Dysmenorroe: Wenn die Periode zur Qual wird
Zu den häufigsten Zyklusbeschwerden zählen Unterleibsschmerzen kurz vor und während der Menstruation, die auch als Dysmenorrhoe bezeichnet werden. Besonders häufig sind junge und heranwachsende Frauen von Dysmenorrhoe betroffen.
Unterschieden wird zwischen primärer und sekundärer Dysmenorrhoe. Während die primäre Dysmenorrhoe auf starke Gebärmutterkontraktionen zurückzuführen ist, entsteht sekundäre Dysmenorrhoe durch organische Ursachen. Die Schmerzen müssen Sie nicht einfach hinnehmen. Neben Schmerzmitteln oder hormonellen Verhütungsmitteln helfen natürliche Verfahren wie pflanzliche Arzneimittel mit Schafgarbe, Wärmeanwendungen oder Akupunktur gegen Dysmenorrhoe.
Bei starken Unterleibsschmerzen, die Ihren Alltag beeinträchtigen sowie bei erstmals auftretenden, anhaltenden oder therapieresistenten Schmerzen sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Bis zu 45 Prozent der 40–49-Jährigen und 60 Prozent der 30–35-Jährigen geben an, in den letzten zwölf Monaten unter Menstruationsschmerzen gelitten zu haben. In der Altersgruppe der 18–29-Jährigen sind sogar bis zu 70 Prozent der befragten Frauen von Unterleibsschmerzen betroffen.1
Bei knapp einem Drittel der Frauen sind die Unterleibsschmerzen so stark, dass ihr Alltag beeinträchtigt wird. In diesem Ratgeber erfahren Sie
- auf welche Ursachen Dysmenorrhoe zurückzuführen ist,
- welche Symptome bei Dysmenorrhoe auftreten und
- was Sie gegen Unterleibsschmerzen tun können.
Was versteht man unter einer Dysmenorrhoe: einfache Erklärung hinter den starken Schmerzen
Bei Dysmenorrhoe handelt es sich um eine häufige Zyklusstörung, bei der kurz vor oder während der Menstruation starke Unterleibsschmerzen auftreten. Die Schmerzen können durch Gebärmutterkontraktionen oder durch organische Ursachen ausgelöst werden.
Ursachen und Auslöser einer Dysmenorrhö im Überblick
Bei der Diagnose Dysmenorrhoe wird zwischen zwei verschiedenen Formen unterschieden, die auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen sind:
- primäre Dysmenorrhoe oder
- sekundäre Dysmenorrhoe.
Primäre Dysmenorrhoe
Primäre Dysmenorrhoe tritt meist bei Jugendlichen in den ersten 6–12 Monaten nach der Menarche auf. Eine organische Ursache ist bei primärer Dysmenorrhoe nicht feststellbar. Die primäre Dysmenorrhoe hängt mit übermäßigen Prostaglandinen zusammen. Dies sind Hormone, die Gebärmutterkontraktionen verursachen.
Beim Abstoßen der Gebärmutterschleimhaut werden größere Mengen an Prostaglandinen freigesetzt. Die Blutgefäße der Gebärmutter verengen sich dadurch und die Muskeln ziehen sich zusammen. Dabei treten verstärkte Kontraktionen der Gebärmutter auf, die zu schmerzhaften Krämpfen führen können.2 Über die Blutbahn können Prostaglandine auch zu anderen Organen gelangen und begleitende Beschwerden verursachen.3
Unterleibsschmerzen nehmen tendenziell mit zunehmendem Alter ab. In einzelnen Fällen kann Dysmenorrhoe bis zu Menopause anhalten.4 Bei manchen Frauen bessern sich die Schmerzen nach der Geburt.5
Sekundäre Dysmenorrhoe
Die sekundäre Dysmenorrhoe ist auf organische Ursachen oder bestimmte Verhütungsmittel zurückzuführen.6 Sekundäre Dysmenorrhoe tritt meistens nach dem 25. Lebensjahr auf. Mögliche Ursachen für eine sekundäre Dysmenorrhoe sind:
- Myome: gutartige Tumore in der Gebärmutter,
- Polypen: gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut,
- Zysten: kleine Blasen in den Eierstöcken,
- Endometriose: Gebärmutterschleimhaut, die außerhalb der Gebärmutter wächst,
- entzündliche Beckenerkrankungen, wie z. B. Entzündungen der Gebärmutter, Eileiterentzündungen oder Eierstockentzündungen,
- Lageanomalien der Gebärmutter oder
- hormonfreie Kupferspiralen.
Die häufigsten Ursachen für sekundäre Dysmenorrhoe sind Myome oder Endometriose.7
Wie äußert sich eine Dysmenorrhoe: Symptome, auf die Sie achten sollten
Bei Dysmenorrhoe geht die Menstruation mit starken, teilweise krampfartigen Unterleibsschmerzen einher. Krämpfe während der Regelblutung äußern sich durch ein Ziehen oder Stechen im Unterleib.
Die Unterleibsschmerzen können in den Rücken oder in die Oberschenkel ausstrahlen und weitere Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfungen mit sich bringen. Weitere Symptome bei Dysmenorrhoe können Müdigkeit und Kopfschmerzen sein.
Die Beschwerden treten kurz vor oder während der Menstruation auf und dauern meist drei Tage an. Bei sekundärer Dysmenorrhoe setzen die Symptome häufig bereits vor der Menstruation ein.
Der Weg zur Diagnose: Wie eine Dysmenorrhoe erkannt wird
Die Diagnose von Dysmenorrhoe bei Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin erfolgt über eine ausführliche Anamnese. Anschließend werden meistens eine Tastuntersuchung und eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen, um organische Ursachen auszuschließen. Über eine Urin- oder Blutuntersuchung können Entzündungswerte festgestellt werden. Gegebenenfalls kann auch eine Bauchspiegelung durchgeführt werden.
Behandlungsmöglichkeiten: Was hilft gegen die Schmerzen?
Die Behandlung von Dysmenorrhoe ist von der Ursache abhängig. Um Unterleibsschmerzen zu lindern, werden häufig Schmerzmittel verschrieben, z. B. Naproxen, Ibuprofen und Diclofenac.
Diese Arzneimittel tragen dazu bei, die Überproduktion der Prostaglandine zu hemmen.8 Bei Krämpfen wird gegebenenfalls Butylscopolamin verordnet.9 In niedriger Dosierung sind diese Arzneimittel rezeptfrei erhältlich. Die Medikamente sollten Sie jedoch nicht über einen längeren Zeitraum einnehmen.
Besteht der Wunsch nach einem Verhütungsmittel, können Östrogen/Gestagen-Kombinationspräparate oder reine Gestagen-Präparate angewendet werden. Hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille oder die Hormonspirale können helfen, die Schmerzen zu lindern, indem sie den Menstruationszyklus regulieren.10
Natürliche Alternativen bei Dysmenorrhoe
Darüber hinaus können Akupunktur und Akupressur zur Linderung von Unterleibsschmerzen beitragen. Gemäß einer Studie gingen die Schmerzintensität und die Dauer der Beschwerden während und vor der Menstruation durch die Anwendung von Elektroakupunktur oder manuelle Akupunktur deutlich zurück.11
KADEZYKLUS bei Krämpfen während der Menstruation
- ✓ Lindert Krämpfe während der Periode
- ✓ Wirkt rein pflanzlich
- ✓ mit Schafgarbenkraut-Trockenextrakt
LADIVA Kapseln 226 mg Hartkapseln
- ✓ für eine krampf- und stressfreie Periode
- ✓ mit dem Extrakt von Himbeerblättern
- ✓ pflanzliches Arzneimittel
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- ✓ Selbsterwärmende Wärmeauflagen
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- ✓ Langanhaltende Linderung von Regelschmerzen
Tipps gegen Dysmenorrhoe: Das können Sie tun
Bei milderen Beschwerden können Wärmeanwendungen helfen, wie z. B.
- eine Wärmflasche,
- Wärmepflaster oder
- Kirschkernkissen.
Wärme wirkt entspannend und kann helfen, die Krämpfe zu lindern.12 Zudem kann Wärme dazu beitragen, das Schmerzempfinden zu verringern, da der thermische Reiz mit dem Schmerzreiz konkurriert. Dadurch werden weniger Schmerzreize an das Gehirn übermittelt.
Weiterhin können diese Tipps gegen Unterleibsschmerzen helfen:
Welcher Arzt kann helfen?
Der erste Ansprechpartner bei Unterleibsschmerzen ist ein Facharzt/eine Fachärztin für Frauenheilkunde. Bei unklarer Schmerzquelle können Sie auch zunächst Ihren Hausarzt/Ihre Hausärztin kontaktieren.
Wer übernimmt die Behandlungskosten?
Die Kosten für die Diagnose und Therapie von Dysmenorrhoe werden in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Verschreibungspflichtige Schmerzmittel oder Verhütungsmittel werden bei Unterleibsschmerzen von der Krankenversicherung bezahlt. Unter Umständen kann eine Zuzahlung anfallen.
Auch pflanzliche Arzneimittel werden von einigen Krankenkassen übernommen. Die Kosten für alternative Methoden, wie zum Beispiel Akupunktur, müssen meist selbst getragen werden.
Weitere interessante Beiträge:
Wissenschaftliche Quellen
- https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/schmerzen-sind-die-regel-147626/ (aufgerufen am 18.12.2024)
- Jardim, N.: „Der natürliche Weg zum harmonischen Zyklus“, Münchner Verlagsgruppe (2021)
- https://www.pharmazeutische-zeitung.de/regelschmerzen-wirksam-lindern-127911/ (aufgerufen am 18.12.2024)
- https://www.pharmazeutische-zeitung.de/selbstmedikation-bei-regelschmerzen-137103/ (aufgerufen am 17.12.2024)
- https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/in-der-regel-ohne-schmerzen-119033/ (aufgerufen am 18.12.2024)
- https://www.pharmazeutische-zeitung.de/regelschmerzen-wirksam-lindern-127911/ (aufgerufen am 18.12.2024)
- https://www.pharmazeutische-zeitung.de/dysmenorrhoe-hat-viele-ursachen/ (aufgerufen am 19.12.2024)
- https://www.pharmazeutische-zeitung.de/regelschmerzen-wirksam-lindern-127911/ (aufgerufen am 18.12.2024)
- https://www.pharmazeutische-zeitung.de/selbstmedikation-bei-regelschmerzen-137103/ (aufgerufen am 17.12.2024)
- https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/in-der-regel-ohne-schmerzen-119033/ (aufgerufen am 18.12.2024)
- Springer Medizin: „Akupunktur hilft bei Regelschmerzen“, CME (2017)
- https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/in-der-regel-ohne-schmerzen-119033/ (aufgerufen am 18.12.2024)













