Husten beim Pferd: Ursachen, Hausmittel und Prävention

Die Atemwege des Pferdes sind leistungsstark, reagieren jedoch gleichzeitig auf Reize rasch empfindlich. Insbesondere während des Fellwechsels und bei wechselnden Temperaturen ist der Atemapparat des Pferdes anfällig.

Ein starkes Immunsystem, eine artgerechte Fütterung sowie viel frische Luft und Bewegung sind für die Atemwege des Pferdes besonders wichtig. Um den Atemapparat Ihres Pferdes gesund zu erhalten, sollten Sie auf ein gesundes Stallklima, hochwertige staubfreie Futtermittel sowie ausreichend Auslauf achten.

Unterstützend können Sie Inhalationen anwenden oder die Fütterung Ihres Pferdes mit Kräutern ergänzen. Viele Kräuter, wie z. B. der wilde Thymian oder Spitzwegerich, die Pferde einst auf artenreichen Wiesen regelmäßig aufgenommen haben, werden heute zur Unterstützung der Atemwege des Pferdes gefüttert.

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Laufen und Toben an der frischen Luft gehören zur Natur des Pferdes. Die Atemwege sind daher für Pferde besonders wichtig. Pferde haben einen sehr leistungsstarken, aber gleichzeitig empfindlichen Atemapparat. In diesem Ratgeber erfahren Sie

  • wie Sie die Atmung Ihres Pferdes beurteilen können,
  • auf welche Ursachen Husten beim Pferd zurückzuführen ist,
  • wie Sie Husten bei Pferden vorbeugen können,
  • welchen Einfluss das Immunsystem auf die Atemwege des Pferdes hat,
  • was Sie gegen Husten bei Pferden tun können und
  • in welchen Fällen Sie tierärztlichen Rat einholen sollten.

Im Alltag beobachten: Wie sich das Atemverhalten deines Pferdes verändern kann

Der Atemapparat versorgt den Körper mit Sauerstoff und ist für den Abtransport von Kohlendioxid zuständig. Der Atemapparat des Pferdes wird in die oberen und die unteren Atemwege unterteilt:

  • Obere Atemwege des Pferdes: Nase, Nüstern, Nasenhöhle, Nasennebenhöhlen, Nasenrachen und Kehlkopf
  • Untere Atemwege des Pferdes: Luftröhre, Lunge, Bronchien und Alveolen

zwei gestresste pferde durch einen zaun getrenntDie Luft strömt über die Luftröhre in die Bronchien des Pferdes. In den Bronchien werden Fremdkörper wie Pilzsporen, Staub oder Krankheitserreger abgefangen und abtransportiert.

Ein Pferd im Ruhezustand atmet 8–16-mal pro Minute. Bei Anstrengung kann die Atemfrequenz 120–150 Atemzüge pro Minute betragen.

Die Atmung des Pferdes lässt sich durch die Beobachtung der leichten Bewegung der Flanken feststellen. Um die Atemfrequenz zu ermitteln, werden die Bewegungen der Flanke eine halbe Minute lang gezählt. Das Ergebnis wird mit dem Faktor zwei multipliziert. Die Atemfrequenz sollte im Ruhezustand maximal 20 Atemzüge pro Minute betragen.

Einflussfaktoren verstehen: Welche Ursachen hinter Husten beim Pferd stehen können

Atemwegsbeschwerden und Husten beim Pferd können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:

  • Viren, Bakterien oder Parasiten: Infektionen mit Viren, Bakterien oder Parasiten wie Lungenwürmern können die Atemwege des Pferdes beeinträchtigen.
  • Schlechte Raufutterqualität: Für gesunde Atemwege spielt das Futter eine wichtige Rolle. Mit Schimmelpilzen, Milben oder Pestiziden kontaminierte Futtermittel belasten die Atemwege des Pferdes.
  • Eine staubige Umgebung: Übermäßiger Staub, z. B. durch nicht ausreichend gewässerte Reitbahnen, beeinträchtigt die Atemwege des Pferdes und kann zu Beschwerden führen.
  • Allergien: Husten beim Pferd kann auf Allergien zurückzuführen sein. Als Auslöser für allergischen Husten beim Pferd kommen z. B. Pollen, Milben, Staub oder Schimmelpilzsporen infrage.
  • Unzureichende Hygiene: Ein sauberer Stall ist wichtig, um die Atemwege des Pferdes zu schützen. Ammoniakdämpfe oder schlechte Luft können die Atemwege des Pferdes reizen.
  • Stress, beispielsweise in der Herde oder durch Stallwechsel, kann Husten beim Pferd begünstigen und sollte, wenn möglich, vermieden werden.
  • Herzschwäche: Der Lungenkreislauf ist eng mit dem Herzkreislaufsystem verbunden. Bei alten Pferden können starke Belastungen das Herz überfordern und dadurch Husten auslösen.
  • Zwerchfellverspannungen: Die Muskelkontraktionen des Zwerchfells sind an der Atmung beteiligt. Verspannungen des Zwerchfells beim Pferd können eine eingeschränkte Atmung und Husten zur Folge haben, der sich häufig beim Antraben oder Angaloppieren zeigt.

Umwelt und Haltung: Was hat Einfluss auf die Atemwege des Pferdes?

Das Atemsystem des Pferdes ist abhängig von der Umwelt und der Haltung des Pferdes.1 Um die Atemwege Ihres Pferdes gesund zu erhalten, können Sie einiges tun:

Ein gesundes Stallklima mit ausreichend Belüftung und kontrollierter Temperatur ist wichtig für den Schutz der Atemwege. Die Luftfeuchtigkeit im Stall sollte idealerweise zwischen 60–80 Prozent liegen. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit fördert Schimmelbildung, eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit reizt die Schleimhäute und verursacht Staub. Saubere, hochwertige Einstreu und regelmäßiges Lüften schaffen ein gesundes Klima. Pferde sollten nach Möglichkeit in Offenställen, Paddock-Boxen oder Boxen mit Fenster gehalten werden, um eine stetige Frischluftzufuhr sicherzustellen.

Sauberkeit im Stall ist unverzichtbar. Durch regelmäßiges Reinigen des Stalls wird die Staub- und Ammoniakbelastung reduziert und dadurch das Risiko für Atemwegsbeschwerden minimiert. Während des Ausmistens sollten Sie die Pferde idealerweise ins Freie bringen.

Eine wichtige Maßnahme für die Gesunderhaltung der Atemwege ist die Reduzierung des Staubs in der Umwelt des Pferdes. Sorgen Sie für eine staubarme Umgebung und vermeiden Sie staubige Futtermittel. In staubigen Bereichen können Sie Wasser sprühen, um den Staub zu binden.

Für die Gesunderhaltung der Atemwege ist Bewegung an der frischen Luft wichtig. Leichte Bewegung regt den Stoffwechsel an und trägt dazu bei, die Atemwege zu reinigen. Sorgen Sie daher regelmäßig für leichte Bewegung und Auslauf. Dabei sollten Sie darauf achten, dass das Pferd nicht im Zug steht. Bei sichtbarem Frieren können Sie Ihr Pferd mit einer wind- und wasserdichten Decke warmhalten.

Inhalieren mit Salzwasser ist effektiv, um Husten bei Pferden vorzubeugen oder um bestehenden Husten zu lindern. Inhalationen tragen dazu bei, die Atemwege feucht zu halten und Schleim zu verflüssigen. Die Wirkstoffe werden beim Inhalieren mithilfe eines Verneblers in kleine Teile zerstäubt und gelangen über eine Maske in die Atemwege des Pferdes.2

Welche Rolle spielt die Fütterung für die Atemwege des Pferdes?

Für die Atemwegsgesundheit des Pferdes spielen eine artgerechte Fütterung und die Qualität der Futtermittel eine wichtige Rolle. Darüber hinaus können Sie Ihr Pferd bei Husten mit Hausmitteln und Magnesium unterstützen.

Strukturreiches, staubarmes Heu, welches sauber und hygienisch gelagert wird, bildet die Basis jeder Pferdefütterung. Eine gute Heuqualität ist für den Schutz der Atemwege entscheidend. Staubige oder verunreinigte Futtermittel können die Atemwege des Pferdes reizen.

Bei bereits bestehendem Husten ist es wichtig, die Staubbelastung im Futter und in der Umgebung des Pferdes weiter zu reduzieren. Eine Möglichkeit ist das Bewässern von Heu. Alternativ können Sie das Heu mit einem speziellen Heubedampfer anfeuchten. Hierbei sollten Sie beachten, dass das Bewässern oder Bedampfen von Heu den Nährstoffgehalt des Raufutters verringert. Darüber hinaus kommt ein Wechsel auf eine staubarme Einstreu oder das Anfeuchten des Kraftfutters, z. B. mit einem Kräutersud, infrage.

Die Atemwege Ihres Pferdes können Sie mit Ergänzungsfuttermitteln unterstützen. Hochwertige Husten- und Atemwegskräuter in Form von Einzelkräutern, Kräutermischungen oder Säften können dazu beitragen, die Atemwege des Pferdes zu stärken.3 Beliebte Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung der Atemwege sind PerNaturam Thymian, PerNaturam Spitzwegerich, EQX-Atemwege, PerNaturam Bronchosan, PerNaturam Schwäbische Alb Mischung, Equina Herba Lungenkräutersaft oder PerNaturam Lichmet.

Der Mineralstoff Magnesium ist für die Muskelfunktion wichtig. Pferde mit Husten haben häufig verspannte Muskeln. Husten führt einerseits zu Muskelverspannungen beim Pferd. Umgekehrt können verspannte Muskeln Atemwegsprobleme begünstigen, da eine eingeschränkte Beweglichkeit die Lungenkapazität beeinträchtigen kann.

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Husten beim Pferd vorbeugen: Bewegung, Pflege und Immunsystem im Zusammenspiel

Die Haltung, Fütterung und Pflege des Pferdes stehen in einem ganzheitlichen Zusammenhang. Mit optimalen Haltungsbedingungen, einer hochwertigen Fütterung, sozialen Kontakten sowie Bewegung an der frischen Luft stärken Sie das Immunsystem Ihres Pferdes. Das Immunsystem des Pferdes ist eng mit dem Atemsystem verknüpft.

Die Atemwege des Pferdes sind ein Teil des Immunsystems. Dabei bilden die Schleimhäute der Atemwege eine wichtige Immunbarriere, die den Körper vor Keimen und Schadstoffen aus der Umwelt schützt. Ist das Immunsystem nicht intakt, kann dies Auswirkungen auf das Atemsystem haben – ebenso umgekehrt. Daher ist es bei der Unterstützung der Atemwege sinnvoll, das Immunsystem mit einzubeziehen.

Vorbeugen im Alltag: Die Atemwege des Pferdes mit einer artgerechten Haltung und Fütterung unterstützen

Eine artgerechte Haltung und Fütterung ist die beste Grundlage, um das natürliche Gleichgewicht des Atemapparates Ihres Pferdes zu erhalten. Kleine, konsequente Maßnahmen tragen langfristig zur Atemwegsgesundheit des Pferdes bei.

Insbesondere im Frühjahr und im Herbst sollten Sie auf Ihr Pferd achten. Der Fellwechsel ist für Pferde eine anstrengende Zeit, welche das Immunsystem belasten kann. Während des Fellwechsels und bei wechselnden Temperaturen sind Pferde daher für Husten besonders anfällig. Beobachten Sie Ihr Pferd sorgsam, um Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen.

  1. Erkens, C.: „Naturheilkunde für das Pferd“, Ulmer (2010)
  2. Erkens, C.: „Naturheilkunde für das Pferd“, Ulmer (2010)
  3. o. A.: „Homöopathie für Pferde – Pferde Naturheilkunde für die bekanntesten Pferdekrankheiten – Stallapotheke für Pferde“, Books on Demand (2020)
Husten beim Pferd: Ursachen, Hausmittel und Prävention

Susann von der Mühll

Susann von der Mühll hat ihre Ausbildung am Institut für angewandte Kinesiologie und Naturheilkunde im Jahr 2018 abgeschlossen und ist seither als Pferdeosteopathin im Dreiländereck tätig. Motiviert durch ihr Interesse an naturheilkundlichen Themen unterstützt sie seit 2020 das Redaktionsteam der bio-apo.