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Besuch bei der Heilerin von Curaçao

Im Kräutergarten der Karibik


Die Karibik – das exotische Traumziel vieler Europäer – hat mehr zu bieten als Sonne, Palmen, Sand und Wellen. Bei Dinah Veeris, auf der Insel Curaçao, gibt es zum Beispiel einen heißen Tipp für die Gesundheit.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Karibikinsel Curaçao ein wichtiger Umschlagplatz des Sklavenhandels. Unzählige Menschen aus Afrika wurden dorthin verschleppt, um schließlich nach Nord- und Mittelamerika weiterverkauft zu werden. Mit ihnen kam auch afrikanisches Heilwissen auf die Insel. Im Laufe der Zeit vermischte sich dieses Wissen mit indianischem und es entstand eine spezielle karibische Heilkunde. Doch die geriet immer mehr in Vergessenheit. Erst in jüngster Zeit beginnt man wieder, sich für diese „Schätze der Alten“ zu interessieren.

 

Der lange Weg zur Weisheit


Dinah Veeris ist 72 Jahre alt, lebt in der Nähe der Hauptstadt Willemstad und ist die bekannteste Heilerin Curaçaos. Zweimal in der Woche empfängt sie Patienten zur Behandlung, doch noch öfter begrüßt sie in ihrem Kräutergarten Touristen von nah und fern. Sie hat sich die Verbreitung des karibischen Kräuterwissens auf ihre Fahnen geschrieben und gibt deswegen ihre Kenntnisse bereitwillig weiter. Bis zum Alter von 40 Jahren arbeitete Veeris als Lehrerin und stand dem alten Wissen ebenso kritisch gegenüber wie die meisten ihrer Mitmenschen. Die eigene Mutter habe zwar durchaus noch einige Kräuterrezepte gekannt, so weiß Veeris zu berichten, sie selbst habe sich aber bei Bedarf einfach aus der Apotheke versorgt. Erst als sie in den achtziger Jahren von einer schweren Krankheit heimgesucht wurde und ihr die moderne Medizin nicht mehr weiterhelfen konnte, begann sie, sich für das traditionelle Heilwissen zu interessieren. Sie zog von Ort zu Ort, sprach mit den Dorfältesten und schrieb deren Weisheiten und Heilrezepte nieder. Anfangs wurde sie dafür belächelt und sogar angefeindet. Denn sowohl die Obrigkeit als auch die sehr einflussreiche katholische Kirche sahen in der alten Heilkunst „heidnisches Teufelswerk“. Inzwischen hat sich das geändert und es kommen sogar Ärzte in Veeris´ Sprechstunde, die sie einst bekämpft hatten.

 

Schatztruhe karibischer Heilkunst


Kein Wunder, denn ihre Rezepte sind kein Teufelswerk, sondern entfalten erstaunliche Wirkungen. Wenn auch manche von ihnen für unsere westlichen Ohren etwas wunderlich klingen mögen. Kräftigend für den Körper soll beispielsweise sein, unter dem Weiakabaum zu stehen. Mehr braucht man nicht zu tun. Aufwendiger ist da schon die folgende Anwendung gegen Asthma: Dabei muss der Kranke seine Hände auf den Stamm des nur auf Curaçao vorkommenden Pal´isia blanku Baumes legen. Dann wird der Umriss der Hände in die Rinde eingeritzt, der Baum nimmt die Krankheit des Patienten an und stirbt; der Mensch jedoch wird gesund. Einfacher und umweltverträglicher lässt sich Asthma mit dem Sirup des Kalabash (dt. Flaschen kürbis) behandeln. Allgemein stärkend wirkt eine Suppe aus dem Fruchtfleisch des Kadushi Säulen kaktus. Um sie zuzubereiten, schneidet man zu nächst einen Seitenarm des Kaktus ab, entfernt die Stacheln und schält die wachsige Außenhaut ab. Das grüne „Fleisch“ wird mit dem Messer herausgeschält, mit einem Steakhammer zerschlagen und schließ lich zu einer Suppe verkocht. Noch gesünder ist die Suppe angeblich, wenn man sie mit Pika, einer scharfen lokalen Peperoniart, würzt.

 

Entscheidende Dialoge


Wenn man mit Dinah Veeris durch ihren Garten spaziert, beginnt man die Pflanzen mit anderen Augen zu sehen. Sie werden zu Lebewesen mit denen man in Dialog treten kann – und muss. Denn damit eine Pflanze ihre volle Heilwirkung entfaltet, muss der Sammelnde eine „Beziehung“ zu ihr aufbauen. Deswegen darf man Heilpflanzen auch nicht nachts sammeln, denn dann schlafen sie. Auch bei der Verarbeitung und Einnahme der Pflanzen sind einige Regeln zu beachten. So muss man beispielsweise darauf achten, dass man die Pflanze ins kochende Wasser hineinlegt und nicht mit diesem übergießt. Keinesfalls darf man die Heilkräuter zusammen mit dem Wasser aufkochen. Außerdem ist es wichtig Heilkräuter immer in ungeraden Zahlen zu sich zu nehmen – also beispielsweise nie zwei oder vier Löffel davon, sondern besser drei oder fünf – so will es der Glaube. Viele der Heilpflanzen die in Dinah Veeris` Garten wachsen, kennt man bei uns nicht, mit Ausnahme von Basilikum. Doch während es hierzulande hauptsächlich als Küchengewürz verwendet wird, hat es in der karibischen Heilkunde eine ganz besondere Bedeutung: Es ist das erste Kraut, das ein Mensch in seinem Leben zu sich nimmt, denn mit seiner Hilfe wird eine Verbindung zwischen dem Neugeborenem und der Welt geschaffen.

 

Reiseinformationen


Fremdenverkehrsamt Curaçao: Bayerstraße 16 a, 80335 München, Telefon: 089/517 03 296, Fax: 089/ 517 03 120, E-Mail: info@curaçao.de, www.curacao.de.

Hier gibt es viele Informationen zu Kultur, Sport, Unterkünften auf der Karibik-Insel sowie eine Link-Liste spezialisierten Reiseveranstalter, die Curaçao ansteuern. Dinah Veeris Ihr Kräutergarten „Den Paradera“ befindet sich etwa 15 Kilometer von der Hauptstadt Willemstad entfernt. Adresse: Seru Grandi Kavel 105 A, Banda’ariba. Wer doch nicht so weit fahren will, findet in ihrem Buch „Herbal remedies and customs of our ancestors“ Wissenswertes über die Anwendung von mehr als 100 karibischen Kräutern.