uns leistet.  Es wird von verschiedensten Faktoren im täglichen Leben beeinflusst: Ernährung, Lebensstil, Stressfaktoren, körperlicher Gesundheit – um nur einige zu nennen. Schnell kommt dieses System aus dem Gleichgewicht, was sich für uns als Verdauungsprobleme bemerkbar macht. Verstopfung ist dabei nur eines davon.

Nach Schätzungen leiden 15 % aller Frauen und 5 % aller Männer dauerhaft unter Verstopfung2. Sie kann in jedem Alter auftreten und jeden treffen, egal ob jung oder alt, wobei ältere Menschen häufiger betroffen sind.

Von einer Darmverstopfung – medizinisch Obstipation genannt, spricht man dann, wenn die Stuhlentleerung erschwert ist, sie zu selten erfolgt (weniger als drei Mal pro Woche) oder auch nur unvollständig3. Betroffene verharren gefühlt ewig auf der Toilette, müssen stark pressen und der Stuhl ist meist zu hart und klumpig.

Welche Symptome treten bei einer Verstopfung auf?

Betroffene leiden unter einer Vielzahl von Symptomen, die ganz subjektiv in unterschiedlichen Ausprägungen auftreten können:

  • starkes Pressen beim Stuhlgang
  • klumpiger oder harter Stuhl
  • Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
  • Gefühl, dass die Darmpassage blockiert ist
  • das Gefühl zur Erleichterung mit der Hand nachhelfen zu wollen
  • weniger als drei Stuhlgänge/-entleerungen pro Woche

Woran erkennt man eine Verstopfung?

Leiden Sie unter mindestens zwei der eben beschriebenen Symptomen, liegt es nahe, dass eine Verstopfungsproblematik vorliegt. Begleitend treten oftmals weitere Beschwerden wie Völlegefühl, Bauchschmerzen, Krämpfe und Blähungen auf.

Natürlich spricht man nicht gleich von Verstopfung, wenn der Stuhlgang mal für ein paar Tage ausbleibt. Oftmals regelt der Körper das Problem von alleine wieder, sodass man nach einigen Tagen wieder ganz normal auf die Toilette gehen kann.

Die Häufigkeit des Stuhlgangs ist individuell verschieden, jeder Mensch hat eine andere Stuhlfrequenz. Als normale Frequenz wird eine Stuhlentleerung von drei Mal täglich bis zu drei Mal wöchentlich bezeichnet.

Manchmal tritt eine Verstopfung auch infolge veränderter Lebensumstände auf oder  infolge einer Nahrungsumstellung. Nach der Fastenzeit oder einer strengen Diät zum Beispiel, dauert es einige Tage bis der Darm wieder gefüllt ist.

Treten die Beschwerden allerdings immer wieder auf und über einen längeren Zeitraum hinweg, sollten Sie einen Arzt zu rate ziehen und gegebenenfalls eine Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten in Betracht ziehen.

Mehr Informationen zum Thema Verdauung finden Sie in unserem Ratgeber Verdauungsprobleme.

Was ist der Unterschied zwischen Obstipation und Koprostase?

Die sogenannte Koprostase bezeichnet das totale Erliegen des Stuhlgangs. Wenn sich der Stuhl im Dickdarm staut und sozusagen gar nichts mehr geht. Während des Verdauungsprozesses wird der Stuhl durch den Wasserentzug im Darm so stark eingedickt, dass es zur Bildung von Kotballen oder auch Kotsteinen kommen. Diese blockieren die Darmpassage und verhindern eine Entleerung des Darms dadurch gänzlich.

Die Koprostase ist die schwerste Form der Verstopfung und kann als Folge einer andauernden und unbehandelten Symptomatik auftreten. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Darmverschluss kommen.

Was versteht man unter einer Reise-Obstipation?

Reise-Obstipation bezeichnet eine Verstopfung, die viele Menschen infolge der Umstellung auf ungewohntes Essen, ein ungewohntes Klima, einen anderen Tagesrhythmus oder auch durch Flüssigkeitsmangel während einer Reise erleben. Durch die Veränderungen kommt es zu Unregelmäßigkeiten oder Störungen in unserem Verdauungssystem und somit auch im Stuhlverhalten.

Meist benötigt der Körper einfach ein paar Tage um sich umzustellen und anzupassen. Bei dem ein oder anderen kann sich die Verstopfungsproblematik durch den ganzen Urlaub ziehen und beruhigt sich erst wieder nach der Rückkehr nach Hause. Manchmal tritt Verstopfung auch in Verbindung mit oder nach einem Reisedurchfall auf.

Vielen Menschen fällt es darüber hinaus schwerer, sich in ungewohnter Umgebung oder auch unter mangelnder Privatsphäre zu erleichtern.

Wann spricht man von einer chronischen Verstopfung?

Eine chronische Verstopfung liegt vor, wenn der Zustand unbefriedigender, unregelmäßiger und gestörter Stuhlentleerungen über drei Monate hinweg vorliegt4 und dabei mindestens zwei der bereits beschriebenen Symptome auftreten (siehe „Welche Symptome treten bei einer Verstopfung auf“).

Selbst wenn der Stuhlgang täglich erfolgt, aber  nur sehr beschwerlich und auf unangenehme Art, liegt eine Verstopfung vor.

Bei kurzzeitig ausbleibendem oder reduziertem Stuhlgang spricht man zuweilen auch von Konstipation, im Gegensatz zur länger bestehenden Obstipation, die auch Darmträgheit genannt wird.

Wann ist es empfohlen, einen Arzt aufzusuchen?

Treten folgende Beschwerden zusätzlich bei Obstipation auf, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen:

  • Fieber
  • Blutbeimengungen im Stuhl
  • starken Magenkrämpfen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Ungewollter Gewichtsverlust

Wie kommt es im Darm zur Verstopfung?

Unser Darm ist im Durchschnitt ganze acht Meter lang – ein langer Weg den der Verdauungsbrei im Laufe der Verdauung zurückzulegen hat. Er wird unterteilt in Dünndarm und Dickdarm.

Eine Verstopfung entsteht, wenn eine Entleerungsstörung am Darmende vorliegt oder, wenn sich der Verdauungsbrei zu langsam durch den Darm bewegt. Dann wird ihm während des Verdauungsprozesses nämlich zu viel Flüssigkeit entzogen, wodurch der Stuhl trocken und hart wird. Das führt zu einer erschwerten Ausscheidung.

Die verlangsamte Passagezeit kann durch eine gestörte Darmmotorik hervorgerufen werden, zum Beispiel wenn das darmeigene Nervensystem durch Stress überlastet ist. Außerdem kann es zu Verstopfung kommen, wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht gerät und es zu einer Fehlbesiedlung im Darm kommt. Dadurch kann die aufgenommene Nahrung nicht mehr richtig verdaut und zersetzt werden und die Darmtätigkeit gerät ins Stocken.

Wie unsere Verdauung genau funktioniert und welche komplexen Vorgänge dabei ablaufen erfahren Sie hier: Wie funktioniert unsere Verdauung?

Welche Ursachen kann eine Verstopfung haben?

Vielerlei verschiedene Ursachen können zu Verstopfung führen. Häufig führt eine ungesunde Lebensweise zu einer Beeinträchtigung des Verdauungssystems und somit unter anderem auch zu Verstopfung. Man spricht in diesem Fall oft von funktionellen Störungen, da sie auf kein organisches Problem zurückzuführen sind. Hierzu gehören:

  • Stress, Hektik
  • ungesunde Ernährung
  • wenig Flüssigkeitsaufnahme
  • hastiges Essen
  • mangelnde Bewegung
  • veränderte Lebensumstände (Reisen, Urlaub, Schichtarbeit)

Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren, die ursächlich für eine Verstopfung sein können:

  • Bettlägerigkeit (zum Beispiel nach einem operativen Eingriff)
  • Medikamenten- / Lebensmittelunverträglichkeiten

Ballaststoffarme Ernährung, geringe Flüssigkeitszufuhr und Bewegungsmangel als Ursachen einer Verstopfung

Zwar wird in verschiedenen Quellen immer wieder deutlich gemacht, dass ein Ballaststoff-Mangel, eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme und auch Bewegungsmangel als Ursache von Verstopfung nicht ausreichend belegt sind, dennoch sind sich die meisten Quellen einig, dass alle drei Faktoren wichtig sind für eine geregelte Verdauung5.

In der gemeinsamen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie  und Motilität (DGNM) und der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wird zur Therapie von Obstipation ein Stufenschema empfohlen.

Hierbei wird als erste Stufe sogar zunächst zu eben diesen Maßnahmen geraten. Nämlich zu einer Anpassung der Flüssigkeitszufuhr, zu ausreichender Bewegung und zu einer ballaststoffreichen Ernährung6. Erst, wenn die Wirksamkeit ausbleibt oder Unverträglichkeiten auftreten, sollten weitere Therapieoptionen wie beispielsweise Abführmittel in Erwägung gezogen werden.

Weitere Informationen rund um die Zusammenhänge zwischen Verdauung und einer ballaststoffreichen Ernährung finden Sie in unserem Ballaststoffe-Ratgeber.

Unverträglichkeiten als Ursache einer Verstopfung

Neben den bereits erwähnten Ursachen, können ebenfalls verschiedene Allergien und Unverträglichkeiten ursächlich für eine Verstopfung sein. Dazu gehören Lebensmittelunverträglichkeiten, zum Beispiel gegen Laktose, Fruktose oder Gluten.

Außerdem können verschiedene Medikamente eine Verstopfung auslösen. Dazu zählen zum Beispiel starke Schmerzmittel, Antidepressiva, Cholesterinhemmer und einige Blutdruckmittel.

Welche Ursachen Verdauungsprobleme darüber hinaus haben können, lesen Sie hier.

Stress als Ursache einer Verstopfung

Unser Verdauungssystem und unsere Psyche sind nachweislich eng miteinander verbunden7. Bei Stress kann es zu einem gestörten Informationsaustausch zwischen Darm und Gehirn kommen und dadurch hat Stress einen nicht unerheblichen Einfluss auf unsere Verdauung8.

Das sogenannte enterische Nervensystem durchzieht den gesamten Magen-Darm-Trakt und seine Millionen von Nervenzellen spielen zusammen mit der Muskulatur der Darmwände eine wichtige Rolle für den Transport des Verdauungsbreis durch den Darm. Stress kann einen Einfluss auf das empfindliche Zusammenspiel haben und sich so negativ auf den Stuhltransport auswirken.

Außerdem steht unser Körper im Stresszustand unter ständiger Alarmbereitschaft, wodurch nicht genug Energie im Verdauungssystem ankommt. Der Darm wird träge und der Stuhltransport kommt zum Erliegen.

Alles Wissenswerte zum Thema Stress und Verdauung finden Sie im Ratgeber Der Einfluss von Stress auf unsere Verdauung.

Wenn die Verstopfung das Symptom ist: Auf welche Erkrankungen kann eine Verstopfung hinweisen?

Verstopfung kann ebenfalls als Begleiterscheinung einiger Erkrankungen auftreten, auch wenn diese auf den ersten Blick eigentlich nichts mit dem Darm zu tun haben. Man spricht in diesem Zusammenhang von organischen Störungen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Nerven- und Muskelerkrankungen

         Neurologische Erkrankungen wie zum Beispiel  Morbus Parkinson oder multiple Sklerose.

  • Darmerkrankungen

         Zum Beispiel das Reizdarmsyndrom oder auch Autoimmunerkrankungen wie Morbus Crohn.

  • Hormonelle Störungen

         Zum Beispiel bei einer Schilddrüsenunterfunktion oder auch während der Schwangerschaft.

  • Motorische Erkrankungen

         Zum Beispiel bei einer Fehlfunktion des Beckenbodens.

  • Stoffwechselerkrankungen

         Zum Beispiel Bei Diabetes mellitus.

Wann spricht man vom Reizdarm-Syndrom?

Verstopfung kann außerdem infolge eines Reizdarmsyndroms auftreten. Die Kombination verschiedener Beschwerden des unteren Gastrointestinaltrakts ohne organische Ursache wird als Reizdarmsyndrom bezeichnet9

. Dabei handelt es sich um eine anhaltende (chronische) funktionelle Störung des  Magen-Darm-Systems. Charakteristischerweise ist sie mit Schmerzen im Magenbereich und Stuhlunregelmäßigkeiten verbunden. In der Folge kommt es zu:

  • Blähungen
  • Schmerzen / Krämpfen im Unterleib
  • Völlegefühl
  • Unwohlsein
  • Druckgefühl im Unterbauch
  • unvollständiger Darmentleerung
  • veränderten Stuhleigenschaften wie Durchfall, harter Stuhlgang oder Verstopfung

Wie kann eine Verstopfung behandelt werden?

Da Verstopfung verschiedene Ursachen haben kann, gibt es auch verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung. Die medikamentöse Behandlung ist meist nicht über einen längeren Zeitraum empfehlenswert. Ein träger Darm lässt sich oftmals durch eine Umstellung des Lebensstils in Schwung bringen.

Abführmittel zur schnellen Behandlung einer Verstopfung

Als vorübergehende Maßnahme zur schnellen Behandlung einer Verstopfung kann die Anwendung von Abführmitteln, sogenannten Laxanzien, durchaus sinnvoll sein. Der Vorteil ist, dass sie effektiv wirken und eine schnelle Abhilfe bei akuter Symptomatik sein können.

Es gibt verschiedene Arten von Abführmitteln, die in Apotheken erhältlich sind. Die Auswahl des Mittels hängt von der individuellen Verträglichkeit ab. Lassen Sie sich hierfür am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.

Prof. Hauner gab bei einem Interview mit einem Radiosender zu Bedenken, dass es seiner Ansicht nach für Patienten mit chronischer Darmträgheit ohne Vorliegen organischer Ursachen kein wirklich gutes Medikament gibt, um langfristig zu helfen. Deswegen verweist auch er auf die Anwendung bewährter Hausrezepte sowie auf einen gesunden Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung10.

Was ist bei der Selbstanwendung von Abführmitteln zu beachten?

Bei der Selbstanwendung von Abführmitteln sollte man darauf achten diese nicht über einen längeren Zeitraum hinweg anzuwenden. Die meisten Mittel sind nicht für eine dauerhafte Anwendung zu empfehlen und auf einige könnte der Darm negativ reagieren. Zum einen könnte die Dauer des Verstopfungszustandes verstärkt werden und zum anderen kann es zu einem Kaliummangel oder zu einer nachlassenden Ansprechbarkeit des Darms auf Füllungsreize kommen.

Daher gilt:

  • keine gewohnheitsmäßige Einnahme von Abführmitteln
  • suchen Sie bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt auf
  • wählen Sie immer eine möglichst niedrige Dosierung
  • nach erfolgreicher Darmentleerung sollte das Abführmittel frühestens am dritten Tag wieder eingenommen werden

Zudem sind Abführmittel zwar eine sinnvolle Hilfe, allerdings nur für den Moment. Viel wichtiger ist es, die Ursache zu behandeln und nicht einfach nur das Symptom der Verstopfung.

Ernährungsumstellung zur Behandlung einer Verstopfung

Durch eine ausgewogene und gesunde Ernährung kann man Darmproblemen vorbeugend entgegenwirken. Natürlich hängt es zunächst vom Schweregrad der Verstopfung ab, wie viel man durch eine Ernährungsumstellung erreichen kann. Je nachdem ist als erster Schritt eine Behandlung mit Abführmitteln notwendig, zumindest für eine kurze Zeit.

Eine jahrelange stärke- und zuckerreiche sowie ballaststoffarme Ernährung kann sich negativ auf die Verdauung auswirken. Lebensmittel wie Weißmehlprodukte, Schokolade sowie fettige Speisen belasten den Verdauungsprozess. Vermeiden Sie außerdem Reizmittel wie Alkohol, Kaffee und Nikotin.

Bereiten Sie deshalb Ihre Mahlzeiten so oft wie möglich frisch zu. Fertige Lebensmittel enthalten oft viele Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel und Aromazusätze, die unter Umständen nicht gut vertragen werden und sich negativ auf das Verdauungssystem und den Stoffwechsel auswirken können.

Integrieren Sie mehr Obst und Gemüse in Ihren Speiseplan. Gerne auch roh in Form von Salaten oder Rohkost und verwenden Sie vermehrt Vollkornprodukte. Greifen Sie beim kleinen Hunger zwischendurch zu Nüssen und Trockenfrüchten statt ungesunden Snacks und toppen Sie Ihr Müsli oder Ihren Joghurt mit Chiasamen, Leinsamen oder Flohsamenschalen.

20 Hausmittel gegen Verstopfung

Es gibt viele Möglichkeiten, die dabei  helfen können die Darmtätigkeit zu regulieren. Welche Methode am besten funktioniert ist von Mensch zu Mensch und manchmal auch von Fall zu Fall verschieden. Daher kann es durchaus sein, dass  man mehrere Methoden ausprobieren muss, bis man die richtige für sich gefunden hat. Auf jeden Fall ist es einen Versuch wert eine Alternative zur medikamentösen Behandlung zu finden. Deshalb haben wir im Folgenden 20 Hausmittel für Sie zusammengetragen.

Tipp 1: Hilfsmittel zur Erleichterung des Stuhlgangs

Als bewährtes Hilfsmittel zur Erleichterung des Stuhlgangs gilt ganz einfach: ein kleiner Hocker. Diesen platziert man direkt vor der Toilette, damit die Beine angewinkelt werden und man in einer leichten Hockhaltung  sitzt. Dadurch wird der Enddarm gestreckt und die Stuhlentleerung kann leichter und vollständiger erfolgen.

In der gewöhnlichen Sitzhaltung wird der letzte Teil des Darms abgeklemmt, was sich bei zu hartem Stuhl natürlich zusätzlich negativ auswirken kann.

Nicht umsonst ist es in großen Teilen Asiens auch heute noch üblich sich in der Hocke zu erleichtern. Stehtoiletten (Plumpsklos) die in unserer westlichen modernen Welt als zurückgeblieben und veraltet angesehen werden, haben also durchaus auch Vorteile und werden von vielen Menschen in Asien gerne genutzt.

Tipp 2: Bewegung und Sport gegen Verstopfung

Unsere Lebensweise ist durch vorwiegend sitzende Tätigkeit geprägt. Wir verbringen den Tag im Büro vor dem Computer und abends entspannen wir vor dem Fernseher. Da kommt die Bewegung im Alltag oftmals zu kurz. Dabei wirken Sport und  auch ganz allgemein körperliche Aktivitäten anregend auf den Stoffwechsel und dadurch auch auf die Darmtätigkeit.

Deswegen ist es wichtig für Ausgleich zu sorgen, zum Beispiel indem man eine Runde Fahrrad fahren oder Joggen geht oder auch einfach einen kleinen Spaziergang macht.

Sind wir zu träge wird unser Darm das mit der Zeit auch. Jegliche Form der körperlichen Bewegung hingegen begünstigt die Darmtätigkeit11. Allerdings ist hier nicht die Rede davon, nach dem Essen mit vollem Magen gleich ein ganzes Sportprogramm durchzuziehen. Gehen Sie es lieber etwas ruhiger an und machen Sie einen Spaziergang. Schließlich kommt es nicht von irgendwo her, dass man von einem Verdauungsspaziergang nach dem Essen spricht.

In verschiedenen Studien konnte ein Zusammenhang zwischen vermehrter körperlicher Aktivität und der Darmtätigkeit festgestellt werden12. Zusätzlich spielen dabei weitere Faktoren wie Ernährung und Lebensstil begünstigend mit rein.

Tipp 3: Wärme gegen Verstopfung

Eine Wärmflasche kann bei Verstopfung und Magenkrämpfen als erste Abhilfe Linderung verschaffen. Denn Wärme entspannt die Muskulatur und fördert die Durchblutung. Dadurch entspannt sich die verkrampfte Magen- und Darmmuskulatur und Krämpfe können gelindert werden.

Zwar ist die Wirkung kaum durch Studien belegt, dennoch aber durch langjährige Erfahrung bestätigt13. Legen Sie hierfür eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen auf den unteren Bauchbereich oder auf schmerzende Stellen.

Auch warme Bäder wirken entspannend und schmerzlindernd. Ätherische Öle können diese Wirkung zusätzlich unterstützen, zum Beispiel mit Melisse oder Lavendel.

Tipp 4: Bauchmassagen und Akupressur gegen Verstopfung

Vor allem bei Bettlägerigkeit kann es eine sinnvolle Maßnahme sein, den Bauch zur Anregung der Verdauung zu massieren. Dabei werden Kreislauf und Stoffwechsel angeregt und der verkrampfte Bereich besser durchblutet und entspannt.

So geht’s: Massieren Sie für 10 Minuten sanft Ihren unteren Bauch. Kreisförmig im Uhrzeigersinn, von der rechten Seite bis zur linken Seite. Vorsicht in der Schwangerschaft – halten Sie Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt, ob das bei Ihnen ratsam ist.

Eine weitere manuelle Maßnahme ist die Akupressur. Dazu übt man mit Zeige- und Mittelfinger leichten Druck auf das Perineum (Damm) aus und erhält diesen über mehrere Sekunden aufrecht. Dann lässt man locker und übt erneut Druck aus. Bereits nach mehreren Intervallen können sich erste Ergebnisse zeigen.

In einer Studie an der University of California berichteten die Teilnehmer über positive Ergebnisse, nachdem sie über vier Wochen die Akupressur immer dann angewandt hatten, wenn sie das Gefühl hatten, auf die Toilette zu müssen14. Die Nerven wurden angeregt, die Muskulatur entspannt und dadurch die Darmbewegung und eine schnellere Stuhlausscheidung angeregt.

Tipp 5: Entspannung gegen Verstopfung

Wie bereits erwähnt, hat Stress eine nicht zu unterschätzende Wirkung auf  die Tätigkeit unseres Verdauungssystems. Deshalb ist es wichtig zwischendurch für Entspannung zu sorgen und dem Körper die Möglichkeit zu geben wieder ins Gleichgewicht zu kommen,  den Alarmzustand auszuschalten und die Energie gleichmäßig in alle Körperregionen und Organe zu verteilen.

Verschiedene Entspannungsmethoden wie Yoga, Meditation, Atemübungen oder Autogenes Training können regulierend wirken und helfen Stress zu lösen.

Weitere Tipps wie Sie Stress abbauen und vermeiden können, finden Sie hier.

Tipp 6: Wasser trinken gegen Verstopfung

Wie wichtig es ist, ausreichend zu trinken, ist allgemein bekannt. Auf eine ausreichende Trinkmenge von mindestens 1,5 – 2 Liter täglich sollte deshalb geachtet werden. Zwar ist es nicht ausreichend belegt, dass vermehrtes Wasser trinken gegen Verstopfung hilft, allerdings konnte gezeigt werden, dass eine regelmäßige und ausreichende Flüssigkeitszufuhr vorbeugend wirken kann und sich positiv auf eine regelmäßige Stuhlfrequenz auswirkt15.

Bei gesunden Menschen, die nicht unter Obstipation leiden, kann jedenfalls eine Verminderung der Trinkmenge unter die empfohlene Tagesmenge, die Stuhlfrequenz und -menge dementsprechend reduzieren16.

Ein Glas warmes Wasser am Morgen zu trinken, gilt als altbewährtes Hausmittel, um die Verdauung anzuregen. Hierbei soll der sogenannte Gastrokolische Reflex ausgelöst werden. Er ist die Reaktion des Dickdarms auf eine Reizung des Magens, zum Beispiel durch die Aufnahme von Nahrung. Dadurch werden Kontraktionen im Dickdarm ausgelöst, die schließlich zur Darmentleerung führen.

In der indischen Gesundheitslehre Ayurveda hat besonders das Trinken von warmem Wasser eine lange Tradition. Dadurch soll nicht nur die Verdauung angeregt, sondern auch der Körper gereinigt werden. Vor allem vor, während und nach den Mahlzeiten greifen die Ayurveden zu warmem Wasser, um das „Verdauungsfeuer“ nicht zu löschen.

Tipp 7: Kamillen- oder Fencheltee gegen Verstopfung

Tees mit Kamillenblüten gelten als krampfstillend und beruhigend auf die Verdauung. Fenchelsamen enthalten wertvolle ätherische Öle, die eine verdauungsfördernde und krampflösende Wirkung haben. Oft werden sie mit ähnlich wirkenden Kräutern wie Anis und Kümmel kombiniert.

In asiatischen Ländern macht man sich die Wirkung der Fenchelsamen bereits seit Jahrhunderten zu Nutze. Dort werden sie traditionellerweise nach den Mahlzeiten gereicht, um die Verdauung zu unterstützen. Außerdem sind sie zusammen mit Kümmel vor allem in Indien Bestandteil sehr vieler Gewürzmischungen und Gerichte, um zum Beispiel Linsen, Kichererbsen, Bohnen und Kohl besser verdaulich zu machen.

Tipp 8: Koffein gegen Verstopfung

Eine Tasse Kaffee am Morgen kann eine anregende Wirkung auf den Stuhlgang haben. Allerdings nur bei Menschen, die nicht gewohnheitsmäßig Kaffeetrinker sind, denn in dem Fall ist der Körper zu sehr an den Kaffee gewöhnt und der gewünschte Effekt bleibt aus.

Allerdings ist der Effekt auf die reizende Wirkung von Kaffee zurückzuführen, besonders morgens bei leerem Magen. Deswegen sollte man sich lieber nach sanfteren Methoden umschauen und es zum Beispiel erstmal mit einem Glas warmem oder heißem Wasser versuchen, um die Darmtätigkeit anzuregen.

Tipp 9: Ballaststoffreiche Ernährung gegen Verstopfung

Ausreichend Ballaststoffe sind gesund und ein wichtiger Bestandteil unserer Ernährung. Nicht umsonst gibt die deutsche Gesellschaft für Ernährung eine tägliche Ballaststoffzufuhr von mindestens 30 g vor17.

Ballaststoffe kommen fast ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor und sind sehr faserreich, wodurch sie der Darm nur schwer bis gar nicht aufspalten kann. Deshalb sind sie eine aktive Hilfe für eine gesunde Verdauung. Denn sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für die Bakterien, die natürlicherweise im Darm angesiedelt sind und maßgeblich für Zersetzung und Aufspaltung der Nahrung verantwortlich sind.

Außerdem speichern sie viel Flüssigkeit und quellen auf. Dadurch wird der Stuhl gelockert und das Stuhlvolumen vergrößert. Das übt Reize auf die Darmwand aus, was wiederum die Darmtätigkeit angeregt und den Nahrungsbrei Richtung Darmausgang befördert, um ausgeschieden zu werden. Somit sind sie ein bewährtes Mittel, um Funktionsstörungen des Darms wie zum Beispiel Verstopfung vorzubeugen18.

Mehrere Studien legen einen positiven Effekt natürlicher Ballaststoffe nahe, auch wenn der Zusammenhang nicht ausreichend belegt ist19.

Eine ausreichende Ballaststoffzufuhr ist am einfachsten durch den reichlichen Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten zu gewährleisten.

Steigern Sie Ihre Ballaststoffaufnahme allmählich, damit der Körper Zeit hat sich umzustellen. Ist man eine ballaststoffreiche Ernährung nämlich nicht gewöhnt, können die schwerer verdaulichen Pflanzenfasern unter Umständen leichte Blähungen oder Krämpfe auslösen.

Vor allem Trauben sind reich an Ballaststoffen und organischen Säuren, die eine aktivierende Wirkung auf die Darmtätigkeit  haben können. Dafür sollten täglich mindestens 350 Gramm der Früchte verspeist werden. Greifen Sie zu den kernhaltigen Sorten und essen sie die gesamte Traube, einschließlich ihrer Haut und der Kerne, da diese viele wertvolle Inhaltsstoffe wie sekundäre Pflanzenstoffe und dem Antioxidans OPC besitzen.

Ob und wie gut eine ballaststoffreiche Ernährung gegen Verstopfung hilft, ist individuell unterschiedlich, je nachdem wie gut der Körper die Ballaststoffe verträgt20. Bei einigen Menschen können sich die Symptome auch verschlechtern.

Ballaststoffhaltige Lebensmittel sind außerdem:

  • Leinsamen, Chiasamen, Flohsamen
  • Vollkornprodukte
  • viele Obstsorten (Äpfel, Orangen, Birnen,
  • viele Gemüsesorten (Bohnen, Erbsen, Kohl, Spinat)

Ganz wichtig:

Wer viele Ballaststoffe zu sich nimmt, sollte auch entsprechend viel Wasser trinken, damit sie ausreichend quellen können!

Tipp 10: Trockenobst gegen Verstopfung

Getrocknetes Obst, insbesondere Pflaumen, Feigen und Aprikosen gelten als natürliches Mittel gegen Verstopfung. Die Früchte sollten ungeschwefelt und naturbelassen sein.

Im Rahmen einer Studie erhielten Patienten mit Obstipation über drei Wochen hinweg getrocknete Pflaumen zur Behandlung ihrer Beschwerden.  Sie berichteten über eine deutliche Verbesserung im Hinblick auf Stuhlfrequenz und -konstistenz21. Ihre Beschwerden konnten maßgeblich gelindert und ihre Lebensqualität somit verbessert werden.

Man kann die getrockneten Pflaumen zum Beispiel über Nacht in etwas Wasser einweichen und am nächsten Morgen essen oder beim Frühstück unter ein Müsli mischen. Trinken Sie auch das Einweichwasser. Eine andere Möglichkeit ist, die Pflaumen mit dem Wasser zu mixen und eine Art Smoothie daraus zuzubereiten. Am besten wirken die Pflaumen auf nüchternen Magen vor dem Frühstück oder auch am Abend vor dem Schlafen gehen.

Mit Feigen und anderem Trockenobst können Sie auf die gleiche Art und Weise verfahren. Feigen enthalten zahlreiche Alkaloide, Flavonoide und Saponine und sind reich an löslichen und unlöslichen Ballaststoffen. Deshalb werden ihnen krampflösende und entzündungshemmende Eigenschaften nachgesagt22.

Tipp 11: Gemüsesäfte gegen Verstopfung

Einige Gemüsesäfte wirken aktivierend auf den Darm und haben eine abführende Wirkung. Dazu zählen vor allem Tomatensaft, Sauerkrautsaft und Rote Bete Saft. Man kann sie miteinander mischen oder auch mit Apfelsaft kombinieren, das sorgt für einen angenehmeren Geschmack. Am besten man verwendet naturtrüben Apfelsaft. Dem wird nämlich auch eine abführende Wirkung nachgesagt.

Idealerweise bereitet man den Saft mithilfe eines Entsafters frisch zu, so enthält er am meisten wertvolle Inhaltsstoffe.  

Tipp 12: Leinöl, Rizinusöl und Olivenöl gegen Verstopfung

Ein Teelöffel Olivenöl oder Leinöl am Morgen pur eingenommen ölt die Darmschleimhäute und hat so einen stimulierenden Effekt auf Verdauung und Ausscheidung. Bei Verstopfung soll der ölende Effekt zuträglich sein, um den Abtransport des festen Stuhls zu erleichtern. Verwenden Sie hierfür allerdings nur hochwertige, naturbelassene und kaltgepresste Öle.

Dem Rizinusöl werden abführende Eigenschaften nachgesagt. Die im Darm entstehende Ricinolsäure hat einen hemmenden Effekt auf den Wasserentzug im Darm und trägt so zur Linderung der Beschwerden bei23.  Das Öl sollte auf nüchternen Magen eingenommen werden, da es einen sehr strengen Geschmack hat, sind Kapseln zu empfehlen. Rizinusöl empfiehlt sich nicht für eine dauerhafte Anwendung.

Tipp 13: Flohsamen, Flohsamenschalen, Leinsamen und Weizenkleie gegen Verstopfung

Flohsamen, Flohsamenschalen, Leinsamen und Weizenkleie sind äußerst ballaststoffreich und verfügen allesamt über quellende Eigenschaften. Sie quellen im Darm auf, machen den Stuhl weicher und wirken dadurch anregend auf die Darmmotorik.

Darüber hinaus sind sie reich an Schleimstoffen und haben einen schmierenden Effekt im Darm.

In einer Studie konnte Weizenkleie das Stuhlgewicht und die Passagezeit des Stuhls durch den Darm bei vielen Patienten verbessern2425.

Am besten weichen Sie Flohsamen /- schalen, Leinsamen und Kleie vor dem Verzehr in Wasser ein, damit alles gut quellen kann. Wichtig ist außerdem ausreichend dazu zu trinken.

Tipp 14: Haferflocken gegen Verstopfung

Auch Haferflocken sind gesund und enthalten zahlreiche lösliche und unlösliche Ballaststoffe sowie Schmierstoffe, die sich positiv auf die Verdauung auswirken.

Tipp 15: Kimchi und Sauerkraut gegen Verstopfung

Sauerkraut und Kimchi entstehen durch Fermentation. Dabei wird Gemüse durch Milchsäuregärung haltbar oder auch leichter verdaulich gemacht. Kimchi kommt ursprünglich aus Korea und bezeichnet dort die traditionelle Zubereitung verschiedener Gemüsesorten durch Fermentation. In unseren Breitengraden wird hauptsächlich Kohl verwendet.

Milchsäurebakterien kommen auch natürlich in unserem Darm vor und sind unter anderem für die Verdauung und Verstoffwechselung der aufgenommenen Nahrung sowie für die Abwehr schädlicher Keime und Bakterien zuständig. Sie sind wichtige Helferlein, damit die für unseren Körper nicht verwertbaren Bestandteile aus der Nahrung so umgewandelt und aufgespaltet werden können, dass sie aufgenommen werden können.

Die Aufnahme von Bakterien über die Nahrung unterstützt ein gesundes Milieu der Darmflora und kann somit zur Linderung von Verstopfungsbeschwerden beitragen.

Weitere probiotische Lebensmittel sind Kombucha, Apfelessig, Miso, saure Gurken sowie viele Milchprodukte.

Tipp 16: Milchprodukte gegen Verstopfung

Milchprodukte wie Naturjoghurt, Kefir, Molke und einige Käsesorten zählen zu den sogenannten probiotischen Lebensmitteln und enthalten wichtige Darmbakterien. Sie helfen dabei gutartige Bakterien im Darm anzusiedeln und eine gestörte Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Nur wenn die Nahrung ordentlich aufgespaltet und zersetzt wird, kann die Verdauung ordentlich funktionieren und der der Nahrungsbrei durch den Darm transportiert werden.

In umfangreichen kontrollierten klinischen Studien konnte belegt werden, dass mithilfe von Probiotika bei funktionellen Darmerkrankungen relevante therapeutische Effekte erzielt werden können26.

Achtung: nicht alle Milchprodukte sind gut bei einer Verstopfung. Lediglich diejenigen, die Probiotika enthalten. Zudem sollte abgeklärt werden, ob die Verstopfung eventuell auf eine Laktoseintoleranz zurückzuführen ist. In dem Fall kann sich der Verzehr von Milchprodukten bei bestehender Verstopfungs-Problematik natürlich negativ auswirken.

Tipp 17: Richtig zu kauen hilft der Verdauung

Essen sie langsam und kauen sie die aufgenommene Nahrung gut, den die Verdauung beginnt bereits im Mund. Während des Kauens werden von den Mundspeicheldrüsen Enzyme abgesondert, die bereits an der Zersetzung und Aufspaltung der Nahrung beteiligt sind. Daher wird im Mund wichtige Vorarbeit geleistet.

Kauen und schlucken wir die Nahrung zu schnell, verkürzen wir den Verdauungsprozess im Mund, was sich auch auf die übrigen Stationen in der Speiseröhre, dem Magen und dem Darm auswirken kann.

Laut Empfehlungen sollte jeder Biss ganze 30 – 50 Mal gekaut werden, bevor man ihn schluckt.

Tipp 18: Milchzucker gegen Verstopfung

Milchzucker (Laktose) regt den Darm an und hat eine abführende Wirkung. Nimmt man ungewohnt viel Milchzucker zu sich, steht dem Körper nicht genügend Laktase für dessen Zerlegung zur Verfügung. Der unverdaute Milchzucker zieht dann Wasser aus dem Körper in den Darm. Dadurch wird der harte Stuhl weicher und sein Volumen nimmt zu.

Beginnen Sie mit einer langsamen Dosierung von 1 Esslöffel pro Tag und erhöhen Sie die Dosierung bei Bedarf allmählich auf 4 Esslöffel pro Tag. Der Milchzucker kann zu Saft, Kaffee, Tee, Müsli oder Joghurt dazu gegeben werden.

Vorsicht: bei Laktoseintoleranz sollten Sie auf eines der anderen Hausmittel zurückgreifen.

Tipp 19: Glaubersalz gegen Verstopfung

Bei Glaubersalz handelt es sich um Natriumsulfat. Es sorgt dafür, dass dem Verdauungsbrei im Darm das Wasser nicht entzogen wird, was zu einer schnellen Entleerung führt. Es ist also ein äußerst effektives Abführmittel. Allerdings nicht das angenehmste, denn der Geschmack ist sehr gewöhnungsbedürftig und die Stuhlentleerung durchfallartig und heftig. Wichtig ist, während der Anwendung viel zu trinken, da mehr Flüssigkeit mit ausgeschieden wird, als normal.

Das Glaubersalz wir einmalig eingenommen. Hierfür werden 2 – 4 Teelöffel in ca. 250 ml Wasser aufgelöst und anschließend getrunken. Anschließend sollte ein weiteres Glas klares Wasser hinterher getrunken werden.

Die Wirkung tritt in der Regel nach 30 – 90 Minuten ein und kann über mehrere Stunden andauern. Planen Sie die Einnahme auf jeden Fall gut voraus, damit sie für die darauffolgenden Stunden eine Toilette in der Nähe haben.

Von einer längeren Einnahme ist unbedingt abzuraten. Es kann sonst leicht zu starkem Flüssigkeitsverlust und  auch zu einem Nährstoffmangel kommen.

Tipp 20: Einlauf gegen Verstopfung

Ein Einlauf ist ein weiteres sehr schnelles und effektives Mittel, um bei einer akuten Verstopfungssituation Abhilfe zu schaffen. Durch den Einlauf bekommt der Darm das, was ihm in dem Moment fehlt – nämlich Flüssigkeit. Zudem wird die Darmmotorik angeregt und im Vergleich zu pharmazeutischen Abführmitteln, hat man keine unangenehmen Nebenwirkungen zu befürchten.

Man braucht dafür nichts weiter als ein Einlaufgerät, etwas warmes, stilles Wasser und Zeit. Mithilfe des Einlaufgeräts wird das warme Wasser direkt über den Darmausgang in den Darm hinein geleitet. Bereits kurze Zeit später erfolgt dann die Darmentleerung.

Halten Sie sich während der Durchführung am besten schon in der Nähe einer Toilette auf, da der Stuhldrang unterschiedlich schnell und unterschiedlich heftig auftreten kann.

Verstopfung während der Schwangerschaft: Was kann ich tun?

Nicht alle der empfohlenen Mittel eignen sich gleichermaßen bei einer Verstopfung während der Schwangerschaft. Das können Sie trotzdem tun:

  • Bewegen Sie sich regelmäßig
  • Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken
  • Ernähren Sie sich abwechslungsreich und ballaststoffreich
  • Abführende Lebensmittel wie zum Beispiel Trockenfrüchte oder Gemüsesäfte
  • Viele Probiotika eignen sich auch während der Schwangerschaft
  • Sanfte Abführmittel

Zur Sicherheit sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, um zu klären, welche Maßnahmen sinnvoll sind und welche Abführmittel Sie einnehmen können.

Wie kann man einer Verstopfung vorbeugen?

Es gibt einige allgemeine Maßnahmen, die vorbeugend wirken können und die Darmtätigkeit regulieren. Zum Beispiel:

  • sich Zeit für ein Frühstück zu nehmen und sich auch sonst Zeit für die Mahlzeiten zu nehmen
  • für regelmäßige körperliche Bewegung sorgen
  • auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten
  • sich gesund und ausgewogen zu Ernähren (Ballaststoffe, Obst , Gemüse)

Gerade wenn man immer wieder mit Verstopfungsproblematiken zu kämpfen hat, empfiehlt sich eine generelle Umstellung der Lebensgewohnheiten.

Wenn Sie bei Ihrer Ernährung auf die bereits genannten Punkte wie Ballaststoffe, Flüssigkeitsaufnahme und den Verzehr von viel frischem Obst und Gemüse achten und sich darüber hinaus ausreichend bewegen, wird sich das auch auf Ihr Verdauungssystem positiv auswirken. Das wird sich auch wenn es anfangs sicherlich schwer fallen mag, nach und nach auf Ihr gesamtes Lebensgefühl übertragen: Sie werden sich deutlich gesünder und fitter fühlen.

Wie Darmreinigung, Darmsanierung und der Aufbau einer gesunden Darmflora Verstopfungen vorbeugen können

Eine gesunde Darmflora ist wichtig für das Gleichgewicht im Darm und für den Erhalt eines gesunden Verdauungssystems. Ist alles in Balance, treten auch keine Verdauungsprobleme wie Verstopfung auf.

Die Bakterien der Darmflora sind notwendig für die Verdauung und Zersetzung der aufgenommenen Nahrung im Darm. Außerdem hemmen sie die Verbreitung schädlicher Bakterien und Keime im Darm und wirken dadurch regulierend auf die Darmbewegung.

Liegt hingegen ein Mangel an gutartigen Bakterien oder eine Fehlbesiedlung mit schlechten Bakterien vor, kann es in der Folge zu Obstipationsbeschwerden kommen. Hier kann eine Darmreinigung Abhilfe schaffen. Dadurch werden Schadstoffe und schädliche Bakterien abgeführt.

Wie Sie eine Darmreinigung durchführen können, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Thema Darmreinigung.

Im Anschluss ist es ratsam eine Darmsanierung vorzunehmen, bei der mithilfe von quellenden Ballaststoffen oder zum Beispiel auch Heilerde, Bentonit und Zeolith die Ausleitung schädlicher Stoffe aktiv unterstützt wird.

Ist der Darm gesäubert, erforstützen. Weitere Informationen finden Sie in unserlgt der Wiederaufbau der Darmflora mit gesunden, guten Bakterien. Hierfür empfiehlt es sich Probiotika einzunehmen, um die gesunden Bakterien vermehrt anzusiedeln und in ihrem Wachstum zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber Aufbau einer gesunden Darmflora.

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By |2019-03-27T11:27:03+02:0026. März 2019|Verdauung|0 Comments

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Seit 2006 arbeite ich nicht nur in einer Apotheke sondern auch als Heilpraktikerin. Im Rahmen dieser Tätigkeit halte ich unter anderem Vorträge über naturheilkundliche Themen. Sowohl durch den ständigen Besuch von Fort- und Weiterbildungen als auch durch die Tätigkeit in meiner eigenen Praxis erweitere ich meine Erfahrung im Bereich der Naturheilkunde kontinuierlich.

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