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//Was hilft bei einer Ambrosia Allergie?

Sie hat viele Namen, die alle ganz harmlos klingen: Aufrechtes Traubenkraut, Beifußblättriges Traubenkraut oder auch nordamerikanische Beifuß-Ambrosie. Ein Begriff verrät jedoch, wofür Ambrosia weltweit besonders bekannt ist: Sie wird nämlich auch Asthma-Pflanze genannt.

Tatsächlich gilt die unscheinbare Pflanze heute auch in Deutschland als einer der schlimmsten Allergieauslöser. Lesen Sie in unserem Ratgeber, woher sie kommt, welche Beschwerden sie auslöst und wie eine Allergie behandelt werden kann.

Was ist eine Ambrosia-Allergie?

Rund zwei Millionen Deutsche reagieren mit Beschwerden auf die Pollen der Ambrosia, Tendenz steigend. Schuld ist eine Ambrosia-Allergie, eine spezielle Form der Pollenallergie.

Dabei wird der Blütenstaub der Pflanze von der körpereigenen Abwehr als gefährlicher Fremdling angesehen und das Immunsystem will dann nur noch eins – ihn so schnell wie möglich wieder loswerden.

Ambrosia gilt als hochallergene Pflanze. Das liegt auch daran, dass sie extrem fleißig in Sachen Vermehrung ist: Schon eine einzige Pflanze kann bis zu einer Milliarde Pollen erzeugen.

So kam die allergene Pflanze nach Europa

Sie wächst auf Schutthalden und in Kiesgruben, auf Wiesen und am Straßenrand – in Deutschland scheint sich die bis zu 1,50 Meter hohe Ambrosia von Jahr zu Jahr wohler zu fühlen. Dabei ist sie ein botanischer Einwanderer.

Ursprünglich stammt die Pflanze aus Nordamerika. Mitte des 19. Jahrhunderts kam sie dann nach Europa. Wie genau ist nicht erwiesen. Eine Vermutung besagt jedoch, dass Vogelfutter die Ambrosia-Samen zu uns brachte.

Zuerst hat sich die Ambrosia vor allem in Österreich, Frankreich, Italien, Slowenien und Ungarn ausgebreitet. In Deutschland wächst sie bislang überwiegend im Süden. Doch sie zieht weiter durchs Land – der Pflanzenbestand soll sich bei uns innerhalb von zehn Jahren sogar verzehnfacht haben.

Und das Tempo steigert sich, sagen Studien. Demnach kann es in Deutschland in 30 Jahren eine viermal höhere Konzentration von Ambrosiapollen geben.1

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In welchen Monaten ist mit einer Ambrosia-Allergie zu rechnen?

Im Spätsommer, wenn Pollenallergiker endlich durchatmen wollen, wird ihr Leben noch einmal beschwerlich. Denn dann beginnt die Ambrosia-Zeit: von August bis in den Oktober hat die Pflanze Hochsaison, teilweise blüht sie bereits im Juli.

Kann eine Ambrosia-Allergie gefährlich werden?

Die Pflanze ist hochallergen: Schon fünf Pollen genügen, um Beschwerden auszulösen. Und: Die Pollen werden durch Luftverschmutzung immer aggressiver, wenn sie mit Stickstoffdioxid belastet ist. Das zeigt eine Münchner Studie. 2

Gleichzeitig kommt eine Ambrosia-Allergie selten allein: Betroffene reagieren auch auf andere Pflanzen und Lebensmittel allergisch. 

Diese Symptome können bei einer Ambrosia-Allergie auftreten

Die Symptome einer Ambrosia-Allergie entsprechen den klassischen Beschwerden eines Heuschnupfens.

Hautausschlag kann das Anzeichen einer vorliegenden Allergie sein

Wer von einer Ambrosia-Allergie betroffen ist, bemerkt das meist sehr schnell – innerhalb weniger Minuten können bereits erste Beschwerden auftreten. Dazu gehören Rötungen der Haut, die sich auf eine Stelle konzentrieren und auch jucken können.

Auch Schwellungen oder die Bildung von Quaddeln sind möglich. Die große Gefahr: Nicht nur die Pollen lösen Beschwerden aus. Wer die Pflanze berührt, kann ebenfalls Hautausschläge und Ekzeme bekommen.

Daher gilt für alle Hobby-Gärtner: Sollte Ambrosia in Ihrem Garten wachsen, reißen Sie die Pflanze nur mit Handschuhen aus!

Müdigkeit als Symptom einer Ambrosia-Allergie

Durch eine Allergie arbeitet das Immunsystem auf Hochtouren. Das hat Folgen: Betroffene fühlen sich oft müde, schlapp und ausgelaugt.

Gleichzeitig produziert der Körper bei seinem Kampf gegen die Pollen Botenstoffe wie Histamin. Dieser hält wach, eine Überproduktion kann daher zu Schlafstörungen führen.

Brennende und tränende Augen können auftreten

Eine Ambrosia-Allergie geht oft auch im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge – dort zeigen sich dann die typischen Symptome: Die Augen jucken, tränen und röten sich. Auch geschwollene Augenlider sind ein Hinweis auf die Allergie.

Halsschmerzen und Atembeschwerden

Die feinen Pollen suchen sich schnell einen Weg in den menschlichen Körper. Werden sie eingeatmet, können Halsschmerzen die Folge sein. Oft gelangen die Pollen auch tiefer in den Körper – bis in die Bronchien. Dadurch ruft Ambrosia häufig allergisches Asthma hervor.

Typische Symptome dafür sind z. B. Kurzatmigkeit, starker Husten oder ein Pfeifgeräusch beim Atmen. Ein Asthma-Anfall kann Betroffene heftig treffen: Krampfartig ziehen sich die Bronchien zusammen, immer stärkere Atemnot ist die Folge.

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Vorsicht bei Kreuzallergien mit Ambrosia

Leider heißt es für viele Betroffene: Eine Allergie kommt selten allein. Bei rund 70 Prozent der Pollenallergiker kommt es zu einer so genannten Kreuzallergie – das heißt, ihr Körper reagiert auch auf andere Allergene. Die können in anderen Pflanzen oder in Lebensmitteln enthalten sein.

Welche Kombinationen möglich sind, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Thema Kreuzallergie.

Wie häufig geht eine Ambrosia-Allergie mit einer Kreuzallergie einher?

Die Zahlen der Kreuz-Allergiker sind sehr unterschiedlich. Birkenpollen-Allergiker entwickeln zu rund 60 Prozent eine Kreuzallergie. Da sich eine Kreuzallergie auch erst später entwickeln kann, ist noch nicht genau geklärt, wie viele Ambrosia-Allergiker von einer Kreuzallergie betroffen sind.

Fest steht jedoch: Da Ambrosia zu der Familie der Korbblütler gehört, ist eine Kreuzreaktion mit Mitgliedern ihrer botanischen Familie möglich. Vor allem mit Beifuß gibt es häufig eine Kreuzallergie, Experten sprechen dann vom Beifuß-Ambrosia-Komplex. Mehr über eine Beifuß-Allergie finden Sie in unserem Ratgeber zum Thema Beifuß.

Auch mit Arnika, Goldrute, Kamille und Sonnenblume sind Kreuzallergien möglich.

Diese Lebensmittel können bei einer Allergie gegen Ambrosia eine Kreuzallergie auslösen

Bei einer allergischen Reaktion auf Ambrosia sollten Betroffene bei einigen Lebensmitteln aufmerksam sein, da auch hier Kreuzallergien möglich sind. Dazu gehören Wasser- und Honigmelonen, Gurke, Zucchini und Bananen. Aber auch bei Äpfeln oder Pfirsichen und Anis, Pfeffer oder Petersilie sind Kreuzreaktionen wahrscheinlich.

Treten bei einer Kreuzallergie mit Ambrosia noch weitere Symptome auf?

Bei einer zusätzlichen Lebensmittelallergie können die Symptome sehr unterschiedlich sein. Meist treten sie direkt im Mund auf, z. B. folgt ein Brennen, auch Schwellungen sind möglich. Ebenso können an der Zunge oder den Lippen kleine Bläschen oder Pusteln entstehen.

Was tun bei einer Ambrosia-Allergie?

Meide, was nicht guttut – dieser Spruch gilt auch bei einer Ambrosia-Allergie. Das heißt: Wenn möglich, sollten Betroffene der Pflanze aus dem Weg gehen. Doch das ist nicht so leicht. Denn Ambrosia, ein Unkraut, wächst auch dort, wo man es nicht erwartet.

Daher müssen Betroffene oft zu zusätzlichen Mitteln greifen. Dazu gehören zum Beispiel Allergie Nasensprays, Allergie Augentropfen oder Allergietabletten.

Können Probiotika dabei helfen, die Symptome zu lindern?

Bei der Ambrosia-Allergie-Behandlung gilt: Starker Darm – starke Abwehr! Dieser Grundgedanke beschäftigt Forscher schon seit Jahren beim Thema Pollenallergie. Entsprechend suchen Wissenschaftler nach Möglichkeiten, den Darm von Allergikern zusätzlich zu stärken.

Mit Erfolg: So weist eine Studie aus Neuseeland darauf hin, dass Probiotika das Risiko für eine Allergie senken können. Und auch britischen Forschern gelang in einer Pilotstudie der Nachweis, dass Probiotika bei Pollenallergien helfen können. 3

Gibt es langfristige Behandlungsmöglichkeiten für die Allergie?

Wer das Thema Allergie für immer aus seinem Leben streichen möchte, kann eine sogenannte Hyposensibilisierung durchführen, die umgangssprachlich auch als „Allergie-Impfung“ bezeichnet wird.

Das Prinzip dieser Therapie ist einfach: Das Immunsystem soll an die Stoffe gewöhnt werden, die es bislang als Feinde erkennt. Dafür bekommt der Körper kleinste Mengen des entsprechenden Allergens, an die er sich gewöhnen soll – bis er lernt, dass er auf sie nicht mehr mit Abwehr reagieren muss.

In den meisten Fällen erfolgt diese Immunisierung per Spritze, aber auch Tabletten oder Tropfen sind möglich. Es gibt z. B. Allergie-Immuntherapie-Tabletten, die gezielt gegen eine Ambrosia-Allergie wirken sollen. 4

In der Regel übernehmen Krankenkassen die Kosten für die oft mehrjährige Therapie. Zur Sicherheit sollten Sie vorab mit Ihrer Kasse sprechen.

Kann man einer Ambrosia-Allergie vorbeugen?

Einen hundertprozentigen Schutz vor einer Ambrosia-Allergie gibt es nicht. Grundsätzlich kann aber jeder seinen Alltag pollen-ärmer gestalten – zum Beispiel durch Pollengitter vor dem Fenster oder einem speziellen Pollenfilter im Auto.

Um den Symptomen vorzubeugen, können Betroffene bereits vor Beginn der Pollen-Saison spezielle Medikamente einnehmen. Darüber hinaus können Probiotika die Darmflora stärken – und so den Körper für die Pollenzeit stärken.

Beim Verdacht auf eine Ambrosia-Allergie zum Arzt

Da eine Ambrosia-Allergie zu schweren Beschwerden führen kann, sollten Betroffene bei Verdacht am besten unverzüglich einen Arzt konsultieren. Für eine Diagnose gibt es verschiedene Tests, zum Beispiel den Prick- oder Bluttest. Alles über die Tests finden Sie in unserem Ratgeber „Was hilft gegen Pollenallergie und Heuschnupfen?

Hund, Katze, Pferd: Können Tiere von der Ambrosia-Allergie betroffen sein?

Tatsächlich kann Ambrosia nicht nur bei Menschen Beschwerden auslösen – auch Hunde, Katzen und Pferde können allergische Reaktionen zeigen. Da die Pflanze mitunter am Straßenrand wächst, kann so bereits eine Gassi-Runde zur Gefahr werden.

Einen tierischen Gedanken hatten dafür Wissenschaftler der Freien Universität Berlin (FU): Sie kamen auf die Idee, Suchhunde darauf zu trainieren, die allergenen Pflanzen zu finden – ohne dabei mit ihnen in Berührung zu kommen. Mit Erfolg: Mittlerweile gibt es schon die ersten schnüffelnden Ambrosia-Detektive.

Wissenschaftliche Quellen

  1. https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/allergie-alarm-aktionstag-gegen-ambrosia
  2. https://www.helmholtz-muenchen.de/aktuelles/uebersicht/pressemitteilungnews/article/27512/index.html
  3. https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/koennen-probiotische-lebensmittel-heuschnupfen-lindern/
  4. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-112012/neue-option-gegen-ambrosia-pollen/
By |2020-03-30T11:34:22+02:0026. März 2020|Allergien|0 Comments

About the Author:

Seit 2006 arbeite ich nicht nur in einer Apotheke sondern auch als Heilpraktikerin. Im Rahmen dieser Tätigkeit halte ich unter anderem Vorträge über naturheilkundliche Themen. Sowohl durch den ständigen Besuch von Fort- und Weiterbildungen als auch durch die Tätigkeit in meiner eigenen Praxis erweitere ich meine Erfahrung im Bereich der Naturheilkunde kontinuierlich.

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