Fasten

Entrümpeln für die Gesundheit


So manche schwören darauf - auf ihr regelmäßiges Fasten. Gut verständlich, denn eine Fastenkur entfaltet zahlreiche wohltuende Wirkungen auf unser Wohlbefinden. Entsprechend fühlt man sich danach wie neugeboren, sowohl in körperlicher als auch in seelischer Hinsicht.
Der zeitweise Verzicht auf die Nahrungsaufnahme hat eine lange und vor allem kulturübergreifende Tradition. In allen Kulturen und Epochen nutzte man diese selbst auferlegte Askese: ob zu Heilzwecken, zur gedanklichen Einkehr oder als religiöses Ritual zur Reinigung oder Opferbringung. Heute und in unseren Breiten hat das Fasten meist gesundheitliche Aspekte. Für viele gehören ein- oder zweimal jährliche Fastenkuren fest zu ihrer Gesundheitspflege.
 

Körperlicher und seelischer Großputz


Fasten entlastet den gesamten Organismus, allen voran Magen und Darm, entgiftet und hilft, etwaige ungesunde Ernährungsgewohnheiten umzustellen. Auch die Seele wird »entrümpelt«, schließlich sammelt sich neben körperlichen Schlackenstoffen ebenso einiger emotionaler Ballast an. Der lässt sich während des Fastens gleich mit »über Bord« werfen. Apropos: Bekanntlich sind während dem Fasten Genussmittel wie Kaffee, Alkohol und Zigaretten tabu. Für Raucher bietet sich in dieser Zeit mithin die willkommene Gelegenheit, ihrer Gewohnheit zu entsagen. Zumal der Körper beim Fasten intensiv von Giftstoffen befreit wird und oftmals die bis dato begehrten Rauchwaren gar nicht mehr schmecken...
 

Rundum gut – jedoch nicht immer


Fasten kann jeder Erwachsene, der vollkomen gesund ist, sich leistungsfähig fühlt und der den Willen aufbringen möchte, einige Tage ohne feste Nahrung auszukommen. Es gibt allerdings auch Phasen im Leben und bestimmte Situationen, wo eine Fastenkur überhaupt nicht zu empfehlen ist. Das trifft unter anderem für Zeiten großer beruflicher oder privater Belastung ebenso wie körperlicher und geistiger Erschöpfung zu. Tabu ist das Fasten auch in der Rekonvaleszenz nach Operationen oder Unfällen sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit. Bei akuten Erkrankungen verbietet sich diese Maßnahme ohnehin von selbst, aber auch bei einigen chronischen Beschwerden ist Vorsicht geboten. So raten Experten etwa bei depressiven Verstimmungen, Schilddrüsenüberfunktion, Magengeschwüren und Gastritis sowie bei Esstörungen wie Magersucht und Bulimie dringend vom Fasten ab.
 

Es kann losgehen?


Sprechen keine gesundheitlichen Gründe für das Fasten, sind sieben Tage ein gutes Zeitmaß. Wer sich sehr fit fühlt, kann die Kur auch auf zehn Tage ausdehnen. Dann sollte man jedoch das Fasten beenden und die Ernährung langsam wieder aufbauen. Trinken Sie während der Fastenkur unbedingt ausreichend, mindestens 2 - 2,5 l täglich. Geeignet sind vor allem Mineralwässer, Obstsäfte (ungezuckert und mit Wasser verdünnt) sowie Kräuter- und Früchtetees und vegetarische Gemüsebrühe. Vermeiden Sie es, morgens zu schnell aufzustehen. Stattdessen setzen Sie sich kurz an den Bettrand und stehen erst auf, wenn sich Ihr Kreislauf stablisiert hat. Gegen den fahlen Geschmack im Mund hilft das Gurgeln mit Heilerde (für den innerlichen Gebrauch) oder das Kauen von Petersilie oder Schnittlauch.

* Einen Tag vor dem eigentlichen Fastenbeginn versuchen Sie auszuspannen und sich auf die folgende nahrungsfreie Zeit einzustellen. Auch der Körper sollte auf die kommenden Tage eingestimmt werden, indem Sie ausschließlich frisches Obst zu sich nehmen.

* Den ersten Fastentag starten Sie mit einer gründlichen Darmreinigung. Dazu lösen Sie 30 g Bitter- oder Glaubersalz in 1/2 l Wasser auf, geben einige Spritzer Zitronensaft dazu und trinken dies. Danach sollten Sie unbedingt zuhause bleiben, denn die Stuhlentleerung erfolgt sehr spontan und vor allem mehrmals hintereinander... Den Rest des Tages können Sie mit ausspannen, lesen, schlafen oder einem Spaziergang verbringen. Vermeiden Sie jedoch übermäßige Anstrengungen, warme Vollbäder oder Saunabesuche, denn dies strengt den Kreislauf zu sehr an.

*Am dritten Fastentag hat sich Ihr Körper umgestellt; Hungergefühle oder Kreislaufbeschwerden treten in der Regel nicht mehr auf. Ab jetzt können Sie auch wieder Sport treiben wie gewohnt, beispielsweise schwimmen oder wandern. Allerdings nicht übertrieben, sondern nur soweit es Ihnen Freude macht und bekommt. Die weiteren Fastentage verlaufen meist problemlos.

* Nach dem Beenden des Fastens bitte nicht gleich wieder wie zuvor essen, sondern ganz langsam wieder auf mehr Kalorien umsteigen. Gut zum Fastenbrechen sind frisches Obst und vegetarische Gerichte sowie Suppen.

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