Allergien in der Schwangerschaft: Ursachen, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten

Allergien treten in der Schwangerschaft häufig auf. Aufgrund der hormonellen Umstellungen und der Anpassungen des Immunsystems in der Schwangerschaft können sich Allergien sehr unterschiedlich entwickeln. Durch die Schwangerschaftshormone können sich die Allergiesymptome zeitweise bessern oder intensivieren. Auch der Lebensstil hat einen Einfluss auf Allergien in der Schwangerschaft.

Allergien, die sich während der Schwangerschaft verbessert oder verschlechtert haben, kehren nach der Entbindung in der Regel zu ihrem ursprünglichen Zustand zurück. Der Kontakt mit bereits bekannten Allergenen sollte während der Schwangerschaft möglichst vermieden werden.

Die Behandlung von Allergie-Symptomen in der Schwangerschaft ist wichtig und sollte stets in Absprache mit einem Arzt/einer Ärztin erfolgen. Vor der Anwendung von Medikamenten in der Schwangerschaft sollten Sie unbedingt ärztliche Rücksprache halten, wobei Antihistaminika wie Loratadin in der Regel unbedenklich sind.

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Fast jede fünfte Schwangere leidet unter Allergien. Allergien können sich während der Schwangerschaft verbessern, konstant bleiben oder sich verschlimmern.

Der unterschiedliche Verlauf von Allergien während der Schwangerschaft ist auf ein komplexes Zusammenspiel von hormonellen Veränderungen, Immunveränderungen sowie individuellen körperlichen Voraussetzungen zurückzuführen.

In diesem Ratgeber erfahren Sie

  • welche Ursachen Allergien in der Schwangerschaft auslösen können,
  • welche Allergien in der Schwangerschaft auftreten können,
  • welche Allergiemedikamente in der Schwangerschaft erlaubt sind,
  • welche unterstützenden Maßnahmen bei Allergien Sie in der Schwangerschaft anwenden können,
  • welche Auswirkungen Allergien in der Schwangerschaft auf das Baby haben und
  • in welchen Fällen Sie ärztlichen Rat einholen sollten.

Neue Allergien in der Schwangerschaft: Ursachen und mögliche Auslöser

Neue Allergien in der Schwangerschaft oder eine Verschlechterung bereits bestehender Allergien sind keine Seltenheit. Bei ungefähr 20 % der schwangeren Frauen treten allergische Reaktionen auf. Maßnahmen wie

  • eine ausgewogene und gesunde Ernährung und
  • das Vermeiden von Stress und Schadstoffen

unterstützen das Immunsystem und können dadurch dazu beitragen, Allergien in der Schwangerschaft vorzubeugen.

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Welche Allergien treten in der Schwangerschaft besonders häufig auf?

Typische Auslöser für Allergien in der Schwangerschaft sind

  • Heuschnupfen (allergische Rhinitis),
  • Hausstaubmilbenallergie,
  • Nahrungsmittelallergien, z. B. auf Eier, Fisch, Milch, Erdnüsse oder Soja sowie
  • Kontaktallergien und Hautreaktionen durch Hautpflegeprodukte.

Auch Tierhaare, Schimmelpilze, Medikamente oder Chemikalien können Allergien in der Schwangerschaft auslösen.

Heuschnupfen (Pollenallergie) in der Schwangerschaft

Saisonale Allergien wie Heuschnupfen zählen zu den häufigsten allergischen Beschwerden in der Schwangerschaft. In den meisten Fällen besteht eine Pollenallergie bereits vor der Schwangerschaft. Dennoch ist es möglich, dass Heuschnupfen in der Schwangerschaft erstmals auftritt oder sich verschlechtert.

Bei jeder fünften werdenden Mutter tritt Schnupfen (Rhinitis) auf. Hinter Schnupfen und einer verstopften Nase in der Schwangerschaft verbirgt sich jedoch nicht immer eine Allergie. Die erhöhte Konzentration des Hormons Östrogen in der Schwangerschaft fördert die Durchblutung. Dies kann die Ursache für eine dauerhaft verstopfte Nase während der Schwangerschaft sein und wird auch als schwangerschaftsbedingte Rhinitis bezeichnet.

Da die Behandlung von beiden Schnupfenarten in der Schwangerschaft unterschiedlich erfolgt, ist es von Bedeutung, die genaue Ursache zu ermitteln. Der aktuelle Pollenflug sowie die Vorgeschichte von allergischen Erkrankungen oder Beschwerden sollten dabei berücksichtigt werden.

Hausstauballergie in der Schwangerschaft

Ganzjährige Allergien wie die Hausstauballergie können unabhängig von der Jahreszeit Beschwerden verursachen. Die Wahrnehmung einer Hausstauballergie kann durch hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft beeinflusst werden, wobei eine Verschlechterung oder eine Verbesserung der Symptome möglich ist.

Da Hausstaubmilben sich hauptsächlich im Bett aufhalten, verschlechtern sich die Symptome einer Milbenallergie oft nachts und morgens. Wärme, Feuchtigkeit und Hautschuppen bieten ideale Bedingungen für die Milben.

Nahrungsmittelallergien in der Schwangerschaft

Nahrungsmittelallergien in der Schwangerschaft erfordern eine ausgewogene Ernährung, bei welcher die Auslöser der Allergien gemieden werden. Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung fördert die Toleranzentwicklung beim Kind und kann dazu beitragen, das Allergierisiko zu senken. Der Verzicht auf potenziell allergene Lebensmittel in der Schwangerschaft senkt das Risiko für Nahrungsmittelallergien beim Kind hingegen nicht.

Wichtig ist es, zwischen einer Lebensmittelallergie und verdauungsbedingten Beschwerden in der Schwangerschaft zu unterscheiden. Der Unterschied zwischen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit und einer Allergie besteht auch während der Schwangerschaft in der Rolle des Immunsystems. Während Allergien eine Reaktion des Immunsystems hervorrufen, basieren Unverträglichkeiten in der Regel auf Enzymmängeln.

Kontaktallergien und Hautreaktionen

Hausmittel bei SchuppenflechtenDurch die Umstellungen des Hormonhaushalts und des Immunsystems treten in der Schwangerschaft zudem häufig Kontaktallergien oder Hautreaktionen auf. Häufige Symptome für Kontaktallergien in der Schwangerschaft sind trockene Haut, Juckreiz, Rötungen, Hautausschläge oder eine Verschlechterung von bestehenden Hauterkrankungen wie z. B. Neurodermitis. Feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte, Cremes mit Urea sowie der Verzicht auf längere, heiße Bäder können bei trockener Haut und Juckreiz helfen.

Bei plötzlich auftretenden Veränderungen der Haut, intensivem Juckreiz oder Ausschlägen ist es ratsam, einen Arzt/eine Ärztin aufzusuchen, um die Ursache festzustellen. Die Differenzierung zwischen einer allergischen und einer hormonell bedingten Hautreaktion in der Schwangerschaft erfolgt hauptsächlich anhand der Ursache. Eine Kontaktallergie ist eine unmittelbare Reaktion auf einen Stoff, wohingegen die Haut bei hormonellen Veränderungen auf das innere Milieu reagiert.

Allergiemedikamente in der Schwangerschaft: Was ist erlaubt?

Schwangere Frau nimmt Tablette einDie Behandlung von Allergien in der Schwangerschaft erfolgt durch

  • ein Antihistaminikum wie Loratadin und Cetirizin sowie
  • lokal anzuwendende Produkte wie Nasensprays oder Augentropfen.

Nicht alle Antihistaminika und Allergietabletten sind in der Schwangerschaft geeignet. Hochdosierte und stark abschwellende Nasensprays sollten in der Schwangerschaft vermieden werden. Produkte mit ätherischen Ölen, wie z. B. Kampfer oder Eukalyptusöl, werden in der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Auch starke Allergien in der Schwangerschaft können gut behandelt werden, erfordern aber eine sorgsame Auswahl der Allergietabletten durch den behandelnden Arzt/die behandelnde Ärztin.

Hyposensibilisierung während der Schwangerschaft: Fortsetzen oder pausieren?

Mit einer Hyposensibilisierung, die auch als „Allergieimpfung“ bezeichnet wird, sollten Sie nicht während der Schwangerschaft beginnen. Ob eine Hyposensibilisierung in der Schwangerschaft fortgesetzt oder pausiert werden sollte, hängt von der jeweiligen Allergie und der Phase der Behandlung ab.

Eine bereits begonnene spezifische Immuntherapie kann unter bestimmten Umständen weitergeführt werden. Wurde die Therapie vor der Schwangerschaft begonnen und bisher gut vertragen, kann sie in der Regel fortgesetzt werden.

Um Reaktionen zu vermeiden, wird in der Schwangerschaft oft die Erhaltungsdosis beibehalten, ohne die Dosierung weiter zu erhöhen. Die Entscheidung wird stets individuell vom behandelnden Arzt/von der behandelnden Ärztin getroffen.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen bei Allergien in der Schwangerschaft

Neben der Anwendung von Antihistaminika und Allergietabletten können Sie in Ihrem Alltag einiges tun, um Allergien zu lindern, indem Sie

  • die jeweiligen Allergene vermeiden,
  • unterstützende Maßnahmen anwenden und
  • das Raumklima sowie
  • den Lebensstil anpassen.

Allergenvermeidung im Alltag

schwangere frau hat keine probleme mit verstopfung in der schwangerschaftDie Reduktion individueller Auslöser für Allergien im Alltag kann dazu beitragen, die Beschwerden in der Schwangerschaft zu mindern. Bei bereits bestehenden Allergien sollten Sie die Allergene im Alltag daher vermeiden. Dazu zählen beispielsweise das Meiden einer hohen Pollen-Belastung oder Maßnahmen im häuslichen Umfeld bei Hausstauballergien in der Schwangerschaft.

Bei Heuschnupfen ist es wichtig, Pollen aus dem Schlafzimmer fernzuhalten, indem lediglich kurz gelüftet wird; in der Stadt idealerweise morgens und auf dem Land abends. Straßenkleidung sollten Sie nicht im Schlafzimmer ablegen und die Haare vor dem Zubettgehen waschen. Bei einer hohen Pollenlast sollten Sie Aufenthalte im Freien einschränken.

Bei einer Milbenallergie in der Schwangerschaft ist eine spezielle Bettwäsche für Allergiker empfehlenswert. Die Bettwäsche sollten Sie alle 1–2 Wochen bei 60 Grad waschen. Zudem sind regelmäßiges feuchtes Wischen und ein Staubsauger mit HEPA-Filter wichtig.

Nasenduschen und unterstützende Maßnahmen

In der Schwangerschaft kann unterstützend eine natürliche Hilfe bei Allergien dazu beitragen, Allergiesymptome wie Heuschnupfen zu lindern, ohne das ungeborene Kind zu gefährden, wie z. B.

  • Nasenduschen bzw. Nasenspülungen,
  • Meerwasser-Nasensprays,
  • Nasenöle oder
  • Inhalieren.

Mechanische Maßnahmen wie Nasenspülungen helfen in der Schwangerschaft, die Schleimhäute zu entlasten und Allergien wie Heuschnupfen oder Hausstauballergie zu lindern, indem sie die Nase befeuchten und von Allergenen sowie Pollen reinigen. Nasenduschen gelten in der Schwangerschaft als sicher und sind eine empfehlenswerte unterstützende Maßnahme ergänzend zur medizinischen Therapie.

Nasensprays sind aufgrund ihrer lokalen Wirkung bei einer Pollenallergie oder einer Hausstauballergie in der Schwangerschaft die erste Wahl. Meerwasser-Nasensprays sind in der Schwangerschaft eine sichere und natürliche Alternative, um verstopfte Nasen zu befeuchten, zu reinigen und sanft abzuschwellen. Nasensprays auf Meerwasser-Basis ohne chemische Zusätze können häufig auch über einen längeren Zeitraum angewendet werden.

Nasenöle pflegen trockene und durch Allergien gereizte Nasenschleimhäute. Inhalieren bei Allergien trägt dazu bei, die Schleimhäute zu befeuchten und Allergene auszuspülen. In der Schwangerschaft sind Nasenöle und Inhalieren sehr gut geeignete, sanfte Methoden zur Behandlung von verstopften Nasen und Erkältungssymptomen.

Raumklima und Lebensstilfaktoren

Der Lebensstil, das Raumklima und die Schlafumgebung beeinflussen Allergien in der Schwangerschaft. Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung, bewusster Ernährung und geringer Schadstoffbelastung kann helfen, das Risiko für Allergien zu verringern.

Für Allergiker ist zudem ein gutes Raumklima unerlässlich, da dies die Luftqualität beeinflusst und optimale Voraussetzungen für eine Linderung der Symptome schafft. Eine ideale Luftfeuchtigkeit sorgt dafür, dass die Atemwege und die Augen nicht austrocknen, was ihre Empfindlichkeit gegenüber Allergenen verringert.

Wichtig ist die Verminderung von Allergenen, z. B. durch regelmäßiges Lüften. Das Raumklima sollte kühle Temperaturen zwischen 18–20 °C und eine niedrige Luftfeuchtigkeit aufweisen.

Eine regulierte Luftfeuchtigkeit von 40–60 % und eine Raumtemperatur von unter 25 °C nehmen Hausstaubmilben und Schimmelpilzen die Lebensgrundlage. Zu feuchte Luft begünstigt Allergene. Ein Hygrometer hilft, die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren und im idealen Bereich zu halten.

Risiken und Auswirkungen auf das Baby

Allergien der Mutter stellen kein direktes Risiko für das ungeborene Baby dar. Wichtig ist, dass die Allergien gut behandelt werden. Die Sicherheit und die Gesundheit der Mutter und des Babys haben dabei stets Priorität.

Eine unbehandelte, schwere Allergie der Mutter kann das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen erhöhen. Eine gut eingestellte Allergie in der Schwangerschaft ist hingegen für das Baby unbedenklich.

Allergien in der Schwangerschaft können Auswirkungen auf das Baby haben. Hat die Mutter eine Allergie, steigt das Risiko, dass auch das Baby Allergien entwickelt, da die Veranlagung vererbt wird.

Allergisches Asthma in der Schwangerschaft

Allergisches Asthma in der Schwangerschaft erfordert besondere Aufmerksamkeit, da eine gute Atemkontrolle für Mutter und Kind wichtig ist. Eine ärztlich begleitete Asthma-Therapie in der Schwangerschaft ist entscheidend, um Risiken für das Baby zu minimieren. Eine konsequente Behandlung mit einem geeigneten Asthmaspray kann helfen, einen Asthmaanfall zu verhindern.

Schwere allergische Reaktionen und Notfälle

Schwere allergische Reaktionen während der Schwangerschaft sind selten, stellen jedoch einen Notfall dar, der umgehende medizinische Hilfe erfordert. Bei Anzeichen einer Anaphylaxie in der Schwangerschaft wie Atemnot oder Kreislaufkollaps sollten Sie umgehend den Notdienst verständigen. Auslöser schwerer allergischer Reaktionen in der Schwangerschaft können Medikamente, Nahrungsmittel oder Insektengifte sein.

Allergien in der Stillzeit: Was ändert sich?

Frau hält ihr Baby in die LuftAllergien in der Stillzeit werfen oft viele Fragen auf. Generell gilt: Stillen bietet den besten Schutz, um das Immunsystem des Säuglings zu stärken und die Allergiegefahr beim Baby zu reduzieren.

Nach der Geburt können sich Allergien bei der Mutter aufgrund der hormonellen Umstellung verbessern oder verschlechtern, wobei die Beschwerden in der Regel wieder auf das Niveau vor der Schwangerschaft zurückkehren.

Viele Allergiemedikamente und Antihistaminika sind auch in der Stillzeit verträglich, z. B. Loratadin und Cetirizin, da ihr Übertritt in die Muttermilch gering ist. Auch Nasensprays oder Augentropfen mit Cromoglicinsäure sind geeignete lokal wirksame Mittel. Präparate mit lokaler Wirkung sind oft unbedenklich, aber es ist ratsam, die Anwendung mit einem Arzt abzusprechen. Dies gilt insbesondere für Nasensprays mit Cortison.

Wann ärztlicher Rat bei Allergien in der Schwangerschaft sinnvoll ist

Bei Allergien während der Schwangerschaft ist ein Arztbesuch sinnvoll, wenn

  • Hausmittel, wie z. B. Meerwasser-Nasensprays, nicht ausreichend Wirkung zeigen,
  • die Symptome den Alltag beeinträchtigen,
  • das Wohlbefinden stark eingeschränkt ist,
  • die Überlegung Medikamente anzuwenden ansteht oder
  • bei starken, neu auftretenden oder ungewöhnlichen Beschwerden.

Bei plötzlich auftretender Atemnot, Kreislaufbeschwerden oder starken Hautreaktionen sollten Sie umgehend einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen.

Allergien in der Schwangerschaft: Ursachen, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten

Susann von der Mühll

Susann von der Mühll hat ihre Ausbildung am Institut für angewandte Kinesiologie und Naturheilkunde im Jahr 2018 abgeschlossen und ist seither als Pferdeosteopathin im Dreiländereck tätig. Motiviert durch ihr Interesse an naturheilkundlichen Themen unterstützt sie seit 2020 das Redaktionsteam der bio-apo.