Mauke beim Pferd: Überblick über Ursachen, Anzeichen und Pflegeansätze der Hauterkrankung

Mauke ist eine häufige Hautkrankheit, die bei allen Pferderassen auftreten kann. Besonders oft sind Pferde mit langem Behang und Pferde im Fellwechsel von Mauke betroffen.

Erste Symptome für Mauke sind Rötungen, Juckreiz und Berührungsempfindlichkeit. Anschließend können sich haarlose Stellen und Krusten bilden. Für die Heilung ist ein frühzeitiges Erkennen der Mauke und eine gute Pflege der betroffenen Bereiche wichtig.

Die Ursachen für Mauke sind vielfältig. Mauke wird zwar durch matschige Ausläufe begünstigt, ist jedoch kein reines Hygieneproblem und häufig auf Stoffwechselprobleme oder ein geschwächtes Immunsystem zurückzuführen. Auch die Fütterung des Pferdes spielt bei Mauke eine Rolle. Ein ganzheitlicher Ansatz ist daher bei der Behandlung von Mauke sinnvoll.

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Mauke ist eine häufige Hauterkrankung bei Pferden, die in der Fesselbeuge auftritt. Bei Mauke handelt es sich um ein entzündliches Ekzem1, das auch unter dem Begriff „Fesselekzem“ bekannt ist.

Meist entsteht Mauke durch ein Zusammenspiel aus verschiedenen inneren oder äußeren Faktoren. Die Behandlung von Mauke erfordert häufig Geduld.

In diesem Ratgeber erfahren Sie

  • wie Sie Mauke beim Pferd erkennen,
  • auf welche Ursachen Mauke zurückzuführen ist,
  • was Sie bei Mauke tun können,
  • wie Sie Mauke beim Pferd vorbeugen können und
  • in welchen Fällen Sie tierärztlichen Rat einholen sollten.

Mauke beim Pferd: Typische Erscheinungsformen und frühe Anzeichen erkennen

Mauke ist eine ekzemartige Hauterkrankung. Meist sind die Fesselbeugen der hinteren Gliedmaßen von Mauke betroffen.

Je nach Stadium der Erkrankung können sich bei Mauke verschiedene Symptome zeigen. Im Anfangsstadium entstehen eine Rötung und Juckreiz. Es kann zudem eine unterschiedlich ausgeprägte Berührungsempfindlichkeit auftreten.

Anschließend entstehen nässende schmerzhafte Läsionen und schorfige Krusten bilden sich. In schweren Fällen kann eine Lahmheit auftreten. Breitet sich die Entzündung Richtung Karpal- bzw. Sprunggelenk aus, wird dies als Raspe bezeichnet.

Ursachen von Mauke beim Pferd: Diese Faktoren begünstigen Hautirritationen

pferd frisst aus handDie Ursachen für Mauke beim Pferd sind vielfältig. Mauke kann sowohl durch innere als auch durch äußere Faktoren begünstigt werden. Häufig ist die Ursache für Mauke ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren.

Eine geschwächte Hautbarriere begünstigt das Eindringen von Erregern. Die Hautbarriere beim Pferd kann durch verschiedene Einflüsse beeinträchtigt werden, z. B.

  • durch Umweltfaktoren wie Schmutz, Parasiten oder Nässe,
  • durch haltungsbedingte Faktoren wie mangelnde Hygiene und Pflege oder Stress,
  • durch Fütterungsfehler und Nährstoffmangel sowie
  • durch ein schwaches Immunsystem.

Bakterien, Milben und Pilze können Mauke sowohl auslösen als auch verstärken. Mauke und Milben können ähnliche Symptome verursachen. Bei Milben tritt häufig ein starker Juckreiz auf, während bei Mauke Rötungen und Krustenbildung im Vordergrund stehen und der Juckreiz variieren kann.

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Ist Mauke ein Hygieneproblem?

Mauke wird häufig als reines Hygieneproblem gesehen. Matschige Ausläufe und schlechte Hygiene können Mauke zwar begünstigen. Mauke ist jedoch nicht ausschließlich ein Hygieneproblem und tritt auch bei Pferden auf, die gut gehalten und gepflegt werden.

Die Rolle des Immunsystems bei Mauke

Die Haut bildet für den Körper eine Schutzbarriere und ist ein Teil des Immunsystems. Ein schwaches Immunsystem beeinträchtigt diese Barriere. Die Elastizität der Haut lässt nach. Dadurch können Bakterien und andere Keime leichter eindringen.

Ein geschwächtes Immunsystem, beispielsweise durch Stress oder durch den Fellwechsel, kann die Entstehung von Mauke daher begünstigen. Insbesondere wiederkehrende Hautprobleme können auf ein schwaches Immunsystem hindeuten.

Mauke tritt besonders häufig im Fellwechsel auf

pferd wird mit schermaschine geschorenWährend dem Fellwechsel werden der Stoffwechsel und die Leber vermehrt beansprucht. Durch Stoffwechselvorgänge entsteht ein zusätzlicher Bedarf an Nährstoffen. Mauke tritt daher vermehrt zur Fellwechselzeit auf.

Liegt bereits eine Mangelsituation vor, kommt diese während des Fellwechsels zum Tragen. Es ist daher wichtig, Mauke von innen zu behandeln und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten.

Welche Pferde sind besonders anfällig für Mauke?

Mauke kann bei Pferden aller Rassen auftreten. Besonders häufig tritt Mauke bei Pferden mit langem Fesselbehang auf, z. B. bei Kaltblütern, Tinkern oder Friesen.2 Auch junge und ältere Tiere sowie Pferde im Fellwechsel sind aufgrund des geschwächten Immunsystems für Mauke anfällig.

In der Regel tritt Mauke ausschließlich bei weißen Fesseln auf.3 Die unpigmentierte Haut reagiert empfindlicher auf äußere Einflüsse.

Diagnose und Prognose bei Mauke: Vom Erkennen der Krankheit bis zum Heilungsverlauf

tierarzt untersucht bauch eines pferdesDie Behandlung von Mauke ist eine Herausforderung und häufig eine langfristige Angelegenheit.4 Die Prognose der Mauke ist davon abhängig, wie rasch Mauke erkannt wird. Kontrollieren Sie den Hautzustand Ihres Pferdes regelmäßig, um Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen.

Frühe Maßnahmen führen meist zu einer schnelleren Linderung der Symptome. Wird Mauke spät erkannt, ist der Pflegeaufwand höher und der Heilungsverlauf langwieriger. In leichten Fällen kann Mauke innerhalb von ein bis zwei Wochen abheilen, schwerere Fälle können bis zu mehreren Monaten dauern.

Mauke behandeln: Bewährte Schritte in Pflege und Management

Bei der Behandlung von Mauke ist es wichtig, die betroffenen Stellen regelmäßig und sorgfältig zu pflegen. Reinigen Sie die Fesselbeuge zunächst mit einer weichen Bürste. Starke Verschmutzungen können Sie mit warmem Wasser und Seife lösen. Anschließend sollten Sie die Fesseln vorsichtig und gründlich abtrocknen.

Die Krusten sollten zunächst aufgeweicht und danach, wenn möglich, vorsichtig entfernt werden. Tragen Sie anschließend eine Wundschutzsalbe auf.

Die Behandlung von Mauke ist von der Ursache abhängig. Ein Tierarzt/eine Tierärztin kann feststellen, ob die Mauke durch Milben, Pilze oder Bakterien verursacht wird und eine entsprechende Behandlung vornehmen.

Pflegeprodukte und Ergänzungen: Welche Ansätze oft gewählt werden

Offene, verschmutzte Stellen sollten zunächst gesäubert und desinfiziert werden. Hierfür können Sie beispielsweise eine Naturseife, z. B. PerNaturam Hamamelis-Seife oder Jodseife verwenden. Jodseife ist insbesondere zum Anfang der Behandlung von Mauke sinnvoll, sollte jedoch in Maßen eingesetzt und nicht regelmäßig über einen längeren Zeitraum angewendet werden.

Mit Ballistol Animal oder cdVet Hautbalsam vet. können Sie die Krusten sanft, aber gründlich aufweichen. Anschließend können Sie eine Wundschutzsalbe auftragen, beispielsweise Lebertran Zinksalbe vet., PerNaturam Imker-Balsam oder Cavadea Wundpflege Salbe bio.

Beliebte Hausmittel, die bei Mauke unterstützend verwendet werden können, sind Propolis oder Manuka Honig. Die Anwendung von Melkfett oder Babycreme bei Mauke sollten Sie vermeiden, da sie die Haut verschließen und das Wachstum von Keimen dadurch begünstigen können.

Fütterung und Hautgesundheit: Welche Rolle spielt die Ernährung bei Mauke?

Bei Mauke ist es wichtig, die Ursache zu ermitteln und Mauke „von innen“ zu behandeln. Daher sollten Sie die Fütterung und die Nährstoffversorgung Ihres Pferdes prüfen.

Achten Sie auf eine rohfaserreiche Fütterung mit qualitativ hochwertigem Heu. Hochwertiges Raufutter trägt dazu bei, den Stoffwechsel zu entlasten und die Darmflora zu stabilisieren.

Zucker und Stärke können den Stoffwechsel und die Leber belasten und Mauke daher begünstigen. Verzichten Sie, wenn möglich, auf Kraftfutter oder passen Sie die Gabe von Kraftfutter an die Arbeitsintensität des Pferdes an. Zuckerhaltige Futtermittel sollten Sie vermeiden. Auch auf der Weide nehmen Pferde Zucker auf. Insbesondere junge und kurze Gräser enthalten viel Fruktan. Die Weidezeit sollten Sie daher gegebenenfalls anpassen.

Der Zusammenhang zwischen einer eiweißreichen Fütterung und Mauke wird häufig diskutiert. Hohe Eiweißgehalte im Futter können dazu beitragen, die Entstehung von Mauke zu fördern. Eine zu geringe Versorgung mit Eiweiß sollte jedoch ebenfalls vermieden werden, um eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Aminosäuren wie z. B. Methionin, Lysin, Threonin, Arginin und Tryptophan, sicherzustellen.

Bei Pferden, bei denen Mauke auftritt, ist häufig ein Mangel an Zink oder Mangan festzustellen. Insbesondere bei ausgeprägter oder wiederkehrender Mauke ist es wichtig, die Versorgung Ihres Pferdes mit Nährstoffen zu prüfen und gegebenenfalls zu ergänzen. Zink- und Mangan-Präparate sollten aufgrund der besseren Bioverfügbarkeit in organischer Form vorliegen. Auch die Versorgung mit Selen, Kupfer, B-Vitaminen, Vitamin A, Vitamin E, Biotin und Aminosäuren ist bei Mauke relevant.

Die Leber ist das wichtigste Organ des Stoffwechsels. Insbesondere während des Fellwechsels arbeitet die Leber auf Hochtouren. Eine kurweise Unterstützung der Leberfunktion ist daher empfehlenswert. Beliebte Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung der Leberfunktion sind PerNaturam Heparlind, EWALIA Leber-Nierensaft für Pferde oder SINGULARES Mariendistelsamen Pulver.

Mit einer artgerechten Haltung und Fütterung, sozialen Kontakten und Bewegung an der frischen Luft stärken Sie das Immunsystem Ihres Pferdes. Zusätzlich können Sie Ihr Pferd mit Futterergänzungsmitteln unterstützen. Beliebte Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung des Immunsystems sind z. B. REAVET Hagebuttenpulver, EWALIA Immunvitalsaft für Pferde, REAVET Immun Liquid für Pferde, PerNaturam Sonnenwend – Immunkräuter oder Equina Herba Immunkräutersaft.

Mauke beim Pferd vorbeugen: Durch Haltung und Stallmanagement Mauke langfristig im Blick behalten

Eine sorgfältige Pflege und Hygiene tragen dazu bei, Mauke vorzubeugen:

Im Stall und Auslauf sollten Sie stets auf Sauberkeit achten. Eine saubere und trockene Fläche schützt die Fessel Ihres Pferdes vor Schmutz und Nässe.

Matschige Böden und nasse Wiesen sind ein idealer Nährboden für Bakterien und können Mauke begünstigen. Eine gut befestigte Auslauffläche ist daher wichtig. Insbesondere stark frequentierte Bereiche wie Futter- und Wasserstellen sollten gut befestigt sein.

Die Fesselbeugen Ihres Pferdes sollten Sie einmal täglich vorsichtig mit einer Bürste reinigen. Speziell im Winter sollten Sie die Fesselbeugen täglich kontrollieren. Langen Fesselbehang und weiße Fesseln sollten Sie besonders sorgfältig reinigen.

Häufiges Abduschen der Fesselbeuge sollten Sie vermeiden, da dies die Hautbarriere schwächen kann. Die Fesselbeuge sollten Sie nur bei Bedarf mit lauwarmem Wasser und einer milden Seife waschen und den Bereich anschließend vorsichtig abtrocknen.

Um Mauke vorzubeugen, ist eine schonende Pflege sinnvoll. Zur Pflege und zum Schutz der Haut können Sie beispielsweise Ballistol Animal oder cdVet Hautbalsam vet. verwenden.

Streusalz auf den Straßen oder auf dem Auslauf kann die Haut reizen und Mauke begünstigen. Vorbeugend können Sie die Fesselbeuge bei Bedarf mit warmem Wasser abwaschen und vorsichtig trocken tupfen.

Tierärztliche Unterstützung: Wann eine Fachberatung sinnvoll ist

Bessert sich die Mauke trotz guter Pflege nicht oder verschlimmert sich, sollten Sie tierärztlichen Rat einholen. Ein Tierarzt/eine Tierärztin kann die Ursache der Mauke mittels Haut- und Haarproben, die auf Milben, Bakterien und Pilze untersucht werden, ermitteln. Nährstoffmängel und Stoffwechselprobleme können über einen Bluttest oder Haarproben festgestellt werden. In schweren Fällen können antibiotische Salben und Kortison verschrieben werden.

Kann ich mein Pferd bei Mauke reiten?

Leicht ausgeprägte Mauke führt nicht immer zu Bewegungsproblemen. Die Entscheidung, ob ein Pferd trotz Mauke geritten werden kann, hängt vom individuellen Befund ab.

Achten Sie auf den Zustand und die Empfindlichkeit der Haut Ihres Pferdes. Wenn die Mauke schmerzhaft ist oder das Pferd eine Lahmheit zeigt, sollte es nicht geritten werden. Bei Unsicherheiten sollten Sie tierärztlichen Rat einholen.

FAQ: Häufige Fragen rund um Mauke

Bei Mauke besteht keine direkte Ansteckungsgefahr. Die Bakterien, Milben oder Pilze, welche die Mauke auslösen, können jedoch übertragen werden. Die Erreger können beispielsweise durch die Ausrüstung oder Bürsten auf andere Pferde gelangen. Es ist daher wichtig, auf Hygiene zu achten, um eine Ausbreitung der Erreger zu vermeiden.

Bei Mauke handelt es sich um ein entzündliches Fesselekzem. Weitet sich die Entzündung Richtung Karpal- oder Sprunggelenk aus, handelt es sich um eine Raspe. Rapse kann als schwere Form oder Folge einer unbehandelten Mauke entstehen oder auch unabhängig von Mauke auftreten. Beide Hauterkrankungen treten häufig zusammen auf, da die Ursachen sich ähneln.

Mechanische Verletzungen durch ein unvorsichtiges Entfernen von Krusten können die Haut reizen. Die Krusten sollten daher zunächst aufgeweicht werden. Hierfür können Sie beispielsweise Ballistol Animal oder cdVet Hautbalsam vet. verwenden. Anschließend können die Krusten, wenn möglich, vorsichtig entfernt werden.

Anhaltende Feuchtigkeit und Schmutz können Mauke verschlimmern. Nasse Böden, matschige Ausläufe und schmutzige Einstreu begünstigen Keime und schädigen die Hautbarriere. Eine Fütterung mit einem hohen Zucker- oder Stärkeanteil kann Mauke ebenfalls verschlimmern. Auch ein Mangel an Nährstoffen, wie beispielsweise Zink oder Mangan, kann die Haut anfälliger machen.

Die Dauer einer Mauke kann deutlich variieren. In leichten Fällen heilt Mauke innerhalb von 1–2 Wochen ab. In schwereren Fällen kann Mauke zwischen mehreren Wochen bis hin zu Monaten dauern. Wichtig sind eine frühzeitige konsequente Behandlung und die Ursachen der Mauke zu beheben, um zu vermeiden, dass die Mauke chronisch wird. Je früher Mauke erkannt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten.

  1. Timm, K.: „Mauke und Fesseldermatitis beim Pferd – Symptome, Ursachen und Therapie“, Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG (2014)
  2. Timm, K.: „Mauke und Fesseldermatitis beim Pferd – Symptome, Ursachen und Therapie“, Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG (2014)
  3. Timm, K.: „Mauke und Fesseldermatitis beim Pferd – Symptome, Ursachen und Therapie“, Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG (2014)
  4. Mayer, U.: „Mauke ist nicht eine Krankheit – sondern viele!“, Georg Thieme Verlag KG Stuttgart (2019)
Mauke beim Pferd: Überblick über Ursachen, Anzeichen und Pflegeansätze der Hauterkrankung

Susann von der Mühll

Susann von der Mühll hat ihre Ausbildung am Institut für angewandte Kinesiologie und Naturheilkunde im Jahr 2018 abgeschlossen und ist seither als Pferdeosteopathin im Dreiländereck tätig. Motiviert durch ihr Interesse an naturheilkundlichen Themen unterstützt sie seit 2020 das Redaktionsteam der bio-apo.