Bei einer Kolik handelt es sich um einen Sammelbegriff für Beschwerden des Verdauungstrakts. In Deutschland sind 10 Prozent aller Pferde jährlich von einer Kolik betroffen.
Um Koliken beim Pferd vorzubeugen, können Sie einiges tun. Die Fütterung, Haltung und Pflege spielen für die Gesunderhaltung von Pferden eine große Rolle. In diesem Ratgeber erfahren Sie
- wie Sie Koliken beim Pferd erkennen,
- auf welche Ursachen Koliken zurückzuführen sind,
- welche Besonderheiten der Verdauungstrakt von Pferden mit sich bringt und
- wie Sie Koliken bei Pferden mit einer ganzheitlichen Fütterung, Haltung und Pflege vorbeugen können.
Kolik beim Pferd erkennen: Auf diese Anzeichen sollten Sie achten
Eine Kolik beim Pferd ist nicht immer einfach zu erkennen. Die Symptome für eine Kolik beim Pferd sind vielfältig:
- Unruhe
- Scharren
- häufiges Wälzen oder Liegen
- Flehmen oder Gähnen
- zum Bauch umdrehen
- Hinlegen
- starkes Schwitzen oder Fieber
- Appetitlosigkeit
- kaum oder keine Darmgeräusche
- Muskelzittern
- Apathie
- erhöhter Puls und Atmung
Kolik beim Pferd – was tun?
Eine Kolik beim Pferd ist ein Notfall. Bei Verdacht auf Koliken sollten Sie umgehend einen Tierarzt/eine Tierärztin rufen. Bis zum Eintreffen des Tierarztes/der Tierärztin sollten Sie Ihrem Pferd kein Futter oder Wasser geben und es im Schritt in Bewegung halten. Wärme, z. B. durch eine Abschwitzdecke oder ein Kirschkernkissen, kann helfen, die Muskulatur zu entspannen. Messen Sie die Körpertemperatur Ihres Pferdes und beobachten Sie die Ausscheidungen.
Diese Einflüsse können Koliken beim Pferd begünstigen
Koliken bei Pferden können auf viele verschiedene Ursachen zurückzuführen sein:
- Fehler in der Fütterung
- falsche Futterzusammensetzung
- schlechte Futterqualität
- zu geringe Wasseraufnahme
- starker Wurmbefall
- Zahnprobleme
- eine übermäßige Aufnahme von Sand
- Vergiftungen
- Stress
- Bewegungsmangel
Das Verdauungssystem des Pferdes im natürlichen Gleichgewicht halten
Eine gesunde Fütterung und Verdauung ist für das Wohlbefinden und die Gesundheit des Pferdes essenziell. Eine artgerechte Ernährung unterstützt die Verdauung und das natürliche Darmmikrobiom.
Der Magen-Darm-Trakt des Pferdes bringt einige Besonderheiten mit sich. Der Verdauungstrakt des Pferdes ist auf eine kontinuierliche Nahrungsaufnahme ausgelegt.
Mit ungefähr 15 Liter Fassungsvermögen ist der Magen des Pferdes verhältnismäßig klein und produziert laufend Magensäure. Die Galle gelangt kontinuierlich von der Leber in den Dünndarm, da das Pferd keine Gallenblase hat.
Pferde benötigen daher laufend kleinere Futtermengen. Wildpferde verbringen ungefähr 15 Stunden pro Tag mit der Nahrungsaufnahme.
Koliken beim Pferd vorbeugen mit einer artgerechten Fütterung
Um die Verdauung Ihres Pferdes zu unterstützen und Koliken vorzubeugen, ist eine artgerechte Fütterung besonders wichtig:
Heu ist die Grundlage in der Pferdefütterung. Raufutter liefert Ihrem Pferd nicht nur Energie, es dient auch der Beschäftigung des Pferdes. Lange Fresszeiten und eine ausreichende Kautätigkeit tragen zur Ausgeglichenheit und Zufriedenheit des Pferdes bei. Das Raufutter können Sie mit Stroh als Einstreu ergänzen. Achten Sie dabei unbedingt darauf, dass Ihr Pferd Stroh in Maßen aufnimmt, da es schwer verdaulich ist. Zu viel Stroh kann Verstopfungen und Koliken beim Pferd begünstigen.
Das Raufutter sollten Sie Ihrem Pferd stets auf sauberen, trockenen Flächen anbieten, um eine Aufnahme von Sand und Erde zu verhindern. Sehr sandige und abgeweidete Weideflächen sollten Sie ebenfalls vermeiden. Tiefgeschnittenes Heu kann Erde oder Sand enthalten und sollte daher nicht verfüttert werden. Vorbeugend ist die Anwendung von Flohsamenschalen, z. B. REAVET Flohsamenschalen, empfehlenswert.
Beim Raufutter ist es besonders wichtig, auf beste Qualität zu achten. Heu in guter Qualität hat eine frische grüne Farbe, einen angenehmen Geruch und ist staubarm. Eine graue oder schwarze Verfärbung und ein muffiger Geruch deuten darauf hin, dass das Heu verdorben ist und nicht verfüttert werden darf. Zudem ist es wichtig darauf zu achten, dass das Heu keine Giftpflanzen enthält.
Getreide in kleinen Mengen kann als Energielieferant dienen, sollte jedoch in Maßen gefüttert werden, da das Stärke abbauende Enzym nur begrenzte Kapazitäten hat und Pferde Stärke daher nur bedingt verdauen können. Zu viel Stärke kann das sensible Darmmilieu stören und Koliken beim Pferd begünstigen. Kraftfutter, wie z. B. Hafer, sollten Sie daher auf mehrere kleine Portionen pro Tag verteilen.
Blähende Futtermittel wie Getreide, frisches Gras im Frühling, Klee oder Rüben dürfen von Pferden nur in Maßen gefressen werden, da sie zu einer Gasansammlung im Verdauungstrakt führen können. Mit Kräutermischungen, wie z. B. PerNaturam Anis-Kümmel-Fenchel, PerNaturam Amara Bitterkräuter oder PerNaturam Toscana Mischung können Sie Blähungen beim Pferd vorbeugen.
Beim Schwitzen verliert das Pferd pro Liter Schweiß ca. 8,5 Gramm Natriumchlorid. Über einen Salzleckstein kann der Elektrolytverlust ausgeglichen werden. Insbesondere zur Deckung des Bedarfs an Natrium und Chlorid ist ein Salzleckstein wichtig.
Mash, z. B. EWALIA Natur Pur – Mash für Pferde, ist leicht verdaulich und hilft, den Magen-Darm-Trakt zu beruhigen. Das Futtermittel enthält Ballaststoffe und Schleimstoffe, welche die Verdauung unterstützen und die Darmschleimhaut schützen. Mash wird mit kaltem oder lauwarmem Wasser zubereitet. Bei der Menge und Häufigkeit der Fütterung von Mash sollten Sie das Calcium-Phosphor-Verhältnis beachten.
Futterergänzungsmittel für den Magen und den Darm können dazu beitragen, die Verdauung Ihres Pferdes zu unterstützen. Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung der Verdauung erhalten Sie in Form von Kräutermischungen, z. B. PerNaturam Anis-Kümmel-Fenchel, PerNaturam Schwäbische Alb Mischung oder PerNaturam Ostpreußen Kräuter sowie in flüssiger Form, z. B. EWALIA Darmvitalsaft für Pferde oder Equina Herba Verdauungskräutersaft. Ein traditionelles Tierarzneimittel für Pferde mit Kümmel, Fenchel und Anis zur Unterstützung bei futterbedingten Magen-Darm-Beschwerden und Blähungen ist COLOSAN Lösung vet.
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Wasser, Bewegung und Ruhe: Die natürlichen Partner einer gesunden Verdauung
Damit die Verdauung Ihres Pferdes intakt bleibt, ist es wichtig, das Zusammenspiel verschiedener Lebensbereiche zu beachten. Neben einer gesunden Fütterung tragen regelmäßige Bewegung, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie das Vermeiden von Stress zu einer gesunden Verdauung und zum Wohlbefinden des Pferdes bei.
Bewegung ist wichtig, um den Darm aktiv zu halten und Verdauungsproblemen vorzubeugen. Die Darmmuskulatur wird durch Bewegung angeregt und der Nahrungsbrei weitertransportiert.
Um die Verdauung aufrechtzuerhalten, ist ausreichend Wasser essenziell. Pferde sollten daher jederzeit Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Im Winter sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die Tränke Ihres Pferdes nicht einfriert.
Stress kann einen negativen Einfluss auf die Verdauung haben und ist eine häufige Ursache für Koliken. Eine ruhige und vertraute Umgebung ist daher für Pferde wichtig. Stallwechsel, häufig wechselnde Stallgenossen oder ein stark forderndes Training sollten Sie, wenn möglich, vermeiden. Planen Sie regelmäßig Ruhephasen ein, damit sich Ihr Pferd entspannen kann.
Pferde sind Herdentiere. Soziale Kontakte sind daher für die Psyche und die Ausgeglichenheit des Pferdes besonders wichtig. Fehlende soziale Kontakte können Stress beim Pferd auslösen.
Haltung, Routine und Pflege: Den natürlichen Rhythmus des Pferdes unterstützen
Die tägliche Routine und Pflege des Pferdes steht mit der Verdauungsstabilität in einem engen Zusammenhang. Mit einer festen Routine können Sie den natürlichen Rhythmus des Pferdes unterstützen.
Pferde produzieren kontinuierlich Magensäure und Galle. Das Verdauungssystem des Pferdes benötigt daher eine konstante Raufutterzufuhr, um die Darmtätigkeit aufrechtzuerhalten und Magensäure zu puffern. Daher ist es wichtig, dass Pferden idealerweise kontinuierlich Raufutter zur Verfügung steht. Fresspausen sollten maximal vier Stunden betragen, längere Fresspausen bringen ein erhöhtes Risiko für Koliken beim Pferd mit sich.
Pferde haben eine innere Uhr. Routine ist daher für sie wichtig. Feste Fütterungszeiten tragen dazu bei, Stress vor oder während der Fütterung zu vermeiden. Eine feste Abfolge der Futtergabe ist empfehlenswert.
Füttern Sie das Raufutter mindestens 30 Minuten vor dem Kraftfutter, damit die Einspeichelung angeregt wird. Der Speichelfluss liefert wichtige Pufferstoffe für die Magensäure. Kraftfuttergaben sollten Sie in kleinen Portionen über den Tag verteilt füttern.
Gewöhnen Sie Ihr Pferd schrittweise über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen an neue Futtermittel, damit sich die Darmflora an die Veränderung anpassen kann. Vor allem abrupte Futterwechsel können Koliken beim Pferd begünstigen.
Gewöhnen Sie Ihr Pferd im Frühling in kleinen Schritten an das neue Gras, damit das Verdauungssystem und der Stoffwechsel nicht überlastet werden. Vor dem Weidegang ist die Gabe von Raufutter empfehlenswert, damit das Pferd nicht zu hastig frisst.
Die Verdauung beginnt bereits im Maul. Eine regelmäßige Zahnkontrolle leistet einen entscheidenden Beitrag zur Verdauung. Schlecht abgenutzte Zähne können dazu führen, dass das Futter nicht ausreichend zerkleinert wird und Verdauungsprobleme dadurch begünstigen. Ein gutes Entwurmungsmanagement hilft, Magen-Darm-Beschwerden und Koliken durch Parasitenbefall vorzubeugen.
Zusammenspiel von Ernährung, Haltung und Achtsamkeit zur Prävention von Koliken
Der Verdauungstrakt des Pferdes ist aufgrund seiner Besonderheiten empfindlich. Mit einer artgerechten Fütterung, Haltung und Pflege können Sie die Verdauung und das Wohlbefinden Ihres Pferdes unterstützen und Magen-Darm-Beschwerden, wie z. B. Koliken, vorbeugen. Die Fütterung, Haltung und Pflege des Pferdes stehen in einem engen ganzheitlichen Zusammenhang.
Im Alltag sollten Sie Ihr Pferd stets sorgsam beobachten, um Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen. Eine sorgfältige Routine trägt dazu bei, dass das Verdauungssystem Ihres Pferdes intakt bleibt. Bereits kleinere Maßnahmen können den Unterschied machen.